Table Of ContentPia Krisch
Alltag, Geld und Medien
Pia Krisch
Alltag, Geld
und Medien
Die kommunikative Konstruktion
monetärer Identität
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
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Zugl. Diss. Universität Erfurt, 2009
.
1. Auflage 2010
Alle Rechte vorbehalten
© VS Verlag für Sozialwissenschaften | GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2010
Lektorat: Katrin Emmerich
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Umschlaggestaltung: KünkelLopka Medienentwicklung, Heidelberg
Druck und buchbinderische Verarbeitung: Rosch-Buch, Scheßlitz
Gedruckt auf säurefreiem und chlorfrei gebleichtem Papier
Printed in Germany
ISBN 978-3-531-17161-6
Vorwort
Die Idee zu dieser Arbeit entstand während meiner Tätigkeit in einem Bankhaus.
Hier wurde mir bewusst, wie vielfältig die Projektionen auf Geld sind, die hinter
bestimmten Handlungen stehen, wie komplex und wie einfach zugleich das Wissen
über Geld sein kann, wie sehr Monetäres Gegenstand von Kommunikation ist.
Beim Versuch, in einer wissenschaftlichen Arbeit zu klären, wie das Wissen eines
Menschen über Geld entsteht, sah ich mich zunächst vor die Schwierigkeit gestellt,
vertrauten, vielfach verflochtenen, oft banalen – kurz – alltäglichen Dingen auf den
Grund gehen zu wollen. In einem längeren Prozess der Suche, des Findens und er-
neuter Suche habe ich schließlich innerhalb der interpretativen Theorietradition
das nötige Handwerkszeug gefunden, um den Fluss und die Selbstverständlichkeit
der alltäglichen Lebensbewältigung aufzubrechen und das Besondere darin zu se-
hen.
Ich möchte mich für die inspirierende Begleitung dieses Suchprozesses und die
Freiheit, das Thema, welches auf den ersten Blick wenig Anleihen bei der traditio-
nellen Kommunikationswissenschaft nimmt, auszugestalten, bei Prof. Dr. Joa-
chim Höflich bedanken. Prof. Dr. Patrick Rössler, der überdies die Zweitbe-
gutachtung übernahm, stand mir während der gesamten Zeit mit wertvollen Hin-
weisen zur Seite. Sein Doktorandenkolloquium an der Universität Erfurt bot eine
sehr förderliche Atmosphäre, in der eigene Ansätze in konstruktiven Diskussionen
getestet werden konnten und auch mentale Unterstützung gegeben wurde. Darüber
hinaus habe ich sehr aus den Gesprächen mit Kathleen Arendt, Swantje
Lingenberg und Isabel Schlote (alle Universität Erfurt) profitieren können.
Des Weiteren danke ich Dr. Marita Balks, die mich in vielen Gesprächen
sowie durch ihr Vorbild motiviert hat, dieses Projekt zu verwirklichen und die mir
in organisatorischer Hinsicht so manchen Stein aus dem Weg geräumt hat. Peter
Zwegat danke ich für die Einblicke, die er mir in Gesprächen in den Alltag einer
Schuldnerberatungsstelle gegeben hat sowie für sein Engagement bei der Vermitt-
lung von Interviewpartnern. An dieser Stelle sei meinen Interviewpartnern gedankt,
die immerhin einen beträchtlichen Teil ihrer Zeit dafür opferten, mit einer Unbe-
kannten über ihre Erfahrungen, Geschichten, Meinungen zum Umgang mit Geld
zu sprechen. Besonders großen Dank schulde ich meinen Eltern für den Rückhalt,
den sie mir gegeben haben, aber auch für die Unterstützung in praktischen Dingen,
die so manchen Engpass zu beheben half. Schließlich bin ich Stephan Aier für
6 Vorwort
tägliche Unterstützung und Motivation, vor allem aber für inspirierende Gespräche
zu großem Dank verpflichtet.
St.Gallen, im Dezember 2008 Pia Krisch
Inhaltsverzeichnis
Vorwort .............................................................................................................. 5(cid:3)
Inhaltsverzeichnis ............................................................................................... 7(cid:3)
Abbildungsverzeichnis ...................................................................................... 11(cid:3)
Tabellenverzeichnis........................................................................................... 12(cid:3)
Abkürzungsverzeichnis ...................................................................................... 13(cid:3)
1(cid:3) Einleitung ................................................................................................... 15(cid:3)
1.1(cid:3)Problemstellung ....................................................................................... 15(cid:3)
1.2(cid:3)Der Umgang mit Geld im sozialen Wandel .............................................. 17(cid:3)
1.2.1(cid:3) Monetarisierung und monetäre Sozialisation ................................... 17(cid:3)
1.2.2(cid:3) Monetäre Geschlechterrollen ........................................................... 19(cid:3)
1.2.3(cid:3) Die Beschäftigung mit neuen Anlageformen .................................... 21(cid:3)
1.2.4(cid:3)Individualisierung und Konsumgesellschaft ..................................... 24(cid:3)
1.2.5(cid:3) Technisierung des Geldhandelns ..................................................... 27(cid:3)
1.3(cid:3)Kommunikation als zentrale Fragestellung................................................ 29(cid:3)
1.4(cid:3)Überblick über relevante Forschungsarbeiten ............................................ 33(cid:3)
1.5(cid:3)Vorgehen und Aufbau der Arbeit ............................................................. 38(cid:3)
2(cid:3) Die Forschungsperspektive: Geldhandeln in der Dialektik von
subjektiver Sinnhaftigkeit und gesellschaftlichem Wissen ............................ 41(cid:3)
2.1(cid:3)Geld: eine sozialwissenschaftliche Annäherung ......................................... 41(cid:3)
2.1.1(cid:3) Die Doppelrolle des Geldes ............................................................. 41(cid:3)
2.1.2(cid:3) Geld als Medium von Beziehungen ................................................. 45(cid:3)
2.1.3(cid:3) Kulturen des Umgangs mit Geld ..................................................... 47(cid:3)
2.2(cid:3)Eine handlungstheoretische Perspektive .................................................... 49(cid:3)
2.2.1(cid:3) Alltagshandeln ................................................................................. 51(cid:3)
2.2.2(cid:3)Prinzipien des Handelns .................................................................. 54(cid:3)
2.3(cid:3)Geldhandeln als wissenssoziologische Fragestellung .................................. 58(cid:3)
2.3.1(cid:3) Vom subjektiven Sinn zum intersubjektiven Wissen ........................ 59(cid:3)
8
Inhaltsverzeichnis
2.3.2(cid:3)Der gesellschaftliche Wissensvorrat .................................................. 62(cid:3)
2.3.3(cid:3) Kommunikation als Konstruktion von Wissensbeständen ............... 67(cid:3)
2.4(cid:3)Die kommunikative Konstruktion monetärer Identität ............................. 68(cid:3)
2.4.1(cid:3)Identität als situationsübergreifende Handlungsorientierung ........... 69(cid:3)
2.4.2(cid:3)Der Begriff der monetären Identität ................................................ 71(cid:3)
2.4.3(cid:3)Medien und Gespräche als Konstrukteure monetärer Identität ........ 73(cid:3)
2.4.4(cid:3)Die identitätsrelevante Aneignung medialer Inhalte ......................... 77(cid:3)
2.5(cid:3)Institutionen der Wissensvermittlung und -konstruktion .......................... 80(cid:3)
2.5.1(cid:3) Unvermittelte Kommunikation ....................................................... 81(cid:3)
2.5.1.1(cid:3)Kommunikative Gattungen .................................................. 82(cid:3)
2.5.1.2(cid:3)Deutungsmuster ................................................................... 84(cid:3)
2.5.1.3(cid:3)Rahmen von Kommunikation .............................................. 87(cid:3)
2.5.2(cid:3)Medial vermittelte Kommunikation ................................................ 90(cid:3)
2.5.2.1(cid:3)Schemata, Frames und Diskurse – Strukturen der
Massenkommunikation ........................................................ 93(cid:3)
2.5.2.2(cid:3)Mediale Gattungen und Kommunikationsmodi ................... 96(cid:3)
2.5.2.3(cid:3)Medien als Zugänge zu Wissensräumen .............................. 101(cid:3)
2.5.2.4(cid:3)Medienrahmen ................................................................... 103(cid:3)
2.5.2.5(cid:3)Mediale Praktiken als Bestandteile des Wissens ................... 106(cid:3)
2.6(cid:3)Resümee: Institutionen der Vermittlung monetärer Identität .................. 110(cid:3)
2.6.1(cid:3)Medien vergegenständlichen monetäres Wissen ............................. 111(cid:3)
2.6.2(cid:3)Rahmen als Organisationsprinzipien der Identitätsausbildung ....... 114(cid:3)
3(cid:3) Die empirische Untersuchung: Rahmen kommunikativer Episoden
über Monetäres ......................................................................................... 119(cid:3)
3.1(cid:3)Methodologische Voraussetzungen und methodische Implikationen ...... 120(cid:3)
3.1.1(cid:3) Der subjektive Zugang hermeneutischer Wissenssoziologie ............ 120(cid:3)
3.1.2(cid:3) Kommunikation als beobachtbare Praktik ..................................... 122(cid:3)
3.1.3(cid:3) Die „Einklammerung des Geltungscharakters“ in der
dokumentarischen Methode .......................................................... 125(cid:3)
3.1.4(cid:3) Die Bestimmung von Rahmen der Kommunikation ...................... 126(cid:3)
3.1.5(cid:3) Auswahl der Fälle und Interviewsituationen .................................. 129(cid:3)
3.1.6(cid:3) Datengewinnung und problemzentriertes Interview ...................... 132(cid:3)
3.1.7(cid:3) Zur Interpretation und Darstellung ............................................... 136(cid:3)
3.2(cid:3)Fallbeschreibungen ................................................................................. 139(cid:3)
3.2.1(cid:3) Ute S. – die pragmatische Familienmanagerin ............................... 139(cid:3)
3.2.2(cid:3)Christian S. – Geld versus Kultur .................................................. 148(cid:3)
3.2.3(cid:3) Christa C. – Börse als Hobby ........................................................ 154(cid:3)
3.2.4(cid:3)Helga S. – Schulden als Lebensmittelpunkt ................................... 160(cid:3)
Inhaltsverzeichnis 9
3.2.5(cid:3) Friedrich A. – „… läuft alles über Internet“ ................................... 168(cid:3)
3.3(cid:3)Aspekte der monetären Identitätsbildung in kommunikativen
Episoden – Komparative Analyse ............................................................ 173(cid:3)
3.3.1(cid:3) Kleine soziale Gemeinschaften – unmittelbare Kontexte
monetärer Kommunikation ........................................................... 174(cid:3)
3.3.1.1(cid:3)Familien als Ort monetärer Verhandlungen ........................ 174(cid:3)
3.3.1.2(cid:3)Biografische Verweise ......................................................... 180(cid:3)
3.3.1.3(cid:3)Rat holen in Ost und West ................................................. 184(cid:3)
3.3.1.4(cid:3)Fazit ................................................................................... 190(cid:3)
3.3.2(cid:3) Die Tageszeitung als Ressource ...................................................... 193(cid:3)
3.3.2.1(cid:3)Altersvorsorge als gesellschaftlicher Diskurs ......................... 193(cid:3)
3.3.2.2(cid:3)Die Rezeption monetär relevanter Inhalte im Rahmen
einer routinemäßigen Mediennutzung ................................ 196(cid:3)
3.3.2.3(cid:3)Gezielte Recherche: Medienerwartungen und
Medienkritik ...................................................................... 201(cid:3)
3.3.2.4(cid:3)Fazit ................................................................................... 210(cid:3)
3.3.3(cid:3) Schulden als sozialstrukturelle Problemlage ................................... 214(cid:3)
3.3.3.1(cid:3)„Ihr da oben – wir hier unten“ – Mediennutzung als
soziale Verortung ................................................................ 215(cid:3)
3.3.3.2(cid:3)Kommunikatives Handeln als Identitätstransformation ...... 220(cid:3)
3.3.3.3(cid:3)Fazit ................................................................................... 223(cid:3)
3.3.4(cid:3)Die soziale Welt der Hobby-Börsianer ........................................... 227(cid:3)
3.3.4.1(cid:3)Die Spezifik des Börsenwissens ........................................... 228(cid:3)
3.3.4.2(cid:3)Medien als Quellen und als Gegenstand von Expertise ........ 230(cid:3)
3.3.4.3(cid:3)Interpersonale Kommunikation zur Herstellung einer
gruppenspezifischen Identität ............................................. 236(cid:3)
3.3.4.4(cid:3)Internetnutzung als wesentlicher Bestandteil des
Medienrepertoires ............................................................... 245(cid:3)
3.3.4.5(cid:3)Fazit ................................................................................... 248(cid:3)
3.3.5(cid:3) Die Mediatisierung des Tausches ................................................... 252(cid:3)
3.3.5.1(cid:3)Exkurs: Computervermitteltes Tausch-Handeln als
gesellschaftlich relevanter Typ von Kommunikation ........... 254(cid:3)
3.3.5.2(cid:3)Die Symbolik von Online-Medien und Versuche der
Aneignung .......................................................................... 260(cid:3)
3.3.5.3(cid:3)Räume und Sicherheiten – Zurechtfinden an virtuellen
Orten ................................................................................. 266(cid:3)
3.3.5.4(cid:3)Das Internet als Einkaufshilfe – Verschränkung von
medialen und unmediatisierten Kontexten .......................... 268(cid:3)
10
Inhaltsverzeichnis
3.3.5.5(cid:3)Monetäre Online-Praktiken als Routine ............................. 271(cid:3)
3.3.5.6(cid:3)Online-Shopping und die Herausbildung von Identität ...... 274(cid:3)
3.3.5.7(cid:3)Fazit ................................................................................... 277(cid:3)
4(cid:3) Diskussion ................................................................................................ 283(cid:3)
4.1(cid:3)Kommunikation über Monetäres und Identität ...................................... 283(cid:3)
4.2(cid:3)Die Rolle von Medien für die Internalisierung monetären Wissens ......... 287(cid:3)
4.2.1(cid:3)Medien als Instanzen der sekundären Sozialisation ........................ 288(cid:3)
4.2.2(cid:3)Medienthemen als Bausteine monetärer Identität .......................... 292(cid:3)
4.2.3(cid:3)Die Thematisierungsfunktion von Massenmedien ......................... 294(cid:3)
4.2.4(cid:3)Massenmedien und Gespräche als komplementäre Ressourcen ...... 300(cid:3)
4.3(cid:3)Institutionen der Ausbildung monetärer Identität ................................... 305(cid:3)
4.3.1(cid:3) Rahmen der Aneignung monetären Wissens .................................. 305(cid:3)
4.3.2(cid:3)Elemente des Rahmenwissens ........................................................ 314(cid:3)
4.3.3(cid:3)Soziale Schichten und individuelle Erfahrungen – Rahmen als
Präsentationen von Identität ......................................................... 318(cid:3)
4.4(cid:3)Monetäre Identität und gesellschaftlicher Wandel .................................. 322(cid:3)
4.4.1(cid:3)Konsistenz oder Widerspruch? ...................................................... 323(cid:3)
4.4.2(cid:3)Erfolgsorientierung als gemeinsamer Sinnbezug monetärer
Identitäten .................................................................................... 331(cid:3)
5(cid:3) Zusammenfassung ..................................................................................... 337(cid:3)
Transkriptionsregeln und -zeichen .................................................................. 341(cid:3)
Interviewverzeichnis ....................................................................................... 343(cid:3)
Leitfaden der Interviews ................................................................................. 344(cid:3)
Soziodemographischer Fragebogen/Geld-Fragebogen ...................................... 348(cid:3)
Literatur ......................................................................................................... 351(cid:3)
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Langfristige Entwicklung der Struktur des Finanzvermögens
privater Haushalte (Deutsche Bundesbank 2006) .................................... 22(cid:3)
Abbildung 2: Die Dialektik der gesellschaftlichen Konstruktion der
Wirklichkeit (Knoblauch 2005: 156) .......................................................... 64(cid:3)
Abbildung 3: Objektivierung durch Medien, in Anlehnung an
Schütz/Luckmann 2003: 355ff. ................................................................ 111(cid:3)
Abbildung 4: Interpretation der Daten .............................................................. 137(cid:3)
Abbildung 5: Übersicht über die herausgearbeiteten Rahmen interpersonaler
Kommunikation ....................................................................................... 192(cid:3)
Abbildung 6: Überblick über die herausgearbeiteten Rahmen der
Tageszeitungsnutzung ............................................................................... 214(cid:3)
Abbildung 7: Übersicht über den herausgearbeiteten Rahmen der
Mediennutzung durch Schuldner .............................................................. 225(cid:3)
Abbildung 8: Überblick über die herausgearbeiteten kommunikativen Rahmen
der Hobby-Börsianer ................................................................................. 250(cid:3)
Abbildung 9: Überblick über die herausgearbeiteten Rahmen von Online-
Transaktionen ........................................................................................... 279(cid:3)
Abbildung 10: Fortlaufende Ausbildung von monetärer Identität ...................... 303(cid:3)
Abbildung 11: Drei Strategien der kommunikativen Herstellung von
Konsistenz ................................................................................................ 334(cid:3)