Table Of ContentAktuelle Tendenzen der Artusforschung
Schriften der
Internationalen Artusgesellschaft
Sektion Deutschland/Österreich
Herausgegeben von
Cora Dietl · Klaus Ridder · Brigitte Burrichter
Laetitia Rimpau · Friedrich Wolfzettel
Jörg O. Fichte
Band 9
De Gruyter
Aktuelle Tendenzen
der Artusforschung
Herausgegeben von
Brigitte Burrichter
Matthias Däumer
Cora Dietl
Christoph Schanze
Friedrich Wolfzettel
De Gruyter
ISBN 978-3-11-031070-2
e-ISBN 978-3-11-031079-5
ISSN 1869-7070
Library of Congress Cataloging-in-Publication Data
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© 2013 Walter de Gruyter GmbH, Berlin/Boston
Gesamtherstellung: Hubert & Co. GmbH & Co. KG, Göttingen
(cid:146) Gedruckt auf säurefreiem Papier
Printed in Germany
www.degruyter.com
Inhaltsverzeichnis
Vorwort der Herausgeber......................................................................... IX
I. Erzähltechnik
Martin Przybilski /Nikolaus Ruge
Die erzählte Welt als Entwurf von Möglichkeiten: Fiktionalität im
mittelhochdeutschen höfischen Roman des 13. Jahrhunderts.................. 3
Claudia Lauer
Die Kunst der Intrige. Spielarten strategischer Täuschung in den
Artusromanen Hartmanns von Aue.......................................................... 17
Jessica Quinlan
One of Us Is Lying. The Narrator, Gauvain and the Pucelle de Lis......... 39
Rachel Raumann
»Dich im Unendlichen zu finden, mußt unterscheiden, dann verbinden«.
Retextualisierung im II. Teil von Ulrich Fuetrers Buch der Abenteuer.... 55
Andrea Schindler
Der Schatten des Helden. Vorhandene und nicht vorhandene Knappen
in mittelhochdeutschen Artusromanen..................................................... 71
Stefan Merl
Der deutsche Prosalancelot. Die Auswirkung des Erscheinens von
Galaad auf den Artushof........................................................................... 85
Lena Zudrell
Gawein und die historische Narratologie. Zur Rede von Figuren am
Beispiel von Hartmanns von Aue Erecund Iwein....................................101
Hanno Rüther
Handlungsende und Textschluss in späten mittelhochdeutschen
Artusromanen ..........................................................................................113
VI Inhaltsverzeichnis
II. Zeichen
Elisabeth Martschini
Die Verselbständigung eines Mediums. Schrift als Täter und Opfer.......133
Nina Hable
Die Tjost. Zeichen der Gewalt – die Macht der Zeichen..........................147
Sandra Illibauer-Aichinger
»Ein dorn im herzen, in jamer versenket«. Metaphern von Leid und
Schmerz in Albrechts Jüngerem Titurel...................................................161
III. Atmosphäre
Friedrich Wolfzettel
Jour et nuit ou la découverte d’une nouvelle sensibilité atmosphérique..175
Christoph Schanze
Schatten und Nebel. Die dunkle Seite des Artusromans..........................187
Christoph Fasbender
Gwigalois’ Bergung. Zur Epiphanie des Helden als Erlöser....................209
IV. Spiritualität
Matthias Däumer
Die Paradoxie der unerlösten Erlösung. Überlegungen zu Wolframs
Neutralen Engeln......................................................................................225
Dorothea Kullmann
Quelques réflexions sur l’interprétation de la Demanda do santo Graal
et de la Queste-Mort Artu du Cycle post-vulgate du Graal......................241
Susanne Friede
Spiritualität und Sinnstiftung in der Queste del Saint Graal....................261
Brigitte Burrichter
Violence et spiritualité dans Le Haut Livre du Graal...............................279
Inhaltsverzeichnis VII
V. Sozioethik
Michael Gerstenecker
›Namengewalt‹. Zur intradiegetisch-sozialen Verhaftung von
Personennamen im mittelhochdeutschen Artusroman..............................295
Geert van Iersel
Reading Romance in Context. Lanval,Sir Landeval andSir Launfal......311
Sabine Seelbach
L’Esprit du don: Vom Geben und Nehmen im Parzival..........................333
Gerard Bouwmeester
The Nine Worthies in Middle Dutch Miscellanies...................................347
VI.Gender
Cordula Böcking
»daz wær ouch noch guot wîbes sit, / daz si iht harte wider strit«.
Streitbare Frauen in Wirnts Wigalois.......................................................363
Andrea Grafetstätter
»Nur was du nie gesehn wird ewig dauern«. Weiblich besetzte
Bildprogramme im Wigalois....................................................................381
Simone Leidinger
Überlegungen zur Minnehandlung und zur Treue in Wirnts Wigalois.....403
Matthias Kirchhoff
»Nu merket baz«. Der Borte,Wigalois und die queer-Forschung...........421
Vorwort der Herausgeber
Im Jahr 2013 feiert die »Société Internationale Arthurienne/International
Arthurian Society« ihr 65-jähriges Bestehen. Dieses Jubiläum soll uns als
Anlass für einen kurzen Rückblick auf ihre Geschichte dienen. Die Interna-
tionale Artusgesellschaft wurde im September 1948 in Quimper gegründet,
als sich Wissenschaftler aus Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden
und den USA zu einem Kongress zur internationalen Artusliteratur ver-
sammelten, dem bereits vor dem Zweiten Weltkrieg ein erster Artuskon-
gress vorausgegangen war. Die Vielfalt der Beiträge auf den beiden Kon-
gressen ließ unter den Anwesenden die Überzeugung reifen, dass die
Beschäftigung mit der Artusliteratur und der Literatur der matière de Bre-
tagne so viele Möglichkeiten für wissenschaftliche Untersuchungen mit
verschiedensten Ansätzen und Fragestellungen bot, dass die Artusfor-
schung geradezu zu einer eigenen Disziplin heranwachsen könnte und »que
le moment était venu de coordonner les efforts des arthurisants sur un plan
international« (Jean Frappier).1
Deutsche und österreichische Forscher waren an der Gründung der In-
ternationalen Artusgesellschaft zunächst nicht beteiligt, doch bereits 1951
rief der in Göttingen lehrende Romanist Wilhelm Kellermann die Deutsche
Sektion ins Leben,2 nachdem von zwei Seiten ein theoretischer Grundstein
gelegt worden war: einerseits durch Kellermanns eigene, 1936 erschienene
Habilitationsschrift über den Perceval-Roman,3 die v.a. nach dem Krieg
stark rezipiert wurde und die Entwicklung der Mittelalter-Romanistik so-
wie die mediävistische Forschung in Deutschland im Allgemeinen ent-
scheidend prägte; andererseits 1948 durch die Formulierung des ›doppelten
_____________
1 »[...] dass die Zeit reif war, die Bemühungen der ›Arthurianer‹ weltweit zu koordi-
nieren«; Bulletin Bibliographique de la Sociéte Internationale Arthurienne/Biblio-
graphical Bulletin of the International Arthurian Society (BBIAS) 1 (1949), 5.
2 Vgl. BBIAS 3 (1951), 5. In einem ›Werbeschreiben‹ vom 16. Mai 1951 berichtet
Kellermann über die Fortschritte der Sektionsgründung und lädt zur Mitgliedschaft
ein – der Jahresbeitrag betrug anfangs 2,50 DM. Nachdem im ersten Bulletin keine
deutsche Artus-Bibliographie veröffentlicht werden konnte – eine »grave lacune«
(BBIAS 2 [1950], 6) –, erschien bereits im zweiten Bulletin 1950 eine deutsch-
österreichische Bibliographie, die die Jahre 1939 bis 1949 umfasst; im selben Bul-
letin wird Kellermann als »Correspondant« für Deutschland geführt.
3 Wilhelm Kellermann, Aufbaustil und Weltbild Chrestiens von Troyes im Perceval-
roman, Halle 1936, Darmstadt 21967.
X Vorwort der Herausgeber
Kursus‹ durch Hugo Kuhn4 – selbst seit 1952 Mitglied der Artusgesell-
schaft und von 1955 bis zu seinem Tode 1978 Vizepräsident der Deutschen
Sektion –,5 mit der ein für lange Zeit bestimmendes Forschungsparadigma
etabliert wurde. Schon 1951 wurde Wilhelm Kellermann auf Empfehlung
von Alexandre Micha und seinem persönlichen Freund Jean Frappier in
den Vorstand der Internationalen Artusgesellschaft gewählt,6 deren Präsi-
dent er von 1969 bis 1972 war. Seine Position als Präsident der Deutschen
Sektion nahm nach Kellermanns Tod im Jahre 1980 und einem kurzen, von
vorneherein als Übergangszeit gedachten ›Interregnum‹ von Ulrich Mölk
(Göttingen) von 1982 bis 2007 Friedrich Wolfzettel ein, der Kellermanns
›Vermächtnis‹ der internationalen Öffnung der deutschen Mediävistik
weiterzuführen suchte. Friedrich Wolfzettel ist heute Ehrenpräsident der
Sektion Deutschland/Österreich.
Vor rund 30 Jahren, im November 1983, veranstaltete Friedrich Wolf-
zettel auf Schloss Rauischholzhausen ein erstes eigenes Symposium der
Deutschen Sektion. Es befasste sich mit dem Thema »Artusrittertum im
späten Mittelalter« und war insbesondere dem Andenken Wilhelm Kel-
lermanns gewidmet.7 Mit der Publikation der dort gehaltenen Vorträge8
wurde die Tradition begründet, die Beiträge zu den Sektionstagungen in ei-
genen Bänden herauszugeben. Durch die folgende unermüdliche Herausge-
bertätigkeit Friedrich Wolfzettels war somit auch der Grundstein für die
Etablierung der Reihe der Schriften der Internationalen Artusgesellschaft,
Sektion Deutschland/Österreich (SIA) gelegt, ohne dass diese Reihe mit
Erscheinen des ersten Bandes 1983 schon konzipiert gewesen wäre.
Wir erweitern diese Tradition nun, indem wir mit dem neunten Band
der Reihe erstmals Beiträge publizieren, die von Mitgliedern der Sektionen
Deutschland/Österreich und Niederlande als Vorträge auf einem inter-
nationalen Kongress gehalten worden sind: dem 23. Internationalen
Artuskongress in Bristol (25.–30. Juli 2011), der durch eine erfreulich ge-
_____________
4 Hugo Kuhn, »Erec«, in: Festschrift für Paul Kluckhohn und Hermann Schneider,
hrsg. von ihren Tübinger Schülern, Tübingen 1948, 122–147. Wieder in: ders.,
Dichtung und Welt im Mittelalter, Stuttgart 1959, 133–150.
5 Vgl. die kurze Notiz zu Kuhns Tod von Wilhelm Kellermann in BBIAS 30 (1978),
255, sowie den Nachruf von Christoph Cormeau in BBIAS 31 (1979), 326–329.
6 Vgl. den Nachruf auf Kellermann von Ulrich Mölk in BBIAS 32 (1980), 295f.,
hier: 295. Die in dieser Zeit alles andere als selbstverständliche Freundschaft zwi-
schen Kellermann und Frappier wird durch ihren teilweise erhaltenen Briefwechsel
eindrucksvoll dokumentiert.
7 Vgl. Friedrich Wolfzettel, »Vorwort des Herausgebers«, in: Friedrich Wolfzettel
(Hrsg.), Artusrittertum im späten Mittelalter: Ethos und Ideologie, Gießen 1984
[SIA 1], 1f.
8 Wolfzettel (Hrsg.), Artusrittertum im späten Mittelalter (wie Anm. 7).