Table Of ContentDer
Reliquienkult im Altertum
von
Friedrich Pfister
Zweiter Halbband
Die Reliquien als Kultobjekt
Geschichte des Reliquienkultes
Gießen 1912
Verlag von Alfred Töpelmann (vormals J. Ricker)
R e l i g i o n s g e s c h i c h t l i c he
Versuche und Vorarbeiten
begründet von
Albreoht Dieterich und Richard Wünsoh
herausgegeben von
Richard Wünsch und Ludwig Deubner
io Königsberg i. Pr.
V. Band. 2. Halbband
DEM ANDENKEN
AN
ALBRECHT DIETERICH
GEWIDMET
Vorwort y
Vorwort
Der zweite Halbband erscheint später, als ursprünglich
in Aussicht genommen war, da andere Arbeiten die Heraus-
gabe des Schlußteiles verzögerten, der in kurzer Skizzierung
schon seit Jahren vorlag. Obwohl dieser Zeitabstand und
die dazwischen liegende Beschäftigung mit ganz anderen
Problemen mich genötigt haben, das Material wieder von
neuem durchzuarbeiten, konnte ich doch in der Hauptsache,
sowohl hinsichtlich der Grundlage, auf der aufzubauen ich
früher schon für richtig hielt, als auch hinsichtlich der Ver-
teilung des Stoffes, zu keiner anderen Auffassung kommen,
als sie bereits im ersten Halbbande sich ausspricht. Auch
das Material, bei dessen Sammlung ich von Anfang an auf
möglichste Vollständigkeit sah, habe ich nicht mehr wesentlich
bereichern können. Daß im zweiten Halbbande dem christ-
lichen ßeliquienkult mehr Beachtung wie im ersten geschenkt
wird, ist in der Anlage der Arbeit begründet; vor allem das
Wesen und die Entstehung des christlichen Reliquienkultes
verlangten eine ausführliche Behandlung. Ich hoffe, daß dabei
das Verhältnis zum antiken Reliquienkulte mit der Vorsicht,
die der Schwierigkeit des Problems entspricht, erörtert ist.
Nach Abschluß der Arbeit ist es mir ein Bedürfnis,
Richard Wünsch für all seine fördernde Mühe herzlich zu
danken, die er auf die Durchsicht des Manuskripts und der
Korrekturbogen auch dieses zweiten Halbbandes verwandt hat.
Bei der Anlage der Indices hatte ich mich der Hilfe meines
Bruders zu erfreuen.
Inhaltsübersicht VII
Inhaltsübersicht
Seite
Torwort V
Zweiter Teil: Die Reliquien als Kultobjekt . . .. 401
Kapitel ΥΠ: Aufbewahrungsort der Reliquien. He-
roon und Reliquiar 401
§ 28: Das Heroengrab 401
Bezeichnungen für Grab 401; Ausstattung der Heroen-
gräber: Pelopion404; literarische Zeugnisse 405 ; das offene
τέμενοι ohne Kaltgebäude 412; Heroon der hellenistischen
Zeit 417; Entwicklung der Grabstele 418; hellenistische
und kleinaiiatische Grabarchitektur 420.
§ 29: Körperliche Reliquien außerhalb des
Grabes 423
Sichtbare Heroengebeine und Reliquienpartikel, Reliquiar423 ;
Asche der Heroen zerstreut 428.
§ 30: Heiligengrab und Reliquiar bei den
Christen 429
Reliquienkult ursprünglich Grabkult 429; Reliquienteilung
und Reliquiar, Einfluß des Orients 430.
§ 31: Translation und Reliquienhandel in
der antiken und christlichen Religion 483
Gebräuche bei der Translation 433; Translation zu einem
bestimmten Zweck 438; Orakel und Traum 442; gewalt-
same Translationen 442; christliche Translationen 443.
YIII Inhaltsübersicht
Seite
Kapitel ΥΠΙ: Die Lage des Grabes 445
§ 32: Gräber auf dem Markte 445
Oikisten und historische Heroen 445 ; mythische Heroen 447 ;
Gräber innerhalb und außerhalb der Stadt 448 ; Bestattung
innerhalb Borns 448.
§ 33: Gräber in Heiligtümern 450
Mythische (450) und historische (456) Heroen in Heilig-
tümern bestattet 450; typische Züge 457; Reliquien in
christlichen Kirchen 457; Erklärung 458.
§ 34: Gräber an sonst her vorragenden Stellen.
Geheimhaltung von Gräbern 459
Gräber im Buleuterion, bei der Hestia, im Gymnasion,
in Bibliotheken, an Toren 459 ; Geheimhaltung der Reliquien
462; Inhaber der Gäber unbestimmt 563.
Kapitel IX: Der den Gräbern gewidmete Kult . . 466
§ 35: Götter- und Heroenopfer 466
Έναγίζειν und &νειν 466; Belegstellen für ίναγίζειν 469;
Bedeutung yon ίναγίζαν 473 ; Opfergrube und Opferherd 474;
Etymologie yon έναγίζειν 476; &υοίαι für Heroen 478.
§ 36: Götterkult und Entrückungslegende . 480
Dem uranischen Opfer entspricht die Entrückungslegende
480; hellenistische, römische und christliche Himmelfahrte-
legenden 487.
§ 37: Heroenfeste und besondere Gebräuche 489
Zeit des Opfers 489; Heroenopfer im Zusammenhang mit
einem Götterfest 492; Haaropfer 493; Wettkfimpfe 495;
musische Aufführungen 497 ; Heiligenpredigt 499 ; δρώμενα
499; Prozessionen 500; Heroen und Heilige auf Münzen
und als Namenpatrone 500.
§ 38: Reliquien als Objekt des historischen
Interesses 501
Alte Schrift auf Reliquien 502; Material der Gerätschaften
505; sonstige Studien 506; Größe der Heroen 507; Größe
der Heiligen 509.
Inhaltsübersicht IX
Seit«
Kapitel X: Die Betätigung der Heroen und ihrer
Reliquien 510
§ 39: Die Betätigung der Reliquien im Krieg
und als Schutz der Städte 510
Wertschätzung der Reliquien 510; Krieg als Wirkungs-
kreis der Heroen 512.
§ 40: Sonstige Wirksamkeit der Gräber und
Reliquien 514
Fruchtbarkeits- und Regenzauber 515; Pest und Hungers-
not 516; Heilungen und Weissagungen 517; Wunder und
Erscheinungen 518.
Dritter Teil: Geschichte des Reliquienkultes . . . 526
Einleitung 526
Kapitel XI : Wesen, Entstehung und älteste Geschichte
des Reliquienkultes 527
§ 41: Das Wesen des Reliquienkultes . . . 527
Reliquienkult als Grabkult 527; Wert der Legende 528;
übermenschliche Kraft 529 ; tabu 531 ; Übertragbarkeit der
Kraft 532; christliche Anschauung 533.
§ 42: Heroenkult und homerisches Epos . . 535
Depotenzierung der Götter 535 ; die Heroennamen des Epos
sind nicht erfunden 537; Bodenständigkeitsgesetz 539;
Heroengräber im Epos erwähnt 541 ; Ilias, Odyssee, Nosten,
Katalogpoesie 544.
§ 43: Entstehung und erste Entwicklung des
Heroenkultes 545
Doppelte Wurzel 545; sakrale Bedeutung des Wortes ηρως
547; Kult- nnd Sagen Verschiebung 548.
Kapitel XII: Die Entwicklung bis zum Beginn der
alexandrinischen Zeit . . . . '. 550
§ 44: Lyrik, Epitaphios und Enkomion. . . 550
Dithyrambes, Stesichoros, Archilochos, Simonides, Bakchy-
lides 650; Threnos, Skolion, λόχοι επιτάφιοι, Elegie, Grab-
epigramm, Enkomion, Epinikion 554.
χ Inhaltsübersicht
Seite
§ 45: Tragödie 557
Entstehung der Tragödie 557; Aischylos 558; Sophokles
560; Euripides 561; Ps.-Eur. Rhesos 570; Euripides und
Lykophron 571 ; attische Sagenetoff e 572.
§ 46: Reliquie η kult in Athen. Geographische
Verbreitung des Reliquienkultes . . 573
Die attische Königsliste 573 ; sonstige Heroen in Athen 574 ;
geographische Verbreitung des Reliquienkultes 577.
Kapitel XIII: Die hellenistische und römische Zeit. 581
§ 47: Heroisierung und Apotheose 581
Euemerismus 581; Apotheose 582; göttliche Verehrung
Lebender 585 ; Verallgemeinerung der Heroenwürde 588 ;
orientalischer Einfluß 589.
§ 48: Die hellenistische Literatur . . .. 589
Lokalgeschichte, Mythographie, Universalgeschichte 590;
Apollonios von Rhodos 591 ; Lykophron 592 ; Kallimachos 593.
§ 49: Der Reliquienkult in Rom 593
Die römische Urgeschichte 593; Geschichte der sieben Könige
598; Fehlen des Reliquienkultes und der Heroenlegende in
Rom 603; römische Ahnenlieder 605.
Kapitel XIV: Der christliche Reliquienkult. . .. 607
§ 50: Das Problem 607
Drei Hauptaufgaben 607.
§ 51: WesendeschristlichenReliquienkultes 609
Übermenschliche Kraft der Reliquien 609 ; Reliquienteilung
614; übermenschliche Kraft zu Lebzeiten des Heiligen 616.
§ 52: Entstehung deschristlichenReliquien-
kultes 618
Der gemeinsame Glaube 618; Pneumatologie des Neuen
Testaments 620; die ersten Zeugnisse 621.
§ 53: Heroen und Heilige 622
Gesamtbilanz der antiken und christlichen Weltanschauung
622 ; Wandlung des Heroenideals 623 ; Wandlung der Welt-
anschauung seit Piaton 625.