Table Of ContentSERIE HOLZBEARBEITUNG
Auflage: Dezember 2013
Stand 11/2014
Sicheres Arbeiten in der Zimmerei
Anleitungen für die tägliche Praxis
Ihr Kontakt zur AUVA
Die Telefonnummer Ihres regional zuständigen Unfallverhütungsdienstes
bzw. Ihres AUVAsicher-Präventionszentrums finden Sie
unter www.auva.at/phone
Sicheres Arbeiten in der Zimmerei
Medieninhaber und Herausgeber:
Allgemeine Unfallversicherungsanstalt
Adalbert-Stifter-Straße 65, 1200 Wien Anleitungen für die tägliche Praxis
Herstellungsort: Wien
Illustration/Grafik: F. Hutter, 2345 Brunn am Gebirge
www.auva.at
Inhalt
4 Vorwort 48 Abbundanlagen
5 Einleitung 49 Handmaschinen
49 Handmaschinen allgemein
49 Bohrmaschinen
6 Sicheres Arbeiten
49 Handkreissägemaschinen
6 Sicheres Arbeiten an Maschinen 49 Handhobelmaschinen (Balkenhobel)
7 Heben und Tragen 50 Kettensägen mit Antivibrationsausrüstung
8 Transport und Lagerung 51 Winkelschleifer
10 Holzstaub – richtige Handhabung 51 Eintreibgeräte (Nagler)
11 Persönliche Schutzausrüstung 52 Handbandsägemaschinen
16 Arbeitsstoffe 52 Kettenstemmmaschinen
19 Hautschutz 52 Tischkettenstemmmaschinen
20 Tischkreissägemaschinen 53 Weitere Arbeitsmittel
22 Schnittgeschwindigkeit und Drehzahl 53 Leitern
23 Kreissägeblätter 55 Handwerkzeuge
24 Einstellen
25 Arbeitsvorgänge 56 Arbeitsverfahren
56 Arbeiten mit Aspest
28 Dickenhobelmaschine
56 Arbeiten mit Mineralwolle-Dämmstoffen
29 Arbeitsvorgänge 58 Absturzsicherung
63 Montagearbeiten
29 Arbeitsvorgänge
30 Abrichthobelmaschinen 64 Abbrucharbeiten
65 Arbeitsbühnen & Arbeitskörbe
31 Arbeitsvorgänge
66 Elektrischer Strom bei der Montage
33 Einstellungen Hobelmaschinen
69 ArbeitnehmerInnenschutz & Recht
34 Tischfräsmaschinen
70 Personen und Institutionen
35 Fräswerkzeuge
72 Verantwortung
36 Schnittgeschwindigkeit bei Fräswerkzeugen
73 Eignungs- und Folgeuntersuchungen
37 Arbeitsvorgänge
74 Beschäftigungsverbote und -beschränkungen
40 Checkliste – Rüsten von Tischfräsmaschinen
für Jugendliche
77 Die Richtlinien der AUVA zur Gefahren-
42 Tischbandsägemaschinen unterweisung im Berufsschulunterricht
Wir verzichten zum Teil auf geschlechterspezifische Formulierungen. 81 Rechtliche Grundlagen
43 Einstellungen
Selbstverständlich sind Frauen und Männer in gleichem Maß angesprochen.
44 Arbeitsvorgänge
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AUVA Sicheres Arbeiten in der Zimmerei
Vorwort Einleitung
Wie alle holzverarbeitenden Betriebe zählen auch Holzbau und Zimmerei zu den Branchen, in denen sich – be- Holz ist ein wunderbarer Naturwerkstoff, der vom Menschen schon seit jeher verarbeitet wurde.
zogen auf die Anzahl der Beschäftigten – die meisten Unfälle ereignen. Bei genauer Betrachtung der Statistik Damit die Arbeit mit diesem Werkstoff auch sicher und ohne gesundheitliche Beeinträchtigung aus-
erkennt man, dass Jugendliche einem höheren Unfallrisiko ausgesetzt sind als routinierte Arbeitnehmer. Die geübt werden kann, ist das Wissen um die Gefährlichkeit und die notwendigen Schutzmaßnahmen
Unfallrate bei Jugendlichen ist doppelt so hoch wie bei Erwachsenen. Erfahrung und ein Kennerblick sind nö- von großer Bedeutung.
tig, um den vielen Gefährdungen aus dem Weg zu gehen. Jugendliche sollen im Verlauf der Berufsausbildung
möglichst bald alle notwendigen Tätigkeiten ausführen dürfen. Gefährdungen durch Arbeiten an Maschinen Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten stellen für die Jährlich verunfallen ca. 2.450 Zimmerer, einige davon
und andere gefährliche Tätigkeiten müssen jedoch durch eine fundierte Ausbildung gering gehalten werden. Zimmerei, die AUVA und die Volkswirtschaft Öster- tödlich. Diese Unfälle verursachen für die Zimmerer
reichs eine enorme finanzielle Belastung dar. Mehr als an die 48.200 Krankenstandstage. Besonders ge-
Richtiges und sicheres Verhalten wird durch häufiges Wiederholen einer Situation geübt, wobei eine detaillier- 16 Mill. Euro gehen jährlich dadurch verloren. Durch- fährdet sind dabei jüngere Arbeitnehmer. Fast 35 %
te und intensive Unterweisung hilft, in den häufig wechselnden Arbeitssituationen des gesamten Berufslebens schnittlich kostet ein Arbeitsunfall einer Zimmerei dieser Unfälle erleiden Personen, die das 25. Lebens-
die richtigen Entscheidungen zu treffen. 6.600 Euro. Ein einziger Unfall kann das Leben einer jahr noch nicht vollendet haben. Im Vergleich zur
ganzen Familie verändern und viel Leid für Betroffene Altersstruktur der Beschäftigten ist dies unverhältnis-
Mit der vorliegenden Broschüre für sicheres Arbeiten in der Zimmerei wurde nunmehr auch für diesen Bereich und deren Angehörige verursachen. mäßig hoch
eine Ausbildungsunterlage geschaffen, die sowohl für die Gefahrenunterweisung im Berufsschulunterricht
gemäß KJBG-VO als auch für AUVA-Kurse und die Unterweisung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
einsetzbar ist. Die häufigsten Unfallursachen in der Die häufigsten Berufskrankheiten in
Zimmerei der Zimmerei
Mit dieser Broschüre will die AUVA den praxisnahen Unterricht in der Berufsausbildung unterstützen und
darüber hinaus ein Nachschlagewerk für sicheres Arbeiten in der Zimmerei zur Verfügung stellen. Damit wird 1. Sturz auf den Boden 1. Lärmschwerhörigkeit
dazu beigetragen, das Sicherheitsniveau zu heben und die richtige Handhabung von gefährlichen Maschinen 2. Scharfe und spitze Gegenstände 2. Erkrankung durch Asbest
sowie die sichere Gestaltung von Arbeitsvorgängen von Anfang an zu gewährleisten. 3. Herab- und Umfallen von 3. Hauterkrankungen
Gegenständen 4. Erkrankung der Atemwege und der
4. Transport von Hand Lunge durch chem.-irritative Stoffe
5. Anstoßen an harten Gegenständen 5. Allergisches Asthma bronchiale
6. Kreissägemaschinen 6. Adenokarzinom (Krebserkrankungen)
7. Sturz von Leitern 7. Erkrankungen durch Vibrationen
8. Sturz von Dächern und erhöhten Standorten
Durchschnittliche Krankenstandstage in Zimmereibetrieben (Auszug)
Sturz und Fall von Gerüsten 92
Sturz und Fall von Dächern und erhöhten Standorten 79
Sturz und Fall von Leitern 44
Handkreissägen 44
Kreissägen 36
Kettensägen 25
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AUVA Sicheres Arbeiten in der Zimmerei
Heben und Tragen
Sicheres Arbeiten
■ Wenn schwere Gegenstände gehoben werden ■ Gegenstände soll man immer dicht am Körper tra-
müssen, dann richtig: aus den Knien und mit gera- gen, und ungünstige Körperhaltungen vermeiden
dem Rücken heben.
Sicheres Arbeiten an Maschinen
Werkstoff
Käufer Jeder Werkstoff braucht
sein Werkzeug.
Mensch
Maschine Fachliche Kenntnisse, richtige Arbeitskleidung,
Schutzeinrichtung verwenden, richtige eng anliegend, geeignete Schuhe, Kopfbedeckung bei langen
Werkzeugauswahl und Einstellung der Maschine Haaren, kein Schmuck
Maschinen dürfen nur dafür verwendet werden, wofür ■ Welche Materialien dürfen bearbeitet werden (z. B.
sie vom Hersteller gebaut und in Verkehr gebracht Maschine darf nur zur Bearbeitung von Holz- oder
wurden. Angaben dazu findet man in der Bedienungs- holzähnlichen Werkstoffen verwendet werden)
anleitung des Herstellers.
■ Welche Werkzeuge dürfen verwendet werden
Schutzeinrichtungen dürfen nicht außer Funk- (max. Drehzahl, Handvorschub)
tion gesetzt werden! Dadurch setzt man sich
einer großen Gefahr aus. Häufig kommt es ■ Welche Schutzeinrichtungen vorhanden sind (Spalt-
durch die Überbrückung von Schutzeinrichtungen zu keil, Schutzhaube)
schweren Verletzungen.
■ Muss persönliche Schutzausrüstung (Augenschutz,
Für das richtige und sichere Bedienen ist Gehörschutz, Atemschutz etc.) verwendet werden Problemstellen
daher die Bedienungsanleitung des Herstel- Fehlbelastung der Wirbelsäule, Die Bandscheiben drücken auf Die Bandscheiben drücken auf
lers heranzuziehen. Dort finden Sie wichtige wenn schwere Gegenstände das Rückenmark, wenn mit run- eine Nervenwurzel, wenn Ge-
Informationen, wie Sicherheits- und Gesundheitsge- einseitig getragen werden. dem Rücken gehoben wird. genstände körperfern getragen
fahren vermieden werden können. Hinweise können werden.
beispielsweise sein:
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AUVA Sicheres Arbeiten in der Zimmerei
Transport und Lagerung Lager für gefährliche Arbeitsstoffe im Betrieb
■ Am Arbeitsplatz darf nur die unbedingt benötigte Menge gelagert
Grundsätze für Lagerungen werden, maximal aber der Tagesbedarf.
■ Gefährliche Arbeitsstoffe sofort nach der Anlieferung in die
■ Lagerverbote beachten (Verkehrs- und Fluchtwege, Lagerräume geben.
elektrische Verteiler und Schaltanlagen, Feuerlösch- ■ Alle Behälter müssen so gekennzeichnet werden, dass Inhalt
geräte, usw. immer freihalten). und Gefahren klar erkennbar sind.
■ Tragkraft der Regale beachten. ■ Die Aufbewahrung in Getränkeflaschen ist verboten!
■ Schwere Gegenstände möglichst in Bodennähe la- ■ Ätzende Flüssigkeiten nicht über Augenhöhe lagern (ca. 1,5 m).
gern. ■ Die Tür zum Lacklager muss immer geschlossen sein.
■ Reststücke, Verpackungsmaterial etc. sofort in den ■ Gebinde nach der Entnahme wieder verschließen.
dafür vorgesehenen Sammelboxen entsorgen. ■ Verschüttete Chemikalien unverzüglich fachgerecht entsorgen.
■ Beschädigte Paletten entsorgen. ■ Bei Haut- oder Augenkontakt sofort mit viel sauberem Wasser aus-
spülen und einen Arzt aufsuchen.
Lager für Werkstoffe
■ Bei senkrechter Lagerung immer gegen mögliches
Umfallen sichern. Stapler – Flurförderzeuge
■ Schwere oder unhandliche Werkstücke nie alleine
tragen. ■ Selbstfahrende Arbeitsmittel dürfen erst ab dem
■ Häufigste Verletzung: Quetschung der Zehen, daher vollendeten 18. Lebensjahr bedient werden.
Sicherheitsschuhe mit Zehenschutzkappe tragen. ■ Je nach Art und Ausführung des Staplers ist eine entspre-
chende Fachkenntnis („Staplerschein“) sowie eine inner-
betriebliche Fahrbewilligung notwendig.
Lager für Werkzeuge ■ Der Benutzer des Staplers ist für einen gefahrlosen Betrieb
verantwortlich (richtige Lastaufnahme, umsichtiger Fahr-
■ Handwerkzeuge gehören in den Werkzeugkasten betrieb, Fahrgeschwindigkeit, Sichtverhältnisse, usw.).
oder in die Werkzeuglade der Hobelbank und nicht ■ Vorhandene Rückhaltesysteme sind zu benutzen.
in die Kleidung. ■ Vor dem Verlassen des Fahrzeuges ist dafür zu sorgen,
■ Sägeblätter, Fräsköpfe usw. nie auf eine Metallfläche dass es ordnungsgemäß abgestellt und gegen
legen. Waagrechte Lagerung unbefugte Inbetriebnahme gesichert wird.
■ Nur geschärftes Werkzeug in den Schrank legen.
Werkzeug, das geschärft werden muss, dem Zustän-
digen zum Nachschärfen aushändigen bzw. nach-
schärfen.
Stumpf“ gewordene Werkzeuge erhöhen die Unfall- Ladegutsicherung
gefahr!
■ Entsprechende persönliche Schutzausrüstung ■ Immer ein geeignetes Fahrzeug einsetzen.
(z. B. Handschutz) verwenden. ■ Die richtige Ladungssicherungsmethode wählen (Blockieren
der Ladung vor Niederzurren).
■ Die Ladung so dicht wie möglich verstauen, um ein Verrut-
schen zu verhindern (keinen Freiraum zwischen Ladung,
Stirnwand oder Seitenwänden lassen).
■ Reibung erhöhen (z. B. durch Antirutschmatten).
■ Zurrmittel festspannen.
■ Beschädigte Zurrmittel austauschen.
■ Schwerpunkt (Kippsicherheit) der Ladung beachten.
■ Auch in Kleintransportern ist die Ladung entsprechend zu
sichern.
■ Max. Beladungsgewicht (Achslast) u.a. beachten! kombinierte Ladungssicherung am LKW
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AUVA Sicheres Arbeiten in der Zimmerei
Holzstaub – richtige Handhabung Persönliche Schutzausrüstung
Persönliche Schutzausrüstung (PSA) muss verwendet zur Verfügung gestellt werden und muss vom Arbeit-
Gefahren durch Holzstaub Grundsätzliche Maßnahmen zur werden, wenn die Gefährdung bzw. Belastung nicht nehmer verwendet werden. Technische und organi-
Staubreduzierung durch technische Maßnahmen (z. B. Lärmdämmung, satorische Maßnahmen haben jedoch immer Vorrang
Holzstaub ist ein gefährlicher Arbeitsstoff. Arbeit- Absaugung) beseitigt oder ausreichend vermindert vor der Verwendung von PSA.
nehmer und Arbeitgeber müssen aus folgenden ■ Erfassung der entstehenden Stäube an allen Holz- werden kann. PSA muss auf Kosten des Arbeitgebers
Gründen davor geschützt werden: bearbeitungsmaschinen und Handarbeitsplätzen
durch geeignete Absauganlagen.
■ Holzstaub wird entweder als eindeutig krebser- ■ Information und Unterweisung der Arbeitnehmer Kopfschutz
zeugend oder krebsverdächtig eingestuft. bezüglich der richtigen Verwendung von Absaug-
■ Holzstaub kann Krankheiten verursachen. anlagen (z. B. Einstellung der Erfassungselemente, Gefährdungen durch herabfallende oder umfallen-
(z. B. Hauterkrankungen, Atemwegserkrankun- auch für kurzfristige Arbeiten die Absauganlage de Gegenstände sowie pendelnde Lasten sind auf
gen, allergische Reaktionen auslösen). verwenden, usw.). Baustellen fast immer der Fall, daher besteht Helmtra-
■ Holzstaub ist brennbar und kann mit Luftsau- ■ Kontinuierliche Wartung und Prüfung der Ab- gepflicht.
erstoff explosionsfähige Atmosphären bilden sauganlage. Thermoplasthelme verspröden durch UV-Einwirkung
(Brand- und Explosionsgefahr). ■ Vermeidung des Aufwirbelns abgelagerter Stäube und müssen daher entsprechend den Herstelleran-
durch geeignete regelmäßige Reinigung (z. B. Ver- gaben bzw. max. nach Ablauf von 4 Jahren ab Her-
bot von Druckluft und trockenem Kehren). stellungsdatum ausgeschieden werden, ebenso bei Bei seitlichem Drücken mit hörbarem „Knacken“ darf der
Holzstaub – Pflicht zur Absaugung ■ Maschinen und Kleidung niemals mit Druckluft sichtbaren Schäden. Schutzhelm nicht mehr verwendet werden.
abblasen. Ab 1.1.2015 muss für handgeführte
Grundsätzlich müssen alle spanabhebenden Holzbe- Schleifmaschinen zusätzlich eine Absaugung er-
arbeitungsmaschinen (auch handgeführte) über eine folgen (z. B. Schleiftisch, Wandabsaugung, Kabi- Gehörschutz
Absaugung verfügen. nenabsaugung).
Wenn jedoch die Ermittlung und Beur- ■ Beim Reinigen sind saugende Verfahren Lärmschwerhörigkeit ist die häufigste Berufskrankheit Bei häufigem Auf- und Abnehmen wird Kapselgehör-
teilung der Gefahren (Evaluierung) eine (z. B. Saugpistolen, Industriestaubsauger mit am Bau und in der Holzbranche. Im Kampf gegen schutz empfohlen. Eine innovative Form des Gehör-
Unterschreitung des Grenzwertes ergibt, der Filterklasse M) zu verwenden. Lärm sind alle Arten von Gehörschutz geeignet: schutzes stellen die an den Arbeitnehmer persönlich
kann davon auch abgewichen werden, Kapselgehörschützer, Dehnschaumstöpsel, Gehör- angepassten Otoplasten dar.
beispielsweise: Wenn technische Maßnahmen nicht aus- schutzbügel.
reichend sind, ist jedenfalls ein Atemschutz
■ bei Arbeiten im Freien, in Hallen mit (Feinstaubmaske - FFP2) zu
Lärmspitze dB(A) 75 80 85 90 95 100 105 110
ausreichendem Luftdurchzug, unter verwenden.
Wetterschutzdächern oder auf Monta-
Tischbandsägemaschinen
gebaustellen (z. B. Montagekreissägen
usw.),
■ bei Maschinen mit einer geringen Zer- Abrichthobelmaschinen
spanungsleistung (z. B. Langlochbohr-
Tischfräsmaschinen
maschinen),
■ bei geringen Maschinen-
Dickenhobelmaschinen
laufzeiten (bis zu ei-
ner Stunde pro
Tischkreissägemaschinen
Schicht).
Kettensägemaschinen
Handkreissägemaschinen
Druckluftpistolen
Ab 85 dB(A) muss Gehörschutz
getragen werden
Der Schalldruckpegel ist
abhängig von Werkstoffen,
Ab 80 dB(A) muss Gehörschutz
Werkzeug und Bauart der zur Verfügung gestellt werden
Absaugung von Maschinen Maschinen
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AUVA Sicheres Arbeiten in der Zimmerei
Gehörschäden sind
dB(A) Schutz der Augen Schutzbrillen
unheilbar!
120
Der Beginn einer gehörschä- Die Augen sind verschiedenen Gefahrenquellen aus-
digenden Wirkung liegt bei 110 gesetzt, wie
85 dB(A), bezogen auf den Beginn der ■ mechanischen Gefahren durch Staub, Splitter oder
100
achtstündigen Arbeitstag oder Gehör- Späne (Schleifen),
40 Std. Wochenarbeitszeit. schädigung 90 ■ chemischen Gefahren durch ätzende oder reizen-
Bewertet wird nicht die Laut- 85 de Stoffe,
stärke alleine, sondern auch die 80 ■ UV-Strahlung durch die Sonneneinwirkung oder
Einwirkzeit auf den Menschen beim Schweißen,
(Beurteilungspegel). Ab 80 70 ■ Hitzeeinwirkung.
Stress
dB(A) muss Gehörschutz zur
Beeinträch- 60
Verfügung gestellt werden, ab Seitenschutz
tigung der
85 dB(A) ist Gehörschutz ver- 50 Schwache Stoßbelastung bei leichter Arbeit
pflichtend zu tragen. Konzentration Sofortmaßnahmen
Bereits ab einem Beurteilungs- und Leistungs- 40
fähigkeit
pegel zwischen 70 und 85 dB(A) Bei Augenverätzungen, z. B. durch Holzschutz-
30
soll Gehörschutz verwendet mittel, Säuren oder Laugen, sofort Augenspü-
werden, da Lärm die Konzent- 20 lung durchführen
ration sowie die Reaktions- und
Leistungsfähigkeit beeinflusst, 10 Mit der Augenspülflasche, die eine Augenspül-
wodurch auch die Fehler- und lösung enthält, kann man Richtung und Stärke
0
Unfallhäufigkeit steigt. des Sprühstrahls mit einer Hand regeln, sodass
die andere Hand frei bleibt, um das Lid des zu
spülenden Auges offen zu halten. Wichtig da-
bei ist, das verletzte Auge in Richtung Boden zu
halten, sodass die ablaufende Spühlflüssigkeit Seitenschutz, lichtdicht
dB(A) nicht ins andere Auge rinnt! Optische beim Brennschneiden, blendendes Sonnen-
Beurteilungspegel licht
1,5 min 109 Bei einem Fremdkörper im Auge (Schmerz,
Keine Arbeit Tränenfluss, Rötung)
3 min 106
ohne Gehörschutz
■ nicht reiben,
7,5 min 103
■ beide Augen verbinden,
15 min 100 ■ Arzt aufsuchen.
97
94
91
88 Anliegend
Stunden
gegen Spritzer bei chemischen Arbeitsstoffen
85
8 7 6 5 4 3 2 1 0,5 0
Lärmschwerhörigkeit ist unheilbar!
Richtiger Gehörschutz ergibt eine Lärmminderung von 15 bis 20 dB(A)
8 Std. mit 85 dB(A) sind genauso schädlich wie 4 Std. mit 88 dB(A) oder 2 Std. mit 91 dB(A). Kurzzeitiges
Arbeiten ohne Gehörschutz an sehr lauten Maschinen kann jedoch bereits Lärmschwerhörigkeit verursachen.
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AUVA Sicheres Arbeiten in der Zimmerei
Atemschutz Anseilschutz
Auf Baustellen und in der Abbundhalle gibt es immer Staub, Auffangsysteme sind nur erlaubt, wenn Absturzsiche-
gegen den Staubschutzmasken gut schützen. Empfohlen rungen wie Seitenschutz oder Wehren und Auffang-
wird eine Feinstaubmaske FFP2 mit Ausatemventil. einrichtungen wie Fanggerüste oder Fangnetze nicht
Bei Gasen (Lösungsmittel) und Dämpfen bieten Feinstaub- möglich sind, oder wenn geringfügige Arbeiten, die
masken keinen Schutz. Hier müssen Atemschutzmasken nicht länger als einen Tag dauern, durchzuführen
(mit Aktivkohlefilter) verwendet werden. Der verwendete sind.
Filter muss für den auftretenden Schadstoff geeignet sein.
Bei Arbeiten im Silo ist zwingend ein von der Umgebungsluft Das Auffangsystem ist nur so gut wie der Anschlag-
unabhängiger Atemschutz einzusetzen. punkt:
Der Sauerstoffgehalt der Atemluft muss mindestens Dieser soll möglichst senkrecht über dem Benutzer
17 Vol.-% betragen. sein. Er muss die Belastung eines fallenden Körpers
Atemschutzmasken und deren Filter nahe dem Einsatzort aufnehmen (mindestens 10 kN laut EN 517, Pkt.
lagern, jedoch nicht im Lackierraum, Trockenraum oder 7.2). Das Anlegen muss geübt werden. Unbedingt
Lacklagerraum. Sichtprüfung vor jedem Einsatz, Gebrauchsanweisung
beachten Prüfung (mind. 1 x jährlich durch fachkun-
dige Person). Weitere Benutzung von Gurten und
Seilen nach einem Absturz ist verboten. Bei Arbeiten
mittels Anseilschutz, bei denen die Arbeitnehmer
einer besonderen Gefährdung (Dachneigung über
60°) ausgesetzt sind, ist ein zweiter Arbeitnehmer zur
Schutz der Füße
Überwachung und Sicherung einzusetzen.
Vorsicht: Hängetrauma!
Bei Zimmereiarbeiten müssen alle Beschäftigten Sicher- Ordnungsgemäße Lagerung der PSA (lichtgeschützt,
heitsschuhe tragen, auch LKW-Fahrer. Am häufigsten sind vor Nässe, Hitze und chemischen Einflüssen schützen).
Quetschungen der Zehen, Stichverletzungen durch Nage-
leintritte, Verstauchungen und Verrenkungen. Aufgrund der
Gefährdungen in der Abbundhalle und auf Baustellen sind
Sicherheitsschuhe mit Zehenschutzkappen und durchtrittsi-
cherer Sohle (Bezeichnung S3) zu verwenden. Ausnahme:
Bei Arbeiten auf Steildächern müssen Sicherheitsschuhe mit
ausreichend fester und abrutschsicherer Sohle verwendet
werden. Empfohlen werden knöchelhohe Schuhe.
Schutz der Hände
Herkömmliche Handschuhe: Textil, Kunst-
stoff, Leder.
Sicherheitshandschuhe haben vor allem
zwei Anwendungsgebiete:
■ bei mechanischen Gefährdungen (Stich-
und Schnittverletzungen)
■ bei Arbeit mit chemischen Stoffen (Säu-
ren, Laugen, Lösungsmitteln)
Für Montage- Für den Umgang mit
Bei Arbeiten an Kreissägen keine und Reparatur- aggressiven Stoffen
Handschuhe tragen (Erfassungsgefahr). arbeiten und gefährlichen
Substanzen wie
Säuren und andere
Chemikalien
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AUVA Sicheres Arbeiten in der Zimmerei
Arbeitsstoffe Während der Arbeit mit Arbeitsstoffen
Sicherheitsdatenblatt Verwendungsverbote ■ nicht essen, trinken, rauchen. ■ Bei brennbaren Flüssigkeiten
Brand- u. Explosionsschutz
■ Enthält Angaben über ■ Für bestimmte Stoffe gibt es Verwendungsverbote ■ kein Hautkontakt mit Gefahrstoffen. beachten.
侊 Erste-Hilfe-Maßnahmen oder Beschränkungen für Jugendliche und wer-
侊 Schutzmaßnahmen dende bzw. stillende Mütter. ■ Beim Umfüllen in kleinere Gebinde nur bruchfeste ■ Persönliche Schutz-
侊 Verhalten bei Störfällen u. a. und beständige Behältnisse (z. B. Kunststoffbehäl- ausrüstung verwenden.
ter) benutzen und diese wie das Originalgebinde
■ Das Sicherheitsdatenblatt muss im Betrieb aufliegen kennzeichnen.
■ Spritzer beim Umfüllen vermeiden (z. B. durch He-
ber oder Pumpen), Körperschutzmittel benutzen.
EG-Gefahrensymbole
■ Benetzte Kleidungsstücke sofort ausziehen.
■ Hautschutz beachten: Vor der Arbeit und nach
den Pausen gezielter Hautschutz, nach der Arbeit
und vor den Pausen richtige Hautreinigung, nach
Gesundheits- Giftig T, Reizend Xi Ätzend C Umwelt- Leicht Brand- Explosionsge- Nach EG-Recht der Reinigung und am Arbeitsende Hautpflegemit-
schädlich Xn Sehr giftig T+ gefährlich N entzündlich F fördernd O fährlich E bisher kein tel verwenden.
Hoch Gefährlichkeits-
entzündlich F+ merkmal
Holzschutzmittel
■ Holzschutzmittel enthalten schädliche Wirkstoffe:
Gefahrenpiktogramme nach GHS/CLP 侊 Insektizide
侊 Fungizide
■ Holzschutzmittel gegen Pilzverfärbung können
sensibilisierende Chrom-(VI)-Verbindungen enthal-
ten (krebserzeugend, allergieauslösend).
NEU! für Akute Reizend Hautätzend Gewässer- Entzündlich Oxidierend Explosiv NEU! Gase Technische Maßnahmen
krebs- Toxizität gefährdend unter Druck Vorbeugender Holzschutz:
erregende ■ Handauftrag nur mit Pinsel, Walze o. ä. Bei Verar-
Stoffe beitung immer Sicherheitsdatenblatt beachten.
■ Bei Verwendung lösemittelhaltiger Holzschutz-
mittel auf gute Raumbe- und -entlüftung achten.
Lösemitteldämpfe sind schwerer als Luft, sinken zu
Boden und verdrängen dabei die Atemluft nach
Gesundheits- NEU! für oben. Außerdem kann eine explosionsfähige At-
schädlich krebs- mosphäre entstehen. Darum technische Lüftungs-
erregende maßnahmen durchführen, z. B. ex-geschützte Ab-
Stoffe
saugung.
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AUVA Sicheres Arbeiten in der Zimmerei
Hautschutz
Persönliche und organisatorische Maßnahmen
■ Hautkontakt mit Holzschutzmitteln und frisch im-
prägniertem Holz vermeiden. Geeignete Schutz- Allgemeines
handschuhe und ggf. Schutzschürze tragen. ■ Schutz, Reinigung und Pflege der Haut sind die
wichtigsten Voraussetzungen zur Erhaltung ihrer
■ Schutzhandschuhe am Ende umstülpen, damit Funktionsfähigkeit.
bei hochgehaltenen Händen das Holzschutzmittel
nicht auf Haut oder Kleidung rinnen kann. ■ Bei Auswahl geeigneter Produkte und Erstellung
eines Hautschutzplanes berät der Arbeitsmediziner
■ Hautschutzplan beachten. Informationen dazu im oder die Sicherheitsfachkraft.
1 2
Sicherheitsdatenblatt.
Hautschutz vor Arbeitsbeginn und nach Pausen
■ Schutzbrille benutzen. Bei fluorhaltigen Produkten ■ Durch Hautschutzcreme wird
Brille mit Kunststoffgläsern verwenden. 侊 der direkte Kontakt zwischen Haut und Arbeits-
stoffen verhindert oder abgeschwächt,
■ Bei Spritzern in die Augen sofort mit viel Wasser 侊 die natürliche Abwehrkraft der Haut unterstützt
spülen und Augenarzt aufsuchen. und verstärkt,
侊 die Hautreinigung erleichtert.
■ Atemschutz benutzen, z. B. beim Umgang mit
lösemittelhaltigen Produkten, wenn keine ausrei- ■ Hautschutzcreme ist auf die saubere und trockene
chende Lüftung möglich ist (Kombinationsfilter Haut vor Arbeitsbeginn (auch nach den Pausen)
A2–P2), bei der Entnahme von frisch imprägnier- aufzutragen. 3 4
tem Holz aus Kesseldruckanlagen (P2–SL oder
FFP2). ■ Hautschutzcreme muss für die jeweilige Hautge- ■ Bei langer Tragedauer von Handschuhen ist eben-
fährdung speziell geeignet sein, z. B. für Umgang falls eine Hautschutzcreme erforderlich.
mit alkalischen, wässrigen Stoffen oder Ölen oder
Kunststoffen (vor der Aushärtung).
Hautreinigung (vor Pausen und nach der Arbeit)
■ Möglichst schonende, rückfettende Flüssigseifen ■ Keine Hautreinigungsmittel verwenden, die Sand,
oder Pasten verwenden. scharfkantige Beimengungen, Lösungsmittel zur
Reinigungsverstärkung enthalten oder zu alkalisch
(pH-Wert größer als 7) sind.
Hautpflege (nach der Arbeit)
■ Bei jedem Waschen wird neben dem Schmutzent- ■ Sinnvoll und wichtig: Unter Schutzhandschuhen
fernen die Haut etwas entfettet. Deshalb muss sie Hände mit Hautschutzcreme eincremen (Schweiß-
bei Arbeitsende durch Einfetten gepflegt werden. schädigung geringer).
■ Nach jedem Waschen Handrücken, Fingerzwi-
schenräume und Nagelbetten gut eincremen.
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Description:4500. 5000. 5500. 6000. 6500. 7000. 8000. 9000. 10000. 11000. 12000. Fräserspindeldrehzahl Notruf veranlassen und Fachpersonal herbeirufen.