Table Of ContentBaubetriebswirtschaftslehre
und Infrastrukturmanagement
Herausgegeben von
D. Jacob, Freiberg, Deutschland
Für internationales Zusammenwachsen und Wohlstand spielt gutes Infrastruktur-
management eine zentrale Rolle. Erkenntnisse der baubetriebswirtschaft lichen
Forschung können hierzu wichtige Beitrage leisten, die diese Schrift enreihe einem
breiteren Publikum zugänglich machen will.
Herausgegeben von
Prof. Dr.-Ing. Dipl.-Kfm. Dieter Jacob
Technische Universität Bergakademie Freiberg
Deutschland
Katrin Brömer
Bauwirtschaft und
Konjunktur
Bedeutung und Auswirkung
staatlicher Nachfragesteuerung
auf die Bauwirtschaft
Mit Geleitworten von Prof. Dr. Horst Brezinski und
Prof. Dr. Dieter Jacob
Katrin Brömer
Wiesbaden, Deutschland
Der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft, insb. Internationale Ressourcenwirtschaft der
Technischen Universität Bergakademie Freiberg eingereichte Dissertation, 2014.
Baubetriebswirtschaftslehre und Infrastrukturmanagement
ISBN 978-3-658-08841-5 ISBN 978-3-658-08842-2 (eBook)
DOI 10.1007/978-3-658-08842-2
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Geleitworte
Mit der Akzeptanz der keynesianischen Wirtschaftstheorie in Wissenschaft und
Politik Mitte der sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts hat der Gedanke der
kurzfristigen Steuerung der wirtschaftlichen Entwicklung Eingang in die deutsche
Wirtschaftspolitik gefunden. Konjunkturelle Schwankungen, insbesondere
Rezessionen, lassen sich reduzieren und schneller überwinden durch staatliche
Nachfrageprogramme. Der deutschen Bauwirtschaft, die immerhin im langfristigen
Mittel 10% zum Bruttoinlandsprodukt beiträgt, ist bei diesen wirtschaftspolitischen
Überlegungen ein besonderes Gewicht zugfallen, da man bisher der Meinung war,
dass staatliche Nachfrageprogramme in Form von neuen Bauaufträgen am
Schnellsten für eine Belebung der wirtschaftlichen Situation sorgen und damit zu
einer verbesserten Auslastung der Produktionskapazitäten beitragen und somit
Beschäftigung und Wachstum ankurbeln. Mit der vorliegenden Arbeit hat die
Verfasserin es sich zur Aufgabe gemacht, die konjunkturpolitischen Maßnahmen in
Bezug auf das deutsche Baugewerbe näher zu untersuchen. Katrin Brömer ging es
insbesondere darum zu klären, ob die Konjunkturpakete, die 2008/2009 zur
Überwindung der Auswirkungen der internationalen Wirtschafts- und Finanzkrise
gestartet wurden, bei den Unternehmungen des Baugewerbes allokative Wirkungen
erzeugt haben, insbesondere ob dadurch Kapazitäten erhalten bzw. aufgebaut
worden sind, die im Normalverlauf der Konjunktur nicht benötigt werden. Die
empirische Analyse bezog sich als exemplarischem Musterfall auf Befragungen der
sächsischen Bauwirtschaft sowie detaillierte Tiefeninterviews mit einzelnen
Baufirmen in Sachsen. Die von der Verfasserin überzeugend dargestellten
Ergebnisse legen es nahe eine Verstetigung der staatlichen Baunachfrage zu
praktizieren bzw. weisen deutlich auf die sehr wirksamen Zahlungen von
konjunkturell begründetemKurzarbeitergeld hin, um auf diese Weise der Branche zu
helfen, ihr dringend benötigtes Humankapital zu erhalten.
Die von Katrin Brömer vorgelegte Arbeit bietet neue Einsichten und Erkenntnisse
bezüglich der Wirkungsweise von konjunkturellen Maßnahmen in Bezug auf die
deutsche Bauwirtschaft. Es ist daher zu hoffen, dass der vorliegende Band möglichst
viele einschlägig interessierte Leser finden möge, die diese Ergebnisse und
Erkenntnisse nachvollziehen und teilen können.
Freiberg/Poznan im Dezember 2014 Horst Brezinski
VI Geleitworte
Die Bauwirtschaft wird vom Staat noch immer für Konjunkturprogramme, das heißt
zur vorübergehenden Stimulierung der Binnennachfrage, eingesetzt, manche sagen
auch „missbraucht“. Von der Bauwirtschaft werden dadurch vorübergehend
zusätzliche Kapazitäten aufgebaut, die später nach Auslaufen der
Konjunkturprogramme schmerzhaft wieder in der Branche abgebaut werden müssen.
Sind diese Effekte bedeutend und welche Auswirkungen haben sie auf die
Bauwirtschaft? Sind davon nur spezielle Bausparten betroffen wie beispielsweise der
öffentliche Straßen- und Tiefbau? Führen diese Kapazitätsausschläge zu
zusätzlichen Insolvenzen in der Bauwirtschaft? Wäre es nicht volkswirtschaftlich
sinnvoller, die bestehenden Baukapazitäten möglichst gleichmäßig auszulasten?
Diesen und weiteren spannenden volkswirtschaftlichen Forschungsfragen geht Frau
Brömer nach. Die vorgelegte Forschungsarbeit steht in inhaltlicher Ergänzung zu
dem kürzlich entstandenen und bei Springer Vieweg im Dezember 2013
erschienenen Buch „Ökonomie des Baumarktes“, BWI-Bau (Hrsg.), bei dem die TU
Bergakademie Freiberg unter Federführung meines VWL-Kollegen Brezinski und
Frau Brömer den wichtigen volkswirtschaftlichen Teil übernommen hatte.
Das vorliegende Buch wendet sich unter anderem an Politiker, Ministerien,
Unternehmer, Verbände, Forschungsinstitute, Unternehmensberater sowie
Studenten. Es ist der exzellenten Arbeit ein möglichst großer Verbreitungskreis zu
wünschen. Diese Publikation bereichert die bisher nur spärliche deutsche Literatur zu
wichtigen volkswirtschaftlichen Fragestellungen der Bauwirtschaft.
Freiberg im Dezember 2014 Prof. Dr.-Ing. Dipl.-Kfm. Dieter Jacob
An erster Stelle gilt mein Dank Herrn Prof. Dr. Horst Brezinski, der mich über die
gesamte Promotionszeit hervorragend betreut hat und mir stets mit Rat und Tat
sowie dem einen oder anderen Motivationsschub zur Seite stand. Durch die
konstruktiven Gespräche und Anregungen ist die vorliegende Arbeit sehr bereichert
worden.
Ebenso möchte ich Herrn Prof. Dr. Dieter Jacob danken, der mich überhaupt erst auf
die Idee der Promotion gebracht und mich auf diesem Weg tatkräftig unterstützt hat.
Im Rahmen der empirischen Untersuchungen habe ich durch Dr. Robert Momberg,
Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbandes Sachsen/Sachsen-Anhalt e. V.,
sowie seinen Mitarbeitern tatkräftige Unterstützung bei der Umsetzung der
Unternehmensumfragen erhalten. Vielen Dank dafür. Dem Hauptverband der
Deutschen Bauindustrie e. V. danke ich für die Nutzungsrechte der verbandseigenen
Datenbank, die meine statistischen Auswertungen sehr erleichtert hat.
An dieser Stelle möchte ich auch allen weiteren Personen danken, die mich über die
Promotionszeit hinweg an der TU Bergakademie Freiberg unterstützt haben. Frau
Jutta Krug und Frau Evelyn Neuber danke ich herzlich für die administrative
Unterstützung sowie Ratschläge und motivierende Gespräche. Meinen „Kollegen“
Frau Sonja Silverman, Herrn Alexander Egeling und Frau Stephanie Hasse gilt ein
besonderer Dank für den konstruktiven und motivierenden Austausch im Rahmen
unserer „Erfolgsteam“-Treffen. Weiterhin danke ich allen Freunden, die sich die Zeit
genommen haben, um die Arbeit Korrektur zu lesen.
Letztendlich gilt ein ganz spezieller Dank meiner Familie. Schon seit Kindertagen
haben mich meine Eltern in jeglicher Hinsicht gefördert und mir alle Chancen für
meine persönliche Entwicklung gewährt. Ohne diesen bedingungslosen Rückhalt,
das geschenkte Vertrauen und ihre Unterstützung wäre ich heute nicht der Mensch,
der ich bin. Vielen herzlichen Dank dafür.
Geleitworte ................................................................................................................. V
Danksagung ............................................................................................................. VII
Inhaltsverzeichnis ...................................................................................................... IX
Abbildungsverzeichnis ............................................................................................. XIII
Tabellenverzeichnis ................................................................................................ XVII
Abkürzungsverzeichnis ............................................................................................ XIX
1 Einleitung .............................................................................................................. 1
1.1 Einführung und Hintergrund ........................................................................... 1
1.2 Entwicklung der Forschungsfragen ................................................................ 2
1.3 Vorgehensweise ............................................................................................. 4
2 Definition und Charakterisierung der Bauwirtschaft .............................................. 7
2.1 Begriffsdefinition Bauwirtschaft ...................................................................... 7
2.2 Historie der Bauwirtschaft in Deutschland .................................................... 13
2.3 Struktur der Bauwirtschaft in Deutschland und Sachsen .............................. 22
2.4 Eigenschaft der Bauleistung ......................................................................... 28
2.5 Ausgewählte theoretische Erklärungsmodelle der deutschen Bauwirtschaft 31
2.5.1 Aspekte der Transaktionskostentheorie in der Baupraxis ...................... 32
2.5.2 Prinzipal-Agent-Theorie ......................................................................... 35
2.6 Marktmechanismen im Baumarkt ................................................................. 40
2.6.1 Der Preismechanismus im Baumarkt ..................................................... 41
2.6.2 Baupreise und Preiselastizität ................................................................ 44
2.7 Schlussfolgerungen aus Besonderheiten des Baumarktes .......................... 47
3 Konjunkturtheorie und Bauwirtschaft................................................................... 51
3.1 Konjunkturelle Schwankungen ..................................................................... 51
3.2 Staatliche Baunachfrage .............................................................................. 53
3.3 Multiplikatorwirkung ...................................................................................... 61
3.3.1 Bestimmung des Multiplikators .............................................................. 62
3.3.2 Multiplikatorwirkung der Bauwirtschaft ................................................... 65
X Inhaltsverzeichnis
3.4 Konjunkturtheoretische Erklärungsansätze und konjunkturpolitische
Instrumente .................................................................................................. 69
3.4.1 Stabilisierungspolitische Konzeptionen .................................................. 71
3.4.2 Diskretionäre Fiskalpolitik ...................................................................... 73
3.4.3 Kritik an diskretionärer Fiskalpolitik ........................................................ 76
3.5 Zusammenfassende Erklärungen für Konjunkturprogramme ....................... 78
4 Konjunkturfördermaßnahmen in Deutschland seit 1960 .....................................81
4.1 Die Phase der Globalsteuerung (1967-1982) ............................................... 82
4.2 Regierung Kohl (1982-1998) ........................................................................ 90
4.3 Rezession 2002/2003 ................................................................................... 96
4.4 Wirtschafts- und Finanzkrise 2007/2009 ...................................................... 98
4.5 Zusammenfassung der erfolgten Konjunkturfördermaßnahmen seit 1960 . 107
5 Empirische Untersuchung ................................................................................. 111
5.1 Methodenauswahl ...................................................................................... 111
5.1.1 Vorgehensweise .................................................................................. 114
5.1.2 Stärken und Schwächen ...................................................................... 116
5.1.3 Durchführung der Blitzumfragen .......................................................... 119
5.1.4 Durchführung der Interviews ................................................................ 123
5.2 Ergebnisse ................................................................................................. 128
5.2.1 Auswertung der Blitzumfragen ............................................................. 128
5.2.2 Auswertung der Interviews ................................................................... 133
5.2.3 Zusammenfassende Auswertung der Interviews ................................. 142
5.2.4 Auswertung der allgemeinen Statistik .................................................. 144
5.3 Vergleichende Auswertung ......................................................................... 151
6 Fazit .................................................................................................................. 155
6.1 Wirtschaftspolitische Schlussfolgerungen .................................................. 155
6.2 Zusammenfassung und Ausblick ................................................................ 161
Literatur ................................................................................................................... 165
Anhang .................................................................................................................... 187
Anhang 1 Blitzumfragen – Fragebögen ............................................................ 187