Table Of ContentActive Enterprise IntelligenceTM
·
Jochen Töpfer Robert Winter
Herausgeber
Active Enterprise
Intelligence
TM
Unternehmensweite Informationslogistik
als Basis einer wertorientierten
Unternehmenssteuerung
123
Dr.JochenTöpfer Prof.Dr.RobertWinter
Teradata(Schweiz) GmbH UniversitätSt.Gallen
Postfach InstitutfürWirtschaftsinformatik
8301Glattzentrum Müller-Friedberg-Str.8
Schweiz 9000St.Gallen
[email protected] Schweiz
[email protected]
TeradataandActiveEnterpriseIntelligencearetrademarksofTeradataCorporation.
ISBN978-3-540-78496-8 e-ISBN978-3-540-78498-2
DOI10.1007/978-3-540-78498-2
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(cid:2)c 2008Springer-VerlagBerlinHeidelberg
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987654321
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Vorwort
Heutige globale Geschäftsmodelle sind alle betriebswirtschaftlichen Funk-
tionsbereiche übergreifend stark arbeitsteilig aufgebaut. Diese innovative
Vernetzung der Wertschöpfungsprozesse über Landesgrenzen und Konti-
nente hinweg erfordert ebensolche Innovationen in der Informationstech-
nologie. IT-Innovationen sollen Enabler für Geschäftsinnovationen sein –
sie erlauben neuartige fachliche Lösungen umzusetzen oder zumindest
fachliche Lösungen durch Kostensenkung, Beschleunigung, Qualitätsver-
besserung o. ä. weiterzuentwickeln. Wo Leistungsprozesse betroffen sind,
werden solche Innovationen deutlicher sichtbar als für Unterstützungs- und
Führungsprozesse. Gleichwohl haben IT-Innovationen in den vergangenen
zwanzig Jahren auch fundamentale Innovationen in diesen Bereichen er-
möglicht. Durch die unter den Sammelbegriff Data Warehousing / Busi-
ness Intelligence zusammengefassten Innovationen wurde es beispielswei-
se möglich, entscheidungsrelevante Informationen systematisch in der
nachgefragten Qualität und der notwendigen Geschwindigkeit bereitzustel-
len, ohne an die Einschränkungen operativer Systeme gebunden zu sein.
Operative Systeme zeichnen sich im Hinblick auf ihre Eignung zur Ent-
scheidungsunterstützung bekanntermaßen durch mangelnde Integration
und daraus resultierende Inkonsistenzen, durch für explorative Arbeit nicht
ausreichende Performanz, durch begrenzten Zeithorizont der verfügbaren
Daten usw. aus – Sie wirken eher als Disabler denn als Enabler.
Die systematische, einzelne Abteilungen bzw. Unternehmensbereiche
übergreifende und durch dedizierte, integrierte Systeme unterstützte In-
formationsversorgung ist zum unverzichtbaren Bestandteil der betriebli-
chen Informationssystem-Architektur geworden. Mehr denn je erkennen
Unternehmen, dass die integrierte, systematische Befriedigung von Infor-
mationsbedarfen ein Schlüssel zu Produktivität von Knowledge Workern
und damit zur Wettbewerbsfähigkeit ist.
Seit ihren Anfängen hat sich die Literatur zu analytischen Informations-
systemen und insbesondere zum Data Warehousing als wichtiger Basis-
technologie sehr stark auf technische Aspekte konzentriert. Dieser Ansatz
greift zu kurz – insbesondere in der Phase der technologischen Reife hängt
der Erfolg der Informationslogistik davon ab, dass die Betrachtungen über
die rein technologischen Aspekte hinausgehen. Erst eine ganzheitliche Be-
VI Vorwort
trachtung von Strategie, Organisation, Prozess, Architektur und Nutzen
ermöglicht nachhaltige Wertschöpfung durch den IT-Einsatz.
Dieses Buch löst einen solchen Anspruch ein. Auf Grundlage des St.
Galler Business Engineering-Frameworks wird Teradatas Active Enterpri-
se Intelligence-Ansatz mit aktuellen Problemfeldern und ganzheitlichen
Lösungsansätzen der Informationslogistik verbunden und es werden Hin-
weise zur Gestaltung der Informationslogistik in fachlicher, organisatori-
scher und technischer Hinsicht gegeben.
Eine Fallstudie der Swisscom Mobile zeigt am praktischen Beispiel, wie
Active Enterprise Intelligence im Unternehmen erfolgreich gestaltet und
umgesetzt werden kann.
Dieses Buch ist in drei Teile gegliedert. Im ersten Teil wird Teradatas
Active Enterprise Intelligence-Ansatz in Verbindung mit der St. Galler in-
tegrierten Informationslogistik vorgestellt. Der zweite Teil stellt aktuelle
Schwerpunktthemen aus dem Bereich der Informationslogistik vor und im
dritten Teil werden anhand eines Vorgehensmodells und einer Fallstudie
die Kernaspekte des ersten Teils auf die Praxis übertragen.
Im ersten Kapitel stellt Töpfer Terdadatas Active Enterprise Intelligence
als unternehmensweiten, integrierten Ansatz für strategische und operatio-
nale Informationsversorgung im Unternehmen vor. Im darauf folgenden
Beitrag stellt Winter den St. Galler Business Engineering-Ansatz zur
Konstruktion und Evolution von Informationssystemen vor.
In den folgenden vier Beiträgen wird das Konzept der integrierten In-
formationslogistik auf den verschiedenen Ebenen des Business Enginee-
ring-Frameworks detailliert. Dinter / Winter behandeln die Strategie der
Informationslogistik, Klesse / Schmaltz erläutern die Aufbauorganisation,
Bucher zeigt die Zusammenführung analytischer Informationen mit der
Ausführung operativer Prozesse und Stroh / Lahrmann geben einen Über-
blick über Systemarchitekturen für die Informationslogistik. Der Beitrag
von Schmaltz und Töpfer zu Nutzenpotenzialen der Informationslogistik
schließt den ersten Teil ab.
Die Beiträge des zweiten Teils adressieren Querschnittaspekte der In-
formationslogistik. Wegener erläutert in seinem Beitrag die Konzepte der
Metadaten, Referenzdaten und Stammdaten und ihre Rolle zur Verwirkli-
chung eines integrierten Gesamtsystems Informationslogistik. Otto et al.
greifen in ihrem Kapitel mit dem Datenqualitätsmanagement einen
„Dauerbrenner“ in der Informationsversorgung auf und zeigen, wie schon
in operativen Systemen die Grundlage für eine erfolgreiche Informati-
onslogistik gelegt werden kann. Klesse stellt seinen Ansatz für eine Leis-
tungsverrechnung für die Informationslogistik vor.
Vorwort VII
Der dritte Teil beginnt mit dem Kapitel von Konzelmann über Teradatas
Vorgehensmodell zur Erstellung eines Enterprise Data Warehouse. Die
Fallstudie schlägt die Brücke zwischen Theorie und Praxis. Dabei folgt der
Beitrag der Gliederung des ersten Teils. Ahrens, Huber und Kühni be-
schreiben die Einführung eines Enterprise Data Warehouse bei der Swiss-
com Mobile.
Unser besonderer Dank gilt der NCR Stiftung zur Förderung wissen-
schaftlicher Arbeiten auf dem Gebiet der Informatik, die durch eine groß-
zügige finanzielle Unterstützung die Erarbeitung dieses Buches möglich
machte.
Danken wollen wir Markus Huber und Peter Kühni für die umfassende
Darstellung der Fallstudie bei Swisscom Mobile und Robert Konzelmann
für die Bearbeitung des Vorgehensmodells zur Erstellung eines Enterprise
Data Warehouse. Weiterhin danken wir allen Autoren am Institut für Wirt-
schaftsinformatik der Universität St. Gallen, die zum Inhalt dieses Buches
mit großem Engagement beigetragen haben. Schließlich gebührt unser
Dank auch Moritz Schmaltz, Alfred Geers, Remo Stieger, Stefan Wagner
und Philipp Gubler, die bei der Redaktion des Buches mitgewirkt haben.
Moritz Schmaltz leistete durch seine engagierte Gesamtkoordination einen
wesentlichen Beitrag zum Gelingen dieses Buches. Wir danken Jürg Büh-
ler von Teradata (Schweiz) auch stellvertretend für alle weiteren involvier-
ten Kollegen von Teradata für die stets motivierende Unterstützung und
den so wichtigen Freiraum für dieses Vorhaben.
Jochen Töpfer, Robert Winter Zürich, im März 2008
Inhaltsverzeichnis
1 Active Enterprise Intelligence ............................................................ 1
Jochen Töpfer
2 Business Engineering – Betriebswirtschaftliche Konstruktions-
lehre und ihre Anwendung in der Informationslogistik .................... 29
Robert Winter
3 Das St. Galler Konzept der Informationslogistik ............................ 43
Robert Winter, Moritz Schmaltz, Barbara Dinter, Tobias Bucher
4 Strategie der Informationslogistik .................................................... 59
Barbara Dinter, Robert Winter
5 Organisationsformen für die Informationslogistik .......................... 77
Mario Klesse, Moritz Schmaltz
6 Interaktionseffekte zwischen prozessorientierter Organisation
und Informationslogistik................................................................. 101
Tobias Bucher
7 Informationslogistik-Systemarchitekturen ..................................... 129
Gerrit Lahrmann, Florian Stroh
8 Nutzenpotenziale unternehmensweiter Informationslogistik ......... 157
Moritz Schmaltz, Jochen Töpfer
9 Metadaten, Referenzdaten, Stammdaten ........................................ 179
Hans Wegener
X Inhaltsverzeichnis
10 Unternehmensweites Datenqualitätsmanagement:
Ordnungsrahmen und Anwendungsbeispiele ................................. 201
Boris Otto, Kristin Wende, Alexander Schmidt, Kai Hüner, Tobias Vogel
11 Einsatzmöglichkeiten serviceorientierter Architekturen in der
Informationslogistik ....................................................................... 221
Barbara Dinter
12 Methode zur Gestaltung einer Leistungsverrechnung für
DWH Competence Center .............................................................. 243
Mario Klesse
13 Vorgehensmodell zur Erstellung eines Enterprise
Data Warehouse .............................................................................. 273
Robert Konzelmann
14 Die Informationslogistik bei der Swisscom Mobile ....................... 313
Maximilian Ahrens, Markus Huber, Peter Kühni
Autorenverzeichnis ......................................................................... 331
Sachverzeichnis .............................................................................. 335
1 Active Enterprise Intelligence
Jochen Töpfer
Teradata
1 Pervasive Business Intelligence – eine Vision ................................... 1
2 Active Enterprise Intelligence – eine Strategie .................................. 4
3 Active Data Warehouse – eine Technologie ...................................... 9
4 Data Integration Services .................................................................. 15
5 Decision Services ............................................................................. 21
6 Zitate von Anwendern ...................................................................... 25
Literatur ............................................................................................ 27
1 Pervasive Business Intelligence – eine Vision
Viele Firmen unternahmen in den letzten 20 Jahren sehr große Anstren-
gungen, um Führungskräften entscheidungsrelevante Informationen zur
Verfügung zu stellen. Dazu beschritten sie mutig unterschiedliche Wege.
Die methodische und systemische Unterstützung ist – verglichen mit den
frühen 90er Jahren – sehr weit vorangeschritten.
Aus Sicht einer Unternehmung, die mit weltweit ständig wechselnden
Rahmenbedingungen umgehen muss und in einem harten globalen Wett-
bewerb steht, sind diese Fortschritte nur einzelne Schritte auf einer langen
Lernkurve, deren Ende auch in naher Zukunft nicht erreicht sein wird.
Was kann getan werden, um die Leistungsfähigkeit der Informations-
systeme zur Entscheidungsunterstützung weiter zu steigern? Grundsätzlich
ist eine Unternehmung nur dann langfristig erfolgreich, wenn sie im Rah-
men eines profitablen Geschäftsmodells Produkte und Leistungen anbietet,
die für ihre Kunden einen größeren Mehrwert erzeugen als die Angebote
des Wettbewerbs. Das Geschäftsmodell ist immer wieder Ausgangspunkt
für Strategie, Budget und Maßnahmen. Im Rahmen der Steuerung von
2 Jochen Töpfer
Maßnahmen wiederum müssen eine Vielzahl von Mitarbeitern jeden Tag
teilweise unzählige Entscheidungen treffen.
Zentral wichtig für den langfristigen Geschäftserfolg ist somit, dass die-
se Entscheidungen
• im Rahmen des Geschäftsmodells relevant sind,
• mit den Strategien konform gehen,
• für die Zielerreichung der Budgets wirken,
• für die Maßnahmen terminlich passend sind.
Heutige Geschäftsmodelle sind arbeitsteilig aufgebaut. Diese Vernetzung
der Wertschöpfungsprozesse erfordert eine ebensolche Integration der Un-
ternehmensdaten. Die Ansprüche der Entscheidungsträger steigen noch
immer kontinuierlich an und erfordern die beste Qualität, Verfügbarkeit,
Detaillierung, Zielorientierung und Präsentation der Unternehmensinfor-
mationen. Nur dann können Entscheidungsprozesse zeitnah und nachvoll-
ziehbar unterstützt werden.
In der Vergangenheit wurden Daten in erster Linie Funktionen zugeord-
net. Dadurch wird die Datenintegration verfehlt. Werden jedoch alle Un-
ternehmensdaten in einem zentralen Enterprise Data Warehouse integriert,
so können sie „near real time“ und serviceorientiert von den operativen
Geschäftsprozessen angefordert werden. Dies alles erscheint oft kompli-
ziert, ist aber maßgeblich für den wirtschaftlichen Erfolg. Denn oft
herrscht im Rahmen der allgemeinen Euphorie für das Thema integrierte
Informationslogistik die Annahme vor, dass diese Disziplin ein Problem
ist, das durch ein Projekt und einige gute Software-Applikationen gelöst
werden kann. Dieser Optimismus ist allerdings nicht gerechtfertigt, denn
Business Intelligence ist eine permanente Aufgabe. Die Herausforderung
besteht darin, durch methodische und technologische Unterstützung bei der
Entscheidungsfindung den langfristigen Geschäftserfolg zu ermöglichen
und zu sichern. Da sich Geschäftsmodelle weiterentwickeln, die Wettbe-
werber und auch Führungskräfte sich verändern, gilt es aus Unternehmens-
sicht, auf dieser Lernkurve stetig voranzukommen und sich an geänderte
Rahmenbedingungen anzupassen.
Eine konsequente Serviceorientierung ist auch für eine Business Intelli-
gence-Referenzarchitektur zur Unterstützung flexibler Entscheidungspro-
zesse unabdingbar. Abbildung 1 stellt einen zentralen Enterprise Service
Bus dar, der Transaction Services, Data Integration Services und Decision
Services bedient (Brobst et al. 2007). Transaction Services sind operative
Applikationen, die die Geschäftsprozesse steuern und ihre Daten in Trans-
action Repositories ablegen. Data Integration Services extrahieren, trans-
formieren und laden Transaktionsdaten aus unterschiedlichsten internen