Table Of ContentMUSEUM NATIONALE PRAGAE - SECTIO PRAEHISTORICA
Curat editionem Jifí Neústupný
FONTES ARCHAEOLOGICI
PRAGENSES
Volumen 6
KARLA MOTYKOVA-ŠNEIDROVA
DIE ANFÄNGE DER RÖMISCHEN KAISERZEIT
IN BÖHMEN
POČÁTKY DOBY ÉÍMSKÉ V ČECHÁCH
НАЧАЛО РИМСКОГО ПЕРИОДА В ЧЕХИИ
PRAGAE 1963
INHALT - OBSAH - ОГЛАВЛЕНИЕ
DIE ANFÄNGE DER RÖMISCHEN KAISERZEIT IN BÖHMEN
Einleitung zu den Quellen...........................................................................................................................3— 7
Zur relativen Chronologie der Quellen..................................................................................... 7— 8
Zusammenstellung der Quellen........................................................................................................ 9—70
Verzeichnis der Fundorte................................................................................................................71—72
Literaturverzeichnis.........................................................................................................................................73
Abkürzungen und Erläuterungen zum deutschen Text........................................................73—74
S a ch reg ister.................................................................................................................................................75—76
POÖÄTKY DOBY ŘÍMSKÉ V ÖECHÄCH
Úvod к pramenům................................................................................................................................77—79
К relativní chronologii p ram en ů ................................................................................................79
НАЧАЛО РИМСКОГО ПЕРИОДА В ЧЕХИИ...............................................................................................80—81
Karte der Fundstellen...........................................................................................................................................1
BEILAGEN — PŘÍLOHY.........................................................................................................................1—3
TAFELN — TA BU LKY.........................................................................................................................I—XXXVI
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DIE ANFÄNGE DER RÖMISCHEN KAISERZEIT IN BÖHMEN
EINLEITUNG ZU DEN QUELLEN
Es wird immer mehr klar, daß eine neue und tiefere Erkenntnis der römischen Kaiserzeit
in Böhmen lediglich auf Grund systematischer, unter Zuhilfenahme der gesamten modernen
Technik vorgenommener Ausgrabungen ganzer Komplexe von Siedlungs- und Gräberobjekten
möglich ist. Die archäologischen Quellen, die wir verfügbar haben, sind äußerst lückenhaft und
wurden in den früheren Jahren durch Amateurausgrabungen oder-Sammlungen, in späterer Zeit
sodann hauptsächlich durch Rettungsgrabungen geringeren Umfangs gewonnen. Die zwei größ
ten gegenwärtig verlaufenden Ausgrabungen von Brandgräberfeldern bei Třebušice und Plotiště
sind bisher nicht abgeschlossen und nicht publiziert. Trotz all dieser Unzulänglichkeiten stellen
die bisher gewonnenen archäologischen Quellen der römischen Kaiserzeit in Böhmen einen be
deutsamen Komplex dar, dessen Revision als Ausgangspunkt für die weiteren Arbeiten wichtig
ist. Aus technischen Gründen mußte man sich vorderhand bloß auf die beiden ältesten Phasen
der römischen Kaiserzeit, und zwar auf den Zeitraum um die Wende unserer Zeitrechnung und
den Verlauf der ersten Hälfte des ersten Jahrhunderts unserer Zeitrechnung, beschränken. Für
die große Dynamik gerade dieses Abschnittes der Geschichte sprechen die ersten historischen
Berichte, die wir auf unser Gebiet beziehen können. Die Angaben über den bedeutsamen Bund
germanischer und anderer Stämme unter der Führung der Markomannen an der Spitze mit Ma-
robud, Katvalda und schließlich mit dem Hermundurenführer Vibilius verlocken bereits lange
zur Konfrontierung mit den archäologischen Funden. Andererseits gehört aber auch die Verfol
gung der Reste der keltischen Bevölkerung zu den bisher ungelösten Hauptproblemen dieser Zeit.
Insgesamt gelang es, 228 Lokalitäten mit Funden verschiedenen Charakters zu erfassen.
An 118 Orten ermittelte man Siedlung, an 77 Orten Brandgräberfelder oder einzelne Brand
gräber (lediglich 24X auf ein und demselben Kataster als Siedlung], ferner 20 Fundorte von
Skelettgräbern; Einzelfunde werden aus 63 Lokalitäten gemeldet. Keine Berücksichtigung finden
Literaturangaben über Funde aus der älteren römischen Kaiserzeit, die heutzutage unüberprüibar
sind und über die eine konkrete Charakteristik fehlt, ebenso wie einige Keramikfunde von
Durchgangscharakter, die sich vorderhand im Rahmen der römischen Kaiserzeit nicht bestimmen
lassen. [K. Šneidrová, AR VI — 1954, 227 ff; die hier angeführte Zahl von 117 Siedlungen umfaßt
auch Fundorte aus dem jüngeren Abschnitt der älteren römischen Kaiserzeit. J
Bisher wurde nicht eine einzige Siedlung in breiterem Umfang erforscht. Von der Gesamt
zahl von 118 Siedlungen werden 70 lediglich durch Sammlungen auf den Feldern nach Tiefen
furche oder durch Funde aus beschädigten und nicht näher beschriebenen Objekten belegt. Nur
eine ziemlich geringe Zahl von Siedlungen erregte Interesse und erfuhr Ausgrabungen einiger
Hütten oder Gruben, die aber gewöhnlich nur sehr kurz beschrieben wurden (Dobřichov, Holu
bice, Janovice, Klobuky, Kolín Kopisty, Praha-Bubeneč, Přešťovice, Rosnice, Slatina, Stvo-
línky, Svojšice, Třebovle, Třebestovice, Tvršice, Tuklaty, Vysočany, ZářičanyJ. Nur 19 Fundorte
boten bei zufälligen, größtenteils als Rettungsgrabungen vorgenommenen Aktionen ein oder
zwei Objekte, die genauer beschrieben wurden (Ahníkov, Cerveněves, Dobrovice, Labská Chrčice,
Lhota Kestřanská, Libice, Martinov, Mlékojedy, Kladno-Vrapice, Obříství, Plaňany, Předměřice,
Sířem, Soběsuky, Staňkovice, Slatina, Svatý Jan pod Skalou, Vraný, Velké ŽernosekyJ. Bloß 11
Siedlungen wurden fachmännisch in einigermaßen größerem Umfang durchforscht (Dobříčany,
Dolní Počernice, Nový Bydžov-Chudonice, Dřetovice, Roztoky, Starý Vestec, Stodůlky, Siedlung
unterhalb von Hradiště bei Stradonice, Tišice, Zalužany und Přešťovice).
Die größte Besiedlungsdichte läßt sich auf den fruchtbaren Böden längs der Elbe und ihrer
Zuflüsse, ferner in Mittelböhmen am Unterlauf der Moldau, im Gebiet von Slaný und Louny und
im Gebiet des Egerflusses beobachten (siehe Karte). In einigen Gebieten ist die Besiedlungsin
tensität derart stark, daß die gegenseitige Entfernung der einzelnen Gemeinden oft nur einige
wenige Kilometer beträgt. Leider kann vorderhand nicht entschieden werden, ob diese Tatsache
für eine bedeutsamere Konzentration des Lebens in diesen Gebieten spricht oder das Zufallser
gebnis einer sorgfältigeren Terraingrabung ist. Bei der Anlegung von Siedlungen wählte man
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am häufigsten mäßige Abhänge, die gegen Süden oder Südosten, nicht selten aber auch gegen
Norden gekehrt waren. Soweit festgestellt werden konnte, zeichneten sich die Siedlungen übli
cherweise durch strategisch geeignete Positionen aus. In der Mehrzahl der Fälle breiteten sie
sich in der Nähe des Wassers, an den Ufern von Flüssen und Bächen aus, wo sie oft bis in die
Inundation hinunterreichten (Přešťovice, Roztoky, Klenec, Stradonice, Velké Žernoseky und wei
tere). Eine ausreichende Wassermenge war selbstverständlich lebensnotwendig und daher wur
den auch Orte besiedelt, wo sich auch stärkere, bis auf den heutigen Tag hier feststellbare Quel
len vorfanden (Zalužany, Jenštejn). Ungefähr bei einem Fünftel der Siedlungen läßt sich das
Ausmaß der besiedelten Fläche von einigen Aren oder einigen zehn Aren beobachten. Häufig
sind dies dieselben Fundorte, von woher Belege für einen Eisenhüttenbetrieb oder Münzfunde
bekannt sind, also Orte, die in Bezug auf die Produktion oder den Handel von Bedeutung waren.
Der Untergang der keltischen Oppida in Böhmen, von denen einige wahrscheinlich noch um die
Wende der Zeitrechnung besiedelt waren, kann nur durch systematische Grabungen aufgeklärt
werden.
Für die Erkenntnis des Lebens in den Siedlungen ist die Rekonstruktion der verschiedenen
Typen von Siedlungsobjekten und ihre gegenseitige Beziehung äußerst wichtig. Trotz des gerin
gen Fortschrittes im Forschungsstand auf diesem Gebiet können wir aus der Kombination ver
schiedener Beobachtungen einige Schlüsse ziehen. In den Siedlungen der ältesten römischen
Kaiserzeit kamen in Böhmen regelmäßige Hütten mit einem mehr oder weniger unter das da
malige Oberflächenniveau eingetieften Fußboden vor. Die verhältnismäßig regelmäßigen, größ
tenteils rechteckigen Grundrisse, manchmal mit eingetiefter Feuerstelle oder eingebautem Herd
und festgestampftem Fussboden, können Spuren einer Pfahlkonstruktion erhalten haben, die das
Dach in der Mitte oder an der Peripherie (Sířem, Slatina, Staňkovice, Tuklaty7 Dřetovice Nr. 1,
1954, Dobříčany 1938) oder in der Mitte der kürzeren Seiten trägt [Starý Vestec, Hütte Nr. 23,
Soběsuky, Hütte Nr. II, Dobříčany, Hütte Nr. 11,1953). In diesen letzten Fällen findet sich manch
mal als Begleitung der längeren Wand eine Erdstufe oder -bank, wie wir sie bei einigen einge
tieften Hütten aus der Latänezeit kennen. Oft aber können wir überhaupt keine Spuren einer
Pfahlkonstruktion wahrnehmen (Janovice, Starý Vestec, Hütten Nr. 1,10, 16, Roztoky, 1957, Dolní
Počernice, Lhota Kestřanská, Zalužany u. a.). Das größte Problem bleibt ständig die Rekonstruk
tion des Baus der Wände und Dächer, ferner der gebrannten Lehmbewurfblöcke mit Abdrücken
von Balken, Ruten und Rundholz. Vorderhand konnte man in keinem einzigen Fall die Verwen
dung von Steinen zur Untermauerung feststellen, lediglich die Pfosten wurden hier und da durch
Steine stabil gemacht. Zahlreiche Funde von Feuerstellen und Herden sowie die sonstigen erhal
tenen Inventarstücke aus der Füllung der Hütten beweisen, daß diese Stellen am häufigsten als
Arbeits- oder Wohnräume dienten. Wirteln, tönerne Webegewischte, Imlbbearbeitete Knochen
und Geweihe deuten auf den Betrieb von Heimgewerben hin. Sehr markant sind Spuren der
Eisenhüttenbetriebe, entweder als Öfen, die direkt in die Hüttenwand eingelassen waren (Tu-
klaty) oder in ihrer unmittelbaren Nähe standen (Stodůlky, Roztoky, Dřetovice). Die Werkstät
tenobjekte, die mit dem Eisenhüttenbetrieb zusammenhingen, waren durchwegs kleiner und we
niger regelmäßig (R. Pleiner, 1958, 144—5). Bei jeder auch nur wenigstens einigermaßen sorg
fältigeren Grabung auf einer Siedlung der ältesten römischen Kaiserzeit in Böhmen wurden auch
Überreste oberirdischer Pfahlbauten verzeichnet, über deren Dispositionen im Grundriß wir aber
nur sehr unzulänglich informiert sind. So erscheinen uns z. B. die sog. Siedlungsgruben als Über
reste von Objekten verschiedener Ausmaße und Funktion. Sie können als Bestandteile größerer
regelmäßiger Bauten oder selbständig in ihrer Umgebung auftreten. Einige sind das Ergebnis
der Gewinnung des Materials, andere dienten als Vorrats- oder Abfallsgruben, Öfen, Feueressen,
Trockengruben u. ä.
Die Erwägungen hinsichtlich des Aussehens und der gesamten Anlage der Bauten und Wirt
schaftsinstitutionen in den damaligen Siedlungen werden sehr durch die Tatsache erschwert,
daß größtenteils kleine Flächen ausgegraben wurden, die überdies noch mehrere Besiedlungs
phasen aufwiesen. Die häufige Beschädigung der oberen Schichten bewirkt, daß die weitaus
seichter gelegenen Überreste vernichtet wurden. Der Großteil der Siedlungen bestand aus einer
größeren oder kleineren Zahl verschieden großer Siedlungskomplexe, wahrscheinlich selbstän
diger Gehöfte, zu denen eine oder mehrere Hütten gehörten, die entweder im Niveau der dama
ligen Oberfläche standen oder in den Boden eingelassen waren; ferner gehörten weitere Wirt
schaftsobjekte dazu, wie Stallungen, Schüttböden, Werkstätten, Vorratsräume, Öfen, Trocken
böden, Abfallsgruben und Viehhürden. Eine solche Gruppierung verschiedener Objekte rund um
regelmäßige Bauten konnte bei einer ganzen Reihe von Siedlungen festgestellt werden (Jano-
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vice, Dolní Počernice, Starý Vestec, Přešťovice, Stradonice, Dřetovice, Praha-Bubeneč, Jenišův
Újezd, Dobřichov, Tvršice).
Für die historischen Schlußfolgerungen, wonach wir wenigstens teilweise Verschiebungen
einiger Stämme nicht ausschließen können, ist die Frage der Dauer der einzelnen Siedlungen
von Bedeutung. Auch hier stoßen wir allerdings auf den Mangel an Ausgrabungen und müssen
uns lediglich auf Hypothesen beschränken. Fast bei allen Siedlungen, auf denen mehrere Objekte
ausgegraben oder häufige Sammlungen auf größeren Flächen unternommen wurden, beobachten
wir Spuren einer länger andauernden Besiedlung, die vom Übergang der Latěnezeit und römi
schen Kaiserzeit bis ins zweite Jahrhundert unserer Zeitrechnung, ja sogar bis in die jüngere
römische Kaiserzeit hineinreichte. Was das Verhältnis der Siedlungen der ältesten Phase der rö
mischen Kaiserzeit zur vorangehenden Besiedlung der späten Latěnezeit anlangt, kann gesagt
werden, daß wir bei einer ganzen Reihe von Fällen eine Besiedlung der gleichen Räume beobach
ten können (Břešťany, Břežánky, Dobříčany, Jenišův Újezd, Křesín, Lékařova Lhota, Lisovice, Li
toměřice, Lužice, Ratenice, Soběsuky, Starý Vestec, Tišice, Stradonice — Siedlung unterhalb
von Hradiště).
Im Vergleich zu den Siedlungen sind unsere Kenntnisse hinsichtlich der Gräberfelder etwas
besser. Die Brandbestattung hat das klare Übergewicht. Außer der ältesten und bedeutendsten,
i. J. 1896 auf Píčhora in Dobřichov entdeckten Nekropolis mit 154 heutzutage überprüfbaren Grä
berkomplexen muß auch ein Teil der auf dem Gräberfeld bei Tvršice und hauptsächlich bei Tře-
busice bloßgelegten Gräber in die älteste Phase der römischen Kaiserzeit einbezogen werden.
Alle 104 in den Jahren 1954—5 bei Tišice geretteten Brandgräber verbreiten sich über die beiden
chronologisch ältesten Abschnitte der römischen Kaiserzeit. Für eine ursprünglich größere Zahl
von Gräbern sprechen beschädigte Funde aus einer ganzen Reihe von Lokalitäten (Dřemčice,
Hrdily, Nymburk, Nebovidy, Kněževes, Ohnišťany, Přerov nad Labem, Lékařova Lhota, Pecky, Pra-
ha-Vysočany, Praha-Bubeneč, Radim, Třebovle, Vrbice u. ä.). Bemerkenswerterweise treten auf
all diesen Fundorten von denen wir das Inventar wenigstens einiger Gräber besitzen, Importe von
Bronzegefäßen, Fibeln aus römischen Provinzen oder anderen Verzierungen sowie Waffenfunde
auf. Daraus kann geschlossen werden, daß in den dichter besiedelten Gebieten Böhmens keine
auffallend armen und auffallend reichen Gräberfelder vorkamen, wenngleich einige Nekropolen
wahrscheinlich eine außerordentliche Bedeutung hatten (auch hier treten aber neben auffallend
reich ausgestatteten Gräbern andere, vollkommen ärmliche Gräber auf). Ob diese Ausnahmser
scheinung durch die Nähe irgendeines bedeutsameren Zentrums, durch Kultgründe oder Stam
mesursachen gegeben war, läßt sich schwerlich entscheiden. Sicher ist, daß zum Beispiel in der
unmittelbaren Umgebung von Dobřichov-Pičhora an einigen Orten weitere zeitlich parallele Grä
berfelder beobachtet wurden (Pecky, Radim, Ratenice); die Umgebung von Třebusice bietet An
haltspunkte für eine ähnliche Situation.
Die Urnengräber bleiben weiterhin die am häufigsten wiederkehrende Bestattungsart in die
ser Zeit in Böhmen. Die in einfacher Erde mit einer äußerst schwach erkennbaren oder über
haupt nicht feststellbaren Grabgrube gebetteten Urnen beinhalteten Überreste der Brandbestat
tung, die nur ausnahmsweise so gelagert war, daß die Schädelknochen oben lagen. In bezug auf
ihre Form sind dies größtenteils schlanke Vasen oder große Terrinen, ausnahmsweise topfartige
Formen oder Schüsseln. Auf den verbrannten Knochen oder dazwischen lagen die Überreste der
Ausstattung des Toten, die in der älteren latönezeitlich-römischen Übergangsphase weniger oft
zerbrochen oder zerschmolzen waren als in der darauffolgenden Phase (Taf. I: 2, 3). Größere
Gegenstände sind gewöhnlich verbogen, um im Gefäß Platz zu finden; sie können aber auch
neben der Urne zu liegen kommen (Taf. 1:1). Zu äußerst seltenen Fällen gehört die Beifügung
eines weiteren kleineren Gefäßes, das manchmal auch als Deckel dient (Nebovidy, Tvršice, Bře
žánky, Třebusice, Taf. XXIV: 22, 23. Holubice — das Grab in einem Bronzeeimer war von einer
umgestürzten Schüssel bedeckt). Besonders bei reichen Gräbern können wir verhältnismäßig oft
die Beigabe zerbrochener Teile von Bronzegefäßen, hauptsächlich von Kasserollen, (Schöpfern,
Kannen oder Schüsseln) beobachten. Ausnahmsweise können einige Bestattungen in Bronzege
fäßen liegen, die aber oft beschädigt sind oder Spuren einer Abnützung tragen. Eine Steinver
kleidung kommt nur in Ausnahmsfällen vor (Zliv, Lisovice, Nr. 4). Eine detailliertere Kenntnis der
Brandgrubengräber verschiedener Typen verdanken wir hauptsächlich den Grabungen in Tišice,
wo von 104 Gräbern insgesamt 69 Grubengräber waren, angefangen mit sehr kleinen kreisförmi
gen Gruben vom Durchmesser 20—47 cm (Taf. I: 6) bis zu großen rechteckigen Gruben bis zu
191X110 cm (Taf. 1:5). Einige ältere Funde deuten eine analoge Situation auch auf weiteren
Fundorten an, mag es sich um Urnengräber in größeren von Überresten des Scheiterhaufens ver
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schütteten Gruben oder um eine einfache Einbettung der Brandbestattung in der Erde handeln
(Lisovice, Lékařova Lhota, Sířem, Velké Zboží, Třebusice, Tvršice).
Wenn wir der Frage der Dauer der Brandgräberfelder der ältesten Phase der römischen
Kaiserzeit in Böhmen nachgehen, zeigt sich uns ein ähnliches Bild wie bei den Siedlungen. Wir
müssen allerdings als Grundlage nur größere Friedhöfe oder Orte annehmen, von denen eine
größere Menge an Materialien aus beschädigten Gräbern stammt. Fast bei allen diesen Fundstät
ten bemerken wir, daß sie mit einem ärmeren Horizont von Eisen- oder Bronzefibeln vom Spät-
latěnetypus mit geschweiftem Unterteil des Bügels oder mit kräftig profilierten Fibeln der
Frühform beginnen und in einem Horizont der Augenfibeln und kräftig profilierten Fibeln ihre
Fortsetzung finden (Tišice, Dobřichov, Pičhora, Třebusice, Tvršice, Stehelčeves, Vrbice, Třebovle,
Praha-Bubeneč, Přerov nad Labem, Nebovidy.) Auf einigen solchen Fundstätten begegnen wir noch
ausgesprochen latěnezeitlichen Funden, z. B. einer auf der Töpferscheibe gedrehten Keramik (Do-
břichov-Pičhora, Taf. XXIV: 2, 4; Třebusice, Taf. XXX: 3; Praha-Bubeneč, Taf. VIII: 6) oder latěne
zeitlichen Fibeln (Nebovidy: schüsselförmige Bronzefibel; Tišice: Grab 49, Fibel mittellatěnezeit-
licher Konstruktion).
Ein ständig ungelöstes Problem bleibt die Bedeutung der Skelettgräber, die im ganzen da
mals besiedelten Gebiet Böhmens nur vereinzelt oder in kleinen Gruppen zu zwei oder vier, mit
einer einzigen Ausnahme (Tvršice) stets außerhalb des Brandgräberfelds auftreten. In einigen
Fällen enthielten sie sehr reiche Ausstattungen, aber bisher nicht eine einzige Waffe und nur
selten Keramik. Die Bestattungsart, bei der einigemal eine Steinumwallung oder -Verkleidung
festgestellt wurde, unterscheidet sich beträchtlich von den damals üblichen Gepflogenheiten.
Diese Tatsachen rufen zahlreiche Erwägungen über eine Sonderstellung dieser Toten in der da
maligen Gesellschaft in politischer, wirtschaftlicher, religiöser oder ethnischer Beziehung her
vor. Bedeutsam ist vor allem die Tatsache, daß es sich nicht um eine Spezialerscheinung in
Böhmen handelt, sondern daß Skelettgräber ähnlichen Charakters in der älteren römischen Kai
serzeit im weiten Gebiet Mittel- und Nordeuropas Vorkommen. Heute kennen wir aus Böhmen
insgesamt 33 Bestattungen aus 20 Fundorten. [J. Břeň, 1953, 476 ff. arbeitet mit 28 Bestattungen,
hiervon stammen aber die Funde aus Lovosice und Přemyšlení, Řepov, Vyšebohy und Modřany
aus der jüngeren Phase der älteren römischen Kaiserzeit und gehören nicht in den Rahmen der
vorliegenden Arbeit, die Einreihung der Funde aus Ly sec unter die Skelettgräber ist nicht vollauf
nachweisbar). Von der Gesamtzahl läßt sich mehr als die Hälfte, d. h. 18 Bestattungen, als ärmlich
betrachten, denn diese enthielten entweder überhaupt keine Funde (Liběšovice, Straky Nr. 2,
Tvršice Nr. 4) oder waren nur mit eine (Ďáblice, Čížkovice, Lysá nad Lebern, Nehvizdy Nr. 3,
Noutonice Nr. 8, Pečky, Straky Nr. III, Trnovany) oder mit zwei Gegenständen (Liběšovice, Li-
běšice, Noutonice Nr. 7, Praha-Michle, Záluží, Duchcov — wenigstens 2 Bestattungen) ausgestat
tet. Von den verbleibenden 15 hatten 7 Bestattungen drei bis fünf Gegenstände und 8 mehr als
fünf. Von der Gesamtzahl waren nur 5, d. h. fast 1/7, mit Bronzegefäßen ausgestattet, und zwar
2X mehr als einmal (Praha-Bubeneč 1948, Straky Nr. IV). Die Skelette lagen in der Regel am
Rücken mit den Händen längs des Körpers (einmal mit gekreuzten Füßen), einmal auf der Seite;
bei der Orientierung ist keine durchgängig beachtete Ordnung zu bemerken. Eine Steinumwal
lung oder -Verkleidung wird elfmal gemeldet, und zwar sowohl bei armen wie auch bei reichen
Gräbern; sie war wahrscheinlich häufiger, denn wir sind darüber bei der Mehrzahl der besser
untersuchten Gräber unterrichtet. Das Verhältnis der reichen und armen Objekte entspricht im
großen und ganzen dem Verhältnis, wie wir es in Böhmen aus den Brandgräberfeldern kennen.
Bisher kennen wir kein Skelettgrab, das in die Übergangszeit von der Latěnezeit zur römischen
Periode datiert werden könnte, alle gehören erst der ältesten Phase der römischen Kaiserzeit an.
Die bisherige Klassifizierung der archäologischen Denkmäler der älteren römischen Kaiser
zeit entspricht naturgemäß in beträchtlichem Maße dem oberwähnten Stand der Forschung. Der
erste, der eine zusammenfassende Klassifikation der einzelnen Fundgruppen vornahm, war J. L.
Píč (1905). Seine reichlich dokumentierte Arbeit wird bis auf den heutigen Tag, auch wegen
ihrer deutschen Übersetzung (1907), hauptsächlich im Ausland als hauptsächliche Informations
quelle über böhmische Funde dieses Zeitabschnittes benützt. Wenngleich einige seine Ansichten,
so z. B. über den slawischen Ursprung der Funde von Dobřichov, von Anfang an auch auf tsche
chischer Seite auf Ablehnung stießen, sind andere Erwägungen, wie z. B. über den Einfluß der
römischen Provinzialkultur auf unser Milieu, ständig giltig. Der Reichtum böhmischer Funde
aus dem ersten Jahrhundert unserer Aera, wie er durch J. L. Píč dargelegt wurde, gab Anlaß zu
einer initiativreichen Studie O. Almgrens (1913). Die auffallende Konzentration einiger Gegen
stände, (z. B. Augenfibel, Trinkhornbeschläge, Schildbeschläge und -griffe, gegliederte Riemen
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zungen) sowie die Analyse ihrer Formen führten den Autor zur Schlußfolgerung, daß diese Ge
genstände in Böhmen durch Handwerker aus der Provinz unter Beteiligung keltischer und ger
manischer Faktoren erzeugt wurden. Unter dem Einfluß der Machtstellung der Markomannen,
die er nach Böhmen lokalisiert, verbreiteten sich diese Erzeugnisse über ganz Mittel- und Nord
europa. Auf die Bedeutung der Siedlungen verwies, hauptsächlich in Zusammenhang mit einer
Verfolgung der Beziehungen zum Kulturerbe der früheren Perioden, L. Ntederle und K. Buchtela
(1910, 82). Der erste, der den Versuch einer Analyse der Siedlungen, hauptsächlich der kera
mischen Funde, unternahm, war A. Stocký (1910; 1913). E. Šimek (1923) befaßte sich vornehm
lich mit der Problematik der Beziehungen der Kulturen der römischen Kaiserzeit zur vorherge
henden Besiedlung und betonte die Bedeutung der junglatěnezeitlichen stradonitzer Kultur,
die er als erste Phase der römischen Kaiserzeit in Böhmen betrachtet. Neben diesen speziellen
Arbeiten, zu denen noch das umfangreiche Werk H. Preidels (1930; 1940) zu zählen wäre, befaß
ten sich mit der römischen Kaiserzeit auch komplexe Studien über die gesamte urzeitliche Ent
wicklung unseres Landes (/. Schránil, 1928; A. Stocký, 1933; J. Böhm, 1941; J. Filip, 1948; H. Pret-
del, 1953; J. Böhm, 1958; E. and J. Neústupný, 1961; /. Bf eh, 1960). Die Nachkriegsjahre brachten
ferner eine Arbeit von B. Svoboda (1948), worin sich der Autor auf die Bearbeitung der Fibeln -
konzentrierte und als erster ihre tschechische Terminologie festlegte. Eine Reihe von Autoren
widmete sich auch einer verschiedenen Interpretation der historischen Berichte (V. Novotný,
1912; /. Dobiáš, 1932, ders. 1938, ders. 1960; E. Šimek, 1930, ders. 1935, ders. 1949, ders. 1953;
B. Horák, 1955; V. Ondrouch, Sborník filozofické] fakulty univerzity Komenského X — 1959, Bra
tislava; 15 ff., u. a.).
Naturgemäß sind für die Untersuchung der römischen Kaiserzeit in Böhmen auch jene Stu
dien wichtig, die denselben Zeitabschnitt in der Nachbarschaft unseres Landes behandeln, sowie
monographische Werke über bestimmte Formen oder Komplexe, die im mitteleuropäischen Maß
stab arbeiten und demnach auch einige unsere Funde umfassen. Besonderes Interesse erregen
chronologisch empfindlichere Gegenstände, wie Fibeln, Bronzegefäße, Gürtelbestandteile und ei
nige Beschläge, denn vor allem auf Grund solcher Funde wurden die bisherigen Versuche mit
einer relativen und absoluten Chronologie der römischen Kaiserzeit nördlich der Reichsgrenzen
unternommen. Trotz der Diskussion, die in den letzten Jahren H. J. Eggers mit seiner Arbeit
(1951; 1955) hervorrief, wird grundsätzlich seine Teilung der römischen Kaiserzeit außerhalb der
Grenzen des Imperiums in zwei Stufen, B (B 1, B 2) und C (C 1, C 2, C 3) akzeptiert, denen als
Stufe A die Spätphase der Latěnezeit vorgelagert Ist, In der die Weiterentwicklung mit ihren
Wurzeln liegt. Meines Erachtens entspricht diese Teilung vollauf der Fundsituation in Böhmen,
wenngleich sie hauptsächlich auf Grund der mitteleuropäischen Funde römischer importierter
Bronzegefäße ausgearbeitet ist.
ZUR RELATIVEN CHRONOLOGIE DER QUELLEN
Aus der Analyse des archäologischen Materials ergab sich, daß in Böhmen mehr als auf
irgendeinem anderen Gebiet des von den Römern nichtbesetzten Mitteleuropas gerade die Über
gangszeit zwischen Latöne- und römischer Periode (Stufe A) mit der ältesten Phase der römischen
Kaiserzeit (Stufe Bi) wechselseitig verknüpft Ist, wenngleich zwischen diesen beiden Abschnit
ten einige grundsätzliche Unterschiede bemerkbar sind [K. Motykovd-Sneidrovd, 1961).
Die Übergangszeit von Latöne- und römischer Periode wird in den Funden vor allem durch
Eisen-, seltener durch Bronzefibeln vom Spätlatönetyp einiger Varianten charakterisiert: mit ei
nem bogenförmig gewölbten oder geschweiften Bügel, manchmal mit einem gegliederten Knopf,
mit einer unteren oder oberen Sehne, sonst wiederum mit einer verdeckten kurzen Spirale. Ver
einzelt kamen auch noch Fibeln mittellatönezeitlicher Konsruktion vor. Hauptsächlich die Funde
aus Siedlungen bezeugen das Vorkommen einer vielgestaltigen Keramik kleinerer wie auch grö
ßerer Formen. Neben ungegliederten Terrinen, halbkugelförmigen Gefäßen, Krügen und Ampho
ren mit kantigem Rand, vasenförmigen Formen mit kleinen Henkeln an der Wölbung oder mit
einer plastischen Verzierung sind es vor allem markante scharfkantige Trichtergefäße, die den
keramischen Inhalt dieser Phase bilden. Die übrigen Formen, wie faßartige Töpfe mit eingezo-
genem Rand, Schüsseln oder verschiedene Formen von Vorratsgefäßen, dauern durchgängig wei
ter und bieten gegenwärtig keine Möglichkeit für eine detailliertere chronologische Bestim
mung. Die Verzierung bilden an den gröberen Formen einfache Aufrauhungen oder senkrechte
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Ritz- oder Kammstrichornamente, an den feineren Formen eine Ritzverzierung mit gekreuzten
Diagonalen, Dreieck- oder Mäanderstreifen; sie kann auch durch Einstiche oder eine von klei
nen Grübchen begleitete Linie ausgeführt sein. Den Beginn der Rollrädchenverzierung treffen
wir erst am Ende dieses Zeitabschnitts, zum Beispiel an den jüngsten Trichtergefäßen und be
reits ganz vereinzelt zusammen mit Fibeln vom Spätlatenetyp. Lediglich ausnahmsweise kann
noch eine auf der Töpferscheibe gedrehte latönezeitliche Keramik Vorkommen.
Die Grabfunde, die insgesamt aus Urnen- oder kleineren Brandgrubengräbern stammen, sind
verhältnismäßig ärmlich, soweit sie keine Waffen beinhalten. Und dann repräsentiert größten
teils die Ausrüstung des Kriegers am häufigsten eine Lanzen- oder Speerspitze, ferner ein
kurzer Dolch oder ein Meißel, bisher niemals ein Schild, Schwert oder Sporen. Zwischenglieder
aus dem Gürtel, einfache kreisförmige Schließen, eventuell ein Messer oder Wetzstein, ergänzen
das Inventar der Männergräber. Ein Wirtel, Eisennadel, ausnahmsweise auch das Bruchstück
eines stäbchenförmigen oder durchbrochenen Gürtelhakens treten in den Gräbern ohne Waffen
auf. ♦
Der weitere Zeitabschnitt, der im großen und ganzen die erste Hälfte des 1. Jahrhunderts
unserer Aera umfaßt, wird durch eine reiche Bronze- und Eisenindustrie charakterisiert, die aus
den Werkstätten an Ort und Stelle, der Provinzen und auch Roms stammt. Neben kräftig pro
filierten Fibeln der Frühform in zwei Varianten (mit einem S-förmig geschweiften Bügel und
durchbrochenen Nadelhalter sowie mit einem massiven, kantigen Bügel und vollem Nadelhalter)
sind es ferner Armbrustfibeln mit einem Streifenbügel, Prototypen der Augenfibeln und schließ
lich verschiedene Varianten der eigentlichen Augenfibeln. Kräftig profilierte Fibeln mit einem
oder zwei Bügelknöpfen wechseln ab mit Exemplaren mit einer Tierkopfverzierung, mit Rollen
kappenfibeln, Fibeln vom Aucissa-Typ, oder mit sog. gallischen Fibeln u. a. Einfache und ver
zierte Trinkhornbeschläge, verschiedenartige Anhängerglieder, Riemenzungen, verschiedene Be
schläge,. einfache Schnallen und solche in Achterform, die die letzten vereinfachten Formen
der Gürtelhaken und kreisförmigen Glieder abwechseln, wunderschöne nordisch-pannonische
Gürtelbeschläge und ihre lokale Nachahmungen, einfache und verziert profilierte Nadeln, Messer,
sichelförmige Messer verschiedener Varianten, Scheren, Stecheisen, Waffen (Schildbeschläge,
Schwerter, am häufigsten einschneidige, Schwertscheidenbeschläge), Sporen, hauptsächlich
aber der sehr umfangreiche Import von Bronzegefäßen, bezeugen die Stabilisierung der Verhält
nisse und den verhältnismäßig beträchtlichen Reichtum einiger Personen. Die Haupttypen der
Bronzegefäßen aus böhmischen Funden zeigt Abb. 20. Die feinere Keramik dieses Zeitabschnitts
zeichnet sich durch geglättete schwarze Oberfläche entweder ohne Verzierung oder mit einem
mittels Rollrädchens vorgenommenen Ornament, manchmal noch mit einer vorgezeichneten Ritz
linie, aus. Diese Verzierung zeigt sich an gegliederten Terrinen mit abgesetztem, manchmal be
reits zylindrischem Hals, an vasenartigen Formen und ausnahmsweise auch an Schüsseln. Der
Streifen senkrechter Dreiecke an der Schulterpartie kann in einfacher Linie oder mit dem Roll-
rädchen ausgeführt sein. Die Terrinen und auch einige vasenartige Formen zeigen eine gewisse
Regeneration der Formen aus der jüngeren Hallstattperiode.
Vereinzelt kann noch ein auf der Töpferscheibe erzeugtes Gefäß Vorkommen. In der gröbe
ren Keramik sind faßartige Formen mit eingezogenem Rand vorherrschend; ihre Verzierung bil
den Ritzlinien, Einstiche und Kammstrichverzierung in Gestalt großer Bögen; hier und da ist
die Oberfläche feiner oder auch gröber aufgerauht. Auf den Siedlungen treten zweihenkelige
Töpfe mit abgerundeten und scharf verlaufenden Henkeln auf, weiter Tassen, verschiedene pro
filierte Schüsseln, trichterartige Gefäße und auch große Vorratsgefäße mit nach außen ausge
stülpten Rändern u. a.
Diese auffallende Blütezeit ist in Böhmen durch eine große Zahl von Siedlungen und reichen
und ärmeren Grabfunden vertreten, bei denen in bezug auf den Ritus eine beträchtliche Unein
heitlichkeit besteht. Neben Bestattungen in Urnen sind große Brandgrubenbräber mit einer ein
zigen auf einem Haufen gebetteten Bestattung bekannt; schließlich gibt es hier auch vereinzelte
Skelettgräber.
Die grundlegenden Wesenszüge des archäologischen Inhalts beider angeführter Zeitstufen
in Böhmen zeigt Beilage 1—3. Die Anordnung der einzelnen Gegenstände und ihrer Varianten
im Rahmen der Stufe Bi wurde chronologisch vorgenommen, soweit sie angesichts des heutigen
Forschungsstandes feststellbar ist. Demgegenüber ist bei den anderen Formen eine noch genauere
Zeitbestimmung schwierig. Obwohl sie in den Fundkomplexen der Stufe Bi Vorkommen, konnten
sie auch im Verlauf der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts in Verwendung gestanden sein.
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Karte der Fundstellen aus der Anfangsphase der römischen Kaiserzeit in Böhmen,
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Erklärungen
Siedlung Skelettgrub
Brand graU SUelettgrüher
Branägrätaei Einzelfund
p der Fundstellen aus der Anfangsphase der römischen Kaiserzeit in Böhmen.