Table Of ContentHandbiichlein
Al~ztliches
fur
~ygieniseh -dHitetisehe, hydrotherapeutisehe
meehanisehe und andere Verordnungen
Eine Erganzung zu den ArzneivorschrHten
fur den Schreibtisch des praktischen Arztes
Von
Sanitatsrat Dr. med. Hermann Sehlesinger
praktischer Arzt. Frankfurt a. M.
Zwolfte Auflage
Berlin
Verlag von Julius Springer
1920
Aile Rechte vorbehalten.
Italienische und russische Ubersetzung sind erschienen.
ISBN 978-3-642-90356-4 ISBN 978-3-642-92213-8 (eBook)
DOl 10.1007/978-3-642-92213-8
Vorwort zur elf ten Auflage.
Dem ·Wunsehe des Herrn Verfassers entspreehend habe
ieh die zehnte ~uflage des mir wohlbekannten Han d -
b li e hIe ins einer genauen Durehsieht unterzogen. leh
sonte, wie Verfasser wiinsehte, ihn auf Unstimmigkeiten und
Mangel aufmerksam maehen. leh habe aber keine gefunden
und kann durehaus in das Lob einstimmen, das E. v. Ley den
in der Vorrede zur letzten Auflage ausspraeh. Meine Tatig
keit muBte sieh darauf besehranken, an dieser und jener
Stelle einige Erganzungen als wiinsehenswert zu bezeiehnen.
Das Bueh H. S chi e sin g e r' s hat sieh bereits vortreff
lieh eingefiihrt, und in der neuen Auflage wird es sieh neue
Freunde erwerben. Es gibt kein zweites Bueh auf dem medi
zinisehen Biiehermarkt, aus dem sieh der Arzt so schnell
und leieht liber die wiehtigen Fragen der diatetisehen Therapie
zuverlassig unterriehten kann. Die Angaben liber die Zu
sammensetzung der Nahrungsmittel und die Gruppierung der
Diiitformen, die Anweisungen liber Kurorte, Trinkkuren und
physikalisehe Therapie sind mit kritisehem Verstandnis den
besten Quellen entnommen und in vollkommener Ubersieht
Iiehkeit geordnet.
Wie E. v. Ley den kann ieh die kurze Einleitung mit
der Uberzeugung schlieBen, daB dem Verfasser die vmdiente
Anerkennung seiner dankenswerten Leistung auch bei der
elften Auflage seines ';VTerkes zuteil wird.
Carl von Noorden, Wien.
Vorwort zur zehnten Auflage.
Motto:
Regia, crede mihl,
res ~st, succurrel'e lapslS.
Geme bin ich 9-er Aufforderung des verdienten Begriinders
dieses mit groBem BeifaH, insbesondere von dem arztlichen
Publikum aufgenommenen "arztlichen Handbiichleins", ge
folgt, die Herausgabe der zehnten Auflage mit einer kurzen
Vorrede zu begleiten. Das arztliche Handbiichlein vertrat
bereits bei seinem ersten Auftreten im Jahre 1891 eine Rich
tung der Therapie, welche damals noch wenig angesehen war,
welche aber gegenwartig in voller Wiirdigung dasteht, und
welche wir jetzt als physikalisch-diatetische Therapie be
zeichnen. Der junge Mediziner, wenn er in die Praxis trat,
war mit den gebrauchlichsten Verordnungen der diatetischen,
hydro- und balneotherapeutischen Methoden nur wenig ver
traut. Heute ist es anders geworden; zweifellos hat dieses
arztliche Handbiichlein nicht wenig dazu beigetragen. diese
Therapie in ihre richtige Stellung fiir die P~xis und im Unter
richt gleichfalls zur Geltung zu bringen. Auf eine Periode
Oder Sterilitat in der Therapie innerer Krankheiten. wie sie
die in anderer Hinsicht so glorreiche Wiener Schule inaugu
riert batte, folgte seit etwa einem Menschenalter ein gHinzen
der Aufschwung. Es sei hier nur erinnert an die Serum
therapie, an die Organotherapie, an die Bereicherung des
Arzneischatzes durch die groBe Zahl von Chemikalien und
Drogen, durch welche teils ganzlich neue Heilfaktoren in die
Praxis eingefiihrt wurden, teils altbewahrte in vollkommenerer,
reinerer und deshalb wirksamerer Form zur Darstellung ge
langten. Hand in Hand damit ging nun auch die Ausbildung
und wissenschaftliche' Vertiefung der physikalischen und
hygienisch-diatetischen Therapie. Diese ~teht heute in gleicher
Berechtigung neben der in glanzender Fortentwicklung be
griffenen pharmakologisch - chemischen Therapie. Beide
Zweige, bisher durch ihre vorhergehende, ungleiche Entwick
lung getrennt, reichen sich nunmehr die Hand zur Forderung
derselben Aufgaben und Ziele: d. h. fortschreitender Vervoll
kommnung unserer Kenntnisse von Krankheitspro~es8en,
sowie der Mittel und Wege, sie zu bekampfen, um das Leben
zu erhalten und die Gesundheit herzusteHf:'n. Wie die Chclnie
Vorwort. v
und Physik als Wissenschaft heute nicht mehr geschieden
werden kann, so solI auch die pharmakologische und die
physikalische Therapie zusammengehen und die gleichen
Ziele ins Auge fassen. Wenn diese Therapien heute schon
immer neb en einander gehen, so blieben sie bisher in ge
wissem Sinne doeh noeh getrennt; hierfiir liegt der Grund
in der Fiille und Versehiedenheit der Forschung und nicht
zum wenigsten in der groBen Verschiedenheit der Mittel ihrer
Anwendung. Die ~Iittel zur Anwendung der Physiotherapie
sind auBerst mannigfach. Luft, Licht, Elektrizitat, Wasser
usw., sie erfordem bei ihrer Anwendung vielfach eine beson
dere, vollkotnmene Technik von seiten der praktischen Arzte.
Die Physiotherapie hat ihre Selbstandigkeit gegeniiber der
ehemisehen Therapie aueh dadureh bekundet, daB sie spezielle
Kon~resse fiir sieh organisiert hat. Der erste dieser Kongresse
fand vor drei Jahren in Briissel statt, der zweite, vorziiglieh
organisierte KongreB fiir Physiotherapie tagte zwei Jahre
spater in Rom. Unter dem glanzenden Prasidium von Exzel
lenz B a e e e 11 i und der vorziigliehen Leitung von Professor
Colo m b 0 nahin er einen glanzenden Verlauf.
Herr Dr. S chi e sin g e r, der verdiente Begriinder
und Herausgeber dieses arztlichen Handbiichleins, hat zu
einer Zeit, als die Diatetik und die physikalische Medizin
einen noch untergeordneten Platz einnahm und den Studie
renden und jungen Arzten ziemlich fremd geblieben war, das
Bediirfnis gefiihlt, diesem Mangel abzuhelfen. Er hat sich
entschlossen, in diesem Sinne das arztliehe Handbiiehlein zu
begriinden und in sorgfiiltiger Ausstattung der Offentlichkeit
zu iibergeben. Der Erfolg von 1891-1907 ist ein so aus·
gezeichneter, daB gegenwartig die zehnte Auflage erforderlich
ist. lch habe den Wert und die Bedeutung dieses Buches von
vornherein gem anerkannt und habe dem Autor, wo er es
wiinschte, gem mit meinem N amen und meinem Rat ZUI'
Seite gestanden.
Die Anerkennung und Bedeutung, welche gegepwartig die
diatetisch-physikalisehe Therapie genommen hat, eI"fordert
manehe Verbesserung gegeniiber. der friiheren Ausgabe und
ebenso eine Erleiehterung und Ubersieht in der Gebrauehs
anweisung. Nach dieser Seite hin hat Herr Dr. S chi e -
sin g e r das Seinige getan. leh wiinsche ihm Gliick und
die verdiente Anerkennung zu der zehnten Auflage dieses
Handbuches, welCher hoffentlieh noch viele weitere Auflagen
folgen werden.
E. v. Leyden.
Vorwort zur ersten Auflage.
Das vorliegende Biichlein verdankt seine Entstehung del'
von mil' selbst und zahlreichen Kollegen gemachten Erfahrung.
wie wenig del' junge Mediziner, welcher in die Praxis eintritt,
mit den gebrauchlichsten Verordnungen in diatetischel',
hydro- und balneotherapeutischer Hinsicht, sowie mit man
chen MaBnahmen nicht medikamentoser Natur vertraut ist.
In den Bibliotheken del' praktischen Ante konnen unmog
lich aIle die umfangreichen Handbiicher Vertretung finden,
in denen das betreffende Material aufgespeichert ist, anderer
seits ist es eine unerlaBliche Forderung, daB man jederzeit die
notigen VerhaltungsmaBregeln zur Hand habe. Die Aufgabe
diesel' Schrift ist es, in kurzer praziser, dabei stets ausreichend
genauer Form diejenigen Angaben zusammenzustellen, be
ziiglich derer am haufigsten Liicken, wie die vorher genannten,
emp£unden werden. Wenn sich VerfasSer del' Hoffnung hin
geben darf, daB es ihm gelungen sei, seinem Ziele einigermaBen
nahe~ukommen, so ist in erster Linie das rege Interesse
schuld, welches del' Arbeit in ihrer Entstehung von hervor
ragenden Anten geschenkt wurde. Zu ganz besonderem Danke
bin ich Hertn Geheimen Medizinalrat Professor Dr. Ley den
verpflichtet, welcher die auBerordentHche Giite hatte, die
Korrekturbogen einer Durchsicht zu unterziehen und mil'
die wertvollsten Ratschlage zu erteilen. ,
Ein Biichlein wie das vorliegende ist auf die tatkraftige
Unterstiitzung del' Kollegen angewiesen, ich bitte daher, mil'
etwaige Ausstellungen und Winke zukommen zu lassen; ich
wel'de solche gern annehmen und hoffentlich spateI' vel'werten
konnen.
F ran k fur t a: M., im Februar 1891.
Dr. med. Hermann Schlesinger.
Vorwort zur zwolften Auflage.
lnfolge des Krieges hat sich die Herausgabe der zwolften
Auflage stark verzogert, obgleich die vorige lang~t vergriffen
war. Es sind dadurch ganz erhebliche Anderungen notwendig
geworden, so namentlich inbezug auf die diatetischen Pra
parate, ferner die Kapitel "Ernahrung von Sauglingen",
"Ernahrungsstorungen der Sauglinge", "Erkrankung der
Harnorgane", "Diabetes mellitus" u. a. Bemerkt sei noch,
da8 dieses Mal die Preisangabe von Praparaten usw. grund
satzlich fortgelassen ist, weil unter den heutigen wirtschaft
lichen Verhaltnissen von fester Preisbildung keine Rede sein
kann.
Wiederum hatte Herr Geheimer Medizinalrat Professor
Dr. C. von N r den die groBe Giite, mich durch Rat
00
und Tat bei der Bearbeitung in jeder Weise zu fordern. Ich
spreche ihm daher an dieser Stelle herzlichsten und aufrich
tigen Dank aus. '
Solchen Dank schulde ich auch Herrn Professor Dr.
E. Schlesinger (friiher in Stra8burg) fiir seinen Rat und
seine Hilfe bei der Bearbeitung der Kapitel "Ernahrung
von Sauglingen", "Ernahrungastorungen der Sauglinge",
.. Diat bei Rachitis".
F ran k fur t· a., M., im Januar 1920.
Sanitiltsrat Dr. Hermann Schlesinger.
Inhaltsverzeiehnis.
Seltr
Diiiteti sche Verordnungen 1
••• 1
..
A. All-gemeiner Teil . 1
t
I. Milch ..... . 1
II. Fleisch ......... . 11
III. Leimhaltige Speisen, Gallerten 22
IV. Eier .......... . 24
V. Fette ................. . 25
Anhang: Kunstliche oder extrabukkale JjJr-
nll.hrung ....... . 28
. A. Schlundsonderernll.hrung 28
B. Magenfistelernll.hrung . 30
C. J ejunalfistelernahrung . 31
D. Duodenalsondenernll.hrung 31
E. Rektale Ernahrung . 34
F. Parenterale Ernahrung . . .. .... 41
a) Subkutane Iujektion von Eiweillkorpern j
b) Subkutane Fettinjektion; c) Subkutane
und intravenose Zuckerinjektion; d) Mineral
salzinfusionen . . . . . 41
VI. Getreide und Kornerfruchte 43
VII. Leguminosen . . . 50
VllI. GemUse und Salate 52
IX. Obst 54
X. Hefen .... 57
XI. Gewtirze . . . 59
XII. Getranke 59
B. Spezieller Teil 72
I. Ernahrung von Sauglingen 72
1. An der Mutterbrust 72
2. An der Ammenbrust . . . . . . . . 76
3. Zwiemilchernahrung (Allaitement mixte).. 76
4. Unnaturliche oder kunstliche Ernahrung von
Sauglingen ..........,... 76
II. Diat bei Erkrankungen des Digestionsapparats 82
1. Erkrankungen des Oesophagus 82
2. Erkrankungen des Magens ....... 82
Inhaltsverzeichnis. IX
Seite
Die einzelnen Erkrankungen. . . . . . . 87
a) Gastritis acuta, Gastro-Enteritis acuta,
Enteritis acuta der Erwachsenen und
Kinder (nach dem Sauglingsalter) .. 87
b) Ernahl'ungsstorungen der Saugling'e 88
c) Chronische Erkrankungen des Magens 92
3. Chronische Erkrankungen des Darms .. 98
III. DiM bei akuten fieberhaften El'krankungeu . 101
IV. Diat bei chronischem Fieber und Tuberkulose
(Phthisis pulmonum) . . . . . . . . . . . . 103
V. Rekonvaleszentendiat . . . . . . . . . . . 106
1. Ubergangsdiat bei eingetretener Deferves-
zenz nach akuten fieberhaften Krankheiten
und bei eben beginnender Heilung nach
akuten Magen- und Darmerkrankungen . . 106
2. Eigentliche Rekonvaleszentendiat. . . . . 106
VI. Diat in einigen chronischen fieberlosen Krank-
heiten ........... . 106
1. Rachitis . . . . . . . . . . . 106
2. Ohronische Herzkrankheiten . . '107
3. Chlorose, Anamie, Leukamie 109
4. Erkrankung der Harnorgane . 110
5. Diabetes ~ellitus . . . '. . . . . . . . . 114
6. Harnsaure Diathese, Gicht, Nephrolithiasis 140
VII. Entfettungsdiat . . . . . . 144
1. Bantingkur .............. . 145
2. Oertel'sche Kur . . . . . . . . . . . . 146
3. Felix Hirschfeld'sche Kur . . . . . . . . 147
4. Entfettung durch reine Milchkuren (Moritz),
Kllrell'sche Kur . . . . . . . . .. 148
6. Entfettung durch Kartoffelkur . . . . . . 150
Anhang: Schrot'sche Kur, Trockendiat. . . 151
VIII. Mastkur (Uberernahrung) ........ .151
Die in der Praxis gebrauchlichen Mineralwasser
kuren (Bade- und Trinkkuren) nebst ihrer Be-
deutung . . . . . . . . . . . . . . . . . .. 155
I. Einfache kalte Quellen (Akratopegen) . 155
II. Einfache warme Quellen (Akratothermen) 155
'III. Einfache 'Sauerlinge ......... 156
IV. Erdige Sauerlinge . . . . . . . . .. ] 56
V. Alkalische Quellen . . . . . . . . . . . 15[j
a) Alkalische Sauerlinge i b) Alkalisch-muria
tische Quellen j c) Alkal.-salinische Quellen. 156
x
Inhaltsverzeichniso
Stll,e
VI. Kochsalzquellen 158
VII. Bitterquellen 160
0
Y1Il. Eisenquellen 160
0 0
IX. Schwefelquellen 162
Die in der Privatpraxis gebrau{'hliehsten hydro- und
balneotherapeutisehe~ Ma8nahmen • . 163
0 0 0 0 0 0
1. Hydrotherapeutische Mallnahmen . 163
0 0 0 0 0 0
2. Balneotherapeutische Mallnahmen, kilnstl Bader 172
Die wichtigsten Vorschriften iiber Gymnastik 176
0 0 0
1. Emige allgeilleine Regeln (nach Schreber) 176
0 • 0
2. Einige spezielle Vorschriften (nach Schreber) . . 177
Vorschriften zur duekten Beforderung des Stuhl-
. . . . . . . . 177
~angs
0 • • • • • 0 • • • 0
Vorschriften fiLr solche Falle, wo es keinern ort
lichen, sondern einem auf dle gesamte Konstitution
sich beziehenden oder bloll einem vorbeugenden,
gesunderhaltenden Heilzwecke gilt, also nur auf
dne entsprechende Summe allseitiger Bewegung
ankommt, daher gegen: allgemeine Muskel- und
Nervenschwache, Blutarmut (Bleichsucht), Skro
felkrankheit, Fettsucht u. dgl., sowie filr be-·
wegungsarme Pel"sonen ilberhallpt 0... 0 • 177
a) fur den erwachsenen mannlichen Korper; b) ffir
den erwachsenen weiblichen Korper: c) fi1r Per
sonen fiber 60 J.ahre beiderlei Geschlechts . . . 177
3. Mechanische Behandlung von Herzkranken (nach
Oertel). . . . . . . . . . . . . . . . . . 179
0
4. Allgemeine Massage chronischer Herzkranker
(nach Zabludowsky) . . . . . . • . . . . .. 180
Die wichtigsten Vorschriften iiber Impfung . . . 182
0
Zum Krankenzimmer undKrankenlager in derPrivat-
praxis ............... 183
0 • ••
1. Krankenzimmer . . >. 183
'0 • • 0 • • • • • • • •
2. Krankenbett . . . .,. . 184
0 • • • 0 0 • • • •
3. Desinfektion bei ansteckenden Krankheiten 184
A. Fortlaufende Desinfektion am Krankenbett
(wahrend der Erkrankung) . . . . . . . . . 184
.B. SchluMesinfekhon (nach Ablauf der Krankheit) 186
4. Anzeigepflicht des Arztes . . " . . .. • 187
Die Zusammensetzung der gebrauchlichsten Nah-
rungs- und Gen~8mittel (nach Konig) 188
Sachregister . .' 192
0 • • 0 • • • • • • • • • •