Table Of ContentBusselmann
Bankenaufsicht und marktbezogenes Eigenkapital
Schriftenreihe fUr
Kreditwirtschaft und Finanzierung
Band 12
Herausgegeben von
Prof. Dr. Karl Friedrich Hagenmiiller
Prof. Dr. Wolfram Engels Prof. Dr. Rosemruie Kolbeck
Eine Aufstellung der in dieser Schriftenreihe erschienenen Bfulde finden Sie am Ende
des Buches.
Elke BOsselmann
Bankenaufsicht und
marktbezogenes Eigenkapital
GABLER
Die Deutsche Bibliothek - CIP-Einheitsaufnahme
Busselmann, Elke:
Bankenaufsicht und marktbezogenes Eigenkapital
I Elke BOsselmann. -Wiesbaden : Gabler, 1993
(Schriftenreihe fOr Kreditwirtschaft und Finanzierung ; Bd. 12)
Zugl.: Frankfurt (Main), Univ., Diss., 1992 u.d.T.: BOsselmann,
Elke: Bankenaufsichtsrechtliche Risikobegrenzung auf der Basis
eines marktbezogenen Eigenkapitalbegriffs
ISBN-13: 978-3-409-14408-7 e-ISBN-13: 978-3-322-87893-9
DOl: 10.1007/978-3-322-87893-9
NE:GT
Der Gabler Verlag ist ein Untemehmen der Verlagsgruppe Bertelsmann Intemational.
© Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th. Gabler GmbH, Wiesbaden 1993
Lektorat: Brigitte Siegel
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dermann benutzt werden dOrften.
ISBN-13: 978-3-409-14408-7
In groBer Dankbarkeit
Meinen Eltern
v
Geleitwort
Die Konstruktion okonomisch adiiquater Regulierungen der Kreditinstitute
im Hinblick auf unterschiedliche bankaufsichtliche Zielsetzungen und die
Konkretisierung dieser Regulierungen in den bankaufsichtsrechtlichen Tat
bestanden und Normen sind im Zuge der Vorbereitung des EG-Binnen
marktes wieder vielbeachtete Themengebiete der bank- und kreditwirt
schaftlichen Literatur geworden. Dabei haben neuerdings zentrale Aus
sagen der neuen Mikrookonomik und des Neoinstitutionalismus zu einer
Wiederaufhahme der Zielsetzungsdiskussion gefiihrt. Andere bankaufsicht
liche Aspekte sind bei den Reformuberlegungen aber im Hintergrund
geblieben, obwohl sie fUr eine Neupositionierung der Regulierungsdiskus
sion ebenso wichtig erscheinen. So hat etwa die Abbildung innovativer
Instrumente wie der Optionen, Futures und Swaps zur Berucksichtigung
von Marktwerten gefiihrt, ohne daB diese "Innovation" zu einer grundsAtz
lichen Neudiskussion der Bewertungsprobleme und insbesondere der brei
teren Akzeptanz von MarktwertansAtzen gefiihrt hat. In der amerikani
schen Literatur findet die Marktbewertung dagegen aus unterschiedlichen
Grunden zunehmend Anhanger. Elke Biisselmann greift in der hier vorlie
genden Arbeit die systematischen wie aktue11en Aspekte eines solchen
Ansatzes auf und konkretisiert auf der Basis einer breiten theoretischen
Fundierung bankaufsichtsrechtlicher Zielsetzungen den Marktgedanken fUr
die Bankenaufsicht, und damit insbesondere fUr den bankaufsichtsrecht
lichen Eigenkapitalbegriff.
Ausgangspunkt der Argumentation der Verfasserin ist § 10 Abs. 7 KWG,
der die Hohe des haftenden Eigenkapitals der Kreditinstitute aus handels
rechtlich ermittelten GroBen ableitet. In der Arbeit wird aber aufgezeigt,
daB die Zielsetzungen des Handelsrechts und des Bankaufsichtsrechts nicht
so weitgehend iibereinstimmen, daB eine ParallelitAt dieser Normen
zwingend ist. Vielmehr ergibt die Analyse, daB fUr bankaufsichtsrechtliche
Zwecke ein Abrucken vom Anschaffungswertprinzip geboten erscheint, weil
dieses seine glAubigerschiitzende Funktion bei der Gewinnermittlung und
nicht bei der Vermogensermittlung entfalten solI. Ansatzpunkt bankauf
sichtlicher Risikobegrenzungen sol1te aber eine Gegeniiberste11ung der mit
der Vermogensanlage iibernommenen Risiken und des vorhandenen Risiko
deckungspotentials sein. Zur Umsetzung dieses Gedankens entwickelt die
Verfasserin daher einen "marktbezogenen Eigenkapitalbegriff', der eine
Orientierung an Wiederbeschaffungspreisen beinhaltet, soweit sich diese,
beispielsweise durch das Vorliegen von Borsenpreisen oder Gutachten,
objektiviert ermitteln lassen. Der vorgeste11te und in einigen Beispielen
konkretisierte Bewertungsansatz eignet sich gerade deshalb besonders fUr
VII
Kreditinstitute, da diese uber einen hohen Anteil an finanziellen Ver
mOgenswerten verfilgen, denen leicht solche Marktpreise zugeordnet wer
den kOnnen.
Auf der Basis des marktbezogenen Eigenkapitalbegriffs arbeitet Frau
Busselmann konkrete VorschUige aus, welche Bestandteile das haftende
Eigenkapital im deutschen Bankaufsichtsrecht beinhalten sol1te, um einer
seits den internationalen Markterfordemissen. andererseits aber auch dem
nationalen Sicherheitsdenken von Seiten der Bankenaufsicht genugen zu
kOnnen. Damit lei stet die Verfasserin einen wichtigen Beitrag zur grund
satzlichen Diskussion um eine sachgerechte Ausgestaltung bankaufsicht
licher Risikobegrenzungsnormen. Der Ansatz bietet aber auch eine fun
dierte Argumentationsbasis, um in der aktuellen bankaufsichtsrechtlichen
Diskussion zum haftenden Eigenkapital der Kreditinstitute fUr oder gegen
bestimmte Eigenkapitalbestandteile votieren zu kOnnen.
Die Arbeit von Frau Busselmann wird die Diskussion um die Transforma
tion der EG-Eigenmittelrichtlinie in das deutsche Recht um grundsatzliche
und aktuelle Gesichtspunkte bereichern.
Bernd Rudolph
VIII
Vorwort
Die kontrovers gefuhrte Diskussion im Zuge der Transformation der EG
Eigenmittelrichtlinie in deutsches Recht hat sehr deutlich gezeigt, daB die
Anforderungsmerkmale der Studienkommission "Grundsatzfragen der Kre
ditwirtschaft" aus dem Jahre 1979 nicht mehr ausreichen, um die Anerken
nung zusatzlicher Eigenkapitalkomponenten als haftendes Eigenkapital der
Kreditinstitute im deutschen Bankaufsichtsrecht einwandfrei zu begriin
den. Die vorliegende Arbeit, die unter dem Titel "Bankaufsichtsrechtliche
Risikobegrenzung auf der Basis eines marktbezogenen Eigenkapitalbegriffs"
als Dissertation yom Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Johann
Wolfgang Goethe-Universitat angenommen wurde, stellt den Ansatz des
marktbezogenen Eigenkapitalbegriffs vor, mit dem es gelingt, neue Argu
mente in diesen Problembereich einzubringen. Dabei solI die eher vorsichts
betonte Grundhaltung des deutschen Bankaufsichtssystems in den Grund
zugen nicht durchbrochen werden, auch wenn der dargestellte Ansatz zur
eingeschrankten Anerkennung von (stillen) Neubewertungsreserven fiihrt.
Die Arbeit wurde im Juli 1992 abgeschlossen.
Jeder, der die Muhen und die Freuden des Erstellens einer Dissertation
erlebt hat, weiB, daB der Dank fur die wahrend dieser Zeit erfahrene Hilfe
und Unterstutzung fachlicher und vor allem auch personlicher Art sehr
groB ist. Es ist mir daher ein Anliegen, meinen Dank allen an dieser Stelle
auszusprechen.
Ganz besonders herzlich danke ich meinem verehrten Doktorvater, Herrn
Prof. Dr. Bernd Rudolph, der durch sein Interesse und seine kritischen
Hinweise sehr zum Gelingen der Arbeit beigetragen hat. Mein Dank gilt
auch Frau Prof. Dr. Rosemarie Kolbeck fur wertvolle Anregungen, die Uber
nahme des Zweitgutachtens und als Mitherausgeberin fur die Aufnahme
der Arbeit in diese Schriftenreihe.
Meinen jetzigen und frUheren Kollegen am Lehrstuhl fur Kreditwirtschaft
und Finanzierung danke ich vielmals fur ihre Unterstutzung und Aufmun
terung. Besonderer Dank gilt dabei Stefan Nabben fur seine groBe Diskus
sionsbereitschaft und fur viele hilfreiche Anmerkungen.
Einen unschatzbaren Anteil am Zustandekommen dieser Arbeit hat Udo
Liedtke geleistet. Er hat mir mit viel Verstandnis und liebevoller Unterstut
zung geholfen, auch Tiefphasen der Promotionszeit schnell zu uberwinden.
Dafur danke ich ihm ganz besonders herzlich.
IX
Meine Eltem haben mit dem uberaus sorgfaltigen Korrekturlesen zum for
malen Gelingen der Arbeit beigetragen, worur ich ihnen sehr dankbar bin.
Verbliebene Fehler sind auf nachtragliche Anderungen zuruckzufiihren und
gehen alleine zu meinen Lasten.
Nicht zuletzt gilt mein Dank dem Gabler Verlag, Wiesbaden, und insbeson
dere Frau Brigitte Siegel fUr die gute Zusammenarbeit und die zugige Ab
wicklung der Verofi'entlichung.
Elke Busselmann
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Inhaltsverzeichnis
Geleitwort VII
Vorwort IX
Abbildungsverzeichnis XV
Abkiirzungsverzeichnis XVII
Ten A Einleitung
1 Problemstellung 1
2 Gang der Untersuchung 5
Ten B Grundprobleme der bankaufsichtsrechtlichen
Risikobegrenzung
1 Zur Bkonomischen Begriindung der Bankenaufsicht 9
1.1 Sonderstellung der Kreditinstitute in der Volkswirtschaft 9
1.1.1 Grundsatzliche Uberlegungen 9
1.1.2 Transformationsfunktionen 11
1.1.3 Informations-, Anreiz-und Kontrollfunktionen 14
1.1.4 Beurteilung der typischen Bankfunktionen im Hin-
blick auf die Sonderstellung der Kreditinstitute 15
1.2 Traditionelle Begriindung der Bankenaufsicht 17
1.2.1 Gesetzliche Grundlage 17
1.2.2 Glaubigerschutz als bankaufsichtsrechtliche
Zielsetzung 20
1.2.3 Sicherung der Funktionsfahigkeit des Kreditwesens
als bankaufsichtsrechtliche Zielsetzung 27
1.2.4 Zusammenhang zwischen den bankaufsichtsrecht-
lichen Zielen 30
1.3 Modeme Begriindung der Bankenaufsicht 32
1.4 Beurteilung der Begriindungsansatze 38
1.5 Einlagen(ver)sicherung als Alternative zur Bankenaufsicht 40
1.5.1 Einlagensicherung 40
1.5.2 Einlagenversicherung 47
1.5.3 Beurteilung 52
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