Table Of ContentUllmer-Schulz . Bürokaufmann
OStR Dipl.-Hdl. Edith Ullmer-Schulz
Bürokaufmann
Betriebswirtschaft in Frage und Antwort
7., überarbeitete Auflage
GABLER
CIP-Kurztitelaufnahme der Deutschen Bibliothek
Ullmer-Schulz, Edith:
Bürokaufmann : Betriebswirtschaft in Frage u.
Antwort / Edith Ullmer-Schulz. -
7., überarb. Aufl. -
Wiesbaden: Gabler, 1987.
(Gabler-Schulbuch)
1. Auflage 1967
2. Auflage 1974
3. Auflage 1976
4. Auflage 1978
5. Auflage 1984
6. Auflage 1986
7. Auflage 1988
© Springer Fachmedien Wiesbaden 1988
Ursprünglich erschienen bei Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th. Gabler
GmbH, Wiesbaden 1988.
Satz: Satzstudio R.E. Schulz, Dreieich
Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt.
Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes
ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig und strafbar. Das gilt insbe
sondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und
die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.
ISBN 978-3-409-81120-0 ISBN 978-3-663-13674-3 (eBook)
DOI 10.1007/978-3-663-13674-3
Vorwort zur 1. Auflage
Der Lehrberuf "Bürokaufmann" wurde im März 1962 durch Erlaß des Bundes
ministers für Wirtschaft staatlich anerkannt.
Merkmal des Bürokaufmannes ist, daß seine Tätigkeit keine streng abgegrenzte
Fachbezogenheit aufweist. Bei dem Beruf des Bürokaufmannes handelt es sich
um einen Querschnittsberuf, dessen Schwergewicht auf der Organisation und der
Durchführung der kaufmännischen Verwaltung liegt. Seine Tätigkeit erstreckt
sich in erster Linie auf die Personalverwaltung, die Material-und Kassenverwal
tung sowie das Rechnungswesen. Über die Verwaltungskenntnisse hinausgehen
des allgemein-betriebswirtschaftliches Wissen muß jedoch auch der Bürokauf
mann besitzen, wenn er die erforderlichen innerbetrieblichen Entscheidungen
richtig treffen will.
Der Bürokaufmann hat seinen Platz in allen Bereichen der gewerblichen Wirt
schaft, wenn er auch bislang überwiegend im Einzelhandel (Warenhäuser, Filial
unternehmen, Versandhandel), im Großhandel, in der Industrie und in Versiche
rungsunternehmungen zu finden ist.
Dieses Buch soll eine Unterstützung bei der Ausbildung des Nachwuchses bieten.
Es wendet sich in erster Linie an diejenigen, die über ihre Kenntniss'e als Büro
kaufmann eine Prüfung abzulegen haben oder ihr fachliches Wissen für sich per
sönlich überprüfen wollen. Auch denen, die ihr berufliches Rüstzeug vervoll
ständigen wollen, kann das Buch eine nützliche Hilfe sein. Das Buch ist aber
nicht nur für den Lernenden bestimmt. Den Ausbildenden, Personalleitern, Aus
bildern und Mitarbeitern in den Prüfungsausschüssen kann es als Hilfsmittel die
nen, sich über den Wissensstand der Auszubildenden bzw. Jungkaufleute zu
orientieren.
Das Inhaltsverzeichnis zu diesem Buch läßt erkennen, daß die einzelnen Sachge
biete der allgemeinen Betriebswirtschaftslehre unter Einschluß der bürotechni
schen Arbeitsverfahren und Arbeitsmittel in systematischer Reihenfolge behan~
delt worden sind. Die Form der Frage und Antwort wurde gewählt, um dem Le
ser ein Arbeitsbuch in die Hand zu geben, das ihm das Selbststudium erleichtert.
Die Antwort sollte erst gelesen werden, nachdem der Leser sich darum bemüht
hat, die gestellte Frage selbst zu beantworten.
Trägt dieses Buch dazu bei, das Sachwissen des kaufmännischen Nachwuchses
dieses Berufszweiges zu ordnen, zu vertiefen und zu erweitern, so hat es seinen
Zweck erfüllt.
Allen, die mit Auskünften und Ratschlägen die Arbeit an diesem Buch unter
stützt haben, sei aufrichtig gedankt.
E. Ullmer-Schulz
Vorwort zur 6., überarbeiteten Auflage
Für die 6. Auflage wurde der "Bürokaufmann" in allen Abschnitten überarbeitet
und auf den neu esten Stand gebracht. Einige Sachbereiche sind bereits in der
5. Auflage erweitert worden, z.B. durch Fragen, die sich auf die modernen
Kommunikationsmittel wie Teletex, Telefax, Bildschirmtext beziehen sowie auf
Marketing, Leasing, Factoring.
Alle am Ausbildungsberuf Bürokaufmann Interessierten erhalten mit diesem
Buch die Möglichkeit, ihren eigenen Wissensstand zu kontrollieren, gegebenen
falls zu erweitern bzw. aufzufrischen.
E. Ullmer-Schulz
Vorwort zur 7., überarbeiteten Auflage
Bei der Überarbeitung der neuen Auflage wurde besonders den Änderungen, die
durch das Bilanzrichtlinien-Gesetz vom 19. Dezember 1985 eingetreten sind,
Rechnung getragen.
Sämtliche Abschnitte des Buches wurden überprüft und vor allem der Abschnitt
über die Steuern auf den neuesten Stand gebracht.
E. Ullmer-Schulz
Inhaltsverzeichnis
Seite
I. Wirtschaftliche Grundbegriffe .............................. 11
II. Die Unternehmung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15
1. Die Gründung der Unternehmung. . .. . . . . . . .. . . . . .. . . . . . . 15
2. Die Rechtsform der Unternehmung. . .. . . . . . .. . . . . . . . . . . . . 18
3. Die Unternehmungszusammenschlüsse .................... 32
4. Die Auflösung der Unternehmung .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34
III. Die persönlichen Leistungskräfte der Unternehmung. . . . . . . . . . . 38
1. Der Unternehmer ...................................... 38
2. Die Mitarbeiter ........................................ 40
3. Ordnung und Rechtsschutz der betrieblichen Arbeit . . . . . . . . . 46
4. Die Sozialversicherung .............................. : . . . 50
5. Die Aufgaben der Personalabteilung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 54
IV. Die verwaltungsorientierte Tätigkeit im kaufmännischen Betrieb. 59
1. Die Organisation des Betriebes ........................... 59
2. Die Organisationsmittel ................................. 62
a) Die rationelle Gestaltung des Arbeitsplatzes . . . . . . . . . . . . . . 62
b) Die Normung des Schriftgutes ......................... 63
c) Die Einrichtung von Karteien .... . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 67
d) Die Registratur ...................................... 68
e) Der Einsatz mechanischer, elektromechanischer und elektro-
nischer Büromaschinen ............................... 71
f) Die automatische Datenverarbeitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 74
3. Das Rechnungswesen des Betriebes ....................... 79
a) Die Buchführung .................................... 79
b) Die Kostenrechnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 86
c) Die Betriebsstatistik .................................. 89
d) Die betriebliche Planung .............................. 92
e) Die Kennzahlenrechnung ... . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 93
4. Die Kassenverwaltung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 95
5. Die Terminplanung und Terminüberwachung .............. 97
V. Die umsatzorientierte Tätigkeit im kaufmännischen Betrieb . . . . . 99
1. Marktfunktionen des Betriebes ........................... 99
2. Das Wesen des Vertrages ..... . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 100
3. Der Kaufvertrag ....................................... 102
a) Abschluß und Erfüllung des Kaufvertrages .............. 102
b) Störungen bei der Erfüllung des Kaufvertrages ........... 106
c) Die Verjährung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. . . . . . . . . . . . . . . .. 111
4. Die Lagerhaltung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 113
5. Die Handelsmittler ..................................... 118
a) Der Handelsvertreter ................................. 118
b) Der Kommissionär. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 120
c) Der Handelsmakler .................................. 122
6. Der Nachrichtenverkehr ................................. 123
7. Der Güterverkehr ...................................... 130
a) Die Eisenbahn . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 132
b) Der Kraftverkehr .................................... 141
c) Die Binnenschiffahrt ................................. 143
d) Die Seeschiffahrt .................................... 145
e) Die Luftfahrt ....................................... 151
f) Der Paketpostdienst ............... . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 155
8. Die Dienstleistungen des Spediteurs und des Lagerhalters. . . .. 156
9. Der Zahlungsverkehr ................................... 160
VI. Die Finanzierung der Unternehmung ........................ 175
VII. Die Individualversicherung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 185
1. Die Personenversicherung ............................... 187
2. Die Sachversicherung ................................... 189
3. Die Vermögensversicherung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 193
VIII. Die Steuern des Kaufmannes ............................... 196
1. Die Einkommen-, Lohn- und Körperschaftsteuer ........... 198
2. Die Vermögensteuer .................................... 203
3. Die Gewerbesteuer ..................................... 205
4. Die Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer) ..... . . . . . . . . . . . . . . . . .. 208
Stichwortverzeichnis ............................................ 213
I. Wirtschaftliche Grundbegriffe
Welche Tätigkeit wird Wirtschaften ist jeder planmäßige Einsatz von knap
als "Wirtschaften" pen Gütern für die menschliche Bedürfnisbefriedi
bezeichnet? gung. Alles Wirtschaften hat zum Ziel, die naturgege
bene Knappheit der Güter zu überwinden.
In welche Gruppen Die Bedürfnisse lassen sich unterteilen in:
lassen sich die Bedürf
1. Elementarbedürfnisse, deren Befriedigung lebens
nisse des Menschen
wichtig ist, z.B. das Bedürfnis nach Nahrung, Woh
unterteilen?
nung und Kleidung;
2. Kulturbedürfnisse, deren Befriedigung für die gei
stige Existenz des Menschen Bedeutung hat, z.B.
das Bedürfnis nach Kunstgenuß, Reisen;
3. Luxusbedürfnisse, deren Befriedigung nicht lebens
wichtig ist, z.B. das Bedürfnis nach Schmuck oder
nach einem Sportflugzeug.
Inwiefern unter Die Bedürfnisse bestehen in dem Verlangen des Men
scheiden sich Bedürf schen nach Gütern, ohne Rücksicht darauf, ob diese
nisse und Bedarf? Güter gekauft werden können oder nicht. Der Bedarf
hingegen umfaßt nur diejenigen Bedürfnisse, die Ge~
genstand einer kaufkräftigen Nachfrage sein können.
Wodurch unterscheiden Freie Güter stehen dem Menschen unter normalen Um
sich freie und wirt ständen unbeschränkt zur freien Verfügung (Luft,
schaftliche Güter? Wasser). Wirtschaftliche Güter stehen dem Menschen
nur in beschränktem Umfange zur Verfügung. Wirt
schaftliche Güter sind knapp.
In welche Gruppen Die wirtschaftlichen Güter werden eingeteilt in:
können die wirtschaft
1. Sachgüter, z.B. Nahrungsmittel, Bekleidung, Haus
lichen Güter unterteilt
haltsgegenstände, Maschinen, Werkzeuge;
werden?
2. Dienstleistungen, z.B. Transportleistungen, Ver
mietungen, Kreditgewährungen;
3. Rechtsgüter, z.B. Patente, Gebrauchs- und Ge
schmacks muster , Warenzeichen.
12 Wirtschaftliche Grundbegriffe
In welche Bereiche Die Wirtschaft kann eingeteilt werden in:
kann die Wirtschaft
1. den Bereich der Rohstoffgewinnung (Landwirt
eingeteilt werden?
schaft, Forstwirtschaft, Fischerei, Bergbau, Ener
giewirtschaft);
2. den Bereich der Güterherstellung (Industrie, Hand
werk);
3. den Bereich der Güterverteilung (Binnengroßhan
del, Außenhandel, Einzelhandel);
4. den Bereich der Dienstleistungen (Transportwesen,
Geld- und Kreditwesen, Versicherungswesen u.a.);
5. den Bereich des Verbrauchs (private und öffentliche
Haushalte).
Welche Stellung Die Betriebe sind die selbständigen Einzelwirtschaften
nehmen die Betriebe innerhalb der Gesamtwirtschaft. In ihnen vollzieht
innerhalb der Gesamt sich das Wirtschaften. Die Einzelwirtschaften (Betrie
wirtschaft ein? be) sind entweder Produktionswirtschaften (erzeugen
de Betriebe) oder Konsumwirtschaften (verbrauchende
Betriebe = Haushalte).
Worin äußert sich das Das Rationalprinzip des wirtschaftlichen Handeins
Rationalprinzip beim kann sich darin äußern, daß:
wirtschaftlichen
1. mit gegebenen Mitteln der größtmögliche Nutzen
Handeln?
angestrebt wird (Optimumprinzip );
2. ein bestimmter Nutzen mit möglichst geringen Mit
teln erreicht wird (Sparprinzip);
3. das Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag so ge
staltet wird, daß der Aufwand einen möglichst klei
nen Anteil des Ertrages ausmacht (Prinzip der Wirt
schaftlichkeit).
Welche Formen der Es lassen sich unterscheiden:
Arbeitsteilung lassen
1. die gesellschaftliche ArbeitsteIlung, die zum Entste
sich unterscheiden?
hen selbständiger Berufe führt, z.B. Landwirt,
Handwerker, Kaufmann;
2. die berufliche Arbeitsteilung, die sich aus der Auf
spaltung eines Berufes ergibt, z.B. Großhandels
kaufmann, Industriekaufmann, Bankkaufmann,
Versicherungskaufmann;