Table Of ContentKerkhof-TIse, Asphaltstraßen, 3. Auf].
Asphaltstraßen und
Teerstraßen
(Bituminöse Straßenanlagen)
Von
B. J. Kerkhof
Direktor der Maatschappij Wegenbouw
Utrecht
Übersetzt von
E. Ilse
Direktor der Westdeutschen Wegebau-Gesellschaft
Düsseldorf und der Schwestergesellschaften
Dritte, erweiterte Auflage
Mit 10 Abbildungen auf Tafeln
und 2 Kurvenbildern im 1'ext
Springer-Verlag Berlin Heidelberg GmbH
1929
ISBN 978-3-642-89334-6 ISBN 978-3-642-91190-3 (eBook)
DOI 10.1007/978-3-642-91190-3
Softcover reprint of the hardcover 3rd edition 1929
Alle Rechte vorbehalten.
V orwort zur dritten Auflage der deutschen
Übersetzung.
Dieses Buch ist der Niederschlag reifer Erfahrungen aus der Wege
baupraxis, die der erste Direktor der Maatschappij Wegenbouw in
Utrecht, Herr B. J. Kerkhof, in einer Reihe von .Jahren gemacht hat.
Herr Kerkhof ist in Holland durch sein Buch "Wegenbouw"l), durch
seinen Bericht zum Internationalen Straßenkongreß in Mailand und
seine zahlreichen Beiträge in den fachwissenschaftlichen Zeitschriften
rühmlich bekannt und gehört zu den führenden Männern in allen
Fragen des modernen Straßenbaues.
Die erste Auflage dieses Buches wurde im Mai 1925 der Fachwelt
überreicht. Nachdem sie und außerdem schon eine zweite Auflage
vergriffen ist, wurde wiederholt der Wunsch nach einer neuen Auflage
aus Fachkreisen geäußert. Da hierfür zunächst nur Deutschland in
Betracht kam, lag es nahe, in der neuen Auflage den deutschen
Straßenbau, der sich nach anfänglicher Anlehnung an den hol1än~
dischen Straßenbau recht bald eigene Methoden suchte, zu berück
sichtigen. Während man in Holland an bewährten, von England und
Amerika übernommenen Bauarten festhielt, fing man in Deutschland
an, sich den besonderen Verhältnissen des Landes anzupassen. Es lag
dies vornehmlich daran, daß im Gegensatz zu Holland Deutschland
ein Land des Teers und Hartgesteins ist, Produkte, die eine sehr große
Rolle im Straßenbau zu spielen berufen sind. Aus diesem Grunde
entstanden in Deutschland Methoden, die einerseits dem Teer große
Verwendungsmöglichkeiten eröffneten, andererseits aber auch den
ehemals bewährten Steinschlagstraßen zu ihrem Recht verhalfen, indem
diese durch Behandlung mit bituminösen Stoffen widerstandsfähiger
gegen die gewaltigen Anforderungen des neuzeitlichen Verkehrs ge
macht wurden.
Daher sind in der dritten Auflage die Kapitel über Teerstraßen
bau und Oberßächenbehandlung erweitert, zum Teil ganz erneuert
worden.
1) Wegenbouw door B. J. Kerkhof, Amsterdam. N. V. Wed. J. Ahrend
& Zoon. 1920.
IV Vorwort zur dritten Auflage der deutschen übersetzung.
Auch die Verwendung von Emulsion hat sich in Deutschland
anders als in Holland entwickelt. Während man dort vorwiegend und
von vornherein feste hochwertige Decken bauen konnte, war man in
Deutschland mit seinem ausgedehnten Straßennetz und seinen geringen
Mitteln vorerst darauf angewiesen, Behelfsmethoden - dabei insbe
sondere solche mit Emulsionen - in umfangreichem Maße anzuwenden.
Aus diesem Grunde mußte dem Kapitel über Emulsionen ein größerer
Raum als bisher gewidmet werden.
Auch das Kapitel über Gußasphalt mußte eine neue Fassung er
halten. In Holland ist der in früherer Zeit vielfach angewandte Guß
asphalt fast ganz verschwunden und durch neuartige Bauweisen ersetzt
worden. In Deutschland dagegen konnte er sich gegen die neuen
maschinellen Bauweisen nicht nur behaupten, sondern sogar weiter
entwickeln, weil - ähnlich wie bei Teer und Gestein - im Lande
ausgedehnte Asphaltgruben vorhanden sind, die die Grundstoffe für
Guß asphalt liefern können.
Schließlich hat es sich im Verlauf unserer praktischen Tätigkeit als
recht wünschenswert erwiesen, dem Straßenbauer Fingerzeige zu geben,
wie er in kürzester Frist und bei Beginn seiner Arbeiten auf der Straße
die Richtigkeit seiner Mischungen prüfen kann. Es sei daher auf das
neu hinzugekommene Kapitel "Beurteilung fertig verlegter Straßen
stücke" besonders hingewiesen.
Im großen und ganzen ist aber der bewährte Charakter des Buches,
wie es durch den in Holland hochangesehenen Straßenbauer Herrn
B. J. Kerkhof herausgegeben worden ist, streng festgehalten worden.
Möge daher dieser dritten erweiterten Auflage die gleiche freundliche
Aufnahme zuteil werden, wie sie die erste und zweite gefunden haben.
Ein wesentliches Verdienst an der Erweiterung der dritten Auflage
hat Herr Dr. Temme, Leiter des Laboratoriums der Westdeutschen
Wegebaugesellschaft m. b. H. in Düsseldorf. Ihm sei besondere An
erkennung und herzlicher Dank für seine Mitarbeit ausgesprochen.
Düsseldorf, im Dezember 1928.
Emil Ilse.
V orwort des Verfassel's.
Die Asphaltstraße hat sich hierzulande in kurzer Zeit einen guten
Ruf erworben. Wenn ich im Jahre 1920 in meinem Werke "Wegen
bouw" das Kapitel über Asphaltstraßen auch noch mit den Worten be
ginnen mußte: "Die Verwendung von Asphalt im Straßenbau hat
hier noch wenig Eingang gefunden", so ist jetzt, noch keine fünf Jahre
später, die Asphaltstraße bereits volkstümlich geworden. Jedermann
ist von ihren vortrefflichen Eigenschaften überzeugt, und die Tatsache,
daß die Asphaltstraße in ihrem einfachen Aufbau auch in Zeiten von
Geldknappheit nicht zu teuer ist, brachte es zustande, daß ihre Ver
wendung Allgemeingut geworden ist.
Weniger bekannt ist die Kenntnis der technischen Einzelheiten
über Anlage und Unterhaltung der Asphaltstraße in ihrer großen
Verschiedenheit.
Eine Darstellung der neuzeitigen Straßenanlagen unter Verwendung
von bituminösen Stoffen, ausführlicher und mehr ins einzelne gehend
als in meinem Buche "Wegenbouw", schien darum auch notwendig
zu sein: notwendig vor allem, um die Vor- und Nachteile der vielen
Systeme in sachlicher Weise zu beleuchten.
Was uns hierzulande an Erfahrung und Praxis auf diesem Gebiete
noch fehlt, finden wir bei unseren Nachbarn in England und Amerika.
Ich habe geglaubt, diese in einzelnen Fällen zu Hilfe rufen zu müssen,
z. B. sobald es nötig war, meinen Worten mehr Nachdruck zu verleihen,
oder soweit deren Zahlenmaterial dazu dienen konnte, Ansichten zu
bestätigen.
Schließlich war diese Abhandlung nötig geworden, um Verwirrungen
zu verhüten in der Benennung der verschiedenen bituminösen Straßen
anlagen und der Baustoffe, die dabei Verwendung finden. Die über
nahme und der häufig unrichtige Gebrauch ausländischer Namen muß
als ein sich einschleichendes Übel angesehen und darum bekämpft
werden.
Ich hoffe, mit diesem Buch einer technischen Forderung gerecht
zu werden und etwas dazu beigetragen zu haben, richtige Begriffe
über die Asphaltstraße zu verbreiten.
Bilthoven bei Utrecht, Frühling 1925.
B. J. Kerkhof.
Inhaltsverzeichnis.
Seite
I. Benennung . . . 1
11. Die Asphaltstraße im allgemeinen.
Neue Verkehrsforderungen . .. 5 Die neueren Asphaltwege . 8
Entwicklung des Stampfasphalts 6 Einteilung ..... 10
111. Die Unterbettung von Asphaltstraßen.
Allgemeine Bemerkungen . 11 Isolierung 13
Arten ...... 11 Zwischenlage 14
Tragfähigkeit . . . 12 Verbindung. 14
Technisches Risiko 12 Kosten... 15
Verkehrshemmungen 13 Folgerungen 16
IV. Seitliche Einfassung von Asphaltwegen.
Allgemeine Bemerkungen 17 Höhenbestimmung . 19
Bordsteine . . . . . . . . . . 17 Schotterstreifen . . . . 20
Betoneinfassung . . . . . . .. 18 Folgerung ..... 2]
V. Der Straßenquerschnitt. Die Kurven. Das Gefälle.
Der Straßenquerschnitt ... 22 Das Gefälle ....... 24
Kurven ........... 23
VI. Stampfasphalt.
Allgemeines . . . 25 Asphaltpulver 26
Herstellung 25
VII. Der Plattenasphalt.
Allgemeines . . . . 28 Asphaltplatten 29
Bauart .. . . . . 29
VIII. Der Guß- oder Streichasphalt.
Allgemeines . . . . . . . . . . 31 Beurteilung... 34
Zusammensetzung der Mischung. 32 Kautschukasphalt 35
Herstellung der Gußasphaltbahn 33
IX. Asphalt-Tränkmakadam.
Allgemeines . . . . . 36 Beurteilung.. 38
X. Steinschlagasphalt. Offene Bauart.
Allgemeines . . 39 Der Bau . 40
Zusammensetzung . . . . . . . 39 Beurteilung.... 41
Inhaltsverzeichnis. VTl
XI. Asphaltbeton.
Seite
Allgemeines. . . 43 Asphaltzusatz . 46
Zusammensetzung 43 Beurteilung.. 48
XII. Der Sandasphalt (Sheetasphalt).
Allgemeines 50 Schlackensand 56
Arten 50 Topeka ..... . 57
Herstellung 51 Der Bitumengehall 58
Unterbettung 51 Die Mischung .. 59
Zwischenlage 52 Der Transport 59
Die Decklage 53 Die Verarbeitung 60
Der Sand .. 55 Wellenbildung 60
Der Füllstoff 56
XIII. Teerstraßen.
Allgemeines . . . . . . . . 62 Dammann-Asphalt 68
Zusammensetzung des Teers 62 Zusammenfassung. 69
Anwendungsarten . . 64 Tränkverfahren 69
Teermakadam . . . . 65 Beurteilung der Teerstl'aßen 70
Einbau auf der Straße 66
XIV. Emulsionen.
Erklärung einer Emulsion 71 Verwendung..... 73
Herstellung der Emulsion 72 Oberflächenbehandlung . 73
Anforderung an die Emulsion . 72 Tränkausführung .. 73
Handelsmarken . . . . . . . 72 Beurteilung..... 74
XV. Bituminöse Oberflächenbehandlung.
Allgemeines . . . . . . . . 75 AsphaItöle 77
D'ts Teeren von \-Vegen 75 Abdeckungsmaterial. 78
Das Spramexen von Wegeu 76
XVI. Die Unterhaltung von Asphaltwegen.
Ober Stampfasphalt . . 79 Sandasphalt 80
Plattenasphalt 79 Steinschlagasphalt . . 80
Guß- oder Streichasphalt 80 Asphaltmakadam 81
xvn.
Prüfung und Zusammenstellung der bituminösen Materialien.
All>(emeines . . . . 82 Ober Teer • . . . . . . 89
Trinidadasphalt . . 82 Gesteinsbeurteilung . . . . . . 89
Stampfasphaltpulver. 83 Beurteilung fertigverlegter Stra-
Asphaltmastix 84 ßenstücke........ 90
Goudron • . 85 Berechnung der Einbaumassen 96
Erdölasphalt 85 Wärmegradgrenzen ..... 96