Table Of ContentKurt Nagel
Datensicherung in der Unternehmung
Dr. Kurt Nagel
Datensicherung
in der Unternehmung
Bestimmungsfaktoren für den Aufbau
eines Datensicherungssystems
Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
ISBN 978-3-409-31514-2 ISBN 978-3-663-13621-7 (eBook)
DOI 10.1007/978-3-663-13621-7
Copyright by Springer Fachmedien Wiesbaden 1977
Ursprünglich erschienen bei Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th. Gabler GmbH, Wiesbaden 1977.
Vorwort
Die Fragen des Datenschutzes und der Datensicherung
werden heute in Wirtschaft und Verwaltung sehr stark
diskutiert. Im Vordergrund der Diskussion steht dabei
die Realisation des Datenschutzes, also der Aufbau
von Datensicherungssystemen. Man erkennt in den Unter
nehmungen und Verwaltungseinheiten immer mehr, daß nur
eine systematische Vorgehensweise bei der Festlegung von Daten
sicherungsmaßnahmen Erfolg bringen kann. Zweck der Daten
sicherung ist dabei die Erfüllung der gesetzlichen Forde
rungen und die optimale Gewährleistung der internen Ver
arbeitungssicherheit.
Das vorliegende Buch versucht die Frage zu beantworten,
wie Datensicherungssysteme planmäßig gebaut werden
können und zwar so, daß sie sowohl den gesetzlichen Vor
schriften als auch dem eigenen Sicherheitsbedürfnis ge
nügen. Es wird der Versuch gemacht, die wesentlichen Be
stimmungs faktoren für den Aufbau von Datensicherungssystemen
zu beschreiben und hinsichtlich der Praktikabilität zu
analysieren.
Sindelfingen Dr. K. Nagel
Inhaltsverzeichnis
Seite
1. Datensicherung und automatisierte
Datenverarbeitung
1.1 Einführung 1
1 .1 .1 Problemstellung und Gang der
Untersuchung
1 .1 .2 Quellenmaterial 5
1.2 Inhalt und Abgrenzung der Begriffe 14
1.3 Notwendigkeit und Ziele einer
systematischen Datensicherung 22
2. Externe Bestimmungsfaktoren für den
Aufbau von Datensicherungssystemen 26
2.1 Normen des Datenschutzes und der
Datensicherung 26
2.1 .1 Rechtliche Regelung des Daten
schutzes im Ausland 26
2.1.1.1 Stand in den USA 26
2.1.1.2 Stand in Europa 37
2.1 .2 Rechtliche Regelungen des Daten
schutzes in der Bundesrepublik
Deutschland 55
2.1.2.1 Stand in den ~inzelnen Ländern 55
2.1.2.2 Stand auf Bundesebene 67
2.1 .3 Wesentliche Probleme der Daten
schutzgesetzgebung - unter beson
derer Berücksichtigung des Bundes
Datenschutzgesetzes - 76
2.1.3.1 Begriff der Datei und die Verfahren 76
2.1.3.2 Ubermittlung a~ Dritte 81
2.1.3.3 Technische und organisatorische
Maßnahmen 82
2.1.3.4 Zur Frage der Protokollierung 84
Seite
2.1.3.5 Durchführungskontrolle 88
2.1.3.6 Anpassungszeit 91
2.2 Normen der Rechnungslegung 93
2.2.1 Die Grundsätze ordnungsmäßiger
Buchführung (GoB) 93
2.2.1.1 Rechtsnatur und Ableitung der GoB 93
2.2.1.2 Inhalt und Wandlung der Grundsätze 100
2.2.1.3 Anpassung der gesetzlichen Vor
schriften an die technische Ent
wicklung 108
2.2.2 Auslegung der GoB bei computer
gestützten Informationssystemen 116
2.2.2.1 Erfüllung der Belegfunktion 116
2.2.2.2 Erfüllung der Grundbuchfunktion 118
2.2.2.3 Erfüllung der Kontenfunktion 127
2.2.3 Konsequenzen für den Bau von
Datensicherungssystemen 129
2.2.3.1 Systemprüfung als angemessene
Nachweismethode 129
2.2.3.2 Gewährleistung der Nachprüfbarkeit
des Datensicherungssystems 132
3. Interne Bestirnrnungsfaktoren für
den Aufbau von Datensicherungs
systemen 145
3.1 Das Sicherheitsbewußtsein 145
3.2 Die Risiken und ihre Wirkungen 156
3.2.1 Zur Einteilung der Risikotypen
und Risiken 156
3.2.2 Zur Bedeutung der Risiken 167
3.2.3 Die Wirkungen der einzelnen
Risiken 177
3.3 Stand der. Sicherungsmethoden 180
3.3.1 Stand der Hardware-Sicherungen 180
Seite
3.3.2 Stand der Software-Sicherungen 189
3.3.3 Stand der Orgware-Sicherungen 199
3.4 Kosten- und Wirtschaftlichkeits-
gesichtspunkte 209
3.4.1 Modelle zur Wirtschaftlichkeits-
analyse 210
3.4.1.1 Modell Lindemann/Nagel/Herrmann 210
3.4.1.2 Modell Broermann 217
3.4.1.3 Modell von Angermann/Thome 219
3.4.1.4 Modell des MID 221
3.4.2 Beurteilung dieser Modelle und
Hinweise für die Realisierung 224
3.5 Versicherung als Instrument der
Datensicherung 243
3.5.1 Uberblick über die Versicherungs
formen 243
3.5.2 Sachversicherungen 245
3.5.3 Folgeschadenversicherungen 255
3.5.4 Personenbezogene Versicherungen 257
3.5.5 Der Einfluß des Sicherungssystems
auf die Prämienberechnung 265
3.6 Systematische Planung 274
3.6.1 Aufbauphasen eines Datensicherungs
systems 274
3.6.2 Zuordnung von Aufgaben und Funk
tionen 281
3.6.3 Das Ausbildungsprogramm 285
3.6.4 Beurteilung der Bestimmungsfak
toren hinsichtlich ihrer Realisie
rungschance 289
Literaturverzeichnis 293
- 1 -
1 Datensicherung und automatisierte Datenverarbeitung
1.1 Einführung
1.1.1 Problemstellung und Gang der Untersuchung
Seit einigen Jahren versuchen Wirtschaftsunternehmen
und Verwaltungseinheiten in verstärktem Umfang mit
Hilfe der automatisierten Datenverarbeitung große
Informations- und Steuerungssysteme aufzubauen. Wesent
liche Voraussetzungen für die Realisierung solcher
Systeme sind, daß die einzelnen Dateien, die früher
meist gesondert und ausgewertet wurden, zu
bea~beitet
einer gemeinsamen Datenbank zusammengefaßt werden, die
Verständigung zwischen dem Benutzer und der Datenbank
durch einfach zu erlernende und leicht zu handhabende
Sprachen möglich ist und die räumliche Entfernung zwi
schen Benutzer und der Datenbank durch Datenfernver
arbeitungs-Einrichtungen überbrückt wird.
Mit der schnellen Verfügbarkeit des Gesamtdatenbildes
wurde die Grundlage für eine optimale Informationsge
winnung geschaffen. Gleichzeitig initiierte diese Ent
wicklung aber auch die Diskussion zum Thema Datenschutz
und Datensicherung, da jetzt in hohem Umfang die Tat
bestände transparent wurden. In der breiten öffentlich
keit entstand der Eindruck, insbesondere durch die Ver
öffentlichungen spektakulärer Fälle zum Computer-Mif
brauch und den Aufbau von Datenbanken auf Landes- und
Bundesebene, als werde George Orwells "großer Bruder"
nicht erst im Jahre 1984 zur Realität, sondern schon
wesentlich früher und als wäre der Mißbrauch von Daten
und Programmen bei computecgestützten Systemen relativ
einfach. Auch in den Fachkreisen hat man heute klar er
kannt, daß die Realisierung von Datensicherungsmaßnah
men zu einer wesentlichen organisatorischen Aufgabe
- 2 -
geworden ist. Man kann die Datensicherung nicht mehr
der improvisierten Absprache der im System agierenden
Personen überlassen und sich vorwiegend mit einzelnen,
punktuellen Maßnahmen zufriedengeben. Echter Schutz
läßt sich nur durch den Aufbau eines umfassend inte
grierten Datensicherungssystems erreichen.
Ziel dieser Arbeit ist es, die wesentlichsten Einfluß
größen für den Bau solcher Systeme zu beschreiben und
der Praxis in Wirtschaft und Verwaltung Lösunqsmöglich
keiten für die Realisierung aufzuzeigen.
Im ersten Kapitel werden zunächst die der Arbeit zu
grunde liegenden Quellen dargestellt und die wichtig
sten Begriffe untersucht und definiert. Anschließend
wird auf die Notwendigkeit des Aufbaus von Datensiche
rungssystemen eingegangen. Zweck der Datensicherung ist
dabei sowohl die Erfüllung der gesetzlichen Forderungen
als auch die optimale Gewährleistung der internen Ver
arbeitungssicherheit. Die Einhaltung der gesetzlichen
Normen bedeutet zum einen den Schutz von Personen und
Institutionen vor rechtswidrigen Eingriffen in ihre
Privatsphäre (das Problem des Datenschutzes) und zum
anderen eine vollständige und schlüssige Nachweisfüh
rung der Rechnungslegung (das Problem der Ordnungsmä
ßigkeit). Diese beiden Problemkreise werden im zwei
ten Kapitel behandelt.
Da es auch im Ausland schon gesetzliche Bemühungen zum
Datenschutz gibt, wird zunächst der Stand in einigen Län
dern skizziert und die vorliegenden Gesetze bzw. Entwürfe
werden beschrieben. Es folgt ein Uberblick über die Be
mühungen der Länder und der Bundesregierung in Deutsch-