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Buchfiihrung - Technik und Praxis
Praxis der Unternehmensfiihrung
Jiirgen Bussiek
Buchfiihrung -
Technik und Praxis
Bilanzveranderungen
Bilanzkonten
Eigenkapitalkonto
Buchung verschiedener
Geschaftsvorfalle
AbschlieBende Buchungen
SPRINGER FACHMEDIEN WIESBADEN GMBH
Die Deutsche Bibliothek - CIP-Einheitsaufnahme
Bussiek, Jiirgen:
Buchfiihrung - Technik und Praxis: Bilanzverănderungen,
Bilanzkonten. Eigenkapitalkonto. Buchung verschiedener
Geschăftsvorfălle, ablieBende Buchungen / Jiirgen Bussiek.
(Praxis der Unternehmensfiihrung)
ISBN 978-3-409-13978-6 ISBN 978-3-663-09450-0 (eBook)
DOI 10.1007/978-3-663-09450-0
© Springer Fachmedien Wiesbaden 1991
Urspriinglich erschienen bei Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th. Gabler GmbH.
Wiesbaden 1991
Redaktion: Ursula Pott
Das Werk einschlieBlich aller seiner Teile ist urhe
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Dieses Buch ist auf săurefreiem und chlorarm gebleichtem Papier ge
druckt.
Umschlaggestaltung: Susanne Ahlheim AGD. Weinheim
Satz: SATZPUNKT Ursul a Ewert. Braunschweig
ISBN 978-3-409-13978-6
Inhalt
1 Technik der Buchfiihrung ............................................... 1
1.1 Inventar, Inventur, Bilanz ........................................ 2
1.2 Bilanzveranderungen .............................................. 4
1.3 Buchen aufKonten .................................................. 6
1.4 Bilanzkonten und Unterkonten ............................. 10
1.5 Eigenkapitalkonto mit Unterkonten ...................... 13
2 Buchung verschiedener GeschaftsvorfiiIIe .................. 23
2.1 Einkauf auf Rechnung ........................................... 23
2.2 Zahlungsverkehr ................................................... 30
2.3 Leistungsbezug gegen Barzahlung ........................ 37
2.4 Aufwandsbuchungen bei Giitern in Bestanden ..... 44
2.5 Personalaufwand ................................................... 50
2.6 Verkauf .................................................................. 54
2.7 Buchung von Steuern ............................................ 57
2.7.1 DurchIaufende Steuern ............................. 58
2.7.2 Aufwandsteuern ....................................... 63
2.7.3 Steuern von Einkommen tind Ertrag ........ 64
2.8 Fremdkapitalzinsen ............................................... 65
2.9 AbschlieBende Buchungen .................................... 68
3 Zusammenfassende Betrachtnog nod Ausblick .......... 81
Abkiirzungen ........................................................................ 83
Uteraturverzeichnis ............................................................. 84
Wichtige Anschriften ............................................................ 88
Stichwortverzeichnis ............................................................ 91
v
1 Technik der Buchfiihrung
In dem Buch "Buchfiihrung - Leitlinien und Organisation"
wurden die theoretischen Grundlagen der Buchhaltung er
klart. 1m einzelnen ging es urn:
• die gesetzlichen Grundlagen
• die Grundsatze ordnungsmaBiger Buchfiihrung
• Inventur und Inventar
• die Bilanz
• das Buchen auf Konten
• den JahresabschluB
• die Organisation der Buchfiihrung
• Kontenrahmen und Kontenplan
Damit wurden die grundlegenden Elemente der Buchhaltung
dargestellt.
In diesem Buch geht es zum einen darum, die Technik der
Buchfiihrung zu vermitteln, zum anderen wird der Leser in
die praktische Buchfiihrungsarbeit eingefiihrt.
An Hand eines Beispiels - ausgehend von der SchluBbilanz im
Jahr A (siehe Seite 20) kann der Leser alle Geschaftsvorfalle
bis zur Darstellung der SchluBbilanz im Jahr B verfolgen.
1
1.1 Inventar, Inventur, Bilanz
Die Buchfiihrung baut auf den gesetzlichen Vorschriften auf.
Nach der Begriindung der Buchfiihrungspflicht (§ 238 HGB)
und der Beschreibung, wie die Handelsbiicher zu fiihren sind
(§ 239 HGB), fordert der Gesetzgeber in § 240 HGB zunachst
die Aufstellung eines Inventars. Danach hat jeder Kaufmann
zu Beginn seines Handelsgewerbes und zum SchluB eines je
den Geschaftsjahres seine Vermogensgegenstande und Schul
den genau zu verzeichnen und dabei den Wert anzugeben (In
ventar).
Ausgehend von diesem Verzeichnis. hat der Kaufmann zu Be
ginn seines Handelsgewerbes und fiir den SchluB eines jeden
Geschaftsjahres einen das Verhaltnis seines Vermogens und
seiner Schulden darstellenden AbschluB (Bilanz) sowie eine
Gegeniiberstellung der Aufwendungen und Ertrage des Ge
schaftsjahres (Gewinn- und Verlustrechnung) aufzustellen
(§ 242 HGB). In der Bilanz sind das Anlage- und das Umlauf
vermogen. das Eigenkapital und die Schulden gesondert nach
zuweisen und hinreichend aufzugliedern (§ 247 HGB).
Yom Inventar gelangt man zur Bilanz durch folgende Schritte:
• 1m Inventar werden samtliche Vermogenswerte im einzel
nen erfaBt. Nur annahernd gleichwertige oder gleichartige
Wirtschaftsgiiter konnen zusammengefaBt werden. Diese
zunachst mengenmaBig durchgefiihrte Auflistung wird be
wertet.
• Die Buchhaltung failt dann die einzelnen Positionen des In
ventars zu groBeren Gruppen zusammen. Wahrend zum
Beispiel im Inventar noch jede Maschine nach Typ und
Baujahr einzeln aufgefiihrt wird. wird nun eine Position
.. Maschinen" gebildet, in der alle Maschinen zusammenge
failt sind. Das gleiche gilt fiir die anderen Vermogensgiiter
wie Waren. Forderungen.
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Eine solche Zusammenfassung ist naturgemiiB nicht mehr
mengenmiiBig moglich. In die Bilanz gehen daher nur Wertan
gaben ein. Vermogen und Schulden werden in der Bilanz
nicht mehr hintereinander aufgelistet. sondern - urn das Ver
hiiltnis des Vermogens und der Schulden darzustellen - einan
der gegeniibergestellt.
Bei der Gegeniiberstellung erhiilt man eine Differenz zwi
schen Vermogen und Schulden. die als Eigenkapital bezeich
net wird. Damit ergeben beide Seiten der Gegeniiberstellung.
die Aktivseite mit den Vermogenswerten und die Passivseite
mit den Schulden und dem Eigenkapital. die gleiche Summe:
Aktiva Bilanz Passiva
GrundstiickeiGebiiude 2.500.000 2.600.000 Eigenkapital
Maschinen 620.000 300.000 Gesellschafterdarlehen
Geschiiftseinrichtung 160.000 2.000.000 Hypothekendarlehen
Kfz-Park 80.000 500.000 langfristiges Darlehen
Roh-. Hilfs-, BetriebsstotTe 3.500.000 1.500.000 kurzfristiges Darlehen
Forderungen 1.000.000 Lieferantenverbind-
Bank 40.000 1.000.000 lichkeiten
Kasse 0
7.900.000 7.900.000
Auf der linken Seite sind aIle konkret vorhandenen Vermo
gensgiiter aufgefiihrt. wiihrend auf der rechten Seite die Ei
gentumsverhiiltnisse als Kapitalangabe (Eigenkapital und
Fremdkapital) dargestellt sind. Daraus ergibt sich die Grund
gleichung der Bilanz:
Vermogen = Eigenkapital + Fremdkapital
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1.2 Bilanzveranderungen
Eine BHanz wird zum Ende eines jeden Geschaftsjahres
(SchluBbHanz) ersteIlt. In der Regel ist das Geschaftsjahr iden
tisch mit dem Kalenderjahr. Da sich zwischen dem 31. Dezem
ber und dem 1. Januar nichts andert, ist eine solche SchluBbi
lanz gleichzeitig die Eroffnungsbilanz fUr das darauffolgende
Jahr. Mit der BuchfUhrungspflicht wird aber nicht nur ver
langt, die Vermogens- und Schuldenwerte einmal im Jahr dar
zustellen, sondern es miissen aIle Veranderungen der Vermo
gens- oder Kapitalwerte festgehalten werden. Diese Verande
rungen konnen sowohl Giiterbewegungen wie auch Zahlungs
strome sein.
Wenn zum Beispiel der Buchhalter buchen muB, daB ein be
stimmter Betrag yom Bankkonto abgebucht wird und als Zu
gang zum Kassenbestand erfaBt werden muB, verandert dies
in gleicher Hohe die zwei Positionen "Bank" und "Kasse" auf
der Aktivseite der BHanz.
• Aktivtausch und Passivtausch
Eine Veranderung, die nur die Aktivseite betrifft, wird als Ak
tivtausch bezeichnet.
Werden dahingegen die Schulden bei einem Lieferanten mit
Hilfe eines Kontokorrentkredits bezahlt, so verringern sich urn
diesen Betrag die "Lieferantenverbindlichkeiten", es erhohen
sich aber dementsprechend die Schulden bei den "kurzfristi
gen Bankkrediten".
Eine Veranderung, die nur die Passivseite betrifft, wird als
Passivtausch bezeichnet.
Dariiber hinaus gibt es GeschaftsvorfaIle, die in gleicher Weise
die Aktiv- wie auch die Passivseite verandern. Dabei kann es
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zu einer Erhohung oder Verringerung der Summen der bei
den Seiten kommen. Wenn zum Beispiel Ware eingekauft,
aber noch nicht sofort bezahlt wird, erhohen sich die Lagerbe
stande auf der Aktivseite und die Lieferantenverbindlichkeiten
urn den gleichen Betrag auf der Passivseite.
• BilanzverHingerung und Bilanzverkiirzung
Wird die Bilanzsumme, das heiSt die Summe aller Positionen,
urn den gleichen Betrag erhoht, spricht man von Bilanzverlan
gerung (AktivlPassivvermehrung).
1st ein Geschaftsvorfall zu buchen, bei dem zum Beispiel
durch eine Bezahlung an einen Lieferanten durch eine Uber
weisung sowohl der Betrag auf dem Bankkonto wie auch die
Lieferantenschulden auf der Passivseite verringert werden, so
wird dies bezeichnet als Bilanzverkiirzung (AktivlPassivver
minderung).
Werden sowohl der Betrag auf dem Bankkonto als auch die
Lieferantenschulden auf der Passivseite verringert, spricht
man von Bilanzverkiirzung (AktivlPassivverminderung).
Bei den bislang beschriebenen Geschaftsvorfallen ergab sich
keine Veranderung des Eigenkapitals. Anders ist es dagegen,
wenn zum Beispiel Zinsgutschriften den Bestand des Bank
kontos erhohen. Da dies weder mit der Verminderung einer
entsprechenden Aktivposition noch mit einer Erhohung der
Schuld en verbunden ist, erhoht sich die Differenz zwischen
Vermogen und Schulden. Ein solcher Vorgang erhoht deshalb
das Eigenkapital. Er ist erfolgswirksam.
Bei Lohnzahlungen, Mietzahlungen und ahnlichem kommt es
zu einer Eigenkapitalverminderung, da sich der Geldbestand
auf dem Bankkonto verringert und aIle anderen Vermogens
und Schuldpositionen gleichbleiben. Dieser Vorfall wird als
"negativ erfolgswirksam" bezeichnet. Die Auswirkungen sol-
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