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WERKSTATTBUC HER
FUR BETRIEnSBEA~ITE, KONSTRUKTEUItE UND FACHARBEITER
HEItAUSGEGEBEN VON DIt.-ING. H. HAAKE, HllIBURG
lede. Heft 50-10 SeiteD stark, mit zablreiebeu TextabhilduugeD
Die W e r k s t a. t t b u c her behandeln das Gesamtgebiet der Werkstatte
teohnik in kurzen selbstiindigen Einzeldarstellungen: anerkannte Fachleute
und tiichtige Praktiker bieten hier <las Beste aus ihrem Arbeitafeld, um ihre
Fachgenosaen sohnell und griindlich in die Betriebspraxis einzufiihren.
Die Werkstattbiicher etchen .wissenschaftlich und betriebstechnisch auf der
ROhe, sind do.bei aber im besten Sinne gemeinversta.odlich, 80 da.B aUe im
Betrich und allch im Biiro Tii.tigen. vom vorwa.rt8strebenden Facharbeiter his
zum leitenden Ingenieur, N utzen sus ihnen ziehen konnen.
lndem die Sammlung so den Einzeloen zu fordern sucht, wird sic dem Bettieh
ala Ganzem nutzen und damit aucb der deuteohen techwschen Arbeit im
Wettbewerb der VOlker.
Einteilung der bisher enehienen en Hefte naeh Faeb~eltieteD
1. Werkstorte, HilfsstoUe, HiUsverlahren Ddt
Der GrauguJ3. a.Auf!. Von Chr. Gilles (1m DrUlk) ............................... 19
Einwaudfreier JoonnguJ3. 3. Aufl. Von E. Kothny ............................... 30
S~hl- un~ TemperguJl. 3. A?-fl. Von E. Kothny .......... .. .............. .. . . ... 24
DUl BaWltihle filr den Masohmen· und Fahrzeugbau. Von K. Krckeler ............... 76
Die \Verkzeugstihlo. Von B. Heroors ........................................... GO
Nichreiscnmetalle I (Kupfer, Me98ing, Bronze, RotguB\. 3. Auf!. Von Hans Keller (1m
Druck) ................................................................. 45
Niohreiacnmetallc II (Leiehtmetalle). 2. Aufl. Von R. Hinzmann •................•• 53
RiMen und Vergiltcn dee Stahles. 5. Aufl. Von H. Herbera ••..................... 7
Die Praxis det Warmbcbandlung des Stahlea. 5. Aufl. Von P. Klostermann......... 8
Elektrowinne in dor Eiscn· und Metallindustrie. Von O. Wundram ................. 69
BrennhiMen. 2. Aufl. Yon H. W. GronegreJl ..................................... 89
Die Brennstoffe. Von E. Kotbny ..............................................• 32
01 im Betrieb. 2. Ann. Von K. Krckeler ........................... _......... ..• 48
Farhllpritt.en. 2.Aufl. Von R.Klose ............................................. 49
Re-repte fiir die Werkstatt. 5. Aufl. Von F. Spitzer....... .. .•..... ...•... ........ 9
Fumiere-Spcrrholz-Schichthob 1. Von J. Bittner •........•....•...•....•...... 76
Furniere-Sp.rrholz-Schichthob. n. Vnn L. Klotz............... ...•....•....... 77
II. Spangebende Formung
Die Zcrapanoorkf'it dor Werkstoff<'. 3. Auf!. Von K. Kreb-Jer .........•....•....... 61
Hartmetalle in der Werkstatt-. Von F. W. Leier...... ........ ......•....•....... 62
Gewindesehneiden. 5. Aul!. Von O. M. Mo.ller ..... ....... ....... ....... ..•..... .. 1
WeohBelriiderooreehnung filr Drehbanke. 6. Aufl. Von E. Mayer. . . . . ....... ........ 4
Bohren. 4. Aufl. Von J. Dinnebier ....... ..................................... 15
Senken und Rcihen. 4. Aufl. Yon J. Dinnebiet (1m DruGk) ........................ 16
Innenxaumen. 3. Aun. Yon L. Knoll und A. Schatz (lm Druck) .................... 26
(FQrlIUZURg 3. Ul1\8tlllag8ejt~)
WERKSTATTBUCHER
FUR BETRIEBSBEAMTE, KONSTRUKTEURE UND FACH
ARBEITER. HERAUSGEBER DR.-ING. H. HAAKE, HAMBURG
==================HEFT 1{==================
Der Holzmodellbau
Von
Richard Lower
Modellbaumeister
Erster Teil
Allgemeines. Einfachere Modelle
Dritte, verbesserte Auflage
(i3. bis 18. Tauseud)
Mit 141 Abbildungen im Text
Springer -V er lag
Berl in I Gott ingen /H eide} berg
1950
ISBN-13: 978-3-540-01511-6 e-ISBN-13: 978-3-642-86138-3
DOl: 10.1007/978-3-642-86138-3
Inhaltsverzeichnis.
Seite
Einieitung 3
I. All gem e i n e s 3
A. Die Wirtschaftlichkeit der Modellbauwerkstatt . 3
1. Die Stellung der Modellwerkstatt im Maschinenbau S.3. - 2. Der Modellbauer als Facharbeiter
S.4. - 3. Das Modell-Bestellwesen S.4. - 4. Die Organisation der Modellwerkstatt und Modell.
verwaltung 8. 7.
B. Arbeits- und formgerechte Konstruktionen .............. . 8
5. Konstrnktion und Formarbeit S. 8. - 6. Konstruktion und Modellkosten S.l1. - 7. Konstrnktion
nnd Kerne 8.14-. - 8. Arbeitsgerechte Zeichnungen fiir die Modellbauwerkstatt S.15.
II. Betrieb der Modellbauwerkstatt .............. . 15
A. Maschinen fur den HoIzmodellbau 15
9. Bandsagen S. 16. -10. Vereinigte Abricht-und Dicktenhobelmaschine S. 16. -11. Holzdrehbiinke
8.17. -12. Kreissagen S. 17. -13. Sandpapier-Schleifmascbinen S. 17. -14. Scharfschleifmaschinen
S. 18. - 15. Modell- und Kernkastenfrasmaschinen S.18.
B. Sonderwerkzeuge fur HoIzmodellbau . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18
16. Schneidlade fUr Bandsagen S.lS. - 17_ Verstellbarer Hohlkehlhobel S.19. - 18. Elektrokraft
werkzcuge S.19.
C. Werkstoffe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 19
19. Die Holzer S. 19. - 20. Der Leim 8.21. - 21. Kunstholz S. 21. - 22. Holzkitt S. 21. - 23. Modell·
lacke und -farben S.21.
D. Die Bewirtschaftung des WerkstoHes HoIz 22
24. Holzauszug narh Mod,ellaufrill S. 22. - 25. Ersparnis durch Konstrnktionsandernng S. 22.
E. Die Verwendung von SperrhoIz im Modellbau ..... _ . . . . 24
F. Hilfsmittel fur den Modellbau . . . . . . . . . . . . . . . . . 26
26. Modelldiibel S. 26. - 27 .. Lederhohlkehlen S. 27. - 28. Kernkastenverschliisse S. 27. -. 29. Well·
blechnagel S. 27. - 30. Modellbuehstaben S. 27.
G. ~ormenblatter fur Modelle und .zubehOr . . . . . . 27
III. Arb e i ten d e rHo 1 z mod e 11 b a u w e r k s tat t. 28
A. HoIzverbindungen . . . . . . . . . . . . . . . . . 28
31. G1atte Fuge S. 28. - 32. Nutverbindung S. 28. - 33. tlberplattung im Winkel von 90° S. 28. -
34. Schlitz-und ZapfenverbinduI\g S. 28. - 35. SchwalbenschwanzverbindI\ng S. 29. -36. Gradverbin-
dung S. 29. -37. KeUverbindung S. 29. -38. Ringverleimung S. 29. -39. Ringverleimupg mit Nut und
:Feder S. 30. - 40. Gezinkter Winkel S. 30. - 41. Dberplattete Kreuze S. 30. - 42. Holzverleimungen
S.30.
B. SchwindmaBzugabe fur Modelle . . . . . . . 33
C. Allgemeine Bemerkungen zur Modellherstellung 33
43. Befestigung loser ModeliteUe S. 33. -··44. Kernschliissel S. 34. - 45. Aufeinanderdiibeln von Kern
kastenhiilften S. 35.
IV. Be i s pie 1 e von e i n f a c hen Mod e 11 e n 35
A. Modelle von Lagerbuchsen und Lagerschalen .. 35
46. Einfaehe Lagerbiichsen 8.35. - 47. Kleine Lagersehale mit Bund 8.36. - 4S. Halbgrolle Lager
sehale mit Bund S. 37. - 49. Lagerschale aus Metall mit Bund und Zapfen 8.3S.
B. Hebelmodelle 39
50. Winkelhebel S. 39. - 51. Winkelbebel mit angedrehtem Griff 8.40. - 52. Gekropfter Hebel S.40.
C. Modelle von Kupplungen 41
53. Seheibenkupplung S. 41. - 54. Zahnkupplung mit vier Zahnen S. 42. - 55. Klanenknpplung S. 43.
D. Modelle von Stehiagern . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44
56. 8teblagerboek mit Querschriitt S. 44. - 57. Stehlagerbock mit Kasten'luerschnitt S. 45. - 58. Steh
lagerbock mit T-Querschnitt S.47.
E. Modelle verschiedener Teile 49
59. Kesselflansch S.49. - 60. Schlittenfiihrnug 8.50. - 61. Windkessel S.51. - 62. SeUrolie 8.52. -
63. Rippenmodelle fiir Form-und Pallstiieke S. 54. - 64. Kriimmer S. 54. - 65. Sohlplatte S. 56. -
66. Absehlullring S.57.
Einleitung.
Auch seit dem Erscheinen der zweiten Auflage des vorliegenden Heftes1 sind
imLaufe der Jahre wieder viele weItvolle Arbeiten veroffentlicht worden. Trotz
dem diirfte eine Neubearbeitung dieses Heftes nicht unnotig sein, denn es will
ja in erster Linie dem Nichtfachmann, dem Konstrukteur, dem Betriebsmann
und dem Lernenden die Moglichkeit geben, sich von Grund auf in den Modellbau
einzuarbeiten. Der Stoff ist zugleich jedoch in zwei Heften so eingehend und
sachlich dargestellt, daB sich das Studium auch fUr den angehenden Modellbauer
lohnt.
Vorausgesetzt wird nur Erfahrung im Umga,J1g mit den iiblichen Werkzeugen
und die Fahigkeit, technische Zeichnungen richtig zu lesen.
Der 1. Teil bringt allgemeines iiber den Holzmodellbau und Beispiele iiber
die Herstellung einfacher Modelle, der II. Teil gibt weitere Beispiele iiber Her
stellung von Modellen, besonders mit schwierigen Kernen, und behandelt an zahl
reichen Beispielen die Schablonenarbeit.
I. Allgemeines.
A. Die Wirtschaftlichkeit der Modellbauwerkstatt.
1. Die Stellung der Modellwerkstatt im Maschinenbau. Der Modellbau steht zwi
schen Entwurf (technisches Biiro) und Fertigung (Werkstatt); das ist grundlegend
fiir das Zusammenarbeiten mit diesen Stellen.
Die wenigsten Konstrukteure waren langere Zeit in der Modellwerkstatt tatig,
meist nur 4···6 Wochen. Der Nachteil einer so kurzen praktischen Tatigkeit
in einer der wichtigsten Abteilungen des Maschinenbaues macht sich spater oft
fiihlbar.
Selbstredend ist es dem Modellbauer moglich, mit Hilfe von Kernen Modelle
nach jeder Zeichnung anzufertigen. Der Konstrukteur solI aber auch die Modell
gestehungskosten moglichst niedrig halten, Kerne jedoch steigern sie.
Das richtige Zusammenarbeiten von Modellwerkstatt und Konstruktionsbiiro,
das bei kleinen Betrieben, wo der Konstrukteur leicht einmal in die Werk
statt kommt, einfach ist, macht in groBen Betrieben erhebliche Schwierigkeiten.
Jedenfalls sollten die Modellwerkstatten (Modelltischlerei und Modellschlosserei),
entsprechend ihrer Bedeutung fur das Konstruktionsburo, in neuzeitlichen Be
trieben in der Nahe der technischen Biiros untergebracht sein, um unnotige
Laufereien beim Verkehr zu vermeiden.
Eine kleine Modellwerkstatt gliedert man am best en dem technischen Biiro
an, d. h. man unterstellt die Modellwerkstatt dem Vorsteherdes technischen
Buros. In einem GroBbetrieb, in dem die technischen Buros mehrere Abteilungs
vorsteher haben, jede einzelne Abteilung wieder einen eigenen Modellbestand hat
und unabhangig von anderen Abteilungen ihre Modelle anfertigen laBt, in einem
solchen Betriebe erscheint es schon angebracht, die Modellwerkstatt einem fach
kundigen GieBereiingenieur zu unterstellen. Gemde in GroBbetrieben muB damuf
Wert gelegt werden, daB eine maBgebende Stelle da ist, die in Modellfmgen selb
standig entscheiden kann und die Verbindungen mit den GieBereien aufrecht erhiilt.
1 Die erste Auflage erschien 1924, die zweite 1936.
4 Die Wirtschaftlichkeit der Modellbauwerkstatt.
Nieht immer ist z. B. eine Modellanderung vorteilhaft und das Wort "neu"
soUte nieht so absehreekend wirken, denn oftmals werden groBere Umanderungen
teurer als ein neues Modell. Aueh die Frage der Bearbeitungszugabe sollte in jedem
Falle von dieser Stelle aus entsehieden werden. Eine andere Aufgabe fur den in
Frage kommenden Ingenieur ware, dafur Sorge·zu tragen, daB das immer "eilig"
in der Modellwerkstatt mogliehst eingesehrankt wird und daB der Modellkontrol
leur die Modellkontrolle aueh so vornehmen kann, wie es vom faehmannisehen
Standpunkte aus riehtig ist. Will man einwandfreie Abgusse haben, dann darf
man aueh keine Modellkosten seheuen, insbesondere dann nieht, wenn es sieh
urn Massenabgusse handelt. Die Modellwerkstatt muB Gelegenheit haben, Probe
formen und Kerne herzusteIlen, urn die Riehtigkeit der Kerne und der Wandstar
ken uberprufen zu konnen, wie auch bei Massenabgussen erst Probeabgusse auf
der ReiBplatte auf ihre Richtigkeit hin zu prufen sind. Nur dann ist bei Serien
herstellung ein reibungsloses Arbeiten gewahrleistet.
2. Der Modellbauer als Facharbeiter. Der Modellbauer soIl die Maschinenteile
(GuBteile) modeIIieren, die der Konstrukteur auf das Papier bringt. In den wenig
sten Fallen werden Zeichnungen besonders fur die Modellwerkstatt angefertigt,
und der Modellbauer muB oftmals schwer genug aus dem Durcheinander der
Linien das herausarbeiten, was er braucht. Das setzt gute technische Kenntnisse
voraus. Oft sto13t er auf Schwierigkeiten, die zeigen, daB der Techniker, der die
Zeichnung angefertigt hat, fur den Modellbau und die Formerei nur wenig Ver
standnis hat. Derartige Unkenntnis beim Techniker verteuert selbstredend die
Modelle, sei es, daB Anderungen oder besondere Kernkasten oder dgl. erforderlich
werden.
Der Modellbauer muB seine Arbeiten so herstellen, daB beim Abformen des
Modells keine Schwierigkeiten entstehen, er muB an den auf der Zeichnung an
gegebenen Stellen die notige Bearbeitung zugeben, ferner muB er ein gewisses
Formgefuhl besitzen, urn dem Modell durch Abrunden von Ecken oder Einziehen
von Hohlkehlen usw. eine angenehme Form geben zu konnen. Denn nieht immer
lassen sieh aIle Abrundungen, Hohlkehlen usw. auf del' Zeichnung angeben, da
oft in kleinem MaBstabe gezeichnet werden muB und bei del' Ausfiihrung des
Modells nachher ein ganz anderes Bild entsteht.
Es steht dem Modellbauer in den meisten Fallen frei, welche Holzstarken er
verarbeiten und welche Hilfsmittel, wie Modelldubel, Schwalbenschwanzfiihrungen
u. dgl. er verwenden will, nur muB er ein einwandfreies, formgerechtes Modell
bauen, das seinen Zweck erfiillt, und dabei doeh an Material sparen. Neben
dem Holzmodellbau muB er aber auch den Metallmodellbau beherrschen
(denn nicht uberall sind gelernte Modellschlosser zur Hand) und die in Frage
kommenden Metallbearbeitungsmaschinen bedienen konnen. Weiter muB er
in der Lage sein, einwandfreie Formplatten zu montieren, Gipsformplatten,
Gipskerne und Gipskernkasten herzustellen. Es werden also vom wirtschaft
lichen Standpunkte aus an den Modellbauer weit groBere Anforderungen ge
steUt als an jeden anderen Handwerker im Mas chinenbau , und daher hat er
Anspruch auf eine Entlohnung, die hinter der der bestbezahlten Industriearbei
ter nieht zurucksteht. D.ie dadureh entstehenden Kosten sind abel' nul' tragbar,
wenn andererseits in del' Modellwerkstatt gut gewirtsehaftet wird.
3. Das Modell-Bestellwesen. Auch die Modellbestellungeri sind von einer Stelle
aus zu regeln, ganz gleieh ob die Modelle in eigner Werkstatt hergesteUt odeI' in
einer Modellfabrik bestellt werden. Das Modell-Bestellwesen in del' eignen Modell
werkstatt soll etwa wie folgt VOl' sich gehen. Bei Anfertigung bzw. Umanderungen
an Modellen ist stets eine Modellkarte auszustellen, etwa nach Form 1. In diese
Die Wirtschaftlichkeit der Modellbauwerkstatt. 5
Karte sind Klasse, Modellnummer, Gegenstand, Maschine, Werkstofff, Auftrags
nummer, BesteIler, Liefertermin und Zeichnungsnummerdurch das technische Biiro
einzutragen, femer muB angegeben werden, ob und nach welcher Giiteklasse das
Modell angefertigt werden solI, oder welches Modell (Angabe der Modellnummer !)
fiir die Umanderung in Frage kommt. 1st die Umanderung nur voriibergehend,
so behalt das betreffende Modell seine urspriingliche Nummer, aber mit dem Zu
satz a, b, c, usw. Diese Modellnummer soIl stets iiber das Betriebsbiiro in der
Modellwerkstatt bzw. bei der Modellverwaltung angefordert werden. Handelt es
sich jedoch um eine groBere .Anderung, so empfiehlt es sich, vorher mit dem
Meister Riicksprache zu nehmen, ob diese .Anderung angebracht ist, oder ob es
besser ist, ein neues Modell herzustellen. Die Modellkarte soIl eine Skizze mit den
HauptmaBen enthalten und vom Vorsteher des betreffenden technischen Biiros
gegengezeichnet sein. Die Modellkarte 1st moglichst genau auszufiillen, und zwar
mit Vervielfaltigungstinte. Sie geht vom technischen Biiro zum Betriebsbiiro und
Die Wirtschaftlichkeit der Modelltischlerei.
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Gegen.tand: Modell.WertjAnz. d. KemkjAbguB au •
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gehon zu~ AuNfrt.r .g Beateller Liefen.ermin Zei~:.ung ~nderuDgama8e unterst.reichen
Modell iat:
Skizze:
neu anzufutigeD
su ladem von Nr ........... _. .
aU'Ieaehrieben durch aUlFzUurs aj~eidbe enM •o• dueelhll nftdire rBuonhgr uinllg.a aenindeer uKnigI.ernte.
Wird ein Modell voriibergehend geAndert,
&m .......... /. ......... 19S. ..... so erhi.lt es ein anhingendes a, b, C USW. ~r
---------Ibetreffende Buab.tabe ist yom techno Bttro im
Betriebsbiiro &Dzufordem.
Botriobeb6ro ..b aiteD .......... 19L so ~~~i1~ed =~::fl :i~~e~e~ee ~:. dauernde,
________- 1 In beaoDderen Fi.lIeD, wo die AnderuDg bei
Modelltiacblerei erhalteD w.h=fed::eMo:.~A~~:eib~:~te:ed::~e~~
_&lD_".._.._ .. . _.I. ._. ._ .. .._ .. 1_9"3_ "·_ _- IlrageBnei. gorbO Bdeiere nb eAaDb.dicerhutinggteen A inBdt evruonrhge ar na ndEeUm- 1-_______-
yorh&ndenen Modell vorgenommen werden
Xodelilertig kann, oder ob die Anfertigung einea neuen Bfiro·Voratand:
Modella notwenwg wird, das in dieaem Fall
am ......... ./ ......... 193... .. eine noue Nr. erhatten rirde.
Form. 1. Vorderseite der Modellkarte.
wird dort dem Betriebsleiter zur Gegenzeichnung vorgelegt. Dieser Gang der
Karte ist genau einzuhalten, damit aIle in Frage kommenden leitenden Personen
genau unterri<ihtet sind und gegebenenfalls unnotige ModeIlkosten erspart werden.
Diese Modellkarte muB vorhanden sein: einmal in Papierstarke ohne Druck auf
der Riickseite (diese Kartensorte wird ausschlie.Blich vom technischen Biiro zum
Ausschreiben der Modellbestellung.verwendet), femer in schwacher Kartonstarke
mit bedruckter Riickseite nach Form 2, schlie.Blich ein drittes Mal, mit Druck
auf der Riickseite nach Form 3.
1m Betriebsbiiro wird die inPapierstarke mit Vervielfaltigungstinte ausgefiillte
Karte abgezogen, und zwar: einmal auf Karte nach Form 2 und zweimal auf
Karte nach Form 3.
1st die Karte abgezogen, so geht die diinne Originalkarte wieder zum tech
nischen Biiro zuriick, wo sie von der technischen AbteiIung eingeordnet wird.
Von der Karte nach Form 2 wird ein Abzug fiir die Modellwerkstatt, von der Karte
nach Form 3 werden zwei Abziige, einer fiir die Modellwerkstatt und einer fUr
6 Die Wirtschaftlichkeit der Modellbauwerkstatt.
die GuBverwaltung angefertigt. Die Karte nach Form 2 dient dem Meister als
Bestellkarte und zur gleichen Zeit als Lohn- bzw. Akkordkarte fUr den betreffen
den Modellbauer. Die Karte nach Form 2 dient dem Meister lediglich fUr die
I I I I
Auftrags-Nr. Besteller lLieferterminl gehOrt ZoU: I Arbeitsschein-Nr.
Gegenstand Werkstoff
Modell-N,_ Lohne
Unkosten
Zeichnungs-Nr. Summa.
1.
2_
3.
Nt. u. Art der Bearbeitun~ Akkord-Pr Name des ArbeitersArb. Nr ~tund. anget. beend. geprtift Zahltg Auagez.Betr.
Stuck Werkstoff ml ad. kg Einheits ~8.-Preis Stuck Werkstoff 1m3 od. kg Einheits Ges.-Preis
I I
Werkstoffschein-Nr.
IAusgefertigt am lin Werkstatt am aus Wcrkstatt am
Form. 2. Modell-Akkordschein.
Modellkartei. Wir ersehen auf Karte nach Form 2, daB dem Meister alles vor·
geschrieben ist, was er auszufUllen hat, bevor er die Karte als Lohn- bzw. Akkord·
karte in die Werkstatt gibt. Die Vorderseite ist im Druck genau wie die Karte nach
Ausgang GieBerei Einga.ng Ausgang GicBerei Eing&ng
~
-----+----------~--~----~----------~--~~
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-----+----------~---1-----r--------~~--_1=~
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~
z
Form. 3. lIfodeU-Karteikarte.
Form 1 und vom Techniker ja bereits ausgefUllt, der Meister hat also lediglich
zu tibertragen, und das geschieht auf folgende Art:
Der Modellbaumeister ist im Besitz von Durchschreibebtichern, die durchlaufend
so numeriert sind, daB stets zwei. Blatter hintereinander die gleiche Nummer
tragen. Nun wird zwischen das erste und zweite Blatt sowie zwischen das zweite
Blatt und die eingeschobene Modellkarte (Form 1) mit Rtickseite nach Form 2
Die Wirtschaftlichkeit der Modellbauwerkstatt. 7
Durchschreibpapier eingelegt. An Hand seiner Modellkarteikarte (mit Druck auf
Riickseite nach Form 3), die ja auf der Vorderseite aIle notigen Angaben enthalt,
schreibt der Meister nun seinen Lohn- bzw. Akkordschein aus. Der erste Schein
bleibt fest im Durchschreibebuch als Original, der zweite Schein geht sofort nach
Inangriffnahme der Arbeit in das Lohnbiiro, der dritte Schein, also die Modell
karte, bleibt in der Werkstatt und wird dem betreffenden Arbeiter ausgehandigt.
Es ist also unmoglich, auf diesem Schein nachtraglich noch etwas zu andern, da
ja stets ein Doppel im Lohnbiiro ist. Das Lohnbiiro benutzt seinen Durchschlag
dazu, die Abschlagszahlung und Stundenzahl auf diesem Schein zu vermerken,
Urn spater nach Fertigstellung abrechnen zu Mnnen. Die in der Werkstatt ver
bliebene Karte geht nach Fertigstellung des Akkordes bzw. des Arbeitsstiickes
iiber das Lohnbiironach der Kalkulation. Das Kalkulationsbiiro rechnet nun
auf diesem Schein, an Hand des Werkstoffscheines und des Durchschlages yom
Lohnbiiro die gesamten Modellkosten aus. Die Nummer des oder der Werkstoff
scheine muB vor dem AbIiefern der Akkordkarte auf diese iibertragen werden,
z. B.: hierzu Werkstoffscheine Nr. 12255, 12322 (mit Datum, wann die Werk
stoffscheine ausgehandigt worden sind).
1st die Arbeit fertiggestellt und sind die Scheine ordnungsgemaB abgeIiefert,
so nimmt der Modellbaumeister seine zweite Modellkarte mit Druck auf Riick
seite nach Form 3 und fiillt den Namen des Arbeiters, die Kontrollnummer, die
auf die Arbeit verbuchte Stundenzahl und den ausgezahIten Lohn- bzw. Akkord
preis ein. In die Spalte Werkstoff werden aIle zum Modell verbrauchten Stoffe
eingetragen und dann die Modellkarte in die Modellkartei eingeordnet. Es darf
kein Akkordschein im Lohnbiiro zur Auszahlung verrechnet werden, wenn der
abgelieferte Akkordschein nicht den Namenszug des Meisters oder - in groBeren
Werken - des Modellpriifers tragt, das Stiick Arbeit muB also erst auf seine
Richtigkeit hin gepriift sein, bevor der Akkord ausgezahlt wird.
Sobald nun das Modell zur GieBerei kommt, tragt der Meister oder Modell
verwaIter den Tag des Ausganges sowie den Namen der GieBerei (wenn keine
eigene vorhanden ist) in die vorgeschriebene Spalte ein, kommt das Modell aus
der GieBerei zuriick, wird der Eingang gebucht. Es laBt sich also immer fest
stellen, ob ein Modell im Modellboden lagert oder aber ob es sich in der GieBerei
befindet.
Auf der Vorderseite der Modellkarte ist ferner noch in die zustandigen Spalten
einzutragen: der Tag der Fertigstellung des Modells, die Kartennummer, ob Modell
aus Holz oder Metall, der gesamte feuerversicherungspflichtige Modellwert (also
Lohne, Unkosten und Werkstoffe zusammen), Anzahl der Kernkasten und Schab
lonen, und aus welchem Werkstoff der AbguB hergesteIIt wird (StahlguB, GuB
eisen, RotguB oder dgl.).
4. Die Organisation der Modellwerkstatt und ModellverwaItung. In kurzen Um
rissen wird ein Bild gegeben, wie in einer Modellwerkstatt richtig gewirtschaftet
werden kann und wie samtIiche Werkstoffe genau nachgewiesen werden. Samt
liche Roh- und Betriebsstoffe, die in die Modellwerkstatt eingehen, wie Lack,
Modelldiibel, Lederhohlkehlen, Kernkastenverschliisse usw. werden im Betriebs
biiro gebucht und an Hand der abgegebenen Scheine abgeschrieben. Es laBt sich
also auch hier nach JahresabschluB genau feststellen, wie in der Modellwerkstatt
gewirtschaftet worden ist.
NatiirIich erfordert die ganze Ordnung ein peinlich gewissenhaftes Arbeiten,
so daB dem Meister zur Beaufsichtigung der Werkstatt, je nach ihrer GroBe, wenig
Zeit iibrig bleibt, daher empfiehlt sich folgende Einrichtung:
8 Die Wirtschaftlichkeit der Modellbauwerkstatt.
Die Modellwerkstatten lassen sich in drei Gruppen teilen: kleinere Betriebe
bis etwa 8 Mann, mittlere Betriebe bis 15 Mann und groBere Betriebe tiber
15 Mann. Es ist nun angangig, daB man in kleineren Betrieben dem Meister die
gesamte Arbeit tibertragt, in mittleren Betrieben neben dem Meister noch einen
Werkstattschreiber, der zugleich Modellverwalter 1st, einstellt, und in Betrieben
tiber 15 Mann einen Werkstattschreiber, einen Modellverwalter und einen Modell
prtifer neben dem Modellbaumeister. Nur dann ist Gewahr geboten, daB auch
tatsachlich nach jeder Richtung hin die Modellwerkstatt richtig geleitet wird.
Samtliches Hilfspersonal ist dem Modellbaumeister zu unterstellen. Das gilt be
sonders von dem Modellprtifer, del' samtliche Modelle auf MaB- und Formgerech
tigkeit hin zu tiberwachen hat. Findet er Fehler, so muB er diese dem Meister
melden und nicht eigenmachtig vorgehen. Einmal werden dadurch Reibereien
vermieden, ferner wtirde ja der Meister sonst ganzlicb ohne Uberblick tiber die
Leistungsfahigkeit der einzelnen Leute bleiben. Der Meister muB abel' unbedingt
unterrichtet sein, damit er bei del' Arbeitsverteilung richtig vorgehen kann, was
gerade in del' Modellwerkstatt sehr wichtig ist.
Der Modellboden oder, in groBeren Betrieben, das Modellhau8 solI in unmittel
barer Nahe der Modellwerkstatt liegen oder am besten mit ihr verbunden sein,
damit unnotige Modellbeforderungskosten vermieden werden. Alle Modelle, die
aus der GieBerei zurtickkommen, sind instandzusetzen, d. h. es ist zunachst nach
zusehen, ob alle Kernkasten und losen Teile aus der GieBerei zurtickgekommen
sind, alsdann ist das Modell auszubessern, so daB es jederzeit gebrauchsfahig ist.
Man solI also Modelle, wenn sie aus der GieBerei kommen, nicht gleich auf den
Modellboden bringen, sondern gebrauchsfertig und nachdem sie auf der Modell
karte zurtickgeschrieben sind, der Modellverwaltung tibergeben. Das Modell wird
nun vollstandig, also mit Kernkasten und etwaigem Zubehor, in einem Regal auf
dem Modellboden untergebracht. Die Regalnummer wird sodann in die bezeich
nete Spalte auf der Modellkarte eingetragen, so daB es zu jeder Zeit moglich ist,
ohne langes Suchen sofort das Modell zu greifen.
Der Modellboden solI so eingeteilt sein, daB ausreichend breite Giinge und ge
ntigend Feuerloschvorrichtungen vorhanden sind, auch muB man ohne groBe
Schwierigkeiten an jedes Regal herankommen konnen, ferner ist gutes Licht
Hauptbedingung, endlich muB der Zutritt zum Modellboden jedem Dnbefugten
streng verboten sein.
B. Arbeits- und formgerechte Konstruktionen.
1m nachstehenden solI an verschiedenen Beispielen gezeigt werden, wie del'
Konstrukteur dazu beitragen kann, dem Former und Modellbauer die Arbeit zu
erleichtern.
o.
Konstruktion und Formarbeit. Leider find en immer noch sehr viele Zeich
nungen ihren Weg in die Modellwerkstatt, bei denen auf Formgerechtigkeit nicht
gentigend Rticksicht genommen ist. Die Losung dieser Frage tiberlaBt man der
Modellbauwerkstatt, was yom betriebswirtschaftlichen Standpunkte aus aber
falsch ist, weil man dem Modellbauer dadurch zuviel Wahlfreiheit einraumt.
Abb. 1 zeigt einen im Maschinenbau tiblichen Lagerbock im D-Querschnitt.
Linke Seiten Ia und II a sind unrichtig, es sind Zeichnungen, wie sie Schiene
und Bleistift geben, aber keine Zeichnungen, nach denen der Modellbauer arbeiten
solI. Er ist gezwungen, um ein formgerechtes Modell zu bauen, von der Zeichnung
abzuweichen, er wird seinen ModellaufriB und sein Modell nach den rechten Halften
I b und II b anfertigen, d. h. Rippen und FuBplatte verjtingt ausftihren. Nut'