Table Of ContentVERÖFFENTLICHUNGEN DER
BERLINER HISTORISCHEN KOMMISSION
BEIM FRIEDRICH-MEINECKE-INSTITUT
DER FREIEN UNIVERSITÄT BERLIN
BAND 6
QUELLENWERKE
BAND 2
Walter de Gruyter & Co.
vormals G. J. Göschen'sehe Verlagshandlung
J. Guttentag, Verlagsbuchhandlung • Georg Reimer • Karl J. Trübner • Veit & Comp.
Berlin 1963
DIE BRANDENBURGISCHEN
KIRCHENVISITATIONS-ABSCHIEDE
UND -REGISTER
DES XVI. UND XVII. JAHRHUNDERTS
ZWEITER BAND:
DAS LAND RUPPIN
Inspektionen Neuruppin, Wusterhausen,
Gransee und Zehdenick
Aus dem Nachlaß von
VICTOR H E R O LD
herausgegeben von
GERHARD Z I M M E R M A NN
Bearbeitet von
GERD H E I N R I CH
Walter de Gruyter & Co.
vormals G. J. Göschen'sehe Verlagshandlung
J. Guttentag, Verlagsbuchhandlung • Georg Reimer • Karl ]. Trübner • Veit & Comp.
Berlin 1963
Archiv-Nummer: 475963/1
©
Copyright 1963 by Walter de Gruyter & Co., vormals G. J. Gdschen'sdie Verlagshandlung • J. Guttentag, Verlags-
buchhandlung • Georg Reimer • Karl J. Trübner • Veit & Comp.
Printed in Germany. — Alle Rechte des Nachdrucks, der photomechanischen Wiedergabe, der Herstellung von
Photokopien und Mikrofilmen, auch auszugsweise, vorbehalten. —Satz und Druck: Thormann & Goetsch,Berlin 44.
VORWORT
Der am 22. Mai 1956 verstorbene Direktor des Askanischen Gymnasiums, Dr.
Viktor Herold, hatte im Oktober 1926 von der „Historischen Kommission für
die Provinz Brandenburg und die Reichshauptstadt Berlin" den Auftrag er-
halten, „eine, wenn irgend möglich, vollständige, originalgetreue Wiedergabe
der Visitationsakten der Mark Brandenburg aus dem 16./17. Jahrhundert als
authentische Grundlage für territorial-, lokal- und kirchengeschichtliche For-
schungen" in Arbeit zu nehmen. Im Jahre 1931 konnte als Band IV der Ver-
öffentlichungen der Historischen Kommission der 1. Band der „Brandenburgi-
schen Kirchenvisitations-Abschiede und -Register", und zwar für die Prignitz,
vorgelegt werden. Weitere Bände wurden vorbereitet, konnten jedoch insbe-
sondere wegen der Ungunst der Zeit nicht zur Veröffentlichung gelangen.
Die Berliner Historische Kommission hat als Nachfolgerin der früheren „Hi-
storischen Kommission für die Provinz Brandenburg und die Reichshaupt-
stadt Berlin" bereits bei ihrer Wiederbegründung im Jahre 1959 die Fortset-
zung der nach 1931 unterbrochenen Herausgabe der brandenburgischen Visita-
tionsquellen beschlossen und legt der wissenschaftlichen Öffentlichkeit nunmehr
den 2. Band der „Brandenburgischen Kirchenvisitations-Abschiede und -Re-
gister des XVI. und XVII. Jahrhunderts", und zwar den für das „Land Rup-
pin", vor. Auch dieser Band reicht in seiner Bedeutung erheblich über die engere
brandenburgische Kirchengeschichte hinaus. Die für die Inspektionen des Lan-
des Ruppin: Neuruppin, Wusterhausen, Gransee und Zehdenick veröffent-
lichten Visitationsakten geben tiefe Einblicke in das Reorganisationswerk der
mit der landesherrlichen Kirchenaufsicht betrauten Beamten und evangelischen
Geistlichen im Reformationsjahrhundert und sind eine reiche Quelle, aus der
Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Familiengeschichte und Kunstgeschichte in
gleicher Weise zu schöpfen vermögen.
Die Herausgabe dieses Bandes wäre nicht möglich gewesen ohne die entsa-
gungsvolle Arbeit Dr .Viktor Herolds, der in der zweiten Hälfte der zwanziger
Jahre die Visitationsquellen im Preuß. Geh. Staatsarchiv in Berlin-Dahlem
und in den Registraturen des Konsistoriums der Mark Brandenburg vor allem
gesammelt, gesichtet, abgeschrieben und auf diese Weise nach dem Verlust der
Originale der Nachwelt erhalten hat. Die Edition des Bandes „Land Ruppin"
war von ihm schon weitgehend gefördert und auch die weiteren Bände waren
bereits vorgeplant, vor allem ihre Quellengrundlagen erfaßt. Ihm gilt dafür
unser aller Dank. Die Überarbeitung des Heroldschen Manuskripts, das mit
dem gesamten Nachlaß Viktor Herolds vom Hauptarchiv (ehem. Preuß. Geh.
VI Vorwort
Staatsarchiv) in Berlin-Dahlem verwahrt wird und für die Edition zur Ver-
fügung gestellt werden konnte, besorgte dankenswerterweise im Auftrage der
Berliner Historischen Kommission Dr. Gerd Heinrich, der mit dem Lande Rup-
pin besonders vertraut ist. An der Erörterung der Druckgestaltung beteiligten
sidi neben dem Unterzeichneten besonders die Herren Prof. Dr. Walter Schle-
singer und Prof. Dr. Johannes Schultze, denen für ihre Mitwirkung hier ebenso
gedankt sei wie Herrn Konsistorialrat i. R. Karl Themel für seinen sachver-
ständigen Rat und seine Mitwirkung bei der Aufklärung über den Verbleib
der während des Krieges verlagerten brandenburgisdien Visitationsakten. Der
Veröffentlichung wurde die wohlwollende Förderung verschiedener Stellen
zuteil, in erster Linie des Bundesministeriums für Gesamtdeutsche Fragen und
des Bundesministeriums des Innern, das entgegenkommenderweise die erfor-
derliche Druckbeihilfe zur Verfügung stellte. Beiden Instanzen möchte die Ber-
liner Historische Kommission ihren geziemenden Dank aussprechen.
Mit dem vorliegenden Bande hat sich die Berliner Historische Kommission be-
müht, das Programm der alten „Historischen Kommission für die Provinz
Brandenburg und die Reichshauptstadt Berlin" fortzusetzen. Die Herausgabe
der restlichen Visitationsquellen wird ihr weiterhin ein verpflichtendes An-
liegen sein.
Berlin-Dahlem, Im Auftrage der
im Dezember 1962 Berliner Historischen Kommission
Dr. Gerhard Zimtnermann
VORBEMERKUNG DES BEARBEITERS
Die Bearbeitung des zweiten Bandes der brandenburgischen Visitations-Ab-
schiede und -Register aus der Feder Viktor Herolds, des verdienstvollsten For-
schers auf diesem Gebiete, stieß in mancher Hinsicht auf Schwierigkeiten, wie
sie bei Nachlaß-Manuskripten häufig auftreten. Für das Gebiet des Landes
Ruppin lag ein Manuskript vor, das nicht druckreif war, da Herold sich nach
der eigentlichen Herstellung des Manuskripts (um 1931/32) anderen Arbeiten
zugewandt hatte, besonders nachdem deutlich geworden war, daß wegen der
fehlenden Finanzierungsmöglichkeit in absehbarer Zeit mit einem Drude nicht
gerechnet werden konnte (vgl. FBPG 46, S. 392). Auch die Gespräche und
Korrespondenzen der interessierten Berliner Historiker über eine Fortsetzung
der Edition im Zusammenhang mit dem Arbeitsplan eines „Instituts für mär-
kische Kirchengeschichte" (30. Aug. 1941) und anläßlich des Versuchs der Be-
gründung einer von Berlin getrennten Historischen Kommission f. Branden-
burg (Januar 1943) änderten an diesem Zustand nichts. Es ist Herold, der sidi
in den letzten Kriegsjahren zeitweilig außerhalb des bombengefährdeten Berlin
aufhielt, dann gelungen, seine Manuskripte über den Zusammenbruch von
1945 hinweg zu retten. Kurz vor seinem Tode (1956) hat er die Manuskripte
und damit auch die Unterlagen dieses Bandes dem Berliner Hauptarchiv über-
geben. Inzwischen hatte sich herausgestellt, daß ein beträchtlicher Teil der
Originale der Visitationsakten (Konsistorial-Archiv und Preuß. Geh. Staats-
archiv) verloren oder zugrundegegangen waren. Damit gewannen einerseits die
Abschriften Herolds erheblich an Wert, andererseits entfiel bei einer Wieder-
aufnahme der Edition die Möglichkeit einer Kontrolle an den Originalen in
Zweifelsfragen, wie sie sich bei derartigen Veröffentlichungen zwangsläufig er-
geben. Erst im September 1962 erfuhr ich durch einen Zufall, daß sich eine Foto-
kopie der Feldmannschen Chronik von Neuruppin im Berliner Hauptarchiv
erhalten hat. Die Entlehnungen Herolds aus Feldmann, die ich sonst überprüft
hätte, können somit künftighin am Original kontrolliert werden. Für speziel-
lere Untersuchungen eröffnet sich damit zugleich ein Weg, die von Herold zu
Recht nicht aufgenommenen, zeitlich weiterreichenden kirchengeschichtlichen
Quellenauszüge Feldmanns ergänzungsweise heranzuziehen.
Der Bearbeiter mußte in allen Punkten, wo der Quellentext betroffen war,
wegen des Verlustes der Originale sehr schonend verfahren. Einige kleinere
Ungleichmäßigkeiten in der Textbehandlung erklären sich auf diese Weise.
Hingegen wurden alle offensichtlichen sachlichen und biographischen Versehen
und gelegentliche formale Irrtümer stillschweigend geändert, die Literatur-
angaben wurden weitgehend ergänzt und zusammengefaßt und stilistische Un-
VIII Vorbemerkung des Bearbeiters
ebenheiten in den Einleitungen geglättet. Insbesondere kam es darauf an, zahl-
reiche nachträgliche Zusammenstreichungen aufzulösen, die Herold vorgenom-
men hatte, um den Druck des Manuskripts finanziell zu erleichtern. Besonders
bei Münz- und Maß-Bezeichnungen und bei häufig vorkommenden Namen
wurde die ursprüngliche Form des Manuskripts wiederhergestellt; wo Text-
eingriffe unumgänglich waren, sind eckige Klammern gesetzt worden. Erscheint
beispielsweise ein Ortsname in dieser Form — Z[ehdenick] —, so handelt es
sich um eine Modernisierung Herolds, während die für den Bearbeiter nicht
erreichbare Original-Quelle zweifellos eine andere Form enthalten hat.
Die Druckgestaltung weidit nicht unerheblidi von der des ersten Bandes ab, da
die verbindlichen Richtlinien für die äußere Textgestaltung von Quellen (vgl.
S. 9, Anm. 36) konsequenter angewendet wurden, als es Herold getan hat. Der
Band hat dadurch an Übersichtlichkeit und Klarheit gewonnen. Die Streichun-
gen der späteren Visitationen erscheinen nicht mehr in Kursivdruck, sie sind
durch spitze Klammern ausgewiesen. Die runden Klammern kennzeichnen da-
gegen unverändert die Zusätze späterer Visitationen. Die Übertragungen und
Erläuterungen Herolds erscheinen nunmehr kursiv, sofern es sich nidit um
Textergänzungen handelt, die mit eckigen Klammern versehen sind. Alle edi-
torischen Zeichen enthält das Abkürzungsverzeidinis.
Mein Dank gilt allen, die um die Förderung der Herausgabe und Bearbeitung
dieses Bandes bemüht waren. Insbesondere danke ich dem 2. Vorsitzenden der
Berliner Historisdien Kommission, Herrn Prof. Walter Schlesinger, und Herrn
Prof. Johannes Schultze, der sich an der Umbruch-Korrektur beteiligt hat und
der mich bei der Behandlung strittiger Einzelfragen freundlicherweise unter-
stützte.
Berlin-Tegel
im Oktober 1962 Gerd Heinrich
INHALT
VORVORT von Gerhard Zimmermann V
VORBEMERKUNG von Gerd Heinrich VII
EINLEITUNG von Victor Herold (t) 1
INSPEKTION NEURUPPIN
Neuruppin, Stadt 13
I. Die Generalvisitation von 1541. Vorbemerkung 13
Visitationsabschied vom 6. Juli 1541, ergänzt 1558 22
Visitationsregister vom Jahre 1541, ergänzt 1551 und 1558 33
II. Die Generalvisitation vom Januar 1558. Vorbemerkung 80
Visitationsabsdiied vom 22. Januar 1558 80
Visitationsregister von 1558 87
III. Die Generalvisitationen vom 2. September 1581 und vom 29. April 1602.
Vorbemerkung 91
Visitationsabsdiied vom 29. April 1602 92
Dörfer der Inspektion Neuruppin nach dem Stande vom Jahre 1602. Matrikeln
aus den Jahren 1541, 1558, 1581 und 1602 105
INSPEKTION WUSTERHAUSEN
Wusterhausen, Stadt 185
I. Die Generalvisitation von 1541. Vorbemerkung 185
Visitationsabsdiied vom 21. Juli 1541, ergänzt 1558 186
Visitationsregister vom Juli 1541, ergänzt 1543, 1551 und 1558 191
II. Die Generalvisitation vom Januar 1558. Vorbemerkung 208
Visitationsabschied vom 25. Januar 1558 210
III. Die Generalvisitation vom April 1602. Vorbemerkung 214
Visitationsabschied vom 23. April 1602 215
Visitationsregister vom Jahre 1602 222
Dörfer der Inspektion Wusterhausen nadi dem Stande vom Jahre 1602.
Matrikeln aus den Jahren 1541, 1551, 1558, 1581 und 1602 233