Table Of ContentMargret Johannsen
Der Nahost-Konflikt
Elemente der Politik
Herausgeber:
Hans-Georg Ehrhart
Bernhard Frevel
Klaus Schubert
Suzanne S.Schüttemeyer
Die ELEMENTE DER POLITIKsind eine politikwissenschaftliche Lehrbuchreihe.
Ausgewiesene Expertinnen und Experten informieren über wichtige Themen
und Grundbegriffe der Politikwissenschaft und stellensie auf knappem Raum
fundiert und verständlich dar.Die einzelnen Titel der ELEMENTE dienen somit
Studierenden und Lehrenden der Politikwissenschaft und benachbarter Fächer
als Einführung und erste Orientierung zum Gebrauch in Seminaren und Vor-
lesungen,bieten aber auch politisch Interessierten einen soliden Überblick zum
Thema.
Margret Johannsen
Der Nahost-
Konflikt
Bibliografische Information Der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der
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1.Auflage August 2006
Alle Rechte vorbehalten
©VSVerlag für Sozialwissenschaften | GWVFachverlage GmbH,Wiesbaden 2006
Lektorat:Frank Schindler
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Umschlaggestaltung:KünkelLopka Medienentwicklung,Heidelberg
Druck und buchbinderische Verarbeitung:Krips b.v.,Meppel
Gedruckt auf säurefreiem und chlorfrei gebleichtem Papier
Printed in the Netherlands
ISBN-10 3-531-15243-2
ISBN-13 978-3-531-15243-1
Inhalt
1 Einleitung 9
2 Entstehung und Entwicklung des Konflikts 11
2.1 Konfliktregion Naher Osten 11
2.2 Die Ursprünge des Konflikts zwischen Arabern
und Juden um Palästina: Entkolonisierung und
Staatenbildung 11
2.2.1 Palästina: Einwandererland unter wechselnder
Herrschaft 12
2.2.2 Der europäische Antisemitismus, der
Zionismus und die jüdische Besiedlung
Palästinas 14
2.2.3 Die Entstehung der arabisch-palästinensischen
Nationalbewegung 17
2.2.4 Palästina während der Mandatszeit 18
2.2.5 Der Teilungsplan der UNO und die Gründung
des Staates Israel 21
2.3 Die großen israelisch-arabischen Kriege 22
2.3.1 Der erste Nahost-Krieg 1948/49 22
2.3.2 Der zweite Nahost-Krieg 1956 24
2.3.3 Der dritte Nahost-Krieg 1967 25
2.3.4 Der vierte Nahost-Krieg 1973 29
2.3.5 Der fünfte Nahost-Krieg 1982 30
2.4 Der palästinensische Widerstand zwischen
Gewaltlosigkeit und bewaffnetem
Befreiungskampf 32
2.4.1 Gewalt und Diplomatie 32
2.4.2 Ziviler Widerstand und Selbstorganisation 33
2.4.3 Die erste Intifada 34
5
3 Der Friedensprozess 36
3.1 Voraussetzungen des Friedensprozesses 37
3.1.1 Ende des Ost-West-Konflikts 37
3.1.2 Golfkrieg 37
3.1.3 Finanzkrise der PLO 38
3.1.4 Moralische Krise in Israel 39
3.2 Ziele der Kontrahenten 39
3.3 Stationen des Friedensprozesses 40
3.3.1 Die Madrider Friedensverhandlungen 40
3.3.2 Der Durchbruch: Gegenseitige Anerkennung
zwischen Israel und der PLO 41
3.3.3 Die Übergangsregelung: Palästinensische
Autonomie 44
3.3.4 Endstatusverhandlungen ohne Ergebnis 48
3.4 Rückkehr der Gewalt: die Al-Aqsa-Intifada 49
3.5 Gründe für das Scheitern des
Friedensprozesses 52
4 Konfliktanalyse 55
4.1 Konfliktgegenstände 55
4.1.1 Staatlichkeit/Autonomie 55
4.1.2 Territorium/Grenzen 57
4.1.3 Wasser 61
4.1.4 Siedlungen 66
4.1.5 Jerusalem 70
4.1.6 Flüchtlinge 75
4.1.7 Wirtschaft 80
4.2 Die Akteure 85
4.2.1 Die Konfliktparteien 85
4.2.1.1 Israel 86
4.2.1.2 Die Palästinenser 90
4.2.1.3 Die arabischen Staaten 98
4.2.2 Externe Akteure 111
6
5 Zusammenfassung und Perspektiven 128
5.1 Bilanz 128
5.2 Friedenspläne und Zukunftsvisionen 131
5.2.1 Die Road Map 131
5.2.2 Trennung und Annexion 133
5.2.3 Zwei-Staaten-Lösung 137
5.2.4 Ein Staat für zwei Völker 139
Kommentierte Literaturhinweise 143
Literatur 146
Karten 150
7
1 Einleitung
Der Nahost-Konflikt gilt als der älteste ungelöste Regionalkonflikt
von internationaler Bedeutung. Seine Ursprünge reichen bis in das
späte 19. Jahrhundert zurück. Doch streng genommen gibt es den
„Nahost-Konflikt“ nicht. Was unter diesem Begriff firmiert, sind
zwischen lokal, regional und global handelnden Akteuren vielfach
verknüpfte Beziehungen, in deren Zentrum die Konkurrenz um
Palästina, das Land zwischen dem Fluss Jordan und dem Mittel-
meer, steht. Vielgestaltig sind auch die Austragungsformen dieses
Konfliktes. Zwar konnte die Diplomatie an einigen seiner Fronten
Teilerfolge vermelden. Aber sein Gewaltpotenzial bricht sich peri-
odisch immer wieder Bahn, wobei die Skala von staatlich organi-
sierten Operationen großer militärischer Verbände bis hin zum
Selbstmordattentat so genannter Märtyrer reicht.
Um den hochkomplexen Gegenstand übersichtlich zu präsen-
tieren, gliedert sich die Darstellung in einen historischen und einen
systematischen Teil. Der historische Teil behandelt den Nahost-
Konflikt von seiner Entstehung im späten 19. Jahrhundert und
seine Entwicklung bis in die Gegenwart. Es schließt sich eine
Darstellung des Friedensprozesses in den 1990er Jahren an, in dem
die Konfliktparteien in direkten Gesprächen und Verhandlungen
eine Lösung suchten, und des Rückfalls in kriegerischen Konflikt-
austrag, der seit Herbst 2000 das Konfliktgeschehen bestimmte.
Das Schwergewicht liegt dabei auf dem lokalen Konflikt zwischen
Israel und den Palästinensern, der als Kern der Auseinanderset-
zungen zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarn das regi-
onale Umfeld in hohem Maße mitgestaltet. Die Systematik dieser
beiden Kapitel orientiert sich überwiegend an dem zeitlichen Ab-
lauf des Nahost-Konflikts. Eine Chronologie des Nahost-Konflikts
und seiner Vorgeschichte unterstützt die Orientierung in der zeitli-
chen Dimension.
Sodann folgt eine systematische Analyse des Konfliktes in
zwei Schritten. In einem ersten Schritt werden die Streitfragen in
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den Blick genommen, ohne deren Regelung eine Beilegung des
Konflikts kaum möglich erscheint. In einem zweiten Schritt wer-
den die Akteure behandelt, deren Handlungen die Konfliktdyna-
mik bestimmen. Dabei geht es nicht allein um das Handeln von
Regierungen, sondern auch um das von oppositionellen Kräften,
Parteien, bewaffneten Einheiten, einflussreichen Interessengrup-
pen und dergleichen. Über die unmittelbaren Konfliktparteien
hinaus werden Akteure behandelt, die als Nachbarn oder als außer-
regionale Staaten bzw. internationale Organisationen in den Kon-
flikt eingreifen, indem sie das Handeln der Konfliktparteien beein-
flussen oder selber an Ort und Stelle Verantwortung für Politikges-
taltung übernehmen. Die Darstellung schließt mit einem Ausblick,
der auf verschiedene alternative Entwicklungsmöglichkeiten im
Nahost-Konflikt eingeht.
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