Table Of ContentWERKSTATTBÜCHER
FÜR BETRIEBSAN GESTELLTE, KONSTRUKTEURE UND FACH
ARBEITER. HERAUSGEGEBEN VON DR.-ING. H. HAAKE, HAMBURG
Jedes Heft 50-70 Seiten stark, mit zahlreichen Abbildungen
Die Werkstattbücher behandeln das Gesamtgebiet der Werkstatta
technik in kurzen selbständigen Einzeldarstellungen: anerkannte Fachleute und
tüchtige Praktiker bieten hier das Beste aus ihrem Arbeitsfeld, um ihre Fach
genossen schnell und gründlich in die Betriebspraxis einzuführen.
Die Werkstattbücher stehen wissenschaftlich und betriebstechnisch auf der Höhe,
sind dabei aber im besten Sinne gemeinverständlich, so daß alle im Betrieb und
auch im Büro Tätigen, vom vorwärtsstrebenden Facharbeiter bis zum leitenden
Ingenieur, Nutzen aus ihnen ziehen können.
Indem die Sammlung so den Einzelnen zu fördern sucht, wird sie dem Betrieb
als Ganzem nutzen und damit auch der deutschen technischen Arbeit im Wett
bewerb der Völker.
Einteilung der bisher erschienenen Hefte naeh Fachgebieten
I. Werkstoffe, HiHsstoffe, Hilfsverfahren Hen
Der Gra.uguß. 3. Aufl. Von Chr. Gilles............................................ 19
Stahl-und Temperguß. 3. Aufl. Von E. Kothny. . . . • . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .• . . . .. . • 24
Die Baustähle für den Maschinen- und Fa.hrzeugbau. Von K. Krekeler................ 75
Die Werkzeugstähle. Von H. Berbers............................................. 50
Hartmetalle in der Werkstatt. 2. Aufl. · Von A. Rottier. . . . .• . . . . . . . . . . . . . . . . .• . . . . .• 62
Kupfer und Kupferlegierungen. 3. Aufl. Von H. Keller u. K. Eiokhoff................ 45
Leichtmetalle. 3. Aufl. Von F. Böhle . . . . . . . . . . . . • . . .• • . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .• • • . . • 53
t. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Hitzehärtbare Kunststoffe - Duroplaste -. Von A. Nielsen 109
Nichthärtbare Kunststoffe- Thermoplaste-. Von H. Determann ..•....•.••.•••... 110
Furniere-Sperrholz-Schichtholz I. 2. Aufl. Von J. Bittner........................ 76
Furniere-Sperrholz-Schichtholz TI. 2. Aufl. Von L. Klotz......................... 77
Härten und Vergüten des Stahles. 6. Aufl. Von H. Herbers ......•....••••...••••••. .; 7
Die Praxis der Warmbehandlung des Stahles. 6. Auf!. Von P. Klosterma.nn............ 8
Brennhärten. 2. Aufl. Von H. W. Grönegreß...................................... 89
Induktionshä.rten. Von E. Höhne .•...............••.....••••••.•.••.•••••••••••• 116
Elektrowärme in der Eisen· und Metallindustrie. 2. Aufl. Von 0. Wundra.m............ 69
Die Gaswärme im Werkstättenbetrieb. Von F. Schuster. . . . . • • • • • • • • . . . . • . • • • • • • . • • • 115
Die Brennstoffe. 2. Aufl. Von E. Kothny......................................... 32
Öl im Betrieb. 3. Aufl. Von K. Krekeler u. P. Beuerlein........ . . . . . • . . .• . • . .• • • . • • . • 48
Farbspritzen. 2. Aufl. Von R. Klose.............................................. 49
Anstrichstoffe und Anstrichverfa.hren. Von R. Klose ..•••.••••...•••......•.••.••••• 103
Rezepte für die Werkstatt. 6. Aufl. Von W. Barthels............................... 9
Dichtungen. Von H. Trutnovsky. • • . .• . . .• . • . • . • . . .• . . . . . . . . . . . . .• • . . .• • • • • . • • • • 92
ß. Spangebende Formung
Die Zerspanba.rkeit der Werkstoffe. 3. Aufl. Von K. Krekeler. . . • • . • • • • • • • • • . • • • • • . • 61
Gewindeschneiden. 5. Aufl. Von 0. M. Müller...................................... I
Bohren. 4. Aufl. Von J. Dinnebier............................................... 15
Senken und Reiben. 4. Aufl. Von J, Dinnebier..................................... 16
Innenräumen. 3. Aufl. Von A. Schatz............................................ 26
(Fortsetzung 3. UmsclUagseite)
WERKSTATTBÜCHER
FÜR BETRIEBSANGESTELLTE, KONSTRUKTEURE UND FACH
ARBEITER. HERAUSGEBER DR.-ING. H. HAAKE, HAMBURG
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HEFT 99
Arbeitsvorbereitung
Von
Ober-lng. Ferdinand Pristl
Bad Kreuznach
Erster Teil
Betriebswirtschaftliche Vorüberlegungen,
werkstoff- und fertigungstechnische
Planungen
Zweite neubearbeitete Auflage
(7.-12. Tausend)
Mit 99 Abbildungen
Springer-Verlag Berlin Heidelberg GmbH
1956
ISBN 978-3-662-01323-6 ISBN 978-3-662-01322-9 (eBook)
DOI 10.1007/978-3-662-01322-9
Inhaltsverzeichnis
Seite
Vorwort. . . . . . . . . . . . . . . . 3
I. Betriebliche Wirtschaftsplanung . 3
I. Gesamtwirtschaftsplan S. 3.-2. Teilwirtschaftspläne S. 4.
A. Der Absatzplan . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4
3. Der Verkaufsplan S. 4. - 4. Der Werbeplan S. 5. - 5. Der Vertriebsauf
wandsplan S. 6.
B. Der Erzeugungsplan . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6
6. Der Durchführungsplan S. 6.-7. Der Einkaufsplan S. 8.- a) Bedarfsplanung
nach Aufträgen S. 8. - b) Bedarfsermittlung auf Grund des Lagerverbrauchs
S. 9. - 8. Der Aufwandsplan S. 10.
C. Der Investitionsplan . . . . . . . 10
D. Der Finanzplan . . . . . . . . . 11
9. Ausgaben S.ll.. -~ 10. Einnahmen S.12. -11. Überschuß oder Fehlbeträge S. 13.
II. Fertigungsplanung 13
A. Arbeit-und stoffsparende Gestaltung der Erzeugnisse . . . . . . . . . . . . . 13
12. Vereinheitlichung der Konstruktionsteile S. 13.-13. Beschränkung der Stoff
arten und Abmessungen S. 15. - 14. Sonstige Gestaltungsvorschriften S. 16. -
15. Zeichnungsnumerierung und Konstruktionsstückliste S. 20.
B. Wirtschaftlicher Materialeinsatz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21
16. Materialfestlegung für das Einzelteil S. 23.--17. Vermeidung von Verschnitt
S. 25. - 18. Rohteil-, Halbzeug- und Normteilliste für Aufträge S. 26.
C. Wirtschaftlicher Maschinen- und Betriebsmitteleinsatz 28
19. Der Fertigungs-und ArbeitsplanS. 29. - 20. Maschinen und Arbeitsvorgänge
S.32. - a) Herabsetzung der Rüstzeit S. 32. - b) Herabsetzung der Hauptzeit
S. 33. - c) Herabsetzung der Nebenzeiten S. 41. - d) Vorrichtungen S~ 45. -
e) Wirtschaftliches Prüfen und Messen S. 47.-21. Der Arbeitsplatz S. 50.
D. Fertigungsarten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 53
22. Einzelfertigung S. 53. - 23. Reihenfertigung S. 53. - 24. Massenfertigung
und Fließarbeit S. 55.-a) Bandfertigung S. 58.-b) Taktstraßen- Maschinen
fließreihen S. 60.-c) Arbeitstaktplanung S. 62.
E. Transportfragen . . . . . . . . . . . . . . . . . 66
25. Innerbetrieblich S. 67.-26. Fördermittel S. 68.
Alle Rechte, insbesondere das der Übersetzung in fremde Sprachen, vorbehalten. Ohne aus
drückliche Genehmigung des Verlages ist es auch nicht gestattet, dieses Buch oder Teile daraus
auf photomechanischem Wege (Photokopie, Mikrokopie) zu vervielfältigen.
Vorwort
In den beiden Werkstattbüchern Arbeitsvorbereitung I und II wird versucht,
dem im Betrieb stehenden vorwärtsstrebenden Vorarbeiter, Meister und Betriebs
beamten die großen Zusammenhänge seiner oft engen Abschnittsarbeit zu ver
mitteln und dem Ingenieur Anregungen, mit dem Ziel der Leistungssteigerung, zu
geben. In das Gebiet der Arbeitsvorbereitung fällt dabei alles, was vor Beginn der
eigentlichen Fertigung geplant und, um einen reibungslosen Ablauf zu sichern,
während der Arbeit gesteuert und überwacht werden muß, um die Rentabilität des
Unternehmens und damit die Arbeitsplätze der Belegschaft zu sichern.
Im Rahmen dieser Aufgabenstellung behandelt das Heft "Arbeitsvorbereitung I"
in der Hauptsache die Fertigungsplanung, also a.lle einmalig zu treffenden Maß
nahmen, die sich auf die Gestaltung des Erzeugnisses, die Fertigungsvorbereitung,
die Planung und Bereitstellung der Betriebsmittel beziehen und in der Regel mit der
Freigabe der Fertigung schließen. Im Heft "Arbeitsvorbereitung II" finden sich
zuerst Unterlagen über die Auswahl der arbeitenden Menschen und die Arbeitszeit
ermittlung bzw. Arbeitsbewertung. Diese Abschnitte gehören gliederungsmäßig
noch zum Bereich der Fertigungsplanung. Dann wird die Fertigungssteuerung
behandelt, die alle Maßnahmen zur Durchführung eines Auftrages im Sinne der
Vorplanung umfaßt und mit der Abrechnung ihren Abschluß findet.
Bei der Neubearbeitung der 2. Auflage (die erste erschien 1950) wurde auf die
neuesten Begriffsfestlegungen über Arbeitsvorbereitung seitens des AWF und
Refa Rücksicht genommen. Eine eingehende Schilderung aller Möglichkeiten kann
im Rahmen dieser Schrift nicht gegeben werden, daher sollen die beigefügten Ab
bildungen und Tabellen helfen, grundsätzliche Wege zur Arbeitsgestaltung aufzu
zeigen und die angeführten Literaturhinweise sollen zum Weiterstudium anregen.
I. Betriebliche Wirtschaftsplanung
1
1. Gesamtwirtschaftsplan. Die betriebliche Wirtschaftsplanung bestimmt, wie
sich ein Unternehmen in einem zukünftigen Zeitabschnitt betätigen oder welche
Verfassung es zu diesem Zeitpunkt haben soll. Das Endziel ist ein Mehr an Gütern
zu niedrigeren Preisen unter besseren Arbeitsbedingungen in kürzerer Arbeitszeit,
damit dem einzelnen Menschen die Befriedigung erhöhter zivilisatorischer und kul
tureller Bedürfnisse ermöglicht wird. Dabei obliegt es in der Verkehrs- oder Markt
wirtschaft dem Einzelunternehmer, Geschäftsführer oder Vorstand der Unter
nehmen, im Wettbewerb untereinander die Produktionsfaktoren so zu kombinieren,
daß das Verhältnis von Geldaufwand und Geldertrag günstig ist und die freien
Verbraucherwünsche - Grundlage der Produktion - gemäß ihrer Dringlichkeit
(Preisanreiz) erfüllt werden. Bei der zweiten Methode, Erzeugung und Verbrauch
in Übereinstimmung zu bringen, der zentral gelenkten Planwirtschaft, lenkt und
ordnet einer, ein Gremium oder eine Zentrale Art und Menge der Produktion im
ganzen Staate und bestimmt damit auch den Grad der Erfüllungsmöglichkeit der
Bedürfnisse des Volkes. In diesem Falle bauen die kaufmännischen Planungen des
Unternehmens-Staatsbetriebes-auf den Sollzahlen des zuständigen Planungs-
1 NICKLISCH: Handwörterbuch der Betriebswirtschaft. Stuttgart 1932; Management
Handbook. The Ronald Press Co. 1930; RKW-Handbuch der Rationalisierung. Berlin 1930.
1*
4 Betriebliche Wirtschaftsplanung
amtes auf und beschränken sich daher praktisch auf den Erzeugungs- und Auf
wandsplan, damit die Einhaltung des "Solls" gesichert wird.
Bei der Planung unterscheidet man zwischen der Prüfung eines Verfahrens hin
sichtlich seiner Fabrikationsreife und seiner wirtschaftlich-technischen Durch
führung, wobei man von der Leistung aus auch zur Geldseite des Fragenkreises
kommt. Hier werden die Höhe der benötigten Mittel, die Etappen der Bereitstellung
und die betrieblich-kaufmännische Wirtschaftlichkeit festgestellt. Darüber hinaus
ermöglicht der Wirtschaftsplan aber auch die Kontrolle, ob das darin bestimmte
"Soll" mit dem in Wirklichkeit erzielten "Ist" übereinstimmt, und schafft durch
die Auswertung eine wichtige Erfahrungs- und Erkenntnisquelle praktischen Wirt
schaftens. Die Aufgliederung des Gesamtwirtschaftsplans in Teilwirtschaftspläne
zeigt Tabelle l.
Tabelle I. Wirtschaftsplan
A. Absatzplan
Verkaufsplan: Legt abzusetzende Erzeugnisse nach Menge, Art und Absatz
gebiet bzw. Absatzweg fest.
Werbeplan: Bestimmt Mittel, Zeit und Aufwand der Werbung.
Vertriebsaufwandsplan: Gliedert Aufwand nach Verkauf und Versand, sowie
Erzeugnisgruppen und Verkaufsgebieten.
B. Erzeugungsplan
Durchführungs plan: Klärt Losgrößen der Fertigung, Bereitstellung von Menschen,
Maschinen und Material.
Einkaufs p I an: Legt die günstigsten Bedingungen für Beschaffung nach Preis, Menge,
Lieferant und Termin fest.
Aufwands plan: Ist nach Kostenarten und Kostenstellen sowie festem und propor
tionalem Aufwand gegliedert.
C. Investitionsplan
Stellt den Einkaufsplan der Anlagegegenstände dar.
D. Finanzplan
Zeigt, wieviel Eigen- oder Fremdmittel am Ende der Planperiode zur Verfügung stehen
oder beschafft werden müssen.
2. Teilwirtschaftspläne. In der Regel geht man vom Absatzplan aus. An seine
Stelle tritt der Finanzplan, wenn zur Finanzierung des möglichen Absatzes nicht
genügend Mittel vorhanden sind. Der Erzeugungsplan bildet die Grundlage, wenn
die Absatzmöglichkeit größer als die Erzeugungsfähigkeit ist. Schließlich muß man
auf dem Einkaufsplan aufbauen, wenn die Rohstoffe für den erzielbaren Absatz
nicht beschafft werden können. Die Länge der Planperiode hängt von der Über
sehbarkeit der Zukunft ab; meist entspricht sie dem Geschäftsjahr, von dem aus
gehend Teilpläne über kleinere Zeitabschnitte aufgestellt werden. Meist werden
die Pläne auf Blättern, Karten, Konten oder in statistischer Form aufgestellt. Die
Aufstellung selbst erfordert einen tiefen Einblick in das gesamte Betriebsgefüge
über das eigene Arbeitsfeld hinaus und fördert die Erkenntnis der Tragweite
einzelner Entscheidungen.
A. Absatzplan 1
Der Absatzplan muß rechtzeitig vor Beginn eines jeden Geschäftsjahres neu
aufgestellt werden, er ist Ausgangspunkt der angestrebten Geschäftsentwicklung.
3. Der Verkaufsplan, bei der Einstoff- und Sortenherstellung nur mit Längen-,
Flächen-, Raum- oder Gewichtseinheiten arbeitend, dient zur Vorplanung
(Schätzung) und geht von der Absatzhöhe der Erzeugnisse nach Art und Menge,
Absatzgebiet usw. aus. Tabelle 2 als Ausschnitt eines Planes der Maschinenindustrie
r GuTENBERG, E.: Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre - Bd. II, Der Absatz.
BerlinfGöttingenjHeidelberg: Springer 1955.
Absatzplan 5
ist um so ungenauer, je zahlreicher und mächtiger die beeinflussenden Kräfte sind.
Hauptgrundlage kann dabei der Gesamtumsatz der Vergangenheit, die Marktlage
mit Bedarfsermittlung und Anteilbestimmung über die KonkmTenzanalyse, die
Preispolitik des Unternehmens, die Finanzlage, Produktionskapazität oder Material
lage sein, je nachdem, auf welchem Gebiet der Engpaß liegt. Die Untersuchung
des Marktes mit dem Ergebnis als Verkaufsplan liefert auch wesentliche Aufschlüsse
über Gestaltung, Leistung und Lebensdauer der zu planenden Erzeugnisse, gleich
gültig, ob es sich um Einstoff- und Sortenherstellung der Grundstoff- oder che
mischen Industrie, die differenzierteren Erzeugnisse des weiterverarbeitenden Hand
werks und der Gewerbebetriebe oder der oft höchstentwickelten Anlagen der
Investitionsgüterindustrie handelt.
Tabelle 2. Verkaufsplan
Monat
Planzeit: Januar-Juni I I
Erzeugnis JIa nuar Februar Juni
St M St I M M
I I
Art: Vorjähr. Monatslief.l 60 40 800 80 54400 10 6 800
so
Geplante Monatslief. 60 40 800 54 400 20 13 600
Maschine 1 ---- I
Davon I Absatzgebiet I 40 50
für ------w- ----I,I
Inland Absatzgebiet II 15
-- 1---
ISt =M 6801 für Export 5 I- --~ - I
Vorjähr. Monatslief. 100 35 000 50 17 500 30 lO 500
Art: Geplante Mona tslief. 100 35 000 50 17 500 30 10 500
Maschine 2 Davon I Absatzgebiet I -70- ---- 10 --
für I==
Inland I Absatzgebiet II 30 __j 2o
1St= M 350 für Export - 20
Vorjähr. Monatslief. - 12 300 - 11450 - 10000
Art: Geplante Monatslief. - 12 000 - 11 500 - 12000
I
Dron Absatzgebiet I - 6 000
ur
Reserveteile Inland Absatzgebiet II - --150~0
für Export - 4 500
Monatsumsatz im Vorjahr - 88100 - 83 350 - 27300
Geplanter Monatsumsatz . - I 87 800 - I 83 400 - I 36100
Der Absatzplan entsteht folgendermaßen:
a) Schätzung des Absatzes, vorbereitet durch die einzelnen Verkaufsabteilungen,
b) Prüfung durch die Verkaufsabteilungen,
c) Prüfung durch die Produktionsabteilungen unter dem Gesichtswinkel der
Produktionsmöglichkeit und -fähigkeit,
d) Prüfung durch die Finanzabteilung im Hinblick auf die Finanzierungs
möglichkeit oder Kapitalbereitstellung,
e) endgültige Festlegung durch die Direktionssitzung.
4. Der Werbeplan wird meist die Saisonschwankungen im Absatz auszugleichen
oder den Gesamtabsatz zu erhöhen trachten. Bei der Auswahl der mehr persön
lichen Werbung, Inseraten- oder Plakatpropaganda spielen die zu verkaufenden
Erzeugnisse, das zur Verfügung stehende Personal und Kapital und nicht zuletzt
die Menta1ität der zu werbenden Kunden eine große Rolle.
6 Betriebliche Wirtschaftsplanung
5. Der Betriebsaufwandsplan legt die Verkaufskosten, also den Aufwand der
Ve rkaufsleitung, der Verkaufsverhandlungen und des Versandes fest und bestimmt
den möglichen Anteil dieser Kosten a.m Umsatz für jedes Erzeugnis gesondert.
Außer der Aufteilung in absatzabhängige und absatzunabhängige Kosten ist eine
Gliederung nach Absatzzonen und nach Verkäufern zweckmäßig.
B. Erzeugungsplan
Mit der Aufstellung des Absatzplanes sind die Unterlagen für die Produktions
abteilungen gegeben, wobei notwendige Reserven und Lagermengen mit zu berück
sichtigen sind.
6. Der Durchführungsplan (Tabelle 3) übernimmt mit Rücksicht auf gleich
mäßige Fertigungsdichte über das ganze Jahr die saisonbedingten Absatzmengen
nicht unmittelbar in die einzelnen Monate, sondern verteilt sie entsprechend.
Die Interessen der Produktion befinden sich hier also im Widerspruch zu den Grund
sätzen der Kapitalwirtschaft und dem Streben nach wirtschaftlichster Lager
haltung, die schnellen Kapital- und Lagerumschlag verlangen 1. Es ist daher eine
Tabelle 3. Erzeugungs-Durchführungsplan
_2- ---'-------'--~4 ____.______ 9
1
Planzeit: Januar-Juni Monate
Erzeugnis I
November I Dezember Januar Juni
I
Art: Lieferg.lt. Verk.-Pl. 10 20 160 20
I
Gerät I
M680,- Gepl. Monatslose - Ix50 1x50 1x50
....
FürStck.IBenöt. Fert.-Std. Bearbtgs.-Beginn -- -- ................. ~, ' -----
1 120 1 Notw. Fert.-Std. - I 6000 6000 6000
Art: I Lieferg. lt. Verk.-Pl. 300 I 200 I 100 30
Gerät 2
M350,- Gepl. Monatslose 250 100 I 100 50
Bearbtgs.-Beginn ........ -- ---
Fürstck.\ Benöt. ;~rt.-Std. .. .............. -- ----
1
Notw. Fert.-Std. 12500 5000 5000 2500
I
Art: Lieferg.lt. Verk.-Pl. I
Ersatzteile Gepl. Monatslose
FürStck.\ Benöt. Fert.-Std. Bearbtgs.-Beginn
1 Notw. Fert.-Std. 2000 I 1500 2000 2000
Benöt. Fert.-Std. f. Ges.-Erzeugung 14500 12500 I 13000 10500
(+)Urlaub - 500 - 2500
(-)Überstunden 1500 - -
----
----1
Monatlich erford. Fert.-Std. 13000 13000 13000 13000
Erford. prod. Gefolgschaft 65 I 65 65 65
1 ANDLER, K.: Die wirtschaftliche Auftragsmenge für Fertigung und Lager. Das Industrie
blatt 1951, Heft 5. - KNECHT, V.: Terminwesen und Lagerhaltung in der Massenfertigung.
BerlinfGöttingenjHeidelberg: Springer 1952.
Erzeugungsplan 7
Kompromißlösung zu finden zwischen prompter Lieferung durch Anpassung der
Produktion an den Absatz, gleichmäßiger Produktionshöhe und vorteilhafter
Lagerhaltung. Die Entscheidung wird danach ausfallen, ob die Zinsen für den ver
langsamten Kapitalumschlag oder die Kostenersparnis durch gleichmäßigere Pro
duktion und entsprechend niedrig gehaltene Gesamtkapazität der Anlagen über
wiegen. Die weitere Unterteilung in Losgrößen (Serien) muß außerdem noch auf
die besonderen Betriebsbedingungen Rücksicht nehmen. Zu kleine Losgrößen
können die Fertigungskosten (Rüstzeitanteil) und die Gemeinkosten (Einarbei
tungs-, Transport- und Verwaltungsarbeit) ungünstig beeinflussen. Zu große Los
laufzeiten erschweren infolge langer Maschinenbesetzung in den Engpaßmaschinen,
besonders, wenn verschiedenartige Erzeugnisse hergestellt werden, das Einhalten
der Termine, geben Anlaß zu Materialstauungen, erfordern größere Materialvor
räte und bedingen höhere Verwaltungs-, Zins- und Versicherungskosten. Auch
führen sie leicht zu Abrechnungsschwierigkeiten bei Lohn-Abschlagszahlungen.
Selbstverständlich spielt die Losgröße auch eine wichtige Rolle für die Wahl der
Fertigungsverfahren (Verwendung arbeitsparender Vorrichtungen, Sondermaschi
nen) und der Fertigungsart (Einzel-, Reihen- oder Fließarbeit).
Die Fertigungszeiten selbst liegen durch Schätzung, Vorrechnung oder bei
bereits öfter gefertigten Erzeugnissen durch Arbeitszeitstudien fest, so daß auf
Grund der Einzelteil- und Montagezeiten die monatlichen Fertigungsstunden
bestimmt sind. Tarifurlaubszuschläge sowie Gemeinkosten-Stundenzuschläge er
geben die notwendige Gesamtzahl der produktiven und unproduktiven Gefolgschaft.
Über dem "Normal" liegende "benötigte Fertigungsstunden" werden durch Über
stunden oder Zweischichtenbetrieb, unter "Normal" liegende durch Urlaub aus
geglichen. Dieser Plan ist Ausgang für die Arbeitsvorbereitung, da in ihm durch
schräge Striche von der Linie des Bearbeitungsbeginns zum jeweiligen Liefer
monatsende der Termin der Auftragsaufgabe oder Materialbereitstellung festliegt.
Bei der Einstoff- und Sortenherstellung ist die Planzahl meist nicht die Arbeits
zeit, sondern z. B. m-Draht, m2 - Blech usw.
Handelt es sich um neu zu errichtende oder auszubauende Anlagen, so wird
der Durchführungsplan auf Grund der Fertigungs- und Arbeitspläne durch Ma
schinenaufstell- und Förderpläne ergänzt. Sie entstehen als Funktion des Arbeits
flusses im Streben nach Begradigung\ Abkürzung, Befreiung von Reibungen und
legen auch die Dampf-, Elektrizitäts- und Preßluftleitungspläne fest. Bei der An
ordnung der Produktionsmittel ist außer auf die Transportmöglichkeit auf genü
gend Bedienungsraum, Lager- und Stapelplätze, bei Serienfertigung gegebenen
falls auf Mehrmaschinenbedienung, ferner auf leichte Reparatur- und Ausbaumög
lichkeit großer Bestandteile, Entfernung von Schmutz und Abfällen, auf Unfall
verhütung und Feuerschutz zu achten.
Bei der Einzel- und Kleinreihenfertigung erfordert eine rationelle Personal
wirtschaft die Zusammenlegung fachlich zusammengehöriger Arbeiten in einen
Raum. Sie wendet dabei Vielzweckmaschinen und Einrichtungen an, die sich leicht
auf Arbeiten an verschiedenen Erzeugnissen umstellen lassen. Dagegen ist in der
Großreihen-und Massenfertigung das Fließprinzip-Maschinen und Betriebsmittel
werden dem Arbeitsfluß entsprechend aufgestellt - mit Einzweckmaschinen und
Einrichtungen, die nur für bestimmte Arbeitsgänge gebaut sind, zweckmäßiger.
Der Industriebau selbst ist dann die Hülle um die Produktionsmittel, wobei
Schrumpfung und Ausweitungsmöglichkeiten berücksichtigt werden. Um Leitungs
verluste, große Tilgungs- undinstandhaltungskosten zu vermeiden, wirdmanzweck-
1 BRÖDNER, E.: Werkstättenplanung und Maschinenaufstellung. Industrieanzeiger Nr. 43
und 4i, Jhrg. 1953.