Table Of ContentDer Jungkaufmann im Examen
1700 Fragen ulld Antworten
zur Vorbereitung auf die
Kaufmannsgehilfenprüfung
Von
Studienrat Dlpl.-Hdl. J. Lutze
Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th. Gabler, Wiesbaden
Copyright by Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th. Gabler, Wiesbaden 1951
ISBN 978-3-322-96060-3 ISBN 978-3-322-96193-8 (eBook)
DOI 10.1007/978-3-322-96193-8
Vorwort
Sie stehen vor der Prüfung, in der Sie beweisen müssen, daß Sie im Betriebe
und in der Schule während Ihrer Lehrzeit so viel an Wissen und Können
erworben haben, daß Sie die Kaufmannsgehilfenprüfung bestehen können.
An Hand der Fragen sollen Sie Ihre Kenntnisse auf den Gebieten der Einzel
handelsbetriebslehre, der Verkaufskunde und des betrieblichen Rechnungs
wesens überprüfen.
Dazu gehören die Stoffgebiete:
Markt - Ware - Bedarf
Wirtschaftlichkeit - Organisation.
Wir betrachten sie ausführlich unter verschiedenen Gesichtspunkten.
Lehrlinge mit verkaufsbetonter Ausbildung müssen besonders die Abschnitte
Wareneinkauf = Markt
Lagerung = Ware
Verkauf = Bedarf
beherrschen. Aber auch in den Gebieten
Wirtschaftlichkeit und Organisation
werden die Grundkenntnisse verlangt.
So ist dieses Wiederholungsbuch also für beide Ausbildungsgruppen geeignet.
Denken Sie daran, daß Sie außer den in dieser Darstellung behandelten
Gebieten auch noch Grundkenntnisse über die Warengruppen Ihres Lehr
betriebes, in der Wirtschaftserdkunde und Staatsbürgerkunde besitzen müssen.
Die Druckanordnung erfolgte so, daß Sie die Antworten mit einem Blatt Papier
abdecken können. Beantworten Sie sich erst die Frage allein! Dann sehen Sie
nach, ob Ihre Gedanken mit der gedruckten Antwort stofflich übereinstimmen.
Auf diese Weise haben Sie die beste Selbstkontrolle.
Lernen Sie aber keine Antworten auswendig!
Denn in der Prüfung werden Sie nicht abgefragt, sondern dort sollen Sie
zeigen, daß Sie die erworbenen Kenntnisse praktisch anzuwenden verstehen.
Sie erhalten häufig Situationsaufgaben, deren Lösungen die kaufmännischen
Grundkenntnisse voraussetzen. Wenn belspielsweise in diesem Heft die
Frage steht: Welche gesetzlichen Be'standteile hat ein Wechsel?, so werden
damit Ihre Grundkenntnisse systematisch geprüft. In der mündlichen Prü
fung dagegen wird man von einem praktischen Fall ausgehen. Vielleicht wird
Ihnen ein Wechsel vorgelegt, dessen Rechtsgültigkeit Sie festzustellen haben.
Dabei können Sie zeigen, ob Sie das Grundwissen auch praktisch anzuwenden
verstehen.
überspringen Sie die zahlreichen Aufgaben nicht, sondern lösen Sie diese
gewissenhaft, weil Sie auch dadurch Ihr Wissen befestigen.
Inhaltsverzeichnis
Seite
A. Einführung .. . . . . . . . . . . . . . . . 7
Frage 1-7
B. Die Belegschaft des Einzelhandelsbetriebes . 9
1. Dl.e Arbeit .. . . 9
Frage 8--19
II. Die Mitarbeiter .. 12
Frage 20-64
III. Der Betriebsrat .. 19
Frage 65-69
IV. Die Gewerkschaft 20
Frage 70-75
V. Das Arbeitsgericht . . 21
Frage 76-82
VI. Die Sozialversicherungen . 22
Frage 83-105
C. Die Tätigkeit im Einzelhandelsbetrieb 25
1. Die Warenbeschaffung . 25
l. Der Wareneinkauf .. 25
Frage 106-230
2. Der Wareneingang .. 39
Frage 231-242
11. Die Warenlagerung .. 41
Frage 243-266
III. Der Warenabsatz .. 45
Frage 267-339
IV. Verkaufskunde .. . 55
Frage 340-488
V. Der Zahlungsverkehr . . 77
l. überblick .. . . . . 77
Frage 489-493
2. Der Barzahlungsverkehr 78
Frage 494-519
3. Der Scheckverkehr . . . 82
Frage 520-539
4. Der Postscheckverkehr .. 86
Frage 540-559
5. Der Wechselverkehr . 89
Frage 560-668
6. Bankverkehr .. 103
Frage 669-703
VI. Das Mahnwesen 10'
Frage 704-766
VII. Die Werbung .. Hf
Frage 767-846
VIII. Das betriebliche Rechnungswesen 121
1. Allgemeine Buchführung .. 121
Frage 847-966
2. Die Mindestbuchführung .. 14:
Frage 967-1045
3. Der Kontenrahmen . . 15:
Frage 1046-1321
4. Die Kostenrechnung . . 17!
Frage 1322-1368
5. Die Vergleichsrechnung 181
Frage 1369-1418
6. Die Vorschaurechnung . 19:
Frage 1419-1433
IX. Die Steuern . . .. . . . . 19:
Frage 1434-1462
X. Die Privatversicherung . . 19'
Frage 1463-1483
XI. Der Güter- und Nachrichtenverkehr 201
1. Eisenbahnverkehr 201
Frage 1484-1516
2. Postverkehr ., . 20·
Frage 1517-1552
3. Sonstiger Güterverkehr 20:
Frage 1553-1556
4. Der Spediteur und Lagerhalter .. 20!
Frage 1557-1562
XII. Das Büro .. . . . . . 211
Frage 1563-1588
D. Einzelhandelsunternehmung 21·
I. Geschäftseröffnung . 21·
Frage 1589-1643
11. Betriebsformen " . 22
Frage 1644-1658
III. Die Unternehmungsformen .
Frage 1659-1739
IV. Das Unternehmungskapital . . 23
Frage 1740-1749
V. Der Geschäftsverkauf und die Geschäftsauflösung 23
Frage 1750-1775
Anhang: Kontenrahmen für den Einzelhandel
A. Einführung
1 Welche Aufgaben 1. Er hat die wirtschaftliche Aufgabe, für die Be
hat der Einzelhandels darfsdeckung seiner Kunden zu sorgen; des
kaufmann innerhalb der halb muß er ein guter Kundenberater sein.
Volkswirtschaft?
2. Er hat ferner die Aufgabe, zwischen den be
rechtigten Wünschen der Verbraucher und der
Erzeuger zu vermitteln, deshalb muß er über
große Sachkenntnis verfügen.
3. Darüber hinaus hat er auch kulturelle und
ideelle Leistungen zu vollbringen, indem er die
Kundschaft aufklärt und erzieht.
2 Durch welche Tä 1. Er beschafft die Waren entsprechend den Wün
tigkeiten erfüllt der Ein schen der Verbraucher.
zelhandelskaufmann sei
2. Er lagert die Waren zweckmäßig bis zum Ver-
ne Aufgaben?
brauch.
3. Er verkauft die Waren an seine Kundschaft.
Durch seine Beratung soll der Kunde die Arten
und Mengen von Waren erhalten, die er für seine
Bedürfnisbefriedigung braucht.
3 stellen Sie fest, zu Mein Lehrbetrieb gehört zu ...................................................... .
welchen örtlichen und
fachlichen Vereinigungen
Ihr Lehrbetrieb inner
halb der Hauptgemein
schaft des Einzelhandels
gehört!
4 Welche Aufgaben Die Hauptgemeinscbaft des Einzelhandels hat die
hat die Hauptgemein Aufgabe, die wirtschaftlichen, beruflichen und
schaft des Einzelhandels? sozialen Interessen des Einzelhandels zu vertre
ten und zu fördern.
7
5 Welche Aufgaben Sie haben als Berufsvertretungen u. a. folgende
haben die angeschlosse Aufgaben:
nen bezirklichen und Beratung der Mitglieder in allen wirtschaftlichen
fachlichen Verbände des Fragen, wie Wirtschaftsgesetzgebung, Steuer
Einzelhandels? recht, Betriebsführung;
Mitarbeit bei allen Arbeiten zur Erhöhung der
Wirtschaftlichkeit;
Mitwirkung bei der Ausbildung des Nachwuch
ses, Förderung von Forschungs- und Fachschul
einrichtungen;
Erstattung von Gutachten über Fachangelegen
heiten, Ausarbeitung von Anregungen und Mit
teilungen an die Hauptgemeinschaft und Be
hörden.
6 Welche Aufgaben Die Industrie- und Handelskammer hat die Ge
hat die Industrde- und samtinteressen der Wirtschaftskreise ihres Be
Handelskammer? zirkes wahrzunehmen.
Zu Ihrem Arbeitsgebiet gehört u. a.:
1. Förderung der Betriebe ihres Bezirkes in allen
wirtschaftlichen Fragen;
2. Ernennung von Sachverständigen, Abgabe von
Gutachten;
3. Errichtung von Schieds- und Ehrengerichten;
4. Beratung der Behörden durch Mitteilungen
und Anträge;
5. überwachung der Lehrlingsausbildung, Ab-
nahme der Kaufmannsgehilfenprüfungen.
7 Zu welcher Indu- Mein Lehrbetrieb gehört zur Industrie-und Han-
strie- und Handelskam-
mer gehört Ihr Lehrbe- deiskammer in ..................................................................................... ..
trieb?
8
B. Die Belegschaft des Einzelhandelsbetriebes
I. Die Arbeit
8 Welche Arten von Man unterscheidet:
Tätigkeiten gibt es im
1. kaufmännische Tätigkeit (Ein- und Verkauf,
Einzelhandelsbetrieb?
Büroarbeit für die Verwaltung);
2. handwerkliche Tätigkeit (Reparaturwerkstatt,
Anfertigung auf Bestellungen, Chauffeur, De
korateur usw.);
3. Bilfsarbeiten (Reinigungsarbeiten, Packen, Bo
tendienste).
Sprechen Sie über die
Bedeutung der Arbeits
teilung im Einzelhan
dels-
t Kleinbetrieb Im Kleinbetrieb besteht nur eine geringe Arbeits
teilung, z. B. Ehefrau für Verkauf, Betriebsinha
ber für alle übrigen Arbeiten.
10 Mittelbetrieb Im Mittelbetrieb gibt es stärkere Arbeitsteilung
durch Einsatz von Verkaufskräften, Büroange
stellten, Hilfskräften.
11 Großbetrieb! Im Großbetrieb herrscht die größte Arbeitsteilung,
z. B. Spezial-Verkaufskräfte für Damen-Ober
bekleidung, Kinderspielzeug, Packerinnen, Kas
siererinnen, Bürogehilfinnen, Schaufenstergestal
ter, Fahrstuhlführer usw.
12 Welche Vorteile Vorteile sind:
1. Ausnützung der Begabungen (z. B. Verkäu
ferin);
und 2. Steigerung der Leistung durch dauernde Spe
zialarbeit;
3. Einsatz von billigeren Hilfskräften.
13 Nachteile Nachteile sind im Einzelhandel selten, weil die
Arbeitsteilung nicht zur Arbeitszerlegung führt;
hat die Arbeitsteilung? jedoch können auftreten:
1. Einseitigkeit der Leistungen führt zu gerin
gerer anderweitiger Einsatzfähigkeit;
2. überschätzung der eigenen Leistungen;
3. Körperschäden, wie Krampfadern, Senkfuß bei
Verkäuferinnen.
9
14 Welche Lohnfor Grundsätzlich wird Zeitlohn gezahlt: Wochen
men sind im Einzelhan lohn für handwerkliche Tätigkeit, Monatsgehältez
del üblich? für kaufmännische Kräfte.
15 Welche Zuschläge Dazu kommen Zuschläge, wie Umsatzprämien,
kommen vor? Sonderprämien für Verkauf von Ladenhütern,
Leistungszuschläge, überstundenvergütungen,
Weihnachtszuwendungen, Urlaubsgelder usw.
16 Was versteht man Man versteht darunter alle Maßnahmen, die die
unter Rationalisierung? wirtschaftlichen Leistungen des Betriebes er
höhen (Leistungssteigerung).
17 Welche Maßnah Leistungssteigerungen können erreicht werden
men sind zur Leistungs durch:
steigerung im Einzel
1. Verbesserung in der Betriebsorganisation zur
handel möglich?
Vermeidung von Doppelarbeit, überflüssigml
Arbeiten;
2. Umgestaltung der Räume, besonders des La
dens (Ratioladen), zur Vermeidung unnützer
Wege, geschickte Warengruppierung;
3. beste ArbeitsverteiIung, um Leerlauf oder Ar
beitsüberlastung zu vermeiden, z. B. Vorpacken
von Waren;
4. Schulung der Belegschaft;
5. richtigen Kapitaleinsatz durch Auswahl der
Waren, Beschränkung auf bestimmte Waren
gruppen und -sorten; Verkauf fester Mengen
(wie 1 Paket, 1/2 kg, 1 kg usw.);
6. erfolgreiche Werbung.
18 Erklären Sie, was Als Vorschlagswesen bezeichnet man eine be
man unter Vorschlags triebliche Einrichtung, die den Belegschaftsmit
wesen versteht? gliedern die Möglichkeit gibt, durch Vorschläge
von Verbesserungen auf irgendeinem Gebiete der
Betriebsführung die betrieblichen Leistungen zu
steigern.
19 Welche Abteilun Ein solches Unternehmen hat
gen hat ein Mittelbe- a) Betriebsabteilungen:
trieb?
1. Einkauf: Planung, Bestellung und überwa-
chung der Bestellung;
2. Lager: Warenannahme, Lageruberwachung,
Warenausgabe;
3. Verkauf = Laden; Verkaufsabteilungen nach
Warengruppen, Abteilungskassen, Sammel
kasse, Warenausgabe, Versand;
10
4;. Werkstatt für Anfertigungen oder Reparaturen,
Schaufenstergestaltung ;
5. Fuhrpark.
b) VerwaItungsabteilungen:
1. Betriebsführung: Gesamtplanung, Schriftver
kehr, Buchführung, Kalkulation, Statistik,
Hausverwaltung, Geldverwaltung.
2. Personalbetreuung: Einstellung,Gehaltsabrech
nung, Kontrolle, Fürsorge, Schulung, Entlas
sung;
3. Werbung: Planung, Durchführung, Kontrolle.
11