Table Of ContentOrganization, Management and Crime –
Organisation, Management und Kriminalität
Markus Pohlmann
Der Transplantations-
skandal in Deutschland
Eine sozialwissenschaftliche
Analyse der Hintergründe
Organization, Management and
Crime – Organisation, Management
und Kriminalität
Reihe herausgegeben von
M. Pohlmann, Heidelberg, Deutschland
S. Bär, Heidelberg, Deutschland
F. Elias, Heidelberg, Deutschland
J. Klinkhammer, Heidelberg, Deutschland
E. Valarini, Heidelberg, Deutschland
Die Reihe ist im Bereich der Organization Studies angesiedelt und hat ihren
Schwerpunkt im Schnittfeld von Wirtschafts- und Organisationssoziologie. Sie
widmet sich dem Zusammenhang von verschiedenen institutionellen Feldern
(Wirtschaft, Medizin, Staat etc.) mit den Organisations- und Managementfor-
men, die in diesen vorherrschen. Neben organisationssoziologischen Studien
werden managementsoziologische Analysen sowie Studien zur organisationa-
len Kriminalität in die Reihe aufgenommen. Darüber hinaus beschäftigt sich die
Reihe mit aktuellen Themen (z. B. Liberalisierung der Wirtschaft, Subjekti-
vierung der Arbeitswelt, Ökonomisierung der Medizin oder der Politik) und sie
hinterfragt gängige Erklärungen öffentlicher Skandale, die von Manipulation,
Korruption oder Betrug in Organisationen handeln.
This book series establishes itself in the field of organization studies and focuses
on the intersection between economic and organizational sociology. It is dedica-
ted to the context of various institutional fields (economy, medicine, state, etc.)
with the predominant organizational and management forms therein. In addition
to studies on organizational sociology, management-related sociological analy-
ses as well as studies on organizational crimes are included in the series. Also
enclosed are current developments, such as Neoliberalism in the economy, the
economization of medicine as well as the state of and the explanation for current
scandals of manipulation, corruption and fraud.
Weitere Bände in der Reihe http://www.springer.com/series/15792
Markus Pohlmann
Der Transplantations
skandal in Deutschland
Eine sozialwissenschaftliche
Analyse der Hintergründe
Markus Pohlmann
Heidelberg, Deutschland
Organization, Management and Crime – Organisation, Management und Kriminalität
ISBN 978-3-658-22784-5 ISBN 978-3-658-22785-2 (eBook)
https://doi.org/10.1007/978-3-658-22785-2
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen National-
bibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.
Springer VS
© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018
Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung, die
nicht ausdrücklich vom Urheberrechtsgesetz zugelassen ist, bedarf der vorherigen Zustimmung
des Verlags. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Bearbeitungen, Übersetzungen,
Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.
Die Wiedergabe von Gebrauchsnamen, Handelsnamen, Warenbezeichnungen usw. in diesem
Werk berechtigt auch ohne besondere Kennzeichnung nicht zu der Annahme, dass solche
Namen im Sinne der Warenzeichen- und Markenschutz-Gesetzgebung als frei zu betrachten
wären und daher von jedermann benutzt werden dürften.
Der Verlag, die Autoren und die Herausgeber gehen davon aus, dass die Angaben und Informa-
tionen in diesem Werk zum Zeitpunkt der Veröffentlichung vollständig und korrekt sind. Weder
der Verlag noch die Autoren oder die Herausgeber übernehmen, ausdrücklich oder implizit,
Gewähr für den Inhalt des Werkes, etwaige Fehler oder Äußerungen. Der Verlag bleibt im
Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten
und Institutionsadressen neutral.
Gedruckt auf säurefreiem und chlorfrei gebleichtem Papier
Springer VS ist ein Imprint der eingetragenen Gesellschaft Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
und ist ein Teil von Springer Nature
Die Anschrift der Gesellschaft ist: Abraham-Lincoln-Str. 46, 65189 Wiesbaden, Germany
Vorwort
Eine Untersuchung zu einem Thema zu machen, in dem es um Le-
ben und Tod von Patienten, mögliche Verfehlungen von Ärzten, ih-
ren Kammern und Verbänden sowie der Politik geht, ist schwierig.
Auch macht man sich, wenn man ein skandalisiertes Thema auf-
greift, nicht viele Freunde. Umso dankbarer bin ich den Transplan-
tationsmedizinern und Transplantationsexperten, den Ärztlichen
Direktoren und Vorständen, die mit meinem Team und mir Gesprä-
che geführt haben. Sie haben diese Untersuchung überhaupt erst
möglich gemacht. Aber auch viele an der juristischen Aufarbeitung
der Fälle Beteiligte sprachen sehr offen mit uns und haben uns den
Zugang zur juristischen Perspektive eröffnet. Ebenso haben auch
unsere Kooperationspartner in diesem, von der VW-Stiftung finan-
zierten, 100 % wissenschaftlichen Projekt uns den Weg geebnet,
die juristische, kriminologische, aber auch medizinische Perspek-
tive auf den Transplantationsskandal besser nachvollziehen zu kön-
nen. Die kooperierenden Mediziner haben dem Projekt viele Zu-
gänge ins Feld geebnet. Auch dafür gebührt ihnen großer Dank. Bei
der Durchführung dieser Studie haben viel Teammitglieder, aber
auch Studierende der Universität Heidelberg mitgewirkt. Auch
ihnen sei dafür sehr herzlich gedankt. Insbesondere Sonja Linder
hat mich bei der Erstellung des Buches mit großen Engagement
unterstützt und Kristina Höly bei den frühen inhaltlichen Ausarbei-
tungen des Themas. Die VW-Stiftung hat unsere Studien großzügig
gefördert und die Universität Heidelberg hat mit einer Anschubfi-
nanzierung dafür gesorgt, dass wir überhaupt mit Erfolgsaussich-
ten Drittmittel in diesem Feld akquirieren konnten. Nicht zuletzt
möchte ich auch meiner Frau und meinen Jungs danken, die mit
ihrer Spieleleidenschaft dazu beigetragen haben, dass ich nicht zu
viel Zeit am Schreibtisch verbracht habe. Deren Interventionen
6 Vorwort
haben das Buch nicht nur kürzer und, wie ich hoffe, ansprechender
werden lassen, sondern auch bewirkt, dass die einfache Zugäng-
lichkeit zur soziologischen Perspektive bei mir ein größeres Ge-
wicht bekam. Dadurch können sich natürlich auch vermehrt Fehler
und Missverständnisse eingeschlichen haben, für die ich ganz al-
leine die Verantwortung übernehme.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung .............................................................. 21
2 Die Patienten, die Ärzte, die Richtlinienverstöße und ihre
Folgen .................................................................. 31
2.1 Die Patienten...................................................... 31
2.2 Dr. O. und die zweite Generation der Transplantations-
mediziner .......................................................... 39
2.3 Die Aufnahme auf die Warteliste und das Führen der
Warteliste ......................................................... 43
2.4 Die Zuteilung der Organe und die Durchführung der
Transplantation ................................................... 52
2.5 Karrierewege und Hierarchien in der Transplantations-
medizin ............................................................ 57
2.6 Die Transplantationszentren und die Kliniken ................ 72
2.7 Die Richtlinien der Bundesärztekammer ...................... 82
2.8 Der Streit um die Richtlinienverstöße ......................... 96
2.9 Das juristische Nachspiel der Richtlinienverstöße ......... 101
3 Zur Vorgehensweise der Untersuchung .......................... 111
4 Die Richtlinienverstöße in der Transplantationsmedizin: Die
Ergebnisse der Inhaltsanalysen.................................... 133
4.1 Waren es „schwarze Schafe“, die von den Regeln abge-
wichen sind? .................................................... 134
4.2 Waren es Einzeltaten oder Regelabweichungen mit Sys-
tem? .............................................................. 144
4.3 Wie viele waren beteiligt? .................................... 154
4.4 Unzureichende Kontrollen und einfache Gelegenheiten .. 160
4.5 Die Anreizstrukturen in den Kliniken ........................ 173
4.6 Die Nützlichkeit der Richtlinienverstöße für die Kliniken 182
4.7 Der Prüfzeitraum 2013 bis 2015 und die abschreckende
Wirkung der Anklagen ......................................... 195
8 Inhaltsverzeichnis
5 Die Sichtweisen der Transplantationsexperten und die Er-
gebnisse der Interviewanalyse .................................... 201
5.1 Die kompetitive Medizin ....................................... 204
5.1.1 Warum kam es zu den systematischen Richtlinien-
verstößen? — Die erste Antwort ....................... 216
5.2 Die Ökonomie der Kostenerstattung ......................... 217
5.2.1 Warum kam es zu den systematischen Richtlinien-
verstößen? — Die zweite Antwort ..................... 222
5.3 Der hierarchische Druck ....................................... 223
5.3.1 Warum kam es zu den systematischen Richtlinien-
verstößen? — Die dritte Antwort ...................... 230
5.4 Gab es gute Gründe zu manipulieren? Zur Rechtfertigung
der Richtlinienverstöße in den Sichtweisen der Trans-
plantationsexperten ........................................... 232
5.4.1 Warum kam es zu den systematischen Richtlinien-
verstößen? — Die vierte Antwort ...................... 243
5.5 Die Sozialisation in der Profession und in den Kliniken ... 245
5.5.1 Warum kam es zu den systematischen Richtlinien-
verstößen? — Die fünfte Antwort ...................... 250
6 Regelabweichungen mit System? — Diskussion der Befunde .. 253
Literaturverzeichnis .................................................. 259
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Prüfungen von TX-Akten in Zentren mit und ohne
Richtlinienverstöße im Prüfzeitraum 2010 bis 2012* 123
Tabelle 2: Prüfungen von TX-Akten in Zentren mit und ohne
Richtlinienverstöße im Prüfzeitraum 2013 bis 2015* 124
Tabelle 3: Anzahl der durchgeführten Interviews im Zeitraum
2014-2016 ................................................ 132
Tabelle 4: Anzahl der TX, der geprüften TX sowie der ange-
mahnten Richtlinienverstöße für den Prüfzeitraum
2010 bis 2012* ........................................... 146
Tabelle 5: Anteile der angemahnten Richtlinienverstöße an
den TX, den geprüften TX sowie korrigierte Raten
für den Prüfzeitraum 2010 bis 2012* ................. 148
Tabelle 6: Geschätzte Upcoding-Raten bei DRG-Abrechnung .. 150
Tabelle 7: Ausmaß der angemahnten Richtlinienverstöße nach
Angaben der Prüfungs- und Überwachungskommis-
sion von BÄK, DKG und GKV im Zeitraum 2010 bis
2012* bei Leber, Herz, Lunge nach Zentren mit
Richtlinienverstößen .................................... 158
Tabelle 8: Anzahl und Art der angemahnten Richtlinienver-
stöße ausgewählter Transplantationszentren nach
Angaben des Kommissionberichtes 2012/2013 der
Prüfungs- und Überwachungskommission von BÄK,
DKG und GKV bei der Leber* ........................... 168
Tabelle 9: Anzahl und Art der angemahnten Richtlinienver-
stöße ausgewählter Transplantationszentren nach
Angaben der Kommissionsberichte 2013/2014 und
2014/2015 der Prüfungs- und Überwachungskom-
mission von BÄK, DKG und GKV beim Herzen* ...... 170