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T
K
A
P
M
O
K
n
e
s
y
l
a
n
A
-
R
S
B
B
Bevölkerung, private Haushalte
und Erwerbspersonen
Die Raumordnungs-
Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) erarbeitet
bereits seit den 1980er-Jahren Raumordnungsprognosen. Mit diesem Heft
prognose 2035
liegt die achte Version seit der deutschen Einigung vor. Sie umfasst den Pro-
gnosezeitraum zwischen den Jahresenden 2012 und 2035 und berücksichtigt
nach dem Zensus
den Zensus 2011.
Diese Broschüre informiert Sie über die Entwicklung der Bevölkerung,
privaten Haushalte und Erwerbspersonen.
n Methodik und Annahmensetzung
n Ergebnisse der Bevölkerungsprognose
n Ergebnisse der Haushaltsprognose
n Ergebnisse der Erwerbspersonenprognose
Autoren
Claus Schlömer
Hansjörg Bucher
Jana Hoymann
2 Die Raumordnungsprognose 2035 | Vorwort
Vorwort
Liebe Leserinnen und Leser,
die neue Raumordnungsprognose 2035 des BBSR ist die achte Version seit
der deutschen Einigung und umfasst den Prognosezeitraum 2012 bis 2035. Die
Besonderheit: Die aktuelle Vorausschau berücksichtigt den Zensus 2011. Der im
Zensus gezählte Bevölkerungsbestand erbrachte eine um ca. 1,5 Mio. kleinere
Bevölkerungszahl als jene, die als Fortschreibung aus der letzten Volkszäh-
lung errechnet worden war. Dieser Fortschreibungsfehler ist regional und in
den Alters klassen der Bevölkerung unterschiedlich stark ausgeprägt. Für die 1515
00
Raumordnungsprognose 2035 ergaben sich daraus zwei Konsequenzen. Erstens 22
//
55
wurden die Startwerte der neuen Prognose um den Fortschreibungsfehler 00
T T
bereinigt. Zweitens wurden die zugrunde liegenden Annahmen neu gefasst. In KK
AA
bewährter Form bezieht auch diese Prognose weitere Bereiche ein, die für die PP
MM
Analyse demografischer Veränderungen wichtig sind: Entwicklungen der priva- OO
KK
ten Haushalte und der Erwerbspersonen. n n
ee
ss
yy
Die Raumordnungsprognose 2035 bietet grundlegende Informationen für die alal
nn
Ausgestaltung von Konzepten und Maßnahmen einer ausgleichsorientierten AA
--
Poli tik. Darüber hinaus dient sie der Frühwarnung, weil sie deutlich macht, RR
SS
wo der Demografie bedingte Handlungsbedarf schon jetzt besonders groß BB
BB
ist. Durch örtlich angepasste Lösungen unterstützt der Bund Kommunen darin,
neue Wege bei der Sicherung der Daseinsvorsorge zu gehen. Ein bewährtes
Instrument sind dabei die Modellvorhaben der Raumordnung (MORO), die das
BBSR fachlich begleitet. Darin können wir gemeinsam mit Praktikern übertrag-
bare Lösungen für die Raum- und Stadtentwicklungspolitik gewinnen. Auch die
Forschung zur Städtebauförderung blickt auf Kommunen in Schrumpfungsregio-
nen und sucht nach Strategien, diese zu stärken. Gerade kleinere Städte und
Gemeinden als Wohnorte attraktiv zu halten, bleibt eine wichtige Aufgabe, die
auch bürgerschaftliches Engagement einschließt.
Die demografischen Veränderungen prägen auch die regionalen Wohnungs-
märkte: Das Nebeneinander von Regionen mit stark unterschiedlichen Entwick-
lungen und einer Vielzahl von Marktkonstellationen wird sich in den nächsten
Jahren noch verstärken. Zu diesem Schluss kommt die Wohnungsmarktprogno-
se des BBSR. Sie stützt sich auf die Bevölkerungs- und Haushaltszahlen dieser
Forschungsarbeit und erscheint parallel zur Raumordnungsprognose 2035.
Ich wünsche Ihnen eine erkenntnisreiche Lektüre.
Direktor und Professor Harald Herrmann
Die Raumordnungsprognose 2035 | Methodik und Annahmensetzung der ROP 2035 3
Methodik und Annahmensetzung der ROP 2035
Die Bevölkerungsprognose Das Konzept der Raumordnungs- te Zeitreihen, die als Stützzeiträume
wurde anhand der prognose 2035 wurde gegenüber den für die Annahmen fungieren. Der
Ergebnisse des Zensus korrigiert Vorgängerprognosen beibehalten. Zensus 2011 löste diese Kontinuität
und wirkt sich auch auf die Haus- Es handelt sich weiterhin um eine auf, die Zeitreihen weisen einen
halts- und Erwerbspersonenprog- zweckgebundene Prognose für die Strukturbruch auf. Deshalb mussten
nose aus. Politikberatung, um eine Status-quo- die bewährten Verfahren mehr oder
Prognose bezüglich ausgewählter weniger modifiziert werden. Um
politischer Rahmenbedingungen, gleichwohl mit langjährigen Erfah-
15 um eine mittelfristige Prognose, um rungswerten arbeiten zu können,
0
2 eine Prognose für ganz Deutschland, wurde teils auf Annahmen der bisher
/
5
0 deren räumliche Teilergebnisse der aktuellen ROP 2030 zurückgegriffen
T
K 402 Kreise Mosaiksteinchen für die und diese Annahmen wurden mit neu
A
P Gesamtschau darstellen. Unverändert gewonnenen Erkenntnissen aus dem
M
O in ihrer Definition und Abgrenzung Zensus kombiniert. Einzig die künf-
K
n werden die drei Basismerkmale tigen internationalen Wanderungs-
e
s Bevölkerung, private Haushalte und ströme werden im Prognosemodell
y
al Erwerbspersonen betrachtet. Das nicht mit Raten aus der Bevölkerung
n
A Gesamtergebnis ist weiterhin in sich abgeleitet, sondern in absoluten Wer-
-
R konsistent und abgestimmt. ten festgelegt. Solche Annahmen sind
S
B von der aktuellen Bevölkerungsstatis-
B
Die Raumordnungsprognose betrach- tik unabhängig und bedürfen insofern
tet Deutschland als Ganzes, jedoch keiner Zensuskorrektur.
in feiner räumlicher Differenzierung.
Die Ergebnisse der Kreise und der Die Annahmensetzung der ROP 2030
Raumordnungsregionen dienen als ist in der Publikation Analysen Bau.
Mosaiksteinchen, um ein größeres Stadt.Raum Band 9, 2012 (Kapitel 4,
Gesamtbild zusammenzufügen. Die S. 35–51) ausführlich beschrieben.
Prognoseergebnisse der Einzelteile Hier werden nur die Modifikationen
sind nicht das primäre Erkenntnis- für die ROP 2035 dargestellt. Es han-
ziel. Dies besteht darin, dass die delt sich um folgende Parameter:
Regionalergebnisse zueinander in
einem abgestimmten und konsis- n in der Bevölkerungsprognose
tenten Verhältnis stehen. Räumliche um Raten zur Beschreibung des
Besonderheiten gehen nur teilweise Fertilitätsverhaltens, zur Lebens-
in die Prognosen ein. Insofern liefern erwartung, zum Binnenwande-
regionale Ergebnisse vor allem die rungsverhalten, jeweils bis 2035,
relative Position innerhalb gesamt- n in der Haushaltsprognose um
räumlicher Prozesse und sind im Raten zur Beschreibung der
regionalen Einzelfall zu ergänzen um Haushalts bildung bis 2035,
weiteres Expertenwissen vor Ort. n in der Erwerbspersonenprognose
um Raten zur Beschreibung der
Die Prognosemodelle verlangen ein Erwerbsbeteiligung bis 2035.
Festlegen von Parametern, die sich
Annahmen für die
auf die Zukunft beziehen. Es handelt
sich dabei um Raten, die bestimmte Bevölke rungsprognose
Verhaltensmuster beschreiben. In der
Regel werden diese Parameter für Die Modellparameter zum Fertilitäts-
längere Zeiträume der Vergangenheit verhalten wurden zensuskorrigiert.
ermittelt und mit einer inhaltlichen Mit den korrigierten Bestandszahlen
Begründung in die Zukunft verlängert. und den aktuellen Geburten der Jahre
Wichtige Basis für die Analysen der 2010 bis 2012 wurden bereinigte
Vergangenheit sind in sich konsisten- Fertilitätsraten und – als ein Sammel-
4 Die Raumordnungsprognose 2035 | Methodik und Annahmensetzung der ROP 2035
indikator dieser altersspezifischen ne reicht bis 2060. Sie deckt damit die man wiederum zwischen dem
Werte – die zusammengefasste Verlängerung des Prognosezeitraums Wanderungsvolumen und seiner
Geburtenziffer (TFR) berechnet. Diese in der ROP ab. Die räumliche Ausdif- Verortung nach Herkunft und Ziel,
konnten verglichen werden mit den ferenzierung auf die Kreisebene folgt dann lassen sich immerhin relativ
bisher verwendeten, fehlerbehafteten dem bisherigen Schema. stabile räumliche Muster erkennen.
Raten. Die relative Abweichung zwi- Das Niveau der Außenwanderungen,
schen den beiden TFR-Werten auf der Die Modellparameter des Binnen- Zuzüge mehr noch als Fortzüge, zeigt
Kreisebene wurde als Korrekturfaktor wanderungsmodells konnten teils bei- im Zeitverlauf so große Schwankun-
verwendet. Der komplette Annahmen- behalten werden und mussten teils gen wie sonst keine andere Kompo-
satz der ROP 2030 wurde um dieses korrigiert werden. Die Beschreibung nente der Bevölkerungsbewegungen.
Vielfache angehoben – oder gesenkt. des Binnenwanderungsverhaltens ist Auch wird keine andere Komponente
Damit wurde der Niveaueffekt der zweistufig angelegt. Mobilitätsraten so stark politisch diskutiert und
Zensuskorrektur voll berücksichtigt, geben den Anteil einer Bevölkerungs- beeinflusst.
ein möglicher altersstruktureller gruppe an, der im Verlaufe eines
Effekt in den einzelnen Kreisen Jahres seinen Wohnstandort wech- Prognostiker lösen in der Regel
hingegen nicht. Dieser Fehlerquelle selt. Von wo nach wo dieser Umzug n das Niveauproblem, indem sie
wird eine vernachlässigbare Auswir- stattfindet, ist die Frage der zweiten mehrere Varianten für das inter-
kung zugeschrieben, da bereits der Stufe. Diese Verflechtung zwischen nationale Wanderungsgeschehen
Niveaueffekt relativ gering ist. Die Herkunft und Ziel einer Wanderung anbieten,
bis 2030 erreichten Werte wurden als wird mit Informationen ermittelt, die n das Verlaufsproblem, indem sie
konstant für die folgenden fünf Jahre vom Zensus unabhängig sind und so- erst gar nicht versuchen, Aus-
angenommen. Auch dies ist vertret- mit keiner Korrektur bedürfen. Anders sagen zum zeitlichen Verlauf der
bar, empirisch wegen der hohen die Mobilitätsraten: Analog zu den Außenwanderungen zu treffen.
Zeitstabilität des Fertilitätsverhaltens Neuberechnungen des Fertilitätsver- Stattdessen wird gerne ein
und konzeptionell wegen des Status- haltens wurden für die Jahre 2010 bis langfristiger Durchschnittswert
quo-Charakters dieser Prognose. 2012 zensuskorrigierte Fortzugsraten vorgegeben und allenfalls der
errechnet. Als Stützzeitraum für die Übergang zwischen dem aktu-
Die Modellparameter zum Mortali- Prognoseannahmen wären diese drei ellen Wert zu Prognose beginn
tätsverhalten basierten bisher auf Jahre entschieden zu kurz, da die und diesem Durchschnittswert
Arbeiten des Statistischen Bun- Fortzüge einzelner Jahre oder kurzer verstetigt.
desamtes für die gesamträumliche Zeiträume erheblichen Schwankun-
Ebene. Der Annahmensatz für die gen unterliegen. Um einen stabilen Diesem Schema folgt die ROP 2035
untere Variante der 12. koordinierten langjährigen Durchschnittswert für ebenfalls. Allerdings werden in der
Bevölkerungsvorausberechnung das Mobilitätsverhalten zu ermitteln, ROP keine Varianten angeboten. Als
wurde für die ROP 2030 räumlich wurden deshalb diese korrigierten langfristiges Niveau der Nettowan-
ausdifferenziert. Im Statistischen Raten mit fehlerbehafteten Werten zu derungen wird ein jährlicher Gewinn
Bundesamt wurden seit 2012 einer Gesamtzeitreihe als Stützzeit- von ca. 200 000 Personen angenom-
intensive Prüfungen unternommen, raum zusammengeführt. Aus ihnen men. 2013 war der Saldo allerdings
inwiefern die Zensuskorrektur der wurden jene Fortzugsraten abgeleitet, mehr als doppelt so hoch. Als Anpas-
Bevölkerung Auswirkungen auf die die das Binnenwanderungsvolumen sungsphase werden die fünf Jahre
alters- und geschlechtsspezifischen im Prognosemodell erzeugen sollen. bis 2018 vorgegeben, in denen sich
Mortalitätsraten und – als deren Ge- Hinter dieser Vermischung von eine Halbierung der Nettowanderun-
samtindikator – auf die Lebenserwar- zensus korrigierten und fehlerbehafte- gen vollziehen soll. In der Summe der
tung hat. Ergebnis war, dass mit der ten Fortzugsraten steht die Einschät- 23 Prognosejahre kommt es dann zu
korrigierten Bevölkerung nur solch zung, dass der dabei gemachte rund 4,9 Mio. Personen an Nettowan-
geringe Abweichungen auftraten, Niveaufehler geringer ist als bei derungen oder einem durchschnitt-
dass die amtliche Statistik für die neu Verwendung eines, obwohl zensus- lichen jährlichen Gewinn von knapp
geplante Vorausberechnung bei ihren korrigierten, kurzen Stützzeitraumes. 212 000. Dieser Wert liegt relativ nahe
bisherigen Annahmen bleiben kann. bei dem Langfristwert des bisheri-
Auf diese Annahmen greift das BBSR Die Außenwanderungen sind die bei gen Wanderungsgeschehens seit
wiederum zurück. Die Prognose des Weitem schwierigste Komponente Gründung der Bundesrepublik, etwas
Mortalitätsverhaltens auf Bundesebe- bei der Annahmensetzung. Trennt niedriger als der Durchschnitt seit der
Die Raumordnungsprognose 2035 | Methodik und Annahmensetzung der ROP 2035 5
Einigung. Nach unserer Einschätzung Wanderungen beeinflussen in einem in dem ein Bevölkerungsbestand
ist dieser mittlere Wert der Vergan- sekundären Effekt nicht nur die Be- privaten Haushalten mit bestimmten
genheit eher eine Untergrenze für das völkerungsgröße, sondern auch die Eigenschaften zugeordnet wird. Das
künftige Geschehen. künftigen Bewegungen. Modell besitzt zwei wesentliche
Bausteine:
Annahmen für
Das Prognosemodell arbeitet jedoch
nicht mit Nettowanderungen. Statt die Haushaltsprognose n den Bevölkerungsbestand, der
eines Wanderungssaldos müssen bereits aus der Bevölkerungspro-
15 vielmehr Zuzüge und Fortzüge fest- Im Haushaltsmodell wird zwar von gnose bekannt ist,
0
/2 gelegt werden. Diese Bruttoströme der Haushaltsbildung gesprochen, n die Quoten, die die Verteilung der
5
0 haben jeweils eigene altersstruktu- tatsächlich handelt es sich jedoch Bevölkerungsgruppen auf die
T
K relle und räumliche Eigenschaften. um ein (statisches) Verteilungsmodell, Haushalte leisten.
A
P
M
O Zensus 2011
K
n
e Karte 1 Zensus und Fortschreibung Nach einer Empfehlung der Vereinten Nationen
s
ly DK soll in jedem Land möglichst alle zehn Jahre
a
n eine Volkszählung stattfinden, als eine Inventur
A
- oder Bestandsaufnahme der Bevölkerung in fei-
R
S •
B Kiel ner räum licher und sachlicher Differenzierung.
B
In Deutschland wurde dieser Rhythmus in den
Hamburg •Schwerin letzten Jahrzehnten verfehlt: In den alten Ländern
•
fand der letzte Zensus unter – vorwiegend politi-
Bremen schen, aber auch juristischen – Schwierigkeiten
•
PL schließlich im Jahr 1987 statt, in der früheren
Berlin DDR noch im „empfohlenen“ Rhythmus im Jahr
NL •Hannover Potsdam• • 1981. Das vereinte Deutschland war weltweit
• das einzige hoch entwickelte Land, in dem in
Magdeburg
den ersten zwanzig Jahren seiner Existenz keine
Volkszählung stattfand. Dadurch kam es in etli-
Düsseldorf
• Dresden chen Politikfeldern zu Informationsdefiziten, die
Erfurt •
• u. a. eine gezielte, bedarfsorientierte staatliche
Daseinsvorsorge erschweren.
BE
Wies baden CZ Der Zensus 2011 unterscheidet sich in der
•
• Methodik wesentlich von vorangegangenen
Mainz
LU Volkszählungen. Er ist keine komplette Voll-
erhebung mehr, sondern eine „registergestützte,
Saarbrücken
•
durch eine Stichprobe und eine Vollerhebung
FR Stuttgart in Gemeinschaftsunterkünften ergänzte Bevöl-
•
kerungszählung, die – mit einer Gebäude- und
Wohnungszählung kombiniert – am 9. Mai 2011“
München
• AT stattfand. Einige Merkmale wurden nicht unmit-
telbar erfragt, diese Informationen wurden an-
CH deren Quellen entnommen und mit statistischen
100 km Schätzverfahren ergänzt. Entwickelt und erprobt
©BBSR Bonn 2014
wurde diese neue Methode in einem „Zensus-
Bevölkerungszahl nach dem Zensus Datenbasis:
im Verhältnis zur Fortschreibung Zensus Mai 2011, Fortschreibung 2010 test“ schon in den Jahren 2001 bis 2003. Die
und 2011
bis unter 0,975 Geometrische Grundlage: Ergebnisse des Zensus 2011 stießen nicht überall
BKG, Kreise, 31.12.2012
0,975 bis unter 0,985 auf Akzeptanz. Zahlreiche Kommunen erhoben
Bearbeitung: C. Schlömer
0,985 bis unter 0,995 gegen die vorläufigen Zensusergebnisse (den
0,995 bis unter 1,005 Feststellungsbescheid) juristischen Einspruch.
1,005 und mehr
6 Die Raumordnungsprognose 2035 | Methodik und Annahmensetzung der ROP 2035
Zentrale Aufgabe des Modells ist die Die Alterung der Bevölkerung führt zu
Bevölkerungsfortschreibung
Festlegung jener Quoten. Das Verfah- Haushaltsverkleinerungsprozessen,
Zwischen den Volkszählungen werden die Be-
ren ist ebenfalls umfänglich beschrie- ohne dass irgendwelche Verhaltens-
völkerungsbestände indirekt ermittelt durch eine
ben in der ROP 2030. Wesentliche änderungen vorliegen würden.
Fortschreibung der Zensusergebnisse. Deren
Datenquelle für die Beschreibung der
Annahmen für die formales Instrument ist die Bilanzgleichung, die
Haushaltsbildung ist der Mikrozensus.
Dessen Inhalte sind zunächst nicht Erwerbs personen- einen definitorischen Zusammenhang herstellt
betroffen von den Ergebnissen des prognose zwischen Anfangsbestand und Endbestand einer
Zensus 2011. Allerdings erfolgt eine Bevölkerung sowie den dazwischen stattfin- 15
Anpassung der Stichprobe bei der Das Arbeitsmarktteilmodell zeigt star- denden Bevölkerungsbewegungen (Geburten, 20
/
Hochrechnung für die Gesamtheit, die ke Ähnlichkeiten mit dem Haushalts- Sterbefälle, Wanderungen). 05
T
sich am Zensus orientiert. Insofern modell, im methodischen Ansatz wie K
Anfangsbestand der Bevölkerung A
entstand für einige Merkmale des auch bei der empirischen Absiche- + Geburten – Sterbefälle MP
Mikrozensus in dessen Zeitreihe rung. Das Modell hat zwei zentrale + Zuzüge – Fortzüge O
= Endbestand der Bevölkerung K
ebenfalls ein Strukturbruch, der eine Bausteine: n
e
zeitreihenanalytische Bearbeitung s
Die Fortschreibung des Bestandes über die Be- y
erschwert. Die Haushaltsprognose n die Bevölkerung im erwerbsfä- al
wegungen birgt zufällige Fehlerquellen. Die Er- n
der ROP 2035 bezieht sich deshalb higen Alter, deren Zahl aus der A
fassung der natürlichen Bewegungen (Geburten -
weiterhin auf die Annahmen der Bevölkerungsprognose übernom- R
und Sterbefälle) auf den Standesämtern ist dabei S
ROP 2030. Sie nimmt einen Verlust men wird, B
weniger fehleranfällig als die Registrierung der B
an Aktualität in Kauf, bewahrt sich n einen Satz von geschlechts- und
Wanderungen auf den Einwohnermeldeämtern.
im Gegenzug die zeitliche Konsistenz altersspezifischen Quoten, der
Alle umziehenden Personen unterliegen zwar
des Annahmengerüsts. Da die Aus- die Erwerbsbeteiligung dieser
einer Meldepflicht. Bei Fortzügen ins Ausland
wertungen der letzten Jahre immer Bevölkerungsgruppen beschreibt.
besteht indes keine amtliche Kontrolle, ob der
nur geringe Veränderungen und
Wegziehende sich auch abgemeldet hat. Die
stabile Trends gezeigt hatten, ist dies Die Prognose des Erwerbsverhaltens
Außenfortzüge sind somit eine offene Flanke
gut vertretbar. Die meisten Quoten basiert – wie die Haushaltsprog-
bei der Fortschreibung der Bevölkerung. Zufäl-
verändern sich kaum. Hinter einigen nose – auf Informationen aus dem
lige Fortschreibungsfehler erhalten dadurch
wenigen Veränderungen stehen zwei Mikrozensus und hat mit identischen
systematische Eigenschaften. Bevölkerungsfort-
Megatrends: Problemen durch den Zensus zu
schreibungen sind weniger präzise in Raumein-
kämpfen. Auch bei den Erwerbsquo-
heiten, die intensive Wanderungsverflechtungen
n Die Familienbildung erfolgt immer ten wird der enge Bezug zur Annah-
mit dem Ausland aufweisen. Dies bedingt
später im Lebensverlauf. Jüngere mendiskussion der ROP 2030 gewahrt
Personen leben dadurch länger und es wird für den zusätzlichen n ein siedlungsstrukturelles Gefälle, weil hoch
als Vorstände in kleinen Haushal- Prognosezeitraum bis 2035 eine Stabi- verdichtete Regionen – und dort wiederum
ten oder als sonstige Mitglieder lität des Erwerbsver haltens postuliert. die Kernstädte – ein starkes internationales
im Haushalt ihrer Eltern. Perso- Zentrale An nah men zur Erwerbsbe- Wanderungsvolumen aufweisen,
nen mittleren Alters verbringen teiligung resultieren aus Änderun-
n eine altersstrukturelle Besonderheit, weil
längere Zeit in großen Haushalten, gen im Erwerb verhalten. Daraus
internationale Wanderungen sich auf be-
weil der familienbedingte Haus- ergeben sich drei große Trends: (1)
stimmte Jahrgänge im jüngeren erwerbsfähi-
haltsverkleinerungsprozess später die zunehmende Erwerbsbeteiligung
gen Alter konzentrieren.
einsetzt. der Frauen, (2) ein späterer Eintritt
n Der Anteil der herkömmlichen in den Ruhestand und eine dadurch
„Standardfamilie“ nimmt weiter steigende Erwerbsbeteiligung der
ab, die Vielfalt wächst. Der Anteil älteren Arbeitnehmer sowie (3) eine
der Frauen, die als Haushaltsvor- Verkürzung der Ausbildungszeiten
stände fungieren, nimmt weiter und damit ein früherer Eintritt in den
zu. Alleinerziehende, ledig oder Arbeitsmarkt.
geschieden, gewinnen noch an
relativer Bedeutung.
Die Raumordnungsprognose 2035 | Ergebnisse der Bevölkerungsprognose – der demografische Wandel setzt sich fort 7
Ergebnisse der Bevölkerungsprognose – der
demografische Wandel setzt sich fort
Die Bevölkerungsentwicklung Eine wesentliche Erkenntnis dieser 82,54 Mio., von dem zwischenzeitlich
weist trotz Korrektur durch den neuen Prognose besteht darin, dass bekannt ist, dass es fehlerbehaftet zu
Zensus eine hohe Stabilität auf. die Bevölkerungsentwicklung mit ih- hoch war. Zehn Jahre später, zu Be-
ren verschiedenen Komponenten des ginn der hier vorgelegten Prognose,
demografischen Wandels eine hohe waren es zensusbereinigt 80,5 Mio.
Stabilität besitzt. Selbst ein Struktur- Einwohner. Hinter diesen insgesamt
15 bruch, wie ihn die Korrektur durch die wenig spektakulären Veränderungen
0
2 Zensusergebnisse darstellt, führt nur des Bevölkerungsbestandes stehen
/
5
0 zu marginalen Änderungen gegen- aber beachtliche Bevölkerungsbe-
T
K über den bisher erwarteten Trends wegungen: Seit 1990 wurden bis zum
A
P der Dynamik, der Alterung und der Prognosestart fast 16,2 Mio. Kinder
M
O siedlungsstrukturellen Entwicklung. geboren. Es starben 18,8 Mio. Men-
K
n Lediglich die Internationalisierung schen. Um annähernd 3,5 Mio. Perso-
e
s des Bevölkerungsprozesses wird nen überstiegen die internationalen
y
al sich aufgrund der höher erwarteten Zuzüge die Fortzüge ins Ausland.
n
A Zuwanderung beschleunigen. Der
-
R grundlegende Wandel der Bevölke- Der Bevölkerungszuwachs seit der
S
B rungsdynamik ist in Tabelle 1 darge- Wiedervereinigung von rund 770 000
B
stellt. Sie zeigt zugleich die Basiser- Personen ergibt sich daraus, dass die
gebnisse der Bevölkerungsprognose. Sterbeüberschüsse von annähernd
2,7 Mio. durch internationale Wande-
Kurz nach der Wiedervereinigung, rungsgewinne von 3,4 Mio. Menschen
am Jahresende 1990, hatte die mehr als ausgeglichen wurden. Diese
Bundesrepublik Deutschland knapp „importierte“ Dynamik überdeckte
unter 80 Mio. Einwohner1. Ihre Zahl die Schrumpfungstendenzen, die der
stieg bis 2002 auf ein Maximum von Bevölkerung aufgrund des niedrigen
Tabelle 1
Bevölkerungsbewegungen und Bestand 1990, 2012 und 2035 im Ost-West-Vergleich
Bund alte Länder neue Länder
1990 Bevölkerung 79 753 61 574 18 179
Geburten 16 175 13 456 2 719
Sterbefälle 18 843 14 619 4 225
1991 bis 2012 natürlicher Saldo –2 669 –1 163 –1 506
Außenwanderungssaldo (*) 3 440 3 104 336
Binnenwanderungssaldo (*) 0 1 103 –1 103
Gesamtwanderungssaldo (*) 3 440 4 207 –767
2012 Bevölkerung 80 524 64 619 15 905
Geburten 14 642 12 078 2 564
Sterbefälle 21 796 17 027 4 769
2013 bis 2035 natürlicher Saldo –7 154 –4 949 –2 205
Außenwanderungssaldo 4 878 3 950 928
Binnenwanderungssaldo 0 504 -504
Gesamtwanderungssaldo 4 878 4 454 424
2035 Bevölkerung 78 248 64 124 14 124
Zahlen in 1 000
Quelle: Laufende Raumbeobachtung des BBSR, (*) eigene Berechnungen nach dem Zensus,
BBSR-Bevölkerungsprognose 2012–2035/Zensus
Hinweis: Der Außenwanderungssaldo 1991 bis 2012 in dieser Tabelle wurde so angepasst,
(1) Aufgrund von Rundungsdifferenzen kommt
es zu minimalen Abweichungen bei der dass die Bilanzgleichung stimmig ist. Das heißt, die Fortzüge wurden korrigiert, damit die
Bilanzierung der dargestellten Ergebnisse Wanderungsbilanz und die Bevölkerungszahl für die Jahre 2011 und 2012 konsistent sind.
dieses und des folgenden Abschnitts.
8 Die Raumordnungsprognose 2035 | Ergebnisse der Bevölkerungsprognose – der demografische Wandel setzt sich fort
Abbildung 1 ven Rückgang zehn Jahre später
(bis hin zu kurzzeitigen Wande-
Bevölkerungsbewegungen Deutschlands in Vergangenheit und Zukunft
rungsverlusten) und einem aktuell
Geburten und Sterbefälle wieder rasant ansteigenden
1 400 000
Wanderungsgewinn. Die Daten
1 200 000 zum Außenwanderungsgesche-
1 000 000 hen zeigen gewisse Unschärfen,
die aber keinen grundsätzlichen
800 000
n Anlass zum Zweifel an den Befun-
e 600 000
n
o den geben.
s
er 400 000
P
200 000 Stabile Sterbeüberschüsse und ein
0 stark angestiegener Außenwande-
rungssaldo sorgen dafür, dass aktuell
–200 000
die Bevölkerung wieder wächst
–400 000
1946 1954 1962 1970 1978 1986 1994 2002 2010 2018 2026 2034 (Abbildung 1). Alles spricht dafür,
1950 1958 1966 1974 1982 1990 1998 2006 2014 2022 2030
dass dies nur eine vorübergehende
Zeit
Geburten Sterbefälle natürlicher Saldo Episode sein wird. Denn die Sterbe-
Quelle: Statistisches Bundesamt, überschüsse werden sich bis zum
BBSR-Bevölkerungsprognose 2012 bis 2035/Zensus © BBSR Bonn 2014
Ende des Prognosezeitraums ver-
doppelt haben. Dann müssten jedes
Internationale Wanderungsbewegungen
Jahr Nettowanderungsgewinne von
1 600 000
ca. 400 000 Personen erzielt werden,
1 400 000
um die Bevölkerungszahl konstant zu
1 200 000
halten.
1 000 000
en 800 000
n
o
ers 600 000 Bevölkerungsdynamik im
P
400 000 demografischen Wandel
200 000
0 Die – seit 40 Jahren anhaltende –
niedrige Fertilität der Bevölkerung
–200 000
hat sich stark in ihrer Altersstruktur
–400 000
1950 1956 1962 1968 1974 1980 1986 1992 1998 2004 2010 2016 2022 2028 2034 niedergeschlagen. Aus kleinen Baby-
1953 1959 1965 1971 1977 1983 1989 1995 2001 2007 2013 2019 2025 2031
Zeit jahrgängen wurden zwischenzeitlich
Zuzüge Fortzüge Saldo kleine potenzielle Elternjahrgänge. Es
Quelle: Statistisches Bundesamt, werden weniger Kinder geboren, weil
BBSR-Bevölkerungsprognose 2012 bis 2035/Zensus © BBSR Bonn 2014
die Frauen im gebärfähigen Alter im-
mer weniger werden. Dieser Prozess
Fertilitätsniveaus bereits seit 1970 Trendwende dar. ist längst dabei, in die dritte Gene-
innewohnen. n Die Zahl der Sterbefälle nahm seit ration zu gehen – mit noch kleineren
der Einigung leicht – um ca. 3 % Jahrgängen von Enkelkindern. Bei
Im Zeitraum 1991 bis 2012 bildeten – ab, steigt aber seit 2006 wieder der deutschen Einigung gab es noch
sich folgende Trends aus: an. Bei steigender Lebenserwar- 17,2 Mio. Frauen im Alter zwischen 15
tung ist dies ein Mengeneffekt, und 45 Jahren – so die altersmäßige
n Die jährlichen Geburtenzahlen ausgelöst durch die wachsende Abgrenzung des fertilen Lebensab-
sanken um etwa ein Viertel auf Zahl älterer Menschen. schnittes. Bis Ende 2012 hatte ihre
nunmehr unter 700 000. Kurzzei- n Die Außenwanderungen unter- Zahl bereits um ein Fünftel abgenom-
tige Ausschläge in die andere lagen seither starken Schwan- men. Fast ausschließlich aufgrund
Richtung kamen mehrfach vor. kungen mit einem historischen der altersstrukturellen Effekte kommt
Solche Schwankungen sind Hoch 1992 nach der Öffnung des es bis 2035 zu einer Abnahme um
zufallsbedingt und stellen keine Eisernen Vorhangs, einem massi- ein weiteres Siebtel auf dann noch
Die Raumordnungsprognose 2035 | Ergebnisse der Bevölkerungsprognose – der demografische Wandel setzt sich fort 9
Karte 2 Natürlicher Saldo der Kreise bis 2035 die außerhalb Deutschlands liegen
DK und ihre Zahl wird teilweise politisch
beeinflusst. Der Anwerbestopp der
1970er-Jahre, die Rückkehrhilfen
•
Kiel der 1980er-Jahre, die Neudefinition
von Spätaussiedlern und auch die
Ham•burg •Schwerin verfassungsrechtliche Behandlung
des Asyls 1993 führten zu markan-
Bremen
015 • PL ten, doch keineswegs nachhaltigen
2 Reduktionen der Nettozuwanderung.
T 05/ NL •Hannover Potsdam• •Berlin Aktuell wird eher die Ausweitung
K • der Zuwanderungsmöglichkeiten
A
P Magdeburg diskutiert, um einem möglichen Fach-
M
O kräftemangel entgegenzuwirken. Die
n K •Düsseldorf Dresden Ausgestaltung und Wirkung auf die
yse E•rfurt • Nettozuwanderung bleibt allerdings
al abzuwarten.
n BE
A
SR- ••Wies baden CZ Über den gesamten Zeitraum bis 2035
BB LU Mainz führt ein durchschnittlicher Wande-
rungsgewinn von 200 000 Personen
Saarbrücken
• jährlich zu insgesamt ca. 4,9 Mio.
Personen Wanderungsgewinn. Dies
FR Stuttgart
• wird dann die Sterbeüberschüsse von
geschätzt 7 Mio. bei Weitem nicht
München
• AT ausgleichen oder gar überkompensie-
ren. Die Bevölkerung wird um 2,2 Mio.
Personen abnehmen. Die aktuelle
CH
100 km Wachstumsphase ist nur vorüberge-
©BBSR Bonn 2014
Natürlicher Saldo Datenbasis: hend und einer besonderen Situation
(Geburten minus Sterbefälle) 2013 bis 2035 BBSR-Bevölkerungsprognose
hoher Zuwanderung geschuldet.
je 1000 Einwohner 31.12.2012 2012 bis 2035/Zensus
Geometrische Grundlage: Ende 2035 wird eine Bevölkerung von
bis unter –350 BKG, Kreise, 31.12.2012
–350 bis unter –250 Bearbeitung: C. Schlömer 78,2 Mio. Personen erwartet, fast 3 %
–250 bis unter –150 weniger als 2012 und rund 2 % unter
–150 bis unter –50 dem Wert von 1990. Die Ost-West-Un-
–50 und mehr terschiede der Dynamik unterliegen
selbst einer hohen Persistenz. Die
12,4 Mio. Frauen dieses Alters. Ihr des exponentiellen Charakters dieses alten Länder verlieren 1 %, die neuen
Anteil an der Gesamtbevölkerung Prozesses wird sich der Sterbeüber- Länder aber 11 %. Diese großen
wird von 21,6 % (1990) auf dann noch schuss von derzeit rund 200 000 auf Unterschiede der Dynamik entsprin-
15,8 % sinken. 400 000 im Jahr 2035 verdoppeln. Dies gen indes den siedlungsstrukturellen,
ist gewissermaßen die innere Dyna- wirtschaftsstrukturellen und alters-
Im Jahr 2013 wurden noch 682 000 mik der Bevölkerung (Karte 2). strukturellen Besonderheiten.
Kinder geboren. Aus den genannten
Gründen wird die Geburtenzahl bis Daneben stehen die internationalen Die Bevölkerungsdynamik in den
2035 auf dann noch knapp 590 000 sin- Wanderungen als einzig verbliebene Regionen verläuft uneinheitlich
ken. In der Summe der 23 Prognose- Wachstumsquelle auf der gesamt- (Karte 3). Dies liegt neben dem natür-
jahre werden knapp 15 Mio. Geburten staatlichen Ebene. Ihre Prognose ist lichen Saldo und den internationalen
prognostiziert. Gleichzeitig werden allerdings besonders problematisch. Wanderungsbewegungen an den
fast 22 Mio. Menschen sterben. Es Den Außenwanderungen fehlt die Binnenwanderungen, die die Dynamik
wird zu einem Sterbeüberschuss von Stabilität im Zeitverlauf, ihr Ausmaß verstärken oder abschwächen, je
7 Mio. Personen kommen. Aufgrund kann auch von Ursachen abhängen, nach Betrachtung der Ziel- oder der
10 Die Raumordnungsprognose 2035 | Ergebnisse der Bevölkerungsprognose – der demografische Wandel setzt sich fort
Karte 3 Bevölkerungsentwicklung der Kreise in Vergangenheit und Zukunft
DK
•
Kiel
Ham•burg •Schwerin
Bremen
•
PL
Berlin
NL •Hannover Potsdam• •
•
Magdeburg
•Düsseldorf
Dresden
Erfurt •
•
BE
•Wies baden CZ
•
Mainz
LU
Saarbrücken
•
FR Stuttgart
•
München
• AT
CH
100 km
©BBSR Bonn 2014
Veränderung der Bevölkerung 1990 bis 2012 in Prozent
(Fortschreibung 1990 bis Zensus plus Fortschreibung 2012) Veränderung der Bevölkerungszahl 2012 bis 2035 in Prozent
bis unter –15 Datenbasis: bis unter –15 Datenbasis:
–15 bis unter –9 Ldaeus fBenBdSeR Raumbeobachtung –15 bis unter –9 B20B1S2R b-Bise 2v0ö3lk5e/Zruenngssupsrognose
–9 bis unter –3 Geometrische Grundlage: –9 bis unter –3 Geometrische Grundlage:
–3 bis unter 3 BBKeaGr,b Keirteuinsge:, C31. .S1c2h.2lö0m12er –3 bis unter 3 BBKeaGr,b Keirteuinsge:, C31. .S1c2h.2lö0m12er
3 bis unter 9 3 bis unter 9
9 und mehr 9 und mehr
Herkunftsregion. Die Besonderhei- rung ist der Prozess gemeint, durch Frauen im gebärfähigen Alter laufend
ten der räumlichen Dynamik, das den sich die Relation der Alters- abnimmt. Hauptursache dieses Rück-
Nebeneinander von wachsenden und gruppen zueinander in bestimmter gangs ist die niedrige Fertilität, die
schrumpfenden Regionen werden Weise verändert. Der Anteil jüngerer bereits seit dem Jahr 1970 unterhalb
durch die Binnenwanderungen Altersgruppen sinkt (Alterung von der Bestandserhaltung liegt. Seit
akzentuiert. Langfristig – über 2035 unten), der Anteil älterer Menschen vierzig Jahren ist jede Kindergene-
hinaus – tendieren allerdings alle wächst (Alterung von oben). Das ration zu einem Drittel kleiner als die
Regionen zur Bevölkerungsabnahme Durchschnittsalter der Bevölkerung Elterngeneration. Die Alterung von
(Tabelle 2). steigt dadurch. oben, die Zunahme des Anteils älterer
Menschen, beruht auf zwei Kompo-
Alterung der Bevölkerung
Die Alterung von unten hat den nenten: Die aktuelle Altersstruktur
stärksten Einfluss auf den Gesamt- erzeugt einen Mengeneffekt. Bis zum
Die Alterung schwächt sich zwar im effekt. Der sinkende Anteil der Alter 50 folgt – mit Ausnahme der
Vergleich zur Vergangenheit etwas jungen Menschen resultiert aus den Kriegs- und Nachkriegsjahr gänge –
ab, hat aber weiterhin eine stärkere sinkenden Geburtenzahlen. Dies jedem Jahrgang ein größerer um ein
Bedeutung als der Wechsel in der ist zwischenzeitlich ausschließlich Jahr jüngerer Jahrgang. Die zweite
Dynamik. Mit demografischer Alte- ein Mengeneffekt, weil die Zahl der Komponente stellt einen Verhaltens-