Table Of ContentAufbruch Pflege
Thomas Behr (Hrsg.)
Aufbruch Pflege
Hintergründe – Analysen –
Entwicklungsperspektiven
1. Ausgabe
Herausgeber
Dr. Thomas Behr
Diakonie Haus Elisabeth gGmbH
Management
Hadamar
Deutschland
ISBN 978-3-658-06720-5 ISBN 978-3-658-06721-2 (eBook)
DOI 10.1007/978-3-658-06721-2
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Springer Gabler
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Lektorat: Stefanie Brich | Claudia Hasenbalg
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Geleitwort
Nicht zuletzt durch die Auswirkungen des demografischen Wandels rücken der Arbeits-
und Gesundheitsschutz auch in der (Alten)Pflege immer stärker ins Blickfeld. Die Anzahl
der Pflegebedürftigen steigt. Gleichzeitig altern die Beschäftigten in den Pflegeberufen.
Und auch insgesamt ändert sich die Situation der Branche. Die rechtlichen und wirtschaft-
lichen Anforderungen wachsen. Qualitätssicherung bei zunehmendem ökonomischen
Druck, Bürokratisierung, Arbeitsbelastung, Personalmangel, würdevolles Pflegen und
würdevolles Arbeiten sind nur einige der Stichworte, mit denen sich die Beschäftigten kon-
frontiert sehen. Dabei ist der Pflegeberuf oftmals physisch ebenso wie psychisch belastend,
und zwar auch dann, wenn er als menschlich erfüllend und sinnvoll empfunden wird.
Pflegende sind in der Regel hoch motiviert und engagieren sich stark für ihre Aufgabe.
Trotzdem erhöhen sich Krankenstände und die Zahl frühzeitiger Berufsausstiege. Hinzu
kommt, dass die Vielzahl belastender Faktoren die Bereitschaft potentieller Nachwuchs-
kräfte hemmt, sich für den Pflegeberuf zu entscheiden.
Mit ihrer Kampagne „Aufbruch Pflege“ hat die Berufsgenossenschaft für Gesundheits-
dienst und Wohlfahrtspflege (BGW) bereits 2006 eine öffentliche Diskussion über gesund-
heitliche Belastungen insbesondere in der Altenpflege angestoßen, die noch immer höchst
aktuell ist und die sich seitdem ständig weiterentwickelt hat. Zusammen mit Partnern
aus Ministerien und Parteien, Pflegeeinrichtungen und Pflegeorganisationen, Fach- und
Berufsverbänden, Wohlfahrtsverbänden, Sozialpartnern und Sozialversicherungsträgern
arbeitet die BGW daran, dass sich aus dieser Kampagne ein breites Aktionsbündnis für
bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege bildet. Um Pflegende zu entlasten, sind Perso-
nalmindeststandards im Pflegebereich sowie eine Begrenzung von Dokumentationspflich-
ten und Bürokratie notwendig. Neben einer Reform der Pflegeausbildung ist eine Aufwer-
tung des Berufs geboten.
Auch die Bundesregierung sieht diese Notwendigkeiten, wie der aktuelle Koalitionsver-
trag zeigt. Unter anderem will sie die Pflegebedürftigkeit besser anerkennen, um die Situ-
ation der Pflegebedürftigen und Angehörigen, aber auch derer, die in der Pflege arbeiten,
zu verbessern. Dazu strebt sie an, den neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff auf der Grundlage
der Empfehlungen des Expertenbeirates in dieser Legislaturperiode so schnell wie möglich
einzuführen, damit insbesondere Menschen mit Demenzerkrankungen bessere und pass-
genauere Leistungen erhalten. Bis zur Umsetzung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs
will sie zügig vor allem die schon bestehenden
Betreuungsleistungen weiter ausbauen und auf alle Pflegebedürftigen ausdehnen.
Eine von der BGW berufene Expertenkommission, besetzt mit Fachleuten aus den un-
terschiedlichen Bereichen der Sozialwirtschaft, hat Positionspapiere zu unterschiedlichen
Themen erarbeitet, die für die Pflegebranche relevant sind. Vor diesem Hintergrund ist
das Buch „Aufbruch Pflege“ entstanden. Es enthält reflektierte Experteneinschätzungen
zu den Themen Altenpflegeausbildung und Integrierte Versorgung sowie Empfehlungen
6 Geleitwort
zur Refokussierung auf den Kernprozess Pflege, zur Entbürokratisierung der Pflegedo-
kumentation, zu psychischer Gesundheit und zu einem nationalen Aktionsplan. Neben
wissenschaftlichen Ergebnissen stehen aktuelle, umfassende Recherchen und authentische
Interviews.
Führungs- und Leitungskräfte in Organisationen, Betrieben und Verbänden der Alten-
hilfe und -pflege erhalten hier Impulse zum Nach- und Weiterdenken über Veränderungs-
prozesse in ihren jeweiligen Verantwortungsbereichen und darüber hinaus.
Studierende und Interessenten gewinnen einen gut recherchierten und aktuellen Ein-
blick in die wichtigsten Themen der Pflegebranche.
Betriebe und Einrichtungen können das Buch zudem als Arbeitsmittel nutzen, das sie
bei der Organisation und Implementierung von Maßnahmen zum Gesundheitsschutz der
Beschäftigten in der Pflege auch langfristig kompetent begleitet.
Empfehlenswert ist die Lektüre für alle, die sich mit dem Thema Pflege und der aktuel-
len Situation und Diskussion um die Pflegebranche umfassend auseinandersetzen möch-
ten.
Hamburg, im August 2014
Prof. Dr. Stephan Brandenburg, Hautgeschäftsführer der Berufsgenossenschaft für Ge-
sundheitsdienste und Wohlfahrtspflege
Vorwort
Für die Entstehung dieses Werkes gilt mein Dank der Berufsgenossenschaft für Ge-
sundheitsdienste und Wohlfahrtspflege, in besonderer Weise Herrn Bjørn Kähler für
die Bereitschaft den Projektgedanken so engagiert und wohlwollend aufzunehmen und
umzusetzen. Dank gilt den Experten, die seit 2006 in der Expertenkommission tätig waren
und sich trotz vielfältiger Belastung bereitwillig und engagiert an diesem Buchprojekt mit
ihren Expertisen beteiligt haben. Ein besonderer Dank gilt Frau Kathrin-Rika Freifrau von
Hirschberg, ohne deren Arbeit die Positionspapiere nicht in der Form hätten erscheinen
können. Dank auch an Frau Sabrina Reinhart für die abschließende Fertigstellung der Ma-
nuskripte.
Puchheim, im August 2014 Dr. Thomas Behr
Inhalt
Geleitwort ................................................................ 5
Vorwort .................................................................. 7
Die Autoren ............................................................... 13
Teil A: Einleitung ..................................................... 15
Kapitel 1: Aufbruch Pflege? Philosophischer Versuch einer Annäherung
an das Faktische ................................................ 17
Thomas Behr
Kapitel 2: Von der Strategie vorausgreifenden Denkens - Die Arbeit des Think
Tank seit 2006 .................................................. 23
Bjørn Kähler
Teil B: Empfehlungen zu einem nationalen Aktionsplan .................. 29
Kapitel 3: Positionspapier: Nationaler Aktionsplan Pflege – Entwicklung und
Umsetzung .................................................... 31
Thomas Bals, Thomas Behr, Gerd Dielmann, Jürgen Gohde, Kathrin-Rika
Freifrau von Hirschberg, Rolf Höfert, Michael Huneke, Bjørn Kähler,
Stefan Neumann, Petra Selg, Claudia Stiller-Wüsten
Kapitel 4: Expertenexpertise .............................................. 55
Jürgen Gohde
10 Inhalt
Teil C: Refokussierung auf den Kernprozess der Pflege .................... 59
Kapitel 5: Positionspapier: Pflege raus aus dem Abseits – Empfehlungen zu
einer Refokussierung auf den Kernprozess der Pflege .............. 61
Thomas Behr, Gerd Dielmann, Rolf Höfert, Michael Huneke, Bjørn Kähler,
Stefan Neumann, Petra Selg, Claudia Stiller-Wüsten
Kapitel 6: Expertenexpertise .............................................. 83
Michael Huneke
Teil D: Integrierte Versorgungssysteme .................................. 89
Kapitel 7: Positionspapier: Empfehlungen zur Umsetzung der Integrierten
Versorgung unter Einbezug der Pflege ........................... 91
Thomas Behr, Gerd Dielmann, Kathrin-Rika Freifrau von Hirschberg,
Rolf Höfert, Michael Huneke, Bjørn Kähler, Stefan Neumann, Petra Selg,
Claudia Stiller-Wüsten
Kapitel 8: Expertenexpertise .............................................. 115
Claudia Stiller-Wüsten, Rolf Höfert
Teil E: Altenpflegeausbildung .......................................... 119
Kapitel 9: Positionspapier: Empfehlungen zur Qualitätssteigerung und
-sicherung der Altenpflege ausbildung in Deutschland ............. 121
Thomas Behr, Kathrin-Rika Freifrau von Hirschberg, Rolf Höfert, Michael
Huneke, Bjørn Kähler, Stefan Neumann, Petra Selg, Claudia Stiller-Wüsten
Kapitel 10: Expertenexpertise .............................................. 155
Thomas Bals
Teil F: Entbürokratisierung der Pflegedokumentation und psychische
Gesundheit .................................................... 161
Kapitel 11: Positionspapier: Psychische Belastungen in der Pflege und die Rolle
der Pflegedokumentation ....................................... 163
Kathrin-Rika Freifrau von Hirschberg, Bjørn Kähler
Kapitel 12: Expertenexpertise .............................................. 187
Bernd Reuschenbach
Inhalt 11
Teil G: Der demografische Wandel und die Situation der Pflegenden ....... 191
Kapitel 13: Einflüsse demografischer Veränderungsprozesse auf die
Arbeitssituation der Altenpflegekräfte – Faktenlage ................ 193
Kathrin-Rika Freifrau von Hirschberg
Kapitel 14: Interview
Bundesminister a.D. Dr. Heiner Geißler .......................... 199
Bjørn Kähler
Kapitel 15: Interview Prof. Dr. jur. habil Thomas Klie ......................... 205
Bjørn Kähler
Kapitel 16: Interview mit Pflegepraktikerin Renate Neumüller ................ 215
Monika Isanovic, Thomas Behr
Teil H: Fazit .......................................................... 217
Kapitel 17: Schlusswort des Herausgebers ................................... 219
Thomas Behr
Description:Vor dem Hintergrund der im Rahmen der Expertenkommission der BGW Aufbruch Pflege 2006 erstellten fünf Positionspapiere zu basalen Themen der Altenpflege in Deutschland beleuchten Experten die gegenwärtige Situation und eine handlungsorientierte zukünftige Ausrichtung in den Sachgebieten.