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Bildungsplan 2004
Allgemein bildendes Gymnasium
– Wahlfächer –
Dezember 2003
Ministerium für Kultus, Jugend und Sport
Baden-Württemberg
Impressum
Herausgeber Ministerium für Kultus, Jugend und Sport
Baden-Württemberg
in Zusammenarbeit mit dem
Landesinstitut für Erziehung und Unterricht Stuttgart
Rotebühlstr. 131, 70197 Stuttgart
Internet http://www.bildungsstandards-bw.de
Urheberrecht Die fotomechanische oder anderweitig technisch mögliche
Reproduktion des Satzes bzw. der Satzanordnung für
kommerzielle Zwecke nur mit Genehmigung des Heraus-
gebers
Dezember 2003
Inhaltsverzeichnis
Fächer des Wahlbereichs
Bildungsstandards für Astronomie................................................................................................423
Kursstufe...............................................................................................................................424
Bildungsstandards für Darstellende Geometrie............................................................................427
Kursstufe...............................................................................................................................428
Bildungsstandards für Geologie.....................................................................................................431
Kursstufe...............................................................................................................................432
Bildungsstandards für Informatik.................................................................................................435
Kursstufe...............................................................................................................................436
Bildungsstandards für Computer-Algebra-Systeme.....................................................................439
Kursstufe...............................................................................................................................441
Bildungsstandards für Philosophie................................................................................................443
Kursstufe...............................................................................................................................445
Bildungsstandards für Psychologie................................................................................................447
Kursstufe...............................................................................................................................448
Bildungsstandards für Literatur....................................................................................................449
Kursstufe...............................................................................................................................451
Bildungsstandards für Italienisch (spät beginnende Fremdsprache)...........................................455
Kursstufe...............................................................................................................................457
Bildungsstandards für Spanisch (spät beginnende Fremdsprache).............................................463
Kursstufe...............................................................................................................................464
Bildungsstandards für Portugiesisch (spät beginnende Fremdsprache)......................................469
Kursstufe...............................................................................................................................470
Bildungsstandards für Russisch (spät beginnende Fremdsprache)............................................475
Kursstufe...............................................................................................................................477
Bildungsstandards für Latein.........................................................................................................481
Kursstufe/Klasse 10..............................................................................................................482
Bildungsstandards für Griechisch (spät beginnende Fremdsprache)..........................................485
Kursstufe...............................................................................................................................486
Bildungsstandards für Hebräisch (spät beginnende Fremdsprache)...........................................489
Kursstufe...............................................................................................................................494
Bildungsstandards für Chinesisch (spät beginnende Fremdsprache)..........................................499
Kursstufe...............................................................................................................................501
Bildungsstandards für Japanisch (spät beginnende Fremdsprache)...........................................505
Kursstufe...............................................................................................................................507
Bildungsstandards für Türkisch (spät beginnende Fremdsprache).............................................511
Kursstufe...............................................................................................................................512
Baden-Württemberg Bildungsplan 2004
Bildungsstandards für Astronomie
Gymnasium - Kursstufe
I. Leitgedanken zum Kompetenzerwerb
Bei dem Bemühen der Schülerinnen und Schüler ihre Rolle in der gegenwärtigen und zukünftigen Welt
zu finden, erkennen sie, dass viele Phänomene ihrer unmittelbaren Lebenswelt astronomische Phänomene
sind. Sie gewinnen im Astronomieunterricht einen Überblick über den Aufbau des Weltalls und seiner
zeitlichen Veränderung. Sie erwerben die Fähigkeit ausgewählte im Kosmos zu beobachtende Erschei-
nungen und Vorgänge mit physikalischen Gesetzen zu erklären und so zu einem wissenschaftlich begrün-
deten Bild des Universums zu kommen. Mit dem Wissen um die Stellung der Erde im Weltall machen sie
sich auch die Verletzlichkeit unseres Lebensraumes bewusst.
Die Beschäftigung mit astronomischen Fragestellungen regt die Schülerinnen und Schüler an, über öko-
logische, philosophische und religiöse Grundfragen nachzudenken und ihr eigenes Bild von der Welt zu
überprüfen und zu erweitern. Dabei lernen sie auch, moderne Formen des Aberglaubens, die auf einem
unwissenschaftlichen Weltverständnis beruhen, kritisch zu hinterfragen.
Bei der Begegnung mit der Astronomie erleben die Schülerinnen und Schüler, wie sich eine Wissenschaft
von mystischen Anfängen in der Antike zu einer hochmodernen und stürmisch fortschreitenden Natur-
wissenschaft entwickelt, die ihre Daten mit ausgeklügelten Methoden und Apparaturen modernster Tech-
nologie mit einer früher unvorstellbaren Genauigkeit ermittelt. Sie begreifen auch, dass das 20. Jahrhun-
dert als die Epoche in die Kulturgeschichte eingeht, in der der Mensch zum ersten Mal die Erde hinter
sich ließ.
Da die Astronomie einen stark interdisziplinären Charakter hat, ergeben sich viele Fächer verbindende
Bezüge, die das vernetzte Denken in besonderem Maße fördern. So können die Schülerinnen und Schüler
ihr Wissen und Können in den Fächern Physik, Mathematik, Chemie, Biologie, Erdkunde und Geschichte
beim Erwerb der astronomischen Grundbildung mit Gewinn einbringen.
Eigene Beobachtungen spielen im Astronomieunterricht eine wichtige Rolle. Einmal berücksichtigen sie
das emotionale Bedürfnis der Schülerinnen und Schüler, da sie in ihnen das Erstaunen vor der räumlichen
und zeitlichen Größe des Universums und die Freude an den Himmelserscheinungen weckt. Auf der an-
deren Seite erzieht eine längere Beobachtungsreihe mit eigenen Messungen nicht nur zur sorgfältigen
Planung, zum genauen Protokollieren, zum gewissenhaften Auswerten und zu einer kritischen Distanz
beim Interpretieren, sondern auch zur Geduld.
Handlungsorientiertes und entdeckendes Lernen sind wichtige didaktische Unterrichtsprinzipien. Dabei
sollte ein häufiger Wechsel der Schülertätigkeiten vorgenommen werden. Dies gewährleistet der Astro-
nomieunterricht, da hier die Schülerinnen und Schüler beobachten, betrachten, beschreiben, erklären,
physikalisch begründen, berechnen und recherchieren. Insofern fördert dieser Unterricht in besonderer
Weise den Erwerb allgemeiner naturwissenschaftlicher Kompetenzen.
Inhaltliches Ziel des Unterrichts ist nicht ein vollständiger fachsystematischer Durchgang durch die Ast-
ronomie, vielmehr sollten die Schülerinnen und Schüler für einen späteren selbstständigen Umgang mit
astronomischen Fragen ein anschlussfähiges Basiswissen erwerben mit exemplarischen Einblicken in die
spezifische fachmethodische Vorgehensweise dieser Wissenschaft.
Leitgedanken zum Kompetenzerwerb für Astronomie 423
Bildungsplan Gymnasium
II. Kompetenzen und Inhalte
Kursstufe
1. Astronomie als Naturbetrachtung unter bestimmten Aspekten
Die Schülerinnen und Schüler können
- zwischen Beobachtung und ihrer Erklärung unterscheiden
- den Unterschied zwischen Erfahrungswelt und deren astronomischer Betrachtungsweise beschrei-
ben
- die astronomische Betrachtungsweise anwenden
- astronomische Grundkenntnisse und Methoden für Fragen des Alltags einsetzen
- eigene Beobachtungen planen, protokollieren und auswerten
- die Inhalte teilweise selbstorganisiert erarbeiten und angemessen präsentieren
scheinbare und wahre Bewegungen der Gestirne
Mondphasen und Finsternisse
Erdrotation und Bahnbewegung der Erde um die Sonne, Schiefe der Ekliptik
Planetenkonstellationen
Sternbilder, Himmelspole, Himmelsäquator, Zenit, Meridian, Frühlingspunkt
Keplersche Gesetze
Gravitationsgesetz
Mondbewegung und Gezeiten
2. Die Erde als schützenswerter Lebensraum im Sonnensystem
Die Schülerinnen und Schüler können
- die lebensfeindlichen Bedingungen im Kosmos beschreiben
- die Einzigartigkeit des Lebensraumes Erde darlegen
- sich die Verletzlichkeit dieses Lebensraumes in Abhängigkeit von physikalischen und chemischen
Parametern bewusst machen und daraus Konsequenzen für ihr Umweltverhalten ziehen
Überblick über die physikalischen Eigenschaften der großen Planeten und ihrer Monde, sowie der
Kleinkörper im Planetensystem
solar-terrestrische Beziehungen
Chancen für extraterrestrisches Leben, extrasolare Planeten
3. Unsere Sonne
Die Schülerinnen und Schüler können
- Überlegungen anstellen, durch welche Beobachtungen von der Erde aus und durch welche für ihre
Auswertung notwendigen Gesetze sich die integralen physikalischen Eigenschaften der Sonne er-
schließen lassen
- dazu eigene Beobachtungen und Messungen durchführen
- die benötigten physikalischen Gesetze zusammenstellen und anwenden
- die Energieerzeugung im Sonneninneren beschreiben
- die enge Verflechtung von Kernphysik und Astrophysik erkennen
Masse, Durchmesser, Solarkonstante, Strahlungsleistung der Sonne
Strahlungsgesetze von Stefan-Boltzmann und Wien, Oberflächentemperatur
Energieerzeugung im Zentralgebiet, Energietransport vom Zentrum zur Oberfläche der Sonne
424 Kompetenzen und Inhalte für Astronomie – Kursstufe
Bildungsplan Gymnasium
4. Fixsterne
Die Schülerinnen und Schüler können
- Beobachtungen und Messungen benennen, die an Fixsternen möglich sind
- aus diesen Daten die Entfernung und die physikalischen Eigenschaften der Sterne bestimmen
- mit einem Zustandsdiagramm arbeiten, mit dem sie aus dem räumlichen Nebeneinander der Sterne
und der Vielzahl der beobachtbaren Sterntypen ein Bild von der zeitlichen Entwicklung des Ein-
zelsterns erschließen
Eigenbewegung, jährliche Parallaxe, trigonometrische Entfernungsbestimmung, Entfernungsmo-
dul
scheinbare und absolute Helligkeit, Leuchtkraft, Masse
Farbindex und Temperatur, Farbenhelligkeitsdiagramm, Sterntypen
Sternentstehung, Sternentwicklung, Spätstadien der Sternentwicklung
5. Größere Strukturen im Weltraum
Die Schülerinnen und Schüler können
- die Entfernungsbestimmung aus der Helligkeit von Einzelobjekten als Mittel zur Strukturerken-
nung beschreiben
- begründen, dass man damit bis an die Grenzen des beobachtbaren Universums stößt
- an Hand von Modellen in geeigneten Maßstäben klarlegen, dass seine räumliche Ausdehnung jede
anschauliche Vorstellung übersteigt
Größe und Struktur der Galaxis, Ort der Sonne
Entfernungsbestimmung aus den Helligkeiten von Einzelobjekten
Nachbargalaxien, Galaxienhaufen, Aktive Galaxien
6. Werden und Vergehen
Die Schülerinnen und Schüler können
- begründen, dass das heutige Weltall einen zeitlichen Anfang gehabt haben muss
- die verschiedenen Stadien beschreiben, die das Universum in seiner Entwicklung durchlaufen hat
- die Problematik benennen, die die Astrophysiker mit den Begriffen dunkle Materie und dunkle
Energie umschreiben
- mit ihrem Basiswissen die Fortschritte der kosmologischen Forschung in Artikeln naturwissen-
schaftlicher Zeitschriften selbstständig weiterverfolgen
Rotverschiebung der Galaxienspektren, Hubble Gesetz, 3 K - Strahlung
Standardmodell des Urknalls
dunkle Materie, dunkle Energie
Kompetenzen und Inhalte für Astronomie – Kursstufe 425
Baden-Württemberg Bildungsplan 2004
Bildungsstandards für Darstellende Geometrie
Gymnasium - Kursstufe
I. Leitgedanken zum Kompetenzerwerb
Der Unterricht in Darstellender Geometrie – er wird wie bisher im Rahmen der zweijährigen Kursstufe
als einjähriger Kurs angeboten – ergänzt den Mathematikunterricht der Klassenstufen 11/12 (Gymnasi-
um) auf der einen Seite durch eine rein konstruktive Komponente (im Gegensatz zu der im Bereich der
Analysis praktizierten analytischen, vektoriellen Vorgehensweise) und auf der anderen Seite durch das
Kennenlernen und Anwenden von neuen Abbildungsverfahren wie der Parallel- bzw. Zentralprojektion.
Die Schülerinnen und Schüler erfahren dabei die grundlegenden Probleme, die durch die Abbildung des
dreidimensionalen Raumes in eine zweidimensionale Ebene entstehen und wie räumliche Probleme mit
Zirkel und Lineal konstruktiv in der Ebene des Zeichenpapiers gelöst werden können. Oberstes Ziel ist
die Schulung des Raumanschauungsvermögens und die Befähigung zu räumlichem Denken. Diese Fähig-
keiten sind nicht nur für Technik-, Naturwissenschaft-, Architektur- und Medizinberuf eine wichtige
Grundlage, sondern spielen auch für bildende Künstler und in vermehrtem Umfang ebenso in CAD-
Anwendungen am Computer eine große Rolle. Weitere fachübergreifenden Bezüge der Darstellenden
Geometrie (Kunstgeschichte, Fotografie, ...) sollten im Unterricht durchaus wahrgenommen werden.
Eine so verstandene Geometrie fördert nachhaltig das Verständnis der Erfassung des Raumes, liefert eine
Anbindung und Auseinandersetzung mit der umgebenden Realität und schafft so einen wichtigen, natürli-
chen Bezug zu einer anwendungs- und handlungsorientierten Mathematik.
Die Konstruktionen und Zeichnungen sollen vor allem drei Kriterien genügen:
- Sie sollen exakt sein.
- Sie sollen sauber konstruiert sein.
- Sie sollen ästhetischen Gesichtspunkten genügen.
Die dafür erforderlichen Methoden können exemplarisch behandelt werden; sie eignen sich aber auch für
offenere Phasen des Unterrichts. Der Fachlehrer entscheidet, welches der beiden Teilgebiete (Parallelpro-
jektion bzw. Zentralprojektion) er schwerpunktmäßig bearbeitet, wobei im Zweifelsfall der Zentralpro-
jektion der Vorzug gegeben werden soll.
Leitgedanken zum Kompetenzerwerb für Darstellende Geometrie 427
Bildungsplan Gymnasium
II. Kompetenzen und Inhalte
Kursstufe
1. Leitidee „Funktionaler Zusammenhang“
Von den Schülerinnen und Schülern wird erwartet, dass sie
- Zuordnungsvorschriften für Parallel- und Zentralprojektionen im Sinne von Funktionen verstehen
und Folgerungen bezüglich Parallelentreue, Teilverhältnistreue erläutern können
- Mehrtafelprojektionen kennen; Grund-, Auf- und Kreuzriss einer räumlichen Figur erstellen bzw.
bearbeiten können
- Projektion einer Ebene e in nichtprojizierender Lage auf eine Ebene e als umkehrbar eindeutige
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Abbildung einer räumlichen perspektiven Affinität verstehen (auch Kollineationen), inklusive der
Sonderfälle wie orthogonale Achsenstreckung, schiefe Achsenspiegelung, Scherung, Schrägspie-
gelung
Inhalte
Bildebene, Urbildebene, Sehstrahl
Parallelriss: Hauptlinie, Ordner
Zentralriss: Horizont, Hauptpunkt, Fluchtpunkt, Verschwindungspunkt, Verschwindungsebene
Affinitätsstrahlen, Affinitätsachse, ebene Prismen- und Quaderschnitte, invariantes Rechtwinkel-
paar
2. Leitidee „Raum und Form“
Von den Schülerinnen und Schülern wird erwartet, dass sie
- mithilfe der Durchschnitts- (Durchstoß-)methode Risse einfacher räumlicher Figuren konstruieren
können
- Rekonstruktion von Grund-, Auf- und Kreuzriss zu einem vorgegebenen Riss vornehmen können
Zentralprojektion:
Von den Schülerinnen und Schülern wird erwartet, dass sie
- eine fotografische Aufnahme/zentralprojektives Bild als Zentralriss interpretieren und rekonstruie-
ren können
- in einfachen Fällen eine Frontalperspektive konstruieren können
- die Bedeutung von Distanz und Distanzkreis bzw. Sehkreis verstehen
- einen allgemeinen Zentralriss mit 3 Fluchtpunkten konstruieren können
Parallelprojektion:
Von den Schülerinnen und Schülern wird erwartet, dass sie
- Grundeigenschaften einer Parallelprojektion verstehen
- zugeordnete Normalrisse zur Herstellung des Parallelrisses einfacher räumlicher Körper verwen-
den können
Inhalte
Abbildung von Geraden und einfachen eben begrenzten geometrischen Figuren in allgemeiner und
spezieller Lage
428 Kompetenzen und Inhalte für Darstellende Geometrie – Kursstufe
Description:Dabei lernen sie auch, moderne Formen des Aberglaubens, die auf einem unwissenschaftlichen Weltverständnis beruhen, kritisch zu hinterfragen. Bei der Begegnung mit der Astronomie erleben die Schülerinnen und Schüler, wie sich eine Wissenschaft von mystischen Anfängen in der Antike zu einer