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Magazin der Bayerischen Landesärztekammer • Amtliche Mitteilungen • www.blaek.de • B 1611 E • 68. Jahrgang • April 2013
Interviews mit den
beiden BLÄK-Vizes
PPrräävveennttiioonn iinn ddeerr
Lyme-Borreliose – Klinik,
FFrraauueennhheeiillkkuunnddee Diagnostik und Therapie
Ihr direkter Draht zur
BLÄK: www.blaek.de
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Magazin der Bayerischen Landesärztekammer • Amtliche Mitteilungen • www.blaek.de • B 1611 E • 66. Jahrgang • Mai 2011 w
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IVW, 3. QUARTAL 2012
Druckaufl age 72.750 Exemplare
Aboaufl age 71.812 Exemplare
Das Bayerische Ärzteblatt
BVearyseorrisgcuhnegskonferenz ist IVW-geprüft.
Neues aus der
Angiologie 1in0 .M Süuncchhtefonrum
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IN BAYERN DIE NR. 1
Kontakt: Stefanie Beinl, 089 55241-240, [email protected], www.atlas-verlag.de
EA IVW Gruppe neu Quartal4/11.indd 1 06.02.13 14:50
Editorial
Liebe Leserin,
lieber Leser,
in der April-Ausgabe geht das Bayerische Ärz-
teblatt mit seiner Titelserie „Prävention in …“
in die dritte Runde. Diesmal bringen wir einen
Fortbildungsartikel – verbunden mit Fortbil-
dungsfragen und der Möglichkeit, Fortbil-
dungspunkte online zu erwerben – aus der
Frauenheilkunde, den Professor Dr. Birgit Seel-
bach-Göbel verfasst hat.
Unter „BLÄK informiert“ lesen Sie die Inter-
views mit den beiden Vizepräsidenten der
Bayerischen Landesärztekammer (BLÄK): der
Wiedergewählten, Dr. Heidemarie Lux, und dem
Neuen im Amt Dr. Wolfgang Rechl.
Thematisch abgerundet wird das aktuelle Heft
mit Beiträgen, wie „Time is life – Die Sepsis
Hochkarätige Gäste kamen zum Neujahrsempfang des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Ge-
geht uns alle an!“, „Regionale Unterschiede
sundheit (StMUG) Anfang März in die Bayerische Landesärztekammer (BLÄK): Unter Ihnen der Präsident der
BLÄK, Dr. Max Kaplan, die Staatssekretärin Melanie Huml und der Bayerische Staatsminister für Umwelt und in der Antibiotika-Verordnungshäufigkeit bei
Gesundheit, Dr. Marcel Huber (v. li.) sowie rund 150 Vertreter aus Politik und Selbstverwaltung. Kindern und Jugendlichen in Bayern“, „Crystal
– die neue ‚Modedroge‘“ oder „Klinik, Diagnos-
Der Präsident verwies in seiner Begrüßung auf die Herausforderungen des laufenden Jahres und hob dabei die
tik und Therapie der Lyme-Borreliose“.
weitere Umsetzung des GKV-Versorgungsstrukturgesetzes, das Patientenrechtegesetz und die Transplanta-
tionsmedizin hervor. Vor allem ginge es darum, langfristig eine qualifizierte wohnortnahe ambulante und statio-
näre Versorgung sicherzustellen, was bei mangelnden humanen und finanziellen Ressourcen und einer zuneh- In der Rubrik „Blickdiagnose“ geht es diesmal um
menden Ökonomisierung nicht einfach sei. eine Kasuistik aus der Kinder- und Jugendme-
dizin und in der Reihe „Medizingeschichte 3D“
Staatsminister Huber betonte in seiner Rede, wie wichtig der Austausch von Selbstverwaltung und Politik für ein
stellen wir einen historischen Spektralapparat
konstruktives Miteinander sei. Zugleich appellierte er an die Partner, noch intensiver nach gemeinsamen Lösungen
in gesundheitspolitischen Fragen zu suchen, um eine Staatsmedizin langfristig vermeiden zu können. vor.
Sophia Pelzer (BLÄK) Gute Lektüre und einen guten Start in den
Frühling wünscht Ihnen
Ihre
Vor 50 Jahren
Das Bayerische Ärzteblatt vom April 1963
Dagmar Nedbal
Professor Dr. T. von Lanz gibt in seinem Artikel „Form und Verantwortliche Redakteurin
Funktion“ einen Überblick über die Entwicklung der mo-
dernen Anatomie und ihre praktische Bedeutung für die
ärztliche Heilkunde.
In dem Abdruck einer Rede von Kardinal Döpfner an-
lässlich der Einweihung eines Caritas-Altenheimes gibt
er der Besorgnis um die zunehmende Vereinsamung
der alten Menschen Ausdruck. Angesichts der deutlich
gestiegenen Lebenserwartung von 67 Jahren werde die Unntteerrbbrriinn--
gung von alten Menschen in Altenheimen zu einem besorgniserregenden Trend. Ober-
medizinalrat Schüppert weist auf das unlautere Geschäftsgebaren von Heilmittelhausierern
hin, die trotz des Verbotes durch das neu in Kraft getretene Arzneimittelgesetz weiterhin
diverse Präparate mit vermeintlicher Heilwirkung vertreiben.
Gerichtsurteile: Entziehung der Zulassung zur Kassenpraxis wegen unkorrekter Abrechnung –
Verbot einer kassenärztlichen Zweigpraxis – Größe der Zeitungsanzeigen von Ärzten.
Die komplette Ausgabe ist unter www.blaek.de (Ärzteblatt Archiv) einzusehen.
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Bayerisches Ärzteblatt 4/2013
Inhalt
137 Editorial 166 Ausbildung zur/m Medizinischen Fachangestellten
166 Auflösung des Kreuzworträtsels aus Heft 3/2013
Leitartikel 167 Pelzer: GKV-Versorgungsstrukturgesetz, Bedarfsplanung
139 Lux: Pharmasponsoring und Weiterbildung
167 Medienkampagne zur Impfung gegen Masern gestartet
Blickdiagnose 167 Bundesopiumstelle gibt seit 4. März 2013 neues BtM-
141 Macke: Akute Gangstörung und Atemnot Rezept aus
bei einem Neunjährigen 167 Notrufnummer 112 überarbeitet
168 Kübert: Master of Public Health, Spezialisierung:
Panorama Health Administration and Management (HAM)
142 Lexikon: Bedarfsplanung 168 Kalb: Nochmals zur Warnung vor unseriösen
Branchenverzeichnissen
Titelthema
144 Seelbach-Göbel: Prävention in der Frauenheilkunde – Fortbildung
Was ist gesichert – was ist Mythos? 169 Aktuelle Seminare der Bayerischen Landesärztekammer
150 Freiwilliges Fortbildungszertifikat: Zehn Fragen 175 Ärzte und Selbsthilfe im Dialog: Krankhaftes
zum Titelthema Übergewicht und Adipositas vermeiden
BLÄK informiert Glosse
152 Müller: Deutliche Akzente setzen – 180 Ärztliche Lockrufe
Interview mit Dr. Heidemarie Lux
153 Nedbal: Lagerdenken ist nicht meine Sache – Varia
Interview mit Dr. Wolfgang Rechl 181 Personalia
154 Hesse/Koeniger/Peckelsen/Abbushi: Time is life – 182 Leserbriefe
Die Sepsis geht uns alle an! 183 Hennig: Medizingeschichte 3D
156 Hübner: Regionale Unterschiede in der Antibiotika- 184 Feuilleton
Verordnungshäufigkeit bei Kindern und Jugendlichen
in Bayern 186 Kleinanzeigen
158 Meyer/Wodarz: Crystal – die neue „Modedroge“
161 Nedbal: Abzocke im Internet? 200 Impressum
161 Auflösung der Fortbildungsfragen aus Heft 3/2013
162 Fingerle u. a.: Klinik, Diagnostik und Therapie
der Lyme-Borreliose Titelbild: Human papillomavirus (HPV) © spline_x – Fotolia.com
154 156 158
Time is life – bei Sepsis Aktuelles zur Antibiotika-Verordnung Modedroge – Crystal auf dem Vormarsch
138 Bayerisches Ärzteblatt 4/2013
Leitartikel
Pharmasponsoring
Die Halbwertszeit medizinischen Wissens Falsche Selbstwahrnehmung? Die Pharmabranche hat die Zeichen der
wird immer kürzer. Eine berufsbeglei- Zeit erkannt – und die stehen auf „Transpa-
tende Aktualisierung und kontinuierliche Vielen Ärztinnen und Ärzten ist die Prob- renz“. Ab 2016 soll veröffentlicht werden,
Erweiterung der fachlichen Kompetenz lematik von Sponsoring in der ärztlichen was welches Unternehmen an welchen
gehören nicht umsonst zum Selbstver- Fortbildung durch die pharmazeutische Arzt zahlt. Bereits bisher haben sich die
ständnis für Ärztinnen und Ärzte. Neben und medizintechnische Industrie durchaus forschenden Pharmahersteller ein Verbot
dem hohen zeitlichen Aufwand ist auch bewusst. Daraus können Interessenskon- für größere Geschenke an Ärzte auferlegt.
der finanzielle Einsatz dafür nicht zu un- flikte entstehen, die den Zielen einer ob- Bald soll es nach Angaben des Verbandes
terschätzen. Da kommt eine finanzielle jektiven, unabhängigen ärztlichen Fort- Forschender Arzneimittelhersteller (VFA)
„Unterstützung“ durch die Pharma- und bildung entgegenstehen. Gefahr erkannt, einen europäischen Kodex geben, wie die
Medizinprodukteindustrie gerade recht, Gefahr gebannt? So einfach ist es nicht. Zahlungen an Ärzte veröffentlicht werden
wenn da nicht die berüchtigten Nebenwir- In verschiedenen internationalen Studien sollen, was dann im Internet einsehbar
kungen wären. wurde nachgewiesen, dass viele Ärzte sein soll. In den USA wird aktuell eine
entgegen ihrer Selbstwahrnehmung durch Gesetzesinitiative, der sogenannte „Sun-
Die ärztliche Fortbildung und der Kom- Pharmasponsoring in ihren Einstellungen shine Act“, diskutiert. Die Hersteller von
petenzerhalt haben zu Recht einen ho- und ihrem Verhalten beeinflusst werden. Pharmaka, medizinischen Geräten und
hen Stellenwert. Nach einer langen und In einer Querschnittstudie mit schriftlicher Hilfsmitteln müssen künftig Zahlungen
intensiven Aus- und Weiterbildungszeit Befragung von 105 Ärzten, die eine Wei- und Zuwendungen an Ärzte und bestimm-
muss das erworbene medizinische Fach- terbildung in Innerer Medizin machen, wird te Krankenhäuser aufzeichnen, jährlich an
wissen „gehegt und gepflegt“ werden. Die deutlich: 61 Prozent der befragten Ärzte die US-Behörden berichten, welche diese
Sicherstellung, Zertifizierung und Über- meinen, Kontakte zur Pharmaindustrie dann im Internet veröffentlichen.
wachung eines adäquaten Fortbildungs- würde ihr eigenes Verschreibungsverhal-
angebotes ist eine der Kernaufgaben der ten nicht beeinflussen, aber nur 16 Pro- Die Aufgabe der Landesärztekammern ist
Landesärztekammern. Zusätzlich zur Fort- zent glauben, dass ihre Kollegen durch es, bei der Zertifizierung von Fortbildungs-
bildungsverpflichtung gemäß § 4 der Be- solche Kontakte unbeeinflusst bleiben. veranstaltungen genau darauf zu schauen,
rufsordnung ist seit dem 1. Januar 2004 Fazit: Ärzte erkennen bei Kollegen oft die dass die Spielregeln sauber eingehalten
eine Nachweispflicht der ärztlichen Fort- Gefahr einer Einflussnahme, halten sich werden. Gemäß den Empfehlungen der
bildung sowohl für Vertragsärzte im § 95 d selbst aber für resistent dagegen. Bundesärztekammer zur ärztlichen Fort-
Sozialgesetzbuch (SGB) V als auch für bildung müssen Fortbildungsinhalte un-
Fachärzte im Krankenhaus (§ 137 Abs. 1 Unabhängigkeit ist notwendig abhängig von kommerziellen Interessen
Nr. 2 SGB V) gesetzlich verankert. Prob- sein, ein Sponsoring ist transparent zu ma-
lematisch ist aber, dass die notwendige Fernziel muss es sein, die ärztliche Fort- chen. Der Sponsor darf Form und Inhalt
Finanzierung dieser Fortbildungsmaßnah- bildung unabhängig von finanziellen Zu- der Fortbildungsmaßnahme nicht beein-
men weitgehend ungeregelt ist und weder wendungen durch die Pharmaindustrie zu flussen. Solange eine unabhängige Finan-
in der ärztlichen Vergütung noch in den Di- finanzieren. Dazu ist ein klarer politischer zierung der ärztlichen Fortbildung nicht
agnosis Related Groups (DRG) abgebildet Auftrag notwendig. Bei angestellten Ärz- sichergestellt ist, ist diese Kontrolle eine
wird. Sponsoring durch die Industrie wird tinnen und Ärzten hat der Arbeitgeber da- wichtige Aufgabe der Standesvertretung.
allein deshalb akzeptiert, weil es an Alter- für Sorge zu tragen, dass die Mitarbeiter
nativen mangelt. So wird die Finanzierung entsprechend den Anforderungen fortge-
der Fortbildung einzig und allein auf die bildet werden. Das kann zum Beispiel ein
Ärztinnen und Ärzte abgewälzt, die dadurch Krankenhaus nur dann finanziell darstel-
leicht in den Fokus von Vorteilsnahme und len, wenn die Fortbildungskosten über die
Korruption rücken können. Ein Blick bei- DRG oder in Form von Sonderentgelten Autorin
spielsweise in Gablers Wirtschaftslexikon von den Krankenkassen entsprechend
bringt Klarheit, wird dort doch Sponsoring vergütet werden. In der Industrie wäre Dr. Heidemarie Lux,
als Bereitstellung von Geld, Sachmitteln, das eine einfach Kalkulationsaufgabe. Die Vizepräsidentin der
Dienstleistungen oder Know-how durch Kosten für die Fortbildung der Mitarbei- BLÄK
Unternehmen zur Förderung in den Berei- ter werden in der Preiskalkulation für ein
chen Sport, Kultur, Soziales, Umwelt und Produkt oder eine Dienstleistung unter-
Medien, unter vertraglicher Regelung der gebracht. Das funktioniert so im Gesund-
Leistung des Sponsors und Gegenleistung heitswesen nicht, stehen die Krankenkas-
des Gesponserten, um damit gleichzeitig sen doch in der Pflicht, ihren Beitrag für
Ziele der Marketing- und Unternehmens- die ärztliche Fortbildung im Interesse der
kommunikation zu erreichen, definiert. Patienten zu leisten.
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Bayerisches Ärzteblatt 4/2013
Bayerisches
Die Bayerische Landesärztekammer (BLÄK) bringt das Bayerische welches Betriebssystem der Leser verwendet. Das passende Datei-
Ärzteblatt auch auf mobile Endgeräte. Seit Februar 2013 können format wird von der Software zugewiesen und der Nutzer kann
die Ausgaben des Bayerischen Ärzteblatts komfortabel auf iPads, sich ganz auf die Inhalte konzentrieren. Blättern mit „Wisch-Geste“,
iPhones und allen anderen Tablet-PCs und Smartphones gele- hohe Darstellungsqualität, Suchfunktion und hohe Ladegeschwin-
sen werden. Eine bedienungsfreundliche E-Paper-Ausgabe des digkeit der Seiten sind nur einige der allgemeinen Funktionen, die
Bayerischen Ärzteblatts wird bereits auf der Homepage www.blaek. diese neue Anwendung bietet. Ein weiteres Plus: Für iPads steht im
de zusätzlich zu den bewährten PDF-Dateien angeboten. Eine neu App Store die App „iFlipViewer“ zur Verfügung. Mit dieser können
eingesetzte Software erkennt automatisch, welches Endgerät und die Dokumente auch heruntergeladen und offline gelesen werden.
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Blickdiagnose
Akute Gangstörung und Atemnot
bei einem Neunjährigen
Der Schüler ist am Vortag aufgewacht mit
Husten und Atemnot, dabei Heiserkeit und
Halsweh. Am Vorstellungstag konnte er
plötzlich nur noch auf den Zehenspitzen ge-
hen mit starken Schmerzen in den Waden.
Impfstatus: T-D-Pa-IPV-Hib und M-M-R,
nicht gegen Grippe geimpft. Keine Vor-
oder weitere Begleitkrankenheiten. Der
Patient war keinen ähnlichen Erkrankun-
gen in der Umgebung exponiert.
Der junge Patient ist heiser, die Atmung nicht
wesentlich beschleunigt aber mit deutlichem
inspiratorischem Stridor, die Lunge ist auskul-
tatorisch frei. Rachen gerötet, Epiglottis bei
tiefer Racheninspektion (ohne Spiegel) nicht
sichtbar vergrößert. Er kann nicht frei stehen, Der junge Patient konnte nur auf Zehenspitzen gehen.
sondern nur auf den Zehenspitzen mit Einhal-
ten (siehe Abbildung). Wadenmuskulatur auf
Druck und Dehnung zum Beispiel bei passiver drei Tage später war der Patient beschwerde- tes kann von anderen sudden-onset-Gangstö-
Dorsiflexion im Sprunggelenk sehr schmerz- frei, Urinkontrolle o. B.. Weitere Nachuntersu- rungen leicht durch folgende Merkmale unter-
haft. ASR und PSR bds positiv, nicht gesteigert. chungen waren nicht notwendig. schieden werden: schmerzhafter Widerstand
Der Patient ist sonst in gutem Allgemeinzu- gegen Muskelstreckung, erhaltene Kraft und
stand und kreislaufstabil. Muskeleigenreflexe.
Aetiologie
Labor: Leu 3400, 16 Prozent Monos, sonst rotes Ebenso eindrucksvolles akut schmerzhaf-
und weißes Blutbild o. B., GOT 78 U/l, Creatin- Para-/oder postinfektiöse Myositis, meist tes wie prognostisch gutartiges Krank-
Kinase (CK) erhöht mit 782 U/l, CK-MB 36 U/l, Influenza-assoziiert (DD: Adeno-, Entero-Pa- heitsbild, typisch für das Kindesalter mit
Sauerstoffsättigung 95 Prozent. Influenza-A- rainfluenza-, EB-Virus, Mykoplasmen, Dengue- Gipfel im ersten Lebensjahrzehnt. Angaben
und Influenza-B-PCR (Nasenabstrich): neg., Fieber, in diesem Fall war eine virale Laryngitis über die Inzidenz sind nicht bekannt. Die im
Urin: o. B.. auslösend). Meist nach grippeartigen Sympto- Wesentlichen klinische Diagnose, durch we-
men plötzliche Wadenschmerzen, schmerzhaf- nige gezielte Laboruntersuchungen ergänzt,
ter Zehengang, Wade druckschmerzhaft. Die kann unnötige Diagnostik und Therapien
Diagnose
CK kann bis zu fünfstellig erhöht sein, Leuko- vermeiden.
und Thrombopenie. Myoglobinurie und Nieren-
Myalgia cruris epidemica (Synonym: Influenza- insuffizienz infolge Rhabdomyolyse möglich,
assoziierte Myositis oder benigne akute Myosi- deswegen Urinkontrollen. Ansonsten ist der
tis des Kindesalters). Verlauf meist spontan schnell selbstlimitierend.
Autor
Therapie und Verlauf Differenzialdiagnose
Dr. Alfons Macke, Facharzt für Kinder-
Ambulant symptomatisch (inhalativ Beclo- Guillian-Barré-Syndrom. Die Myalgia cruris und Jugendmedizin, Bahnhofstraße 16,
methason, Ibuprofen per os). Bei Nachkontrolle epidemica oder benigne Myositis des Kindesal- 83052 Bruckmühl
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Bayerisches Ärzteblatt 4/2013
Panorama
Profiwissen für alle – Im Buch „Neues aus … 2010/2011“, hat die
Bayerische Landesärztekammer zum zweiten Mal alle medizinischen om
c
Titelthemen aus dem Bayerischen Ärzteblatt im Zeitraum Januar 2010 a.
oli
bis Dezember 2011 veröffentlicht. ot
F
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Professionell aufgebaute Beiträge geben einen Abriss über die Neu- gld
n
erungen eines Fachgebietes oder Schwerpunktes. Der Fokus liegt auf a
b
dem Gebiet der Inneren Medizin, wobei weitere Gebiete, wie Chirurgie, ©
Radiologie, Rechtsmedizin, Physikalische und Rehabilitative Medizin,
LLeexxiikkoonn:: Die Fachterminologie im Gesund-
Rheumatologie und Endokrinologie, soweit differenzialdiagnostisch
von Bedeutung und Bestandteil der allgemeinmedizinischen und inter- heitswesen ist vielfältig. Sie reicht von A
nistischen Praxis oder Klinik, berücksichtigt wurden. Zahlreiche Farb- wie Approbation bis Z wie Zulassung. In ei-
fotos und grafisch aufbereitete Tabellen und Abbildungen bereichern ner Serie bieten wir Ihnen einen Überblick.
die Texte. In den Titelthemen des Bayerischen Ärzteblattes wird über neue Entwicklungen, Me-
thoden, Leitlinien und Standards, neueste Studien, relevante Forschung, aktuelle Themen in der
Bedarfsplanung
Diskussion und neue Pharmaka-Updates zu etablierten Pharmaka berichtet.
Das Buch kann gegen eine Schutzgebühr von 5,80 Euro (Überweisung nach Rechnungsstellung) Seit dem 1. Januar 2013 gilt eine neue Bedarfs-
bezogen werden. Bestellungen bitte per E-Mail an: [email protected] planungsrichtlinie des Gemeinsamen Bun-
desausschusses (G-BA, www.g-ba.de). Damit
sollen Ärztinnen und Ärzte mehr Planungs-
sicherheit sowie Patientinnen und Patienten
Herzschwäche und Koronare Herzkrankheit: Patienteninformationen in sechs Sprachen neu einen besseren Zugang zur ambulanten medi-
erschienen – Das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) hat im Auftrag von Kassen- zinischen Versorgung erhalten.
ärztlicher Bundesvereinigung (KBV) und Bundesärztekammer (BÄK) Patienteninformationen rund
um die Themen Herzschwäche und Koronare Herzkrankheit in sechs Sprachen übersetzen lassen. Die Bedarfsplanung regelt nun alle Fachgrup-
Die Informationen sollen das Gespräch mit dem Arzt unterstützen, wenn Patienten nur wenig pen, auch diejenigen, denen nur wenige (unter
Deutsch können. Sie vermitteln wichtige Empfehlungen und geben Tipps, was Betroffene selbst tausend) Ärzte angehören, wie etwa Nuklear-
tun können. Ab sofort finden Patienten Antworten auf Arabisch, Englisch, Französisch, Russisch, mediziner. Die Zahl der „beplanten“ Arztgrup-
Spanisch und Türkisch zu den drei Themen: „Herzschwäche – was für Sie wichtig ist“, „Koronare pen ist dadurch von 14 auf 23 angestiegen. Au-
Herzkrankheit – was ist das?“ und „Konorare Herzkrankheit – Verhalten im Notfall“. Weitere Infor- ßerdem hat der G-BA neue Planungsbereiche
mationen im Internet unter www.azq.de definiert, mehr Gestaltungsfreiheit in der regi-
onalen Planung vor Ort eingeräumt und neue
Alle Übersetzungen sowie deutsche Versionen zu 30 weiteren Themen gibt es unter: Verhältniszahlen festgelegt. Diese bestimmt,
www.arztbibliothek.de/kurzinformation-Patienten wie viele Ärzte einer Fachgruppe auf eine be-
www.patienten-information.de/kurzinformation-fuer-patienten stimmte Einwohnerzahl in einem Planungs-
www.kbv.de/wartezimmerinfo.html bereich kommen.
Künftig unterscheidet die Bedarfsplanung vier
Ebenen der Versorgung: am engmaschigsten
„Ihr schneller Weg zur Arzt-Qu@lifik@tion“ werden die Hausärzte „beplant“, am großräu-
migsten Ärzte in der gesonderten fachärztli-
Die wesentlichen Vorteile, die das Antragsbearbeitungs-
chen Versorgung.
System im Bereich der Weiterbildung „Ihr schneller Weg zur
Arzt-Qu@lifik@tion“ der Bayerischen Landesärztekammer
Zudem wird in fünf Kreistypen unterschieden.
(BLÄK) bietet:
Für die allgemeine fachärztliche Versorgung,
» portalgestützte Antragstellung mit enger Benutzerführung, beispielsweise Hals-Nasen-Ohrenärzte und
» Unterstützung durch das Informationszentrum (IZ) der BLÄK und Kinderärzte, gelten weiterhin der Kreis und die
» komfortable Funktion, die das Ausdrucken des Antrags mit Anlagetrennblättern für ein kreisfreie Stadt als Maßstab. Allerdings wird
bequemeres Einsortieren der mitzuliefernden Zeugnisse und Belege ermöglicht. hier noch einmal nach Kreistypen unterschie-
den, je nachdem ob es sich um einen mitver-
Nähere Informationen unter www.blaek.de
sorgenden, einen mitversorgten oder einen
eigenversorgten Kreis handelt. Denn Ärzte in
Ballungsräumen behandeln zum Teil in erhebli-
Golfspielende Ärzte laden zur Deutschen Meisterschaft ein – Im Rahmen des 57. Deutschen chem Umfang auch Patienten aus dem Umland.
Ärzte-Golfturniers veranstaltet die Vereinigung golfspielender Ärzte vom 14. bis 16. Juni 2013
die 40. Deutsche Meisterschaft für golfspielende Ärzte, Zahnärzte und Apotheker beim Golf-Club Seit dem 1. Januar ist außerdem ein erneuerter
Bad Kissingen. Neben dem Titel Deutscher Ärztegolfmeister 2013 geht es um weitere Brutto- und Demografiefaktor in Kraft. Für 2013 steht noch
Netto-Preise sowie separate Seniorenwertung. Die Teilnahme ist auf Spieler mit DGV-Vorgabe bis die Definition des Sonderbedarfs und des zu-
-26,4 begrenzt. sätzlichen lokalen Versorgungsbedarfs auf der
Agenda des G-BA.
Weitere Informationen: Vereinigung golfspielender Ärzte, Dr. Wolfgang Rug, Beethovenstraße 35,
97688 Bad Kissingen, Internet: www.ärztegolf.de
142 Bayerisches Ärzteblatt 4/2013
Panorama
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© meine Deutsche Automobil-Club (ADAC), der Deutsche Olympische Sportbund
haben die gesetzlichen KKrankkenkkassen iim (DOSB) und die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA)
Jahr 2011 im Durchschnitt pro Versicherten engagieren sich deshalb gemeinsam gegen Medikamentenmissbrauch und er-
eingenommen. stellten den Flyer zur Aufklärung der breiten Öffentlichkeit.
Weitere Informationen unter: www.abda.de/medikamentenmissbrauch.html
Quelle: BMG „Kennzahlen und Faustformeln“
Mitmachen erwünscht Neuer Flyer – Die Bundesärztekammer hat in Zusammenarbeit mit der Baye-
rischen Landesärztekammer (BLÄK) den Informationsflyer „Patientinnen und
Forschungsprojekt Spezialisierte Ambulan- Patienten ohne legalen Aufenthaltsstatus in Krankenhaus und Praxis“ neu
te Palliativversorgung (SAPV) – Ein derzeit aufgelegt. Dieser Flyer soll Ärztinnen und Ärzten eine Orientierungshilfe für
laufendes Forschungsprojekt der Universität die Behandlung von Menschen ohne legalen Aufenthaltsstatus bezüglich der
Augsburg, gefördert vom Bayerischen Staats- rechtlichen Situation und bei Fragen der Kostenerstattung geben.
ministerium für Umwelt und Gesundheit und
der Paula Kubitscheck-Vogel-Stiftung, unter- Der Flyer kann im Internet unter www.blaek.de Service Downloads he-
sucht Struktur- und Prozesseffekte der SAPV. runtergeladen werden. Gedruckte Exemplare können beim Informationszent-
Hierbei sollen vor allem Versorgungsanbieter rum der BLÄK, Telefon 089 4147-191, E-Mail: [email protected],
wie Haus- und Fachärzte, Pflegedienste, Hos- kostenfrei angefordert werden.
pizvereine usw. dazu befragt werden, inwieweit
die 2007 eingeführte SAPV als ergänzendes
Angebot ambulanter Palliativversorgung der
Betreuung Sterbender in der häuslichen Um-
gebung gerecht wird beziehungsweise wie sich
Anzeige
diese neue Versorgungsform mit der bisherigen
Viele können nur billig ...
Versorgung Sterbender zuhause vereinbaren
lässt. WIR KÖNNEN ...
In kurzen Interviews (maximal 15 Minuten)
wird die Perspektive hausärztlicher Palliativ-
betreuung abgefragt. Beteiligen Sie sich bei
Interesse an dem Forschungsprojekt!
Kontakt zu den wissenschaftlichen Mitarbei-
terinnen: Ursula Thoms, Telefon 0162 1018348,
E-Mail: [email protected] und Franzis-
ka Kopitzsch, Telefon 0178 6047603, E-Mail:
[email protected] FORTBILDUNG
BERATUNG AAPPPPPLLIIKKKAAATION
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143
Bayerisches Ärzteblatt 4/2013
Professor Dr. Birgit
Seelbach-Göbel
Die Prävention in der Frauenheilkunde Prävention in der
konzentriert sich im Wesentlichen auf die
gesetzlich verankerte freiwillige gynä-
kologische Krebsvorsorgeuntersuchung. Frauenheilkunde
Sie stellt eine Sekundärpräventionsmaß-
nahme für Frauen dar und soll in erster
Linie maligne gynäkologische Tumore und Was ist gesichert – was ist Mythos?
Brustkrebs in einem frühen Stadium oder
gar Vorstadium detektieren, um sie früh-
zeitig einer effektiven Behandlung zufüh-
ren zu können. Zur Sekundärprävention
sind Früherkennungsprogramme wie der
zytologische Abstrich nach Papanico-
laou (PAP-Test) und das Mammografie- HPV-Impfung und Zervixkarzinom durch entsprechend mehr invasive Eingriffe
an der Zervix diagnostiziert wurden. Im Hin-
Screening geeignet. Wünschenswert ist
Das Paradebeispiel für eine effektive Sekun- blick auf die Präkanzerosen hat der sogenannte
darüber hinaus aber, diese Erkrankungen
därprävention maligner gynäkologischer Tu- PAP-Test nach neueren amerikanischen Studi-
erst gar nicht entstehen zu lassen. Hierzu
more stellt das im Jahre 1971 in Deutschland en nur eine Sensitivität von 50 Prozent (Bericht
müssen Maßnahmen zur Primärprävention
eingeführte Früherkennungsprogramm für das des Institus für Qualität und Wirtschaftlichkeit
entwickelt werden wie Impfung oder eine
Zervixkarzinom mittels eines PAP-Tests dar. im Gesundheitswesen – IQWIG – Nr. 106, www.
effektive Chemoprävention. Immer mehr Tatsächlich sank bereits in den ersten zehn iqwig.de). Da fast alle Zervixkarzinome und ihre
setzen Frauen heute auch auf komplemen- Jahren die Inzidenz des invasiven Zervixkar- Präkanzerosen auf dem Boden einer humanen
täre Methoden, auf Vitamine und Spuren- zinoms von 40/100.000 Frauen um die Hälfte Papillomaviren (HPV)-Infektion, einer sexuell
elemente, welche auch intensiv beworben auf 20/100.000 und bis jetzt auf 11/100.000 übertragbaren Erkrankung, entstehen, bietet
werden, deren Nutzen aber längst nicht [1]. Die Mortalität reduzierte sich im selben sich die zusätzliche Diagnostik durch Nachweis
immer nachgewiesen ist. In dieser Arbeit Zeitraum von 6,5 auf 2,5 Fälle/100.000 Frau- der viralen DNA von sogenannten high-risk-
en. Gleichzeitig kam es zu einem gegenläu- HPV-Viren mittels polymeraser Kettenreaktion
werden verschiedene gesicherte und unge-
figen Anstieg entdeckter Carcinoma in situ (PCR) bzw. Hybrid-Capture-Test an. Weil aber
sicherte Präventionsmöglichkeiten speziell
(CIS)- und zervikaler intraepithelialer Neoplasie die meisten HPV-Infektionen transient verlau-
in der Gynäkologie diskutiert.
(CIN)-Fälle, welche wegen auffälliger Abstrich- fen – die Prävalenz bei Frauen unter 25 Jahren
ergebnisse bei der Vorsorgeuntersuchung liegt bei 20 Prozent, über 35 Jahren aber nur
144 Bayerisches Ärzteblatt 4/2013
Description:de, Stuka-Tabletten, Hermann-Göring-Pillen). Aufgrund des sehr schnell zutage Schmerztherapie – Tätigkeit in Klinik, Reha oder ambulante